Freitag, 28. Februar 2014

Ad completorium – letztes Jahr um diese Zeit

ein Hubschrauber bringt den scheidenden Papst em. nach Castel Gandolfo
der letzte Segen über die zahlreich
versammelten Gläubigen, schon als Emeritus
und ein schlichtes „Gute Nacht!“

Vor allem zur Kompletzeit habe ich an diesem Tag an Papst Benedikt gedacht (welcher mit der Kirche fühlende Katholik wohl nicht?). Gott segne ihn und alles, was er immer noch für uns tut.

Wenn man eine Assoziation erst einmal hat…

…ist es schwer, sie wieder loszuwerden.

Donnerstag, 27. Februar 2014

Paul VI. und ein Wunder − ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Seligsprechung

Der ehrwürdige Diener Gottes Paul VI.
bei der Begegnung mit Patriarch Athenagoras
Am Rande des Konsistoriums hat die Kongregation für die Heiligsprechungen unter drei Heilungen, die auf die Anrufung und Fürsprache des ehrwürdigen Dieners Pauls VI. bewirkt wurden, eine ausgesucht und als Wunder anerkannt. Es ist damit zu rechnen, daß Papst Franziskus dieser Einschätzung folgen und Paul VI. in naher Zukunft seliggesprochen wird. Das freut mich wirklich, denn für Paul VI. habe ich eine Verehrung.

Das Wunder, um das es hier geht, ist einigermaßen interessant: es handelt sich um die Heilung eines Ungeborenen. Während der Schwangerschaft diagnostizierten Mediziner ein Leiden, das zu einer schweren Schädigung des Hirns führe und rieten der Mutter zur Abtreibung. Diese wandte sich im Gebet an Paul VI., der seinerzeit die Enzyklika Humanae vitae geschrieben hatte. Das Kind wurde vollkommen gesund und zur rechten Zeit geboren. (Der Fall ereignete sich bereits in den neunziger Jahren in Kalifornien, daß er jetzt vorgelegt wurde, hat vor allem die Ursache, daß man abwarten wollte, ob sich etwa doch noch Spätfolgen zeigen.)

Das scheinbar Naheliegendste wäre vielleicht, anzunehmen, daß bei der vorgeburtlichen Diagnosestellung ein Fehler vorgelegen haben muß, zumal so etwas durchaus vorkommt. Immer wieder einmal werden Kinder, Mehrlinge manchmal, für vermutlich schwer geschädigt oder sogar von vornherein nicht lebensfähig erklärt und die Eltern zur Abtreibung gedrängt, in dem Bemühen, Kind und Eltern Leid ersparen zu wollen. In jedem Fall kommt allerdings eigentlich ein schweres Unheil für die Familie heraus, wenn man dieser „Empfehlung“ folgt. Daß es hier nicht so ist, sondern eine Kommission aus Medizinern, denen nicht nur Katholiken angehören, wie manche meinen, zu anderer Auffassung gelangt ist und sich nicht scheut, die Heilung des Kindes in eindeutigen Worten für wahrhaft unerklärlich, übernatürlich und daher wunderbar zu bezeichnen, ist in mehrfacher Hinsicht bemerkenswert.

Easter bunny asylum (2)

Etwas seltsam berühren mich, wenn ich sie überhaupt sehe, Osterhasen zwei Wochen vor Aschermittwoch ja schon. Diese fielen mir womöglich nur wegen ihrer Farbe ins Auge. Rosa vermüllt das Leben? Glaub ich nicht.

Entweder ist es an sich „vermüllt“, das heißt mit an sich unwesentlichen Dingen überhäuft, dann kann auch die Farbe Rosa nichts daran ändern, oder aber Rosa gibt sogar Dingen, die vielleicht gar nicht so unwesentlich sind, weil sie den Menschen Freude bereiten, noch einen netten Anstrich.

Gnade

An diesen schönen Nachmittagen, an denen man schon ohne Jacke und mit hochgerollten Ärmeln in der Sonne sitzen kann, habe ich mir ein Vergnügen daraus gemacht, Thomas Mertons Berg der sieben Stufen wieder einmal zu lesen. Ein Buch, das ich jedem empfehlen würde, der sich dem christlichen Glauben nähern möchte oder sich mit dem Gedanken trägt, in die Kirche einzutreten, sei es durch Taufe oder Konversion. (Merton selbst ist bei seiner Aufnahme in die katholische Kirche sub conditione noch einmal getauft worden, wie es zu jener Zeit üblich war. Allein der Bericht darüber ist wunderbar zu lesen.) Der Titel des Buches ist angelehnt an den siebenstöckigen Berg eines Fegefeuers, den er damit seinem Empfinden nach erst zu ersteigen begann.
Nun war ich in die ewige Bewegung jener Schwerkraft eingegangen, die das Leben und der Geist Gottes ist: Gottes eigenes Kreisen um die Tiefen seines unendlichen Wesens, seiner unermeßlichen Güte. Und Gott, der Mittelpunkt, der überall ist und dessen Dasein keine Grenzen kennt, fand mich, der ich vereint war mit Christus und einverleibt in die unendliche gewaltige Schwerkraft der Liebe, die der Heilige Geist selbst ist, und liebte mich.
Und aus seinen unermeßlichen Tiefen herauf rief er mich.
Besonders berührt mich dabei, was Merton verschiedentlich über die Gnade schreibt, über ihre Wirkung an seiner Seele, und warum ihm vielleicht eine bestimmte Gnade erst später im Leben verliehen würde, denn hätte er sie früher empfangen, hätte er sie womöglich zu gering geachtet und daher vertan. Abends dann das Fest der hl. Walburga, in der der Herr Weihbischof em. in Anlehnung an das Tagesgebet über die Stärke des Glaubens predigte. Stark im Glauben ist der, der sich durch Widrigkeiten und fehlende Anerkennung nicht beirren läßt, sondern fortfährt, Gottes Gegenwart zu suchen.
Inmitten der Kirche berufst du Menschen, sich Christus zu weihen und mit ganzer Hingabe das Himmelreich zu suchen. In ihnen offenbarst du deinen Ratschluß, uns Menschen die ursprüngliche Heiligkeit zu schenken und uns schon jetzt mit Freude an den Gütern der kommenden Welt zu erfüllen durch unseren Herrn Jesus Christus
Ich liebe es, wenn an den Festen der Heiligen, die keine Märtyrer waren, diese Präfation kommt – es ist die gleiche wie die bei der Jungfrauenweihe (oder auch andersherum, die Präfation von der Jungfrauenweihe ist dieselbe wie die von den Heiligen, wie ich nach der Weihe mit einer gewissen Verblüffung festgestellt habe), und so höre ich ich unterm Jahr immer wieder einmal von der Schönheit der Berufung.

