Dienstag, 17. November 2015

Me three! (viertes Bloggertreffen)

Ich weiß gar nicht, was alle mit dem Wetter haben…
der Hahn, der kein Wetterhahn, sondern ein Christussymbol
ist, hat mir gut gefallen.
Zum dritten Mal (von vieren) machte ich mich am Freitag zum Treffen katholischer Blogger auf, diesmal nach Essen, keine Stadt, die ich mit irgendeiner Art von Idylle verbunden hätte. Um so verwunderlicher war es, am Fuße einer solchen aus der S-Bahn zu steigen. Überraschend war, daß man in Essen grüßt, auch völlig Unbekannte, etwa, wenn man sich in der S-Bahn hinsetzt. Das müßte mir hierherum einmal passieren!

Bahnfahren liebe ich ja. Man sitzt da, guckt ins Weite und sieht schöne Dinge an sich vorüberziehen: Muh-Kühe, Schäfchen und Pferde, Riesenfelsen, Windmühlen mit Flügeln und Windmühlen ohne Flügel. Erstaunlicherweise fuhr mein Zug pünktlich und kam auch zur rechten Zeit an, weshalb ich erst einmal Zeit für einen längeren Spaziergang hatte, auf dem mich erstaunte Hirsche mit großen Augen beäugten.

(Auf der Rückfahrt habe ich dann ausprobiert, wie man bei möglichst häufigem Umsteigen unter Benutzung erstaunlich vieler Regionalzüge dennoch mehr als anderthalb Stunden früher in Berlin ankommt als mit der gebuchten ICE-Sparpreisverbindung zur nachtschlafenen Zeit. Das hat ganz ausgezeichnet geklappt, ich hatte sogar noch das Vergnügen, mit dem Nachtzug nach Interlaken vom Hauptbahnhof zum Südkreuz zu gondeln.)
Hier lang zum Bloggertreffen… (aber nein!)

Woher das Gefühl rührt, man erklärte uns bei Bloggertreffen zum wiederholten Male, wir verbrächten unsere Zeit vorwiegend damit, das was wir täten auf die falsche Weise zu tun, weiß ich auch nicht zu sagen, es mag, wie gesprächsweise erwähnt, an mir liegen, vielleicht aber auch nicht. So zerflossen für mich in Referat und Diskussion stellenweise irgendwie der – gerechte – Wunsch nach einer Sprache, die dem anderen seine Würde und seine Katholizität läßt, viel zu sehr mit dem, anderen einen bestimmten Duktus oder auch die Wahl ihrer Themen oder Inhalte nahelegen zu wollen. Vielleicht nehme ich aber auch wieder einmal alles viel zu ernst. Selbst hatte ich mich ja auch schon darüber ausgelassen, daß es schön wäre, man wählte seine Worte so, daß nicht andere an der Kirche Gottes irre würden.

Natürlich interessiert es im Blick auf die Weltkirche und vor dem Auge der Ewigkeit sowieso kaum jemanden, wie es mir in einer bestimmten Heiligen Messe ergangen ist. Und natürlich ändert der Satz, den ich darüber verloren habe, auch nichts. Obwohl: manchmal tragen solche Niederschriften, zumal sich dieser Blog ja auch an der Struktur des Kirchenjahres orientiert, dazu bei, Dinge irgendwann dann doch dauerhaft zu verinnerlichen, um im nächsten Jahr nicht unversehens an derselben gefühlsmäßigen Haltestelle herauszukommen. Im Ernst: worauf ich hinauswollte, war eigentlich: diese Messe mit all ihren Gnaden oder auch Nichtgnaden war an jenem Abend ein Mosaiksteinchen meiner Lebenswirklichkeit. Über die zu bloggen – und nicht über irgendein Abstraktum – war ja mein Anliegen.

Du führst mich hinaus ins Weite…
Hier zog es mich – neben Kirche und Kapelle – immer wieder
hin, denn ohne vernünftigen Espresso lebe ich nicht,
ich existiere nur. Man beachte die Stelle aus Jesaja über dem Automaten:
Auf ihr Durstigen, kommt alle zum Wasser. Auch wer kein Geld hat, soll kommen!
Mir wurde auf der Stelle ganz österlich zumute.
Die Kirche mit posaunenblasenden Engeln (des jüngsten Gerichts?) 

das sah dann schon eher nach „stürmischen Tagen" aus
etwas zu essen am Wegesrande
Auch gabs einen Kreuzgang mit noch blühenden Rosen drin.
Mit der rechten Kombination aus Stundenbuch und Capuccino
paradiesisch zu nennen.


