Montag, 30. September 2013

Der hl. Hieronymus und sein Löwe (auch: der Löwe und sein hl. Hieronymus)


Wie der hl. Hieronymus zu seinem Attribut, dem Löwen, kam:
Einstmals saß Sankt Hieronymus des Abends mit den Brüdern, die heilige Schrift zu hören; da kam ein Löwe hinkend in das Kloster. Die anderen Brüder flohen, da sie ihn sahen, Hieronymus aber ging ihm entgegen als einem Gast. Der Löwe wies ihm den wunden Fuß, da rief Hieronymus den Brüdern und gebot ihnen, den Fuß zu waschen und mit Fleiß nach der Wunde zu suchen. Das taten sie und fanden, daß ihn ein Dorn hatte gestochen. Sie pflegten ihn mit Fleiß, und der Löwe ward so zahm und heimlich, daß er mit ihnen lebte gleich einem Haustier.  (aus der Legenda aurea)
Bilder des Heiligen mit dem Löwen gibt es so viele, daß ich versucht war, eine kleine Galerie daraus zu machen. Manche Maler machen aus dem Löwen eine Zwergausgabe, andere, wie der Flame Rogier van der Weyden, geben ihm ein menschenähnliches Gesicht. Ich frage mich, welcher Gedanke den Maler dazu bewogen haben mag? Christus erblicken im Antlitz des Mitgeschöpfs? Einige Darstellungen sind besonders anrührend, etwa diese von einem unbekannten Maler. Hier ist ein schöner Beitrag dazu auf dem Blog von Grace is everywhere:
I love the artist’s gentle juxtaposition of hands and paw, expressing kindness, affection, and blessing. And I love the lion’s face, looking out into the distance as if in contemplation, with just the hint of a smile. It’s as if we are witnessing a moment of understanding between a man and his animal companion.

Sonntag, 29. September 2013

Spaß mit Ikonen


Bei Erzengelbildern gibts interessante Varianten, wenn man Bildnisse 3+x findet, wie in den Synaxis-Ikonen der Ostkirche öfter.

Wir feiern zwar heute das Fest der hll. Erzengel Michael, Gabriel und Raphael, früher wurde dieses Fest jedoch Fest des hl. Michael und aller Engel genannt. Michael, Gabriel und Raphael sind die Namen der Engel, die im biblischen Kanon der Westkirche namentlich genannt werden: der hl. Michael als Bezwinger des Drachens, Gabriel als Verkünder der Menschwerdung und Rafael als Geleiter des Tobias. Die Ostkirchen haben noch einige Erzengel mehr: diese Ikone zeigt etwa als Gruppenbild: Michael, Raphael, Chamuel, Uriel, Gabriel und Jophiel. Michael, und Uriel hab ich an den Attributen erkannt, Raphael trotzdem er keinen Fisch dabeihatte, auch, Gabriel hingegen wegen der fehlenden Lilie nicht, und bei den anderen verließen sie mich. Bleibt noch folgende Ikone als „Fahndungsfoto“: wer sind jetzt die beiden?


Samstag, 28. September 2013

Wenn das Schauspiel zu Ende ist – Chrysostomus zum Evangelium über den armen Lazarus


Schick Lazarus zu mir…  siehe, jetzt bedarf der Reiche des Armen. Die Dinge haben sich gewandelt, und allen ist nun klar, wer der Reiche und wer der Arme ist. Wie im Theater, wenn es Abend wird und die Zuschauer nach Hause gehen, dann kommen auch die Schauspieler heraus, und sie legen ihre Kostüme ab, die Könige und Prätoren zu sein schienen; man sieht alle ihre Geschwüre, so wie sie sind. 

So wird es auch sein, wenn es zum Sterben kommt und das Schauspiel zu Ende ist: Alle werden die Masken des Reichtums oder der Armut ablegen, und allein an den Werken wird man sehen, wer wirklich arm oder reich, der Ehre oder der Schande wert gewesen. 