Wie schön, wenn dann es dann noch im Schlußlied heißt:
So werden alle wir zugleich
auf Erden wie im Himmelreich
hier zeitlich und dort ewiglich
für solche Gnade preisen dich.

Mittwoch, 26. Februar 2014

Seltsam…

…was sind das eigentlich für verrückte Schneeglöckchen? Sieht aus wie
eine opulente Kreuzung aus den einfachen und Maiglöckchen (hab ich
wildwachsend gefunden).

Montag, 24. Februar 2014

Den eigenen Kardinal…

…aus einer Menge anderer Kardinäle herauszufinden
geht immer ganz leicht ;)

Sonntag, 23. Februar 2014

Was von der Berlinale übrig blieb…

Die Berlinale im Kiez –
hier mußte ich unbedingt mal über den roten Teppich!
Die diesjährige Berlinale „erfreute“ auch durch einen „katholischen“ Film: Kreuzweg, ein Film über eine katholische Jugendliche, angelehnt an die Stationen desselben; Ende März kommt er ins Kino, weil ein Kreuzweg in der Fastenzeit so schön paßt.

An sich finde ich ja nicht, daß Filmemacher in der Art, wie sie etwas darstellen, sich nach Be- oder Empfindlichkeiten richten sollten, etwa weil das ein schlechtes Licht auf im Film dargestellte Gruppen werfen könnte. So war ich einigermaßen erstaunt, vor kurzem als hauptsächliche Kritik zu dem zeitweilig Oscar-nominierten Alone yet not alone über das Schicksal einer christlichen deutschen Familie zu lesen, er lasse die Ureinwohner Amerikas in schlechtem Licht erscheinen. Das wäre, als würde man schreiben, man hätte die Tudors nicht drehen sollen, denn die Serie ließe die Engländer in schlechtem Licht erscheinen. – Unbestrittene Tatsache und teils auch literarisch dokumentiert ist, daß es solche Entführungen wie in Alone yet not alone gegeben hat, mit teils überraschenden Ergebnissen: so entschieden sich einige der damals Gefangenen, als sie durch entsprechende Abkommen zwischen Engländern, Franzosen und verschiedenen Stämmen die Möglichkeit hatten, aus freien Stücken weiter bei den Indianern zu leben. Für eine umfangreichere Reflexion müßte ich Alone yet not alone erst einmal sehen.

Eine Darstellung, die sich als historisch gibt, sollte sich dann allerdings auch an tatsächlichen Gegebenheiten orientieren. Wenn man als Filmemacher dagegen etwas völlig frei Erfundenes dreht, ist das natürlich auch in Ordnung, nur sollte es halt dann als das bezeichnet werden, was es ist: frei erfunden. Wenn Filme über bestimmte Phänomene so daherkommen wie beim Kreuzweg ist das immer schwierig bis wenig erbaulich. Umso merkwürdiger berührt es, wenn sich die Kirche gar nicht passende Schuhe selber anzieht und nicht mal findet, daß der Schuh nicht passe. So hat es mich verwundert, auf der Facebook-Seite des Erzbistums Brüggemanns Film mit den Worten, „Aber Vorsicht: Es ist kein Film über die Schönheit des Glaubens, sondern zeigt eher die dunkle Seite der Kirche“ angekündigt zu sehen. Also, nun bleibt doch bitte mal ganz ruhig: das ist nicht „die dunkle Seite der Kirche“ sondern die dunkle Seite vollkommen fiktiver Neurotiker in einem geistlichen Klima, in dem man anscheinend noch nicht einmal sein Frühstücksei essen kann, ohne zugleich ein Auge aufs ewige Heil zu werfen.
„Die junge Maria lebt zwischen zwei Welten. In der Schule ist sie das 14-jährige Mädchen mit den typischen Interessen eines Teenagers. Zu Hause, in ihrer Familie, folgt sie den Lehren der Priesterbruderschaft Pius XII. und deren traditionalistischer Auslegung des Katholizismus.“
(Priesterbruderschaft Pius XII. – ein Schelm, wer arges dabei denkt…) Dabei vermischt der Film in einem fort Dinge, die an sich hochzuschätzen oder sogar von jedem Christen anzustreben sind, wie das Streben nach eigener Heiligkeit oder das Bestreben, Gott ein Opfer darbringen zu wollen, mit dem Grenzwertigen, wie etwa, auch simpelste sinnliche Freuden als vom Teufel oder zumindest von der „Konzilskirche“ (wenn das nicht womöglich gleich dasselbe ist) einzuordnen, so übertrieben zu fasten, daß man bei der eigenen Firmung hochdramatisch und -anorektisch zu Boden sinkt, während die Stimme eines Priesters aus dem Off „In nomine patris“ murmelt, oder an der heiligen Kommunion zu ersticken – ob das nun eine Gnade für die Kommunikantin oder für den armen Zuschauer ist, dem es an dieser Stelle nun wirklich reicht, bleibt dahingestellt. Alles, damit es zu den Stationen des Kreuzwegs paßt.

