Dienstag, 4. Oktober 2011

Der mit dem Wolf spricht…


Ein Bild zum Tagesheiligen: der hl. Franziskus hat dem Wolf von Gubbio das Fressen von Lämmern ausgeredet (wer sich nun, wie ich seinerzeit, fragt, ob der arme Wolf dann nicht Hungers sterben mußte – nein, er lebte den Fioretti zufolge fortan im Dorf und wurde dort auch gefüttert). Der hl. Franz ging vor die Stadttore hinaus und unterbreitete dem weithin gefürchteten Wolf ein wahrhaft christliches Angebot: „Alle klagen mit Recht über dich und sind dir böse, und die ganze Gegend ist dir feind. Aber jetzt, Bruder Wolf, will ich zwischen dir und den Leuten Frieden stiften. Es darf keinem mehr ein Leid von dir geschehen, und sie sollen dir alle vergangenen Missetaten erlassen, und weder Menschen noch Hunde sollen dich weiter verfolgen.“ Der Wolf überlegte sich das ein wenig und legte dann dem Heiligen zum Zeichen seines Einverständnisses die Pfote in die Hand.

Eine andere Überlieferung berichtet auch, daß der Heilige dem Wolf einen Dorn aus der Pfote gezