Mittwoch, 30. September 2015

Ein Abend in Verblödistan

Wenn ich schon mal ein paar Tage so gut wie nicht online bin, verpasse ich prompt solche Schmankerln wie den Versuch Reinhard Kardinal Marxens, eine Hypothese darüber aufstellen zu wollen, daß etwas, das er eigentlich gar nicht kenne, jedenfalls zur (fortschreitenden?) Verblödung führe.

Zugegebenermaßen habe ich in diesem Jahr noch kaum gebloggt (dazu später mehr). Ob das jetzt Zeichen fortschreitender Verblödung oder beginnender Genesung ist, lasse ich dahingestellt. Spaß beiseite – ich fühle mich eigentlich gar nicht angesprochen, kann aber nichtsdestotrotz diejenigen verstehen, die über ein solches Statement – des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz immerhin, bitteschön! – verärgert sind. Für ein blödes Geschwätz, wie der Schwabe sagen würde – wenn er nicht gleich sagt, laß ihn doch schwätzen! -, erfährt die Äußerung des Herrn Kardinals allerdings wahrscheinlich bei weitem zuviel Beachtung. Dank erwartet als Blogger, ob in der katholischen Kirche oder anderswo, wohl keiner – auch hat wohl keiner damit angefangen, damit man ihm dankt –, Beschimpfungen allerdings auch nicht.

Blöde, um im Bild zu bleiben, ist es, sich markig und mit Bestimmtheit zu Dingen zu äußern, wenn man einen Blog nicht von einem Milchkrug unterscheiden kann. Noch blöder ist es allenfalls, sich aus höchst durchsichtigen Gründen und geradezu mit Schadenfreude auf ein solch unqualifiziertes Statement des Herrn Kardinals zu stürzen. Ob beides auch zur dauerhaften Verblödung führen muß, vermag ich nicht zu sagen, ich möchte es auch gar nicht. Ich möchte mit Liebe und Achtung an unsere Oberhirten denken können, eben weil sie unsere Oberhirten sind. Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben; schaut auf das Ende ihres Lebens, und ahmt ihren Glauben nach! heißt es im Hebräerbrief. Der Apostel läßt diesem Satz unmittelbar die Worte folgen: Jesus Christus ist derselbe, gestern, heute und in Ewigkeit. Also, mir genügt das.
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