Daß die ökumenische Jury sich bemüßigt fühlte, ihren Preis gerade an diese düstere, so verkrampft daherkommende Überzeichnung zu vergeben, finde ich einigermaßen erstaunlich. Selbstgeißelung?

Samstag, 22. Februar 2014

Kathedra Petri mit zwei Päpsten

Diese schönen Bilder brauch ich hier unbedingt: überraschend kam zum heutigen Konsistorium am Fest der Kathedra Petri auch Papst em. Benedikt und bewegte damit einige bis zu Tränen. Anrührend auch, daß er in seiner bescheidenen Art, bevor Papst Franziskus ihn umarmte, den Pileleolus abnahm und eine kleine Verbeugung machte. Die neuen Kardinäle tauschten mit Papst Benedikt den Friedensgruß. – Vielleicht ein erstes Zeichen, daß wir Benedikt nach einem Jahr weitgehender Abgeschiedenheit in Mater Ecclesiae als Papst emeritus doch ab und zu wiedersehen.

Obwohl es in der Kirche viele Priester und Hirten gibt,
leitet doch Petrus sie alle, deren Haupt und König Christus ist.
(aus der zweiten Lesung der Matutin des Fests)



Montag, 17. Februar 2014

Kafkaesk gelaufen…


…sind die Dinge, wenn man zur tiefsten Nacht vor der Haustüre steht und mangels Schlüsselbund keinen Einlaß findet. Wirklich, eigentlich sperre ich mich überaus selten selbst aus, das letzte Mal muß Dezennien her sein. (Solcherart Betrachtungsweise verschönt später das Ergebnis, wenn man ausrechnen will, was der Schlüsseldienst statistisch gesehen gekostet hat. Allerdings wurde mir vor einigen Jahren mal die Handtasche gestohlen, was entsprechenden Ärger mit Schlüsseln und Schlüsseldiensten mit sich brachte, weil der zweite Schlosser irgendwann richten mußte, was der erste verbockt hatte. Das versaut die Statistik wieder.)

Da mehrmaliges Umstülpen des ohnehin zu vollgepackten Rucksacks nichts bringt – sowas ist an einer belebten Straße besonders angenehm, auch kann man dabei leicht paranoide Ideen entwickeln wie etwa, man habe den Schlüsselbund anläßlich dieser Suchaktion überhaupt erst verloren – und man den zweitschlüsselbesitzenden besten Freund von allen zu dieser Stunde beim besten Willen nicht mehr herausklingeln will, bleibt die Alternative, ein Stündchen zu fahren und den Rest der Nacht auf dem Sofa im Büro zu verbringen. Dort ist’s wenigstens warm, es gibt Kaffee, und die technische Infrastruktur funktioniert. Damit schlafe ich auch bei gedrosselter Heizung immer noch besser als viele Menschen, allerdings nicht sehr gut und nicht sehr lange, bis mich die Heizung, die nun auf vollen Touren ackert, wieder aufweckt. Der Erkältung ist das natürlich alles nicht so recht zuträglich. Auch mache ich mir Gedanken um den Kater zu Hause, der sich bestimmt fragen wird, also warum schreibt die nicht, und habe aparte und farbenreiche Träume, in denen viele Menschen mein Büro betreten, um das Sofa herumstehen und sich über die mit einer Winterjacke zugedeckte Gestalt wundern. Kafkaesk. Als Braut des Lammes eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand sie sich in ihrem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt…

Am nächsten Morgen sieht es dann schon viel besser aus. Das ungeheure Ungeziefer ruft zum frühestmöglichen vertretbar erscheinenden Zeitpunkt den besten Freund von allen an, der auch keinerlei Probleme hat, den Ersatzschüsselbund umgehend zu finden, man hätte übrigens gern auch gestern Nacht noch anrufen können…

Nach einigen Stunden mit dem Freund in der Frühlingssonne, wo man so schwerwiegende Themen wie dänische Giraffen, Berliner Zoodirektoren, limburgische Bischöfe und (natürlich!) den Zölibat wälzt, stellt sich zu Hause heraus, der Schlüsselbund ist definitiv weg und der Haustürschlüssel am Ersatzschlüsselbund mindestens eine Generation zu alt. Zeit, sich ein wenig mit der Suche nach dem Zweitschlüssel für die Haustüre verrückt zu machen, ein paar Schlüssel zu finden, die sich zwar ins Schloß stecken, aber nicht drehen lassen und sich bei der netten Nachbarin einen Schlüssel zwecks morgigem Gang zum Schlosser zu borgen, um dann festzustellen, daß alle diese Schlüssel sich von innen nur stecken, aber nicht drehen lassen. Das war mir noch gar nicht aufgefallen.