Freitag, 27. September 2013

Nächtliche Offenbarung

Ein Weg, auf dem ich dann und wann in der Dunkelheit noch unterwegs bin, liegt an einer der Routen der Zugvögel. Im Frühling kommen sie, jetzt nehmen sie Abschied oder fliegen doch wenigstens ein kleines Stück weiter, um sich zu sammeln.  Im Hohlweg ist es ziemlich still. Ein kleines Wunder ist, wenn man aus der Dunkelheit Kraniche oder andere Zugvögel rufen hört und sich bewußt macht: natürlich, sie fliegen immer weiter, auch durch Nacht und Dunkelheit.

Bild des Tages


Montag, 23. September 2013

Zum Gedenktag Pater Pios

Einige schöne Bilder des hl. Pater Pio. Ich finde, Bilder, die ihn beim Gebet oder bei der Sakramentenspendung zeigen, haben etwas so Inniges. Pater Pio ist nicht nur die Gnade widerfahren, daß er die Stigmata tragen durfte, er gehört auch zu den unverweslichen Heiligen. Unter den geistlichen Kindern, die er einmal betreut hat, werden heute bemerkenswert viele Diener Gottes genannt. Heiliger Pater Pio, bitte für uns!








Allmächtiger, ewiger Gott,
durch eine einzigartige Gnade
hast du den heiligen Priester Pius gewürdigt,
am Kreuzesleiden deines Sohnes teilzuhaben
und durch seinen Dienst deine Barmherzigkeit
auf wunderbare Weise zu erneuern.
Gewähre uns auf seine Fürsprache,
stets vereint mit den Leiden Christi,
freudig zur Herrlichkeit der Auferstehung zu gelangen.

Sonntag, 22. September 2013

Stylisch nach Schmargendorf

Manchmal hat man auch wirklich Glück: als ich heute mittag mit der U-Bahn fuhr, kam dieser historische Zug von 1927 – die Linie von Alexanderplatz nach Schmargendorf feiert dieses Jahr ihr hundertjähriges Jubiläum. Also so stylisch bin ich noch nie gefahren!

Eine Augenweide sind die Paneele und die sehr bequemen Sitze in glänzendem Rot, für nostalgischen Flair sorgen das alte Streckennetz und die Werbung von damals. Bei der A1 kommen die Nichtraucherwaggons gelb, die Raucherwaggons  und ihre Schilder dagegen rot daher. Weil der rote mehr nach Spielzeug aussah, bin ich automatisch dort eingestiegen und so mal im Raucher gefahren.





Samstag, 21. September 2013

Mindestens 4500 beim Marsch für das Leben 2013

Der Marsch erreicht das Brandenburger Tor
Jedes Jahr dasselbe Spiel mit den Teilnehmerzahlen bei den Berichten über den Marsch für das Leben. Dieses Jahr: 4500, 1000, nein knapp 2000, bis zu 3000, 4000, doch 4500! Da staunt der Fachmann und der Laie wundert sich. Richtig ist, wir waren sehr viele, und schon bei der Kundgebung war für mein Gefühl erkennbar, daß wir noch mehr als im letzten Jahr waren, als selbst die dem Marsch durchaus nicht gewogene taz von der „bisher machtvollsten Demonstration“ geschrieben hatte. Im letzten Jahr waren wir mehr als 3000. Ergo kommt 4500 Teilnehmer für den diesjährigen Marsch für das Leben hin. Und nächstes Jahr werden es wieder mehr.

In der Tat kann diese Demonstration gar nicht machtvoll genug sein, tritt sie doch für das Leben selbst ein, etwas ungeheuer Machtvolles und in manchen Stadien des Lebens eben auch etwas ungeheuer Zartes und Verletzliches. Deshalb braucht es Schutz, Fürsorge und Liebe. Ich wünschte von Jahr zu Jahr, unsere Demonstration wäre so machtvoll wie etwa der March for Life in Washington mit Hunderttausenden von Teilnehmern und kann eigentlich nicht einsehen, wieso wir das in Europa, das man auch die Wiege der Kultur nennt, nicht zuwege bringt.

Die Zahl der Gegendemonstranten bewegte sich hingegen auf einem Niveau von etwa 200, die auch noch Hase und Igel spielten. Laut waren sie halt, auch fand ich es schade, daß ihnen während der Kundgebung meines Dafürhaltens mehr Aufmerksamkeit geschenkt wurde, als es hätte sein müssen. Der Marsch selbst verlief dann sehr ruhig und, von innen her gesehen, auch sehr friedlich. Zwischendurch hab ich gedacht: warum soll es uns anders gehen als dem Herrn? Er aber schritt mitten durch die Menge hindurch und ging weg.