Jemand hat einmal gesagt, die Feste des Kirchenjahres seien herrlich, weil man sie in jedem Jahr von einer anderen Höhe aus betrachte. Eine andere Höhe, wohlgemerkt, nicht eine größere. Ich stelle mir das immer ein wenig vor wie bei den Greifvögeln am Himmel, die ihre Kreise ziehen. So ein Adler mag schon einmal etwas an Höhe verlieren, um sich das eine oder andere näher zu betrachten.

Es nutzt meiner Ansicht nach nicht viel, auf schreibende Menschen einzuwirken, sie möchten die Art ihrer Themenwahl überdenken, weil sich in China oder Afrika die Menschen für ganz andere Dinge interessierten. Mag sein, sie (die Autoren) aber interessieren sich hier und jetzt dafür, deshalb schreiben sie darüber.

Kommentare:

Lara-liest hat gesagt…

Schöner Beitrag mit schönen Bildern. Vielen Dank dafür.

Lauda Sion hat gesagt…

Tolle Photos!

Admiral hat gesagt…

Du bist ja wunderbar poetisch heute.

Und ich ärgere mich jetzt, daß ich keine Zeit hatte.....

Gereon Lamers hat gesagt…

Das IST ein sehr „schöner“ Beitrag (und das Wörtchen „nur“ kommt mir in dem Zusammenhang gewiß nicht über die Tasten!) ABER: Das ist auch ein ganz außergewöhnlich kluger und sensibler Beitrag! Ohne jede Blasphemie: Oft genug erscheinen die wichtigen Dinge nicht „im Sturm“, sondern in leisen Tönen…
Vielen Herzlichen Dank!

Und @Admiral: Die nächsten zwei Treffen stehen fest, auf!

Andrea hat gesagt…

Liebe Braut des Lammes, weil ich nicht genau weiß, ob Du Dich mit Deiner Verteidigung der gebloggten Gottesdienstkritik vielleicht auf meine Bemerkung in diese Richtung beziehst, als es um Linkups ging: ich meinte keineswegs, daß man so etwas nicht bloggen solle. Es ist nur vielleicht nicht das allerbeste Thema, wenn man gerade ausdrücklich versuchen möchte, mit anderen "Szenen" in Kontakt zu kommen - und darum ging es eben bei meiner Linkup-Idee.
Liebe Grüße, es war schön, Dich wiederzusehen!

Braut des Lammes hat gesagt…

Liebe Andrea, im Gegentum, ich fand gerade deinen Beitrag besonders interessant und frisch! Es klang – für mein Gefühl in anderen Referats- und sonstigen Beiträgen stellenweise an, es könne herrsche anderswo bzw. in noch ganz anderen Regionen ein gewisses Unverständnis über verbloggte Themen, bzw. das Interesse fehle ganz einfach. Wie es einmal vor Auditorium ein Dozent formulierte: Bei all den Problemen, die wir hier haben, wie kann man sich da immerzu über die Jungfräulichkeit Gottesmutter Gedanken machen? Das hätte man natürlich aud dem hl. Bernhard sagen können – ohne, daß ich mich mit diesem vergleichen wollte. Die Verteidigung des gebloggten Satzes zu jener Messe ging auf die Frage eines Mitbloggers, ob ich glaube, daß sich dadurch was ändere? (Kann ich das wissen?)
Ich habe mich auch sehr gefreut und nochmals danke!

Braut Christi - ohne Kloster hat gesagt…

Wie wird man eigentlich auf so ein Bloggertreffen aufmerksam gemacht? Ich meine wirklich jetzt das spezifisch katholische Bloggertreffen.
Danke für eine kurze Antwort.

Braut des Lammes hat gesagt…

Durch Ankündigungen oder Beiträge in verschiedenen katholischen Blogs wie etwa katholon.de, es gibt auch eine Facebook-Gruppe katholischer Blogger.

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