Am Montagvormittag erreicht mich dann im Büro eine E-Mail, es sei ein Schlüsselbund gefunden worden… Also wirklich! Noch heute mache ich den langgehegten Vorsatz wahr, künftig auch einen Ersatzschlüssel im Büro zu deponieren. Noch eine Nacht auf diesem Sofa und ich verwandle mich nie wieder zurück. Jedenfalls hab ich den Schlüsseldienst nicht gebraucht, und schon ist die Statistik wieder schön.

Samstag, 15. Februar 2014

Von Blümchen und Bienchen



Gleich am Tag nach den Krokussen hab ich Schneeglöckchen erspäht und anderes blüht offenbar auch schon. Da es warm ist, dachte ich, schau doch mal nach den Bienen, und tatsächlich, die sind auch schon unterwegs. Daß auf der Wiese noch jede Menge Fallobst liegt, ist sicherlich ein Vorteil. Ist das ein interessanter Februar! (Daß ich mich erkältet habe, ist sicherlich weit weniger interessant, erklärt aber mehrere Tage ohne längeren Blogbeitrag. Hatschi!)

Mittwoch, 12. Februar 2014

Bild des Tages

(War eigentlich schon vorgestern.) Die Schneeglöckchen muß die
Natur irgendwie übersprungen haben.

Dienstag, 11. Februar 2014

Papsting zum Gedenktag unserer Lieben Frau in Lourdes

Ein kleines Papsting braucheich heute noch, an diesem Gedenktag unserer Lieben Frau in Lourdes, der durch die Ankündigung des Amtsverzichts Benedikts XVI. mit dem Gedächtnis des Erscheinens unserer lieben Frau verbunden ist. Der Herr Weihbischof hat im vergangenen Jahr ausgeführt, er glaube, daß Papst Benedikt sehr bewußt den Welttag der Kranken als den Tag gewählt habe, diese Entscheidung bekannt zu geben, eben weil sich selbst krank und leidend wußte. Ich bin ihm darum nicht gram und glaube auch nicht, daß er selbst diesen Schritt des gläubigen Zutrauens bedauert. Die Lesung des Tages spricht von der Schönheit und dem Trost Jerusalems:
Saugt euch satt an ihrer tröstenden Brust, trinkt und labt euch an ihrem mütterlichen Reichtum! … Wie eine Mutter ihren Sohn tröstet, so tröste ich euch; in Jerusalem findet ihr Trost. Wenn ihr das seht, wird euer Herz sich freuen, und ihr werdet aufblühen wie frisches Gras.
Damit ist das himmlische Jerusalem gemeint, aber auch das irdische im Herzen der Kirche und in ihrem Beten und Schweigen In den Fürbitten des Tages haben wir auch für Papst em. Benedikt gebetet.





So stelle ich mir Benedikt jetzt gern vor.







Utterly adorable, Disneyfizierung und die ästhetische Kluft – Marius zum zweiten

Daß Giraffen nicht nur, wie es Lisa Abend von der Time anläßlich der Tötung des kleinen Bullen Marius formulierte, „utterly adorable“ sind, sondern auch die Phantasie und das Herz der Menschen berühren, sieht man auf diesem Bild des Berliner Malers Michael Sowa, Männer mit Giraffen. Es gibt noch ein zweites Männer mit Giraffen, bei dem am Ufer der Leser eines Romans die Hand auf den Hals „seiner“ Giraffe legt. Lisa Abend hat recht: Giraffen finde ich auch „utterly adorable“ mit ihren schönen Gesichtern und den langen Wimpern. Wer möchte sie nicht streicheln und liebhaben? Sowas Bild träumt vom Unmöglichen, von der Giraffe im Alltag, dem Cocteauschen „Tiger zum Streicheln“, außerhalb der Gitter des Zoos.

Nach der Schlachtung des kleinen Giraffenbullen Marius kochten die Wogen weltweit hoch. Zum einen, weil das Tier einen Namen, zum anderen, weil es ein Gesicht hatte (ein so ausgesprochen schönes noch dazu). Prompt stellt der dänische Zoologe Bøgh fest, nie hätte das Tier Marius genannt werden dürfen, bei ihm im Zoo hätten alle Tiere nur Nummern. Meiner unmaßgeblichen Meinung nach geht es aber hier nicht um den Namen an sich (wetten, daß so ziemlich jedes dieser Nummern-Tiere einen Spitznamen hat?), sondern daß eine konkrete personale Beziehung zu dem Tier besteht. Es hat buchstäblich ein Antlitz.

Zoologen sprechen meines Erachtens nicht ohne Zynismus von „Disneyfizierung“. In einer Welt, in der kleine Schokoriegel mit einem Milchglas im Sandkasten spielen, Autos und Schienenfahrzeuge schon so hergestellt werden, daß sie für die Menschen gleichsam ein Gesicht tragen, und sprechende Flugzeuge im Film wie Tom Cruise heißen, braucht man sich über dergleichen Erscheinungen nun wirklich nicht zu wundern. Und, erlaube, wo war denn hier noch Natur? Der Kopenhagener Zoo ist ja gerade nicht die afrikanische Savanne! Und für wen die Umwelt eine Art Disneyland darstellt, der wird wenigstens gut mit Tieren umgehen, weil sie für ihn ein Gesicht tragen.