War ja eh wieder klar…
Direkt neben uns gabs Femenoberkörper und sofort stürzten sich die Medien drauf, als wenn es nichts anderes gäbe und auch kein Morgen mehr. Das fand ich bezeichnend, mehr als ein Teilnehmer am Marsch formulierte das auch als Anmerkung: das sind die Bilder, die später durch die Medien gehen bzw. die, die Medien wollen. Falls der Eindruck entstanden ist, die Femen hätten den Marsch irgendwie gestört: haben sie nicht. Wir haben einfach den Blick abgewandt und sind weitergegangen. Beindruckend fand ich einen Teilnehmer, der ein kleines Kruzifix mitgebracht hatte, und damit fortwährend die Gegendemonstranten segnete. Das ist Christi Wort wörtlich genommen: segnet eure Verfolger, segnet sie, verflucht sie nicht.

Im Vorfeld hieß es, man wolle uns (unter anderem) „wegglitzern“. Da hatte ich mich schon gefragt, wie ist das gemeint? Wird mehr Lametta sein als früher? Kommt Elton John? Tatsächlich fiel aus einem Zuckerstreuer ein wenig Glitter auf manchen Teilnehmer am Marsch, was im Sonnenlicht richtig hübsch aussah. Leider hab ich keinen Glitzer abbekommen, dafür aber, und das ist viel wichtiger, wieder ein Kreuz. Mit einem Kreuz geht alles besser, auch der Marsch für das Leben.

Für das nächste Jahr sollten die Veranstalter unbedingt anstreben, für den Schlußgottesdienst wieder eine Kirche zu finden. So ein Freiluftgottesdienst ohne rechte Mitte und ohne Allerheiligstes kann nur eine Notlösung sein. Der Schlußgottesdienst war in früheren Jahren nach dem eigentlichen Marsch ein wichtiger weiterer Kristallisationspunkt; in diesem Jahr zerfranste der Gottesdienst im Lustgarten zu einer Art zweiter Kundgebung, was auch an der Gestaltung lag, die, auch unter freiem Himmel, wirklich liebevoller hätte sein können. Vor dem Marsch erreichte uns noch ein Segenswort des Heiligen Vaters:
Gerne verbindet sich Seine Heiligkeit mit den Teilnehmern am Marsch für das Leben im Gebet und bittet Gott, alle Bemühungen zur Förderung des uneingeschränkten Schutzes des menschlichen Lebens in allen seinen Phasen mit seinem Segen zu begleiten.
Hier noch ein paar Bilder vom heutigen Marsch:

Die Kundgebung, von ziemlich weit hinten aufgenommen.
Wie auch hier zu erkennen, sind sehr viele gekommen,
aus allen Altergruppen und Ständen.
An der „Kreuzausgabestelle“: jeder nur ein Kreuz!
Hier hätt ich auch gern ein bißchen Glitter gehabt
auch solche Schilder gab es
Unterwegs zum Abschlußgottesdienst…
…im Lustgarten.  

Freitag, 20. September 2013

Catholic saints for bloggers


Heute – die hl. Katharina von Siena: Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern das Durchhalten.

Mittwoch, 18. September 2013

Weihwasser

Wie manchmal gerade das drolligste Halbwissen transportiert wird, beweist dieser Artikel in der Washington Post, die sich auf eine Studie der Medizinischen Universität Wien bezieht, in der man von Wasserproben aus offenbar ganzen 18 Wiener Weihwasserbecken schließt, daß Weihwasser viele Bakterien enthielte:
They found that 86 percent of water samples from holy sources contain fecal matter, and every milliliter of holy water contained up to 62 million bacteria, none of it safe to drink.
Erbarme dich! Vielleicht ist doch gut, wenn im neuen Gotteslob – sobald es gedruckt ist, natürlich – drinsteht, wozu man Weihwasser nimmt. Anscheinend trinken es manche.