Löwen fressen keinen Salat und Katzen fressen Mäuse, soweit korrekt (in der Natur hat die Maus übrigens einigermaßen gute Chance von etwa einem Drittel, davonzukommen, nichtsdestoweniger. Wer anführt, daß in freier Natur die Giraffe von Löwen gefressen würde, vernachlässigt meines Dafürhaltens, wie leicht eine Giraffe einem ausgewachsenen Löwen mit einem einzigen Huftritt den Schädel brechen kann, weshalb der Löwe sich sehr vorsehen muß. Wie gesagt, es ist nicht an uns zu kritisieren oder ändern, daß einige Tiere das Futter der anderen werden. Hier geht es um die Umstände.

In gewisser Weise hat auch der Geistbraus recht, wenn er die Sanftheit und Schönheit der Giraffe mit der Jesu Christi vergleicht, sie ein Christustier nennt und schreibt
Und hier steht Marius, der Kamelopard, aus einem stolzen Geschlecht, das früher einmal selbst über allen Himmeln flog und Löwen riß, heute aber so zart und unbewaffnet, Blätter kauend, von unendlicher Gutmütigkeit durch die Savanne streift – und dieser Marius wird mit einem Bolzenschuß hingerichtet, sein Fleisch wird vor den Augen der Kinder zerteilt und unter die Löwen geworfen, die sich begierig darauf stürzen, nichtsachtend, ob ihre Mahlzeit von einem Schwein kommt oder von einem Gottestier…
Erst durch diese himmelschreiende ästhetische Kluft hat diese Tötung des Kameloparden ihre Sprengkraft bekommen, die nun über den ganzen Erdball die Leute aufschreien läßt, sie „Tierquälerei“ und „Grausamkeit“ brüllen läßt, obgleich solche Tötungen im Zoo zum Alltagsgeschäft gehören.
Natürlich gibt es diese himmelschreiende ästhetische Kluft, von der hier die Rede ist. Wer, wenn er sieht, daß der Löwe die Antilope jagt, ruft nicht innerlich der Antilope zu, „Schnell!" und ist erleichtert, wenn ihr die Flucht gelingt? Eben weil die Antilope so schön und grazil ist? Andererseits, wenn nicht, weiß er, so ist das Leben, und auch die kleinen Löwen müssen fressen, damit sie leben können. Allerdings: so war es hier nicht. Es ist, wie ich schon einmal bemerkt habe, die kalte Art, mit der man sich über sämtliche Bedenken und Alternativen hinweggesetzt und sogar nachweislich die Wahrheit zumindest einige Male gebeugt hat, indem man behauptete, es hätte keine Alternative gegeben. Wenn zu dem fraglichen Tier offenbar eine Beziehung des Mitleids besteht und sich offenkundig jemand erbötig gemacht hat, diesem Tier das Gnadenbrot geben zu wollen, muß man es dann so elend zu Tode bringen, grad zum Trotz und weil man sich darüber erhaben glaubt? Die Haltung, aus der heraus derjenige, der den kleinen Bullen getötet hat, als es zu spät ist, beschreibt, wie er ihm noch ein Stück von seinem Lieblingsbrot gereicht hat, mit den Worten, „Hier Marius“, um ihn dann von hinten zu erschießen.

In anderer Hinsicht ist es aber auch etwas ungerecht, das mit der ästhetischen Kluft nun denen vorzuhalten, die die Schlachtung von Marius kritisieren: wenn Haie gequält werden, indem man ihnen die Flossen für Suppe abschlägt und sie flossenlos wieder ins Meer und damit den qualvollen Tod wirft, finden das dieselben Leute ganz genausowenig richtig und kritisieren es scharf, es ist nur sehr viel schwerer, dafür Aufmerksamkeit zu gewinnen, eben weil ein Hai nicht so knuffig aussieht wie eine Giraffe.

Ich komme vom Land, wo früher an bestimmten Vormittagen regelmäßig geschlachtet wurde, das Dorf hatte daher ein gemeinschaftliches Schlachthaus. Die Metzger waren allerdings sämtlich der Ansicht, daß das nichts für Kinder sei und machten die Türen zu. Mir und anderen Kindern hat die Ähnlichkeit des letzten Gangs der Tiere dorthin mit einer Hinrichtung sowohl einen Abscheu vorm Schlachten als auch vor der Todesstrafe eingebracht. Das unmenschliche daran ist das absehbare Ende zu genau diesem Zeitpunkt – wo wäre das je noch der Fall? Die Natur handelt eben nicht so, indem sie das Ende des Lebens und die Art, wie sich das zuträgt, fast immer bis zuletzt offenläßt.

Ich möchte auch nicht eine Kuh erst Blümli nennen und streicheln und dann aufessen – irgendwo ist da das Verhältnis aus dem Gleis geraten, das spüren gerade Kinder. Genauso war es mit den Stallhasen, die meine Eltern eine Zeitlang hatten. Zuerst wurden sie gepäppelt und gestreichelt und mit selbstgemahten Kräutern versorgt, dann nahm sie der Nachbarssohn, der Förster werden wollte, mit in die Garage und… – vom Braten wollte außer den Eltern niemand nehmen, der Rest war in Tränen. Schließlich wurden die Stallhasen abgeschafft. Anders als der Tod in der Natur, mag das Miterleben einer Schlachtung bei einem Kind eine tiefgehende Verletzung der Gefühle von Geborgenheit und Sicherheit darstellen. Wenn einem Tier das passieren kann, daß es aus der Geborgenheit des Umsorgtwerdens weggeführt und mit einem Bolzen erschossen wird, warum eigentlich nicht auch mir? (Alternativ geht gefühlsmäßig was anderes schief. Mehrere Triebtäter waren vom Schlachten ganz begeistert.)

Und irgendwie so wahnsinnig fasziniert sehen die Kinder, die man bei dem dreistündigen Medienspektakel der Schlachtung, Zerteilung und Verfütterung hat zusehen lassen, auch nicht aus, eher angeekelt. Schaut man sich darüber hinaus an, wie das im Kopenhagener Zoo so aussieht mit den Giraffen, bei denen Marius  „überflüssig“ war, kann man sich durchaus fragen, ob das jetzt dort so weitergehen wird in Kopenhagen? Verhütungsmittel will man nicht geben, Kastrieren ist bei Giraffen offenbar nicht so einfach, weil sie sich beim Hinfallen ohne weiteres den Hals brechen können, und warum man nicht eine Gruppe von männlichen Junggesellengiraffen hat, wie in der Natur, wissen nur die Dänen.

Marius (Mitte) mit anderen Giraffenkälbern im
Kopenhagener Zoo
Derweil schreibt Chris Packham im Guardian über das mit dieser unvermittelten Schlachtung verbundene PR-Desaster – so kann man es getrost nennen – im Guardian (Hervorhebung von mir):
The principal role of zoo animals, I feel, is as ambassadors for nature's wild masterpieces, as tools for education and public engagement, to teach people about the need for conservation and to motivate them to be concerned about the plight of animals in the wild. This animal surely could have played that role elsewhere.

This incident is probably the biggest PR disaster for zoos in recent memory. The belligerent arrogance of this particular zoo in the face of a worldwide campaign to save the animal will have global repercussions. People are polarised about zoos: they are either for or against. And the vast majority will not bother to find out why this happened; they will make a judgment. My partner will have to go to her zoo this morning and face a barrage of emails and a public outcry.

People will never even try to understand why this giraffe had to die when the Yorkshire Wildlife Park – even other zoos in Copenhagen – were offering to take it. This zoo will have its ethics committee; all zoos do. It took its decision and it has stuck by its guns. But by ploughing on regardless, it showed scant regard for the difficulties all zoos face in explaining their role and responsibilities to a sometimes sceptical public.

This zoo was, at least, transparent. When Longleat euthanased several lions recently, we only got to know about it because of a whistleblower. But zoos have enough PR problems as it is, and in this case a far better solution would have been to allow the giraffe to go to another zoo.

Sonntag, 9. Februar 2014

There is something rotten in the state of Denmark

Der 18 Monate alte Giraffenbulle Marius
Ist das elend: Gestern spät nachts hab ich bei der BBC noch gelesen (es gab extra ein Spruchband über den Bildschirm) und gesehen, daß sich ein englischer Wildtierpark spontan bereiterklärt hat, einen anderthalbjährigen jungen Giraffenbullen bei bester Gesundheit zu nehmen, den ein dänischer Zoo nicht mehr wollte, und angeblich auch kein anderer.

Nichtsdestotrotz hatte man es in Kopenhagen offenbar eilig und auch ansonsten legt man das Gemüt eines Metzgerhundes an den Tag: heute morgen fraß das Tierchen eine letzte Handvoll Weizenbrot und wurde vor Besuchern mit Scharen von Kindern mit einem Bolzenschuß getötet, zerlegt und, wie vorher angekündigt, an die Löwen verfüttert. Armer Marius! (Und arme Menschen, die zu einem solchen Schauspiel herbeieilen und es ihre Kinder sehen lassen.)

Die BBC sprach gestern nacht von „destroyed“, eine Wortwahl, die mich zum Nachdenken angeregt hat. Der junge Bulle ist im Prinzip ein Werk des Menschen, denn das Tier lebte und starb unter diesen Bedingungen, weil Menschen es so wollten. Warum züchtet man ein Tier, wenn man es dann nicht will, weil angeblich die Gefahr der Inzucht bestehe (die hat man vorher nicht gesehen?) und behandelt es dann wie Abfall? Warum schlägt dabei sogar noch spontane Hilfsangebote aus, die in ihrer Art rührend zu nennen sind und eigentlich Hoffnung gemacht hätten in Bezug auf die Menschen? Warum geht der Mensch mit der ihm anvertrauten Schöpfung nicht besser um?

Das Schicksal des kleinen Bullen muß viele bewegt haben, es gab eine Petition, ihn zu retten, hinter dem Angebot des Wildlife Parks von Yorkshire muß ebenfalls viel Engagement gestanden haben, immerhin wäre die kleine Giraffe dann nach England gereist. Mehreren Medien zufolge gab es noch andere Hilfsangebote. Es hat aber nicht sollen sein, weil es jemand völlig unnötigerweise eilig hatte, Leben zu vernichten, das ihm anvertraut war. Um einer blödsinnigen „Policy“ willen und für ein Löwendinner. Der Zoo vergleicht sein unwürdiges Handeln mit einer vorbeugenden Impfung. Wirklich, manchmal könnte ich mich hinsetzen und weinen. Hier war jedenfalls definitiv etwas faul im State Dänemark.