Hint: Tatsächlich hat die Universität Wien diverse Quellwässer und eben auch Weihwasser untersucht, was die Sache mit dem Trinken erklärt. Holy water ist im Englischen durchaus mehrdeutig. Weihwasser war, je stärker die Kirche genutzt wird .oO(ach?!), tatsächlich mit Bakterien belastet. Allerdings hat die Studie auch ergeben, daß ein höherer Salzgehalt die Vermehrung aufhält. Wenn das kein Grund ist, bei der Segnung von Weihwasser nach alter Tradition wieder Salz und Chrisam beizugeben, weiß ich auch nicht.

Joseph Kardinal Ratzinger,
wie er sein tägliches Quantum
Weihwasser zu sich nahm
Weihwasser wird im übrigen so oft gesegnet, wie man neues braucht, also wenn der Vorrat in der Sakristei zur Neige geht, nicht etwa nur in der Osternacht, wie der österreichische KURiER zu glauben scheint. Da lag wohl eine Verwechslung mit dem Ritus der Taufwasserweihe für die Katechumenen der Osternacht vor. Den Ritus gibt es tatsächlich nur in der Osternacht. Das Tauf- und das Weihwasser indes ist das ganze Jahr über frisch.

Da ich mich mit Weihwasser nur bekreuzige, fürchte ich mich nicht. Bei manchem mir bekannten Weihwasserbecken wäre ich allerdings schon froh, wenn man mal das Becken reinigen könnte. Es ist der Andacht nämlich irgendwann doch abträglich, wenn man beim Nehmen des Weihwassers vor dem Kreuzzeichen mit den Fingern auf „Grundschlamm“ stößt. Nur so als Idee.

Sonntag, 15. September 2013

Kreuzerhöhung sticht Vorabendmesse

Stanislaus bemerkt auf seinem Blog, angesichts dessen, wie die Feste in diesem Jahr nun mal fallen, daß wohl gestern abend viele Abendmessen als Vorabendmessen vom 24. Sonntag im Jahreskreis und in grün gefeiert worden sind, anstatt als Messe vom Fest Kreuzerhöhung und in weiß. Ich muß sagen, ähnliche Betrachtungen hatte ich im Vorfeld auch gewälzt.

Im Kalenderjahr gibt es mehrere Feste des Herrn, die den Sonntag im Jahreskreis verdrängen, eben weil sie Feste des Herrn sind. Zu ihnen gehören Kreuzerhöhung, der Weihetag der Lateranbasilika und das Fest der Darstellung des Herrn. Die Kirchweihe der Mutter aller Kirchen, die ursprünglich eine Erlöserkirche ist, zählt ebenfalls zu den Herrenfesten. Darüber hinaus „sticht“ auch Allerseelen wegen seines hohen liturgischen Rangs den Sonntag im Jahreskreis. Da all das anscheinend immer in ein- und demselben Jahr der Fall ist, werden wir dasselbe Phänomen  (Fest sticht Vorabendmesse oder sollte es jedenfalls) in diesem Jahr also auch am 2. und am 9. November erleben.

Wenn nun aber Kreuzerhöhung den gewöhnlichen Sonntag zu verdrängen vermag, so natürlich auch den Vorabend des Sonntags vom Jahreskreis in Jahren, in denen Kreuzerhöhung auf einen Samstag fällt. Irgendwie logisch, oder? Es ist dann den ganzen Tag das Offizium von Kreuzerhöhung zu nehmen, auch im Stundengebet. Da ich aber keine Experimente machen wollte, hab ich es gestern nicht auf die Abendmesse ankommen lassen, sondern bin  irgendwohin, wo ich wußte, ich habe die Vesper vom Fest. Schon des Hymnus wegen lohnt sich da auch eine längere Anfahrt. Das war eine kluge Entscheidung.

Daß in der Kirche dann doch eine andere Messe gefeiert wird als das Direktorium sie vorsieht, mag an mehreren Faktoren liegen, etwa, daß beim Zelebranten vorher nicht noch einmal angerufen wird, daß in dieser Kirche (oder an dem Tag auch sonst überall) ein Hochfest ist. Gegebenenfalls muß man dann vor der Messe noch schnell umbauen, weil der Zelebrant in aller Simplicitas mit der Predigt zum Tag im Jahreskreis antrabt. An solcher Stelle komme ich nie umhin, mich zu fragen, wie machen die das eigentlich mit dem Stundengebet? Und irgendwann muß man bei seiner Vorbereitung doch mal einen Blick ins Direktorium oder doch wenigstens den Schott tun? Es kann auch daran liegen, daß man untertags die liturgische Farbe nicht wechseln mag (alles schon dagewesen!) Der Grund kann aber selbstverständlich auch sein, daß es der Rektor ecclesiae kraft seiner Wassersuppe so will und im Vorhinein so verfügt hat.