Freitag, 7. Februar 2014

Zwischendurch: Ravioli mit…

Ravioli mit roter Bete…
Schilder dieser Art laden mich regelmäßig zur Verwirrung ein. Was will man uns eigentlich mit solchen Hinweisen sagen – mit Calcium? In der Tat trifft es wohl zu, daß Ravioli pro 100 g ungefähr 108 Milligramm Kalzium (warum „Calcium“?) enthalten. Jedoch enthalten sie auch Chlor, Kalium, Magnesium, Natrium, Phosphor und Schwefel, was sich sämtlich eigentlich eher nach Sprengkörpern anhört.

Da Chlor mit 422 Milligramm die angegebene Kalziummenge sogar erheblich übertrifft, hätte man doch wirklich viel besser Ravioli mit Chlor geschrieben. Sehr verehrte Leser, schalten Sie auch nächste Woche wieder ein, wenn es heißt: Fragen, die mich beim Einkaufen bewegen…


…und mit Kalzium.

Mittwoch, 5. Februar 2014

Das „schwache Geschlecht“ und die menschliche Schwachheit

Prozession der Jungfrauen, Mosaik in S. Apollinare Nuovo
Grad, und wenn ich mich recht erinnere, nicht zum ersten Mal, bin ich ein wenig über das Tagesgebet der außerordentlichen Form am Fest der hl. Agatha gestolpert:
Gott,
du hast neben anderen Wundern deiner Allmacht auch dem schwachen Geschlecht den Sieg des Martyriums verliehen;

gewähre uns gnädig, daß wir, die wir das Geburtsfest  deiner heiligen Jungfrau und Märtyrin Agatha feiern,  nach ihrem Vorbild zu dir emporsteigen.
Gott, du hast … auch dem schwachen Geschlecht den Sieg des Martyriums verliehen. Ein seltsamer Satz, eigentlich. Sind es nicht die Frauen, die unter anderen Voraussetzungen die Kinder bekommen? Schwach nach welchen Maßstäben? Nach denen der Spiele nach der 194. Olympiade? Oder doch eher schwach nach denen Gottes, der beruft, was schwach ist in dieser Welt, das was in ihren Augen nichts ist und nichts gilt? Auch heißt es in der sehr kurzen Präfation der Märtyrer sehr schön: denn in der menschlichen Schwachheit bringst du deine göttliche Kraft zur Vollendung.

Dom Mark Kirby von Vultus Christi hat vor Jahren einmal die hl. Jungfrau und Märtyrin Lucia sogar auf ihre Weise als „more violent“ bezeichnet, als jene, die sie verfolgten:
Saint Lucy … could have saved her life in this world, had she not insisted on being altogether more violent than the torturers who took her life by violence. More violent? Yes. More violent, because Saint Lucy applied all the strength of her virginal love swiftly, intensely, and forcefully to bearing away the Kingdom of Heaven.
Ich muß sagen, hier mag ich das Tagesgebet der ordentlichen Form viel lieber, die von den Gnaden der Berufung zu einem jungfräulichen Leben um Christi willen und des Martyriums spricht und die Verleihung dieser letzteren Gnade auch an Frauen nicht zum Wunder erklärt. (Es sei denn, man will darauf hinaus, daß womöglich die Verleihung einer Gnade immer einem Wunder gleichkomme, denn sie ist durch nichts verdient, warum aber die Sache mit dem Geschlecht dann noch eigens hervorheben?)
Allmächtiger Gott,
du hast die heilige Agatha
zur Jungfräulichkeit um Christi willen berufen
und ihr die Gnade des Martyriums geschenkt.
Höre auf ihre Fürsprache und hilf uns, in aller Bedrängnis auszuharren
und dir in Lauterkeit und Treue zu dienen.

Er, der euch zu ungeteilter Liebe rief… – zum Fest der hl. Agatha

Die heilige Agatha ist eine der Kanonheiligen des ersten Hochgebets. Im Unterschied zu einigen anderen dieser Jungfrauenfeste ist das Fest der Heiligen sogar ein gebotener Gedenktag (weshalb in manchen Jahren sogar solche, die nach Möglichkeit jede Messe in Grün feiern, wenn es nur irgendwie geht – und manchmal sogar solche, an denen es eigentlich nicht geht –, in den blutroten Paramenten des Tages erscheinen).

Vom eigentlichen Leben der hl. Agatha ist wenig erhalten geblieben, wiewohl die Legenda aurea vor allem ihr Martyrium reich ausgeschmückt hat. Ein Umstand, auf den womöglich auf die große Inanspruchnahme der Heiligen als Schutzpatronin gegen Feuersgefahr zurückzuführen ist. Die Stadt Catania auf Sizilien zog in Prozession mit der Reliquie ihres Schleiers einem Ausbruch des Ätnas entgegen, dessen Lavastrom am Gedenktag der Heiligen zum Stillstand kam, woran sich die Stadt jährlich voll Dankbarkeit erinnert. Andere Überlieferungen ihres Martyriums führten dazu, daß die Heilige zur Schutzpatronin derer wurde, die an Brustkrebs erkrankt sind.

Sicher ist, sie war eine der Jungfrauen, die Christus geweiht waren (dies bezeugen auch die Märtyrerakten). Ein Mosaik aus dem 6. Jahrhundert an den Seitenwänden der frühchristlichen Basilika Sant’Apollinare Nuovo in Ravenna zeigt sie mit anderen Jungfrauen in weißen Tuniken mit einer Stola, die der des Diakons entspricht, was darauf hindeutet, daß diese Jungfrauen für Diakonissen der Kirche angesehen wurden. Das Fest der hl. Agatha ist der einzige Gedenktag im Jahr, an dem die Fürbitten der Heiligen Messe die Bitte vorsehen: Heilige die Jungfrauen, die sich dir geweiht haben.

Das ist die Essenz, der Nachhall, der vom Leben dieser Jungfrau durch alle Zeiten hindurch bleibt und das, was durch die Ausschmückung ihres Martyriums – die ohne weiteres den grausamen Tatsachen entsprochen haben kann – hindurch leuchtet: Ihr Jungfrauen, preist den Herrn: der euch zu ungeteilter Liebe rief, er krönt in euch das Werk seiner Gnade.

Montag, 3. Februar 2014

Behüte mich in dieser Nacht…

Gegenüber der vorigen Wochenende ist die Temperatur mittlerweile um teils 16 Grad Celsius gestiegen. Wahrscheinlich hat mich das zu Gedanken über Nachthauben angeregt, denn in einer Schlafkammer, in der an den Dauerfrosttagen vorletzter Woche im unteren Teil Wasser von innen an der Scheibe gefror, kann man eine solche gut brauchen.

Erstmals entdeckte ich die Notwendigkeit, sich nachts etwas auf den Kopf zu tun, für mich, als ich längere Zeit in einem Kloster verbrachte, in dem nur die wichtigsten Räume einigermaßen geheizt wurden, Chor und Zellen dagegen nicht (dafür wurde aber auch winters großzügig durchgelüftet), weshalb man in den Chor mit einem Mantel ging und sich im Bett mit den vorhandenen Möglichkeiten irgendwie einmummelte. Die Schwestern pflegten sich im Winter das über den Schlafanzug zu ziehen, was man dort mehrheitlich einen „Schlumpf“ nannte, einen Kapuzenpulli, und die Kapuze beim Schlafen überzuziehen. Auch eine Art Nachthabit.

aus Der Basar
Jahrgang 1889, Nr 1
Mittlerweile entdecke ich in einer Altbauwohnung, in der die Schlafkammer drei Außenwände hat, diese Möglichkeiten für mich neu. (Die Schlafkammer war vormals das Badezimmer: also, wie der Offizier, der die Wohnung weiland hatte, da im 19. Jahrhundert gebadet hat und dann wieder aus der Wanne kam, das muß bei Frost einen heroischen Tugendgrad erfordert haben.) Die Steigerung des „Schlumpfes“ ist übrigens: Nachthaube, Kapuze drüber und, wenn das noch nicht reicht, die Kapuze vom Skianorak, die mit Daunen gefüllt ist. Das reicht dann auch bei Temperaturen, bei denen sich eigentlich Eisblumen bilden würden, wenn sie es an diesem Fenster könnten.

Zumindest teilweise muß der Bedarf für Nachtmützen noch vorhanden sein (vielleicht auf eiskalten schottischen Schlössern?), so haben, wie ich zu meiner Überraschung festgestellt habe, mehrere gediegene britische Herrenausstatter zum Schlafanzug passende Nachtmützen à la Ebenezer Scrooge im Programm, auch kann man sie übers Internet beziehen. Ob es auch irgendwo noch ernstgemeinte Nachthauben – also das Gegenstück für die frierende Frau – gibt, hab ich noch nicht herausgefunden, zur Not kann man eine antike Handarbeitsvorlage hernehmen.

Sonntag, 2. Februar 2014

Lichtmeß: Weihnachten und Ostern küssen sich

Eine kurze Begegnung mit dem Fest, in dem die Herrlichkeit Gottes aufleuchtet, die in Christus Mensch wird, gibt es in der Komplet eines jeden Tages: der Lobgesang des Simeon: Ein Licht, das die Heiden erleuchtet, und Herrlichkeit für dein Volk Israel. So werden die Antiphon Lumen ad revelationem gentium und das Nunc dimittis zur Lichterprozession gesungen. Zugleich leuchtet in der Liturgie des heutigen Tages, die noch ganz zur Weihnachtszeit gehört, auch das Geheimnis von Ostern auf. Das ist der Grund, warum dieses Fest nicht zu den Marienfesten gehört, sondern zu denen des Herrn. Er ist unser Licht, der wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht.
Seht, ich und die Kinder, die Gott mir geschenkt hat. Da nun die Kinder Menschen von Fleisch und Blut sind, hat auch er in gleicher Weise Fleisch und Blut angenommen, um durch seinen Tod den zu entmachten, der die Gewalt über den Tod hat, nämlich den Teufel, und um die zu befreien, die durch die Furcht vor dem Tod ihr Leben lang der Knechtschaft verfallen waren. Denn er nimmt sich keineswegs der Engel an, sondern der Nachkommen Abrahams nimmt er sich an.
Am Fest der Hypapante, der Begegnung, wie es in der Ostkirche genannt wird, begegnen sich auch Weihnachten und Ostern. Bei keinem anderen Feste des Kirchenjahres, das der Verklärung des Herrn vielleicht ausgenommen, kommen sich sie sich noch einmal so nahe wie am Fest der Darstellung des Herrn: Es ist, als ob Weihnachten und Ostern sich küssen.
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