Es geht nicht darum, ob die Gläubigen „merken“ daß ihnen etwas vorenthalten wurde oder nicht, wenn etwa der Priester statt der Vorabendmesse der Geburt des hl. Johannes des Täufers die Messe vom Tage feiert. (Gewiß darf er das, aus den üblichen „pastoralen Gründen“, aber es ist doch schade darum.) Erfahrungsgemäß allerdings merken die Gläubigen es. Ich kann mich an ein Jahr erinnern, in dem mir eine Frau aus der Gemeinde fast den Tränen nahe erzählt hat, der Zelebrant habe am Fest der hl. Teresia Benedicta vom Kreuz (in den Ländern Europas ein Fest) die Messe in Jägergrün gefeiert und ohne irgendeine Referenz auf die Heilige. Eine liturgische Eigenmächtigkeit, die auch dadurch nicht zu rechtfertigen ist, daß man als Priester etwa keinen Bezug zum Festgeheimnis hat.

Das Direktorium dieses Kirchenjahres gibt eigens für Kreuzerhöhung her, daß das Fest am Sonntag als Gemeindemesse nachgefeiert werden könne. Wir haben sogar überlegt, daß mit viel gutem Willen, unserer bescheidenen Ansicht nach, diese Bestimmung soweit dehnbar sein könnte, daß man das Fest am Sonntag feiert und am Samstagabend ebenfalls die Messe von Kreuzerhöhung nimmt (da die Vorabendmesse vom 24. Sonntag an dieser Stelle widersinnig erscheint). Im nächsten Jahr passiert genau das sowieso, wenn das Fest Kreuzerhöhung auf den Sonntag fällt. Das Argument mit den zwei vorzubereitenden Predigten zählt also eigentlich nicht. Warum also macht man es nicht einfach so, und erweist so einem sehr alten und schönen Festgeheimnis, das die Ostkirchen mit der lateinischen verbindet, die Ehre − und damit letztlich Christus selbst?

Eines habe ich in den letzten Jahren leider gelernt (lieber hätte ich es nicht): daß „pastorale Gründe“ allzuoft beim Hirten liegen, nicht etwa bei der Herde. Manch einer mag so etwas tatsächlich für Probleme halten, wie sie Katholiken wälzen, denen es sehr gut geht, vor dem Hintergrund, daß es Länder und Gebiete gibt, in denen eine Sonntagsmesse durchaus nicht selbstverständlich ist, sondern der Priester nur alle paar Wochen oder noch seltener vorbeikommen kann. Sozusagen Jammern auf sehr hohem Niveau. Aber irgendwie sehe ich das ähnlich wie Stanislaus. Diese Haltung gegenüber der Liturgie ist ein Symptom. Eines, das aus einer Haltung erwächst, bei der das, was im Direktorium und in den liturgischen Büchern steht, nur optionalen Charakter hat, den einer bloßen Zutat (kann man machen, muß man aber nicht). Es ist eine Haltung, bei der man sich selber an die erste Stelle, auf den ersten Platz setzt und ihn nicht Christus überläßt.

Samstag, 14. September 2013

Pfosten, der den Tod abhält − zum Fest der Kreuzerhöhung

Invenimus Messiam  meint, die Allgegenwart des Zeichen des Kreuzes ließe uns vielleicht abstumpfen und vergessen, worum es sich beim Kreuz eigentlich handelt: ein Folterinstrument. Hätte Jesus heute gelebt, wäre er wohl auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet worden.

Wahrscheinlich wäre es eher die Giftspritze, aber der Sinn ist klar: Jesus Christus ist den ehrlosen Tod den Verbrechers gestorben, an einer Stelle drückt es der Apostel so aus, daß Gott den, der keine Sünde gekannt hat, für uns zur Sünde gemacht hat. Der zum Welt zum Anstoß.

Und doch ist es verkürzt, dabei stehenzubleiben, denn das Kreuz weist weit darüber hinaus, sogar in seiner Form, die eine vertikale Dimension hat, nach oben weist, zu Gott, und nach unten, wenn es heißt, daß das Heil der Welt im Holz des Kreuzes begründet sei. Der Hymnus des Tages, derselbe, den wir in der Heiligen Woche singen, nennt das Kreuz den Pfosten, der den Tod abhält. Wundersames Paradoxon: etwas, das dazu dient, den Tod zu bringen, hält ihn fern. Das ist das, was die Präfation des Festes meint, wenn es heißt: Der Feind, der am Holz gesiegt hat, wurde auch am Holze besiegt durch unseren Herrn Jesus Christus.
 
Im übrigen glaube ich nicht, daß wir abstumpfen oder vergessen, worum es sich beim Kreuz eigentlich handelt. Sie werden auf den blicken, den sie durchbohrt haben, in besonderer Weise tut die Kirche dies am Karfreitag. Das Fest der Kreuzerhöhung aber ist ein Fest der Dankbarkeit, in dem wir auf das Zeichen blicken, von dem uns Heil, Leben und Hoffnung kommt. Wir schauen auf den Glanz, in dem, wie es heißt, das Kreuz hervorgeht. Mit welchem Überschwang loben auch die Stichtarien der Ostkirche das Kreuz, indem sie es lebenstragendes Kreuz nennen, unüberwindliches Siegeszeichen der Frömmigkeit, Paradiesestor, Stärkung der Gläubigen, Schutzwall der Kirche, Kraft der Gerechten, Zeichen der Freude, Herrlichkeit der Priester, die damit bezeichnet, sind, Stab der Kraft derer, die damit geweidet werden, Führer der Blinden und Arzt der Kranken und nicht zuletzt: Waffe des Friedens. Von welcher Hinrichtung könnte dies alles je noch gesagt werden?

Wunderbare Worte findet der hl. Andreas von Kreta, aus dessen 10. Predigt über das Mysterium der Erhöhung des heiligen Kreuzes wir heute morgen in der Matutin gehört haben:
Wir feiern das Fest des Kreuzes, durch das die Finsternis vertrieben und das Licht wieder heraufgeführt wurde.... Einen so großen Besitz hat das Kreuz geschaffen, und wer ihn erhält, hat einen großen Schatz. Was von allem Schönen dem Namen und der Wirklichkeit nach das Schönste und Kostbarste ist, das nenne ich sicher mit Recht einen Schatz: in dem, durch den auf den hin uns die ganze Summe des Heils wiederhergestellt und hinterlegt ist.

Freitag, 13. September 2013

Am Kirchportal


Am Kirchportal ist mein Blick darauf gefallen: der Abdruck dieses kleinen Patschehändchens ist ziemlich weit unten. Irgendwie mußte ich an den Evangelisten Matthäus denken: Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.

Mittwoch, 11. September 2013

Nungazing am Mittwoch

Einige Fotos von den Bethlehemschwestern. Daß die Schwestern der monastischen Familie von Familie von Bethlehem, der Aufnahme Mariens in den Himmel und des heiligen Bruno (wie sie vollständig heißen) zu den Kartäusern gehören, ist ziemlich gut erkennbar, auch, weil gleich auf dem ersten Bild der traditionelle gemeinsame Spaziergang unternommen wird. Ob sie den auch Spatiamentum nennen, weiß ich nicht.

Einen ausführlichen Bericht – mit Bildern! – über seinen Besuch bei den Bethlehemschwestern in Wollstein hat kürzlich Kreuzzeichen geschrieben. (Der Link ist leider zunächst im Kommentarbereich eines älteren Beitrags versandet).









Unbequeme Wahrheiten


Weltweit finden jährlich über 40 Millionen Abtreibungen statt (und das sind nur die, von denen wir wissen). Daß in einigen großen Ländern der Erde ein sogenannter Femizid stattfindet, mithin ein Kind nur deshalb abgetrieben wird, weil es weiblich ist, davon hab ich von einer dieser Straßensteherinnen noch nie etwas gehört und auch sonst aus dieser Richtung wenig. Ist diese Wahrheit zu unbequem oder warum will man sie nicht sehen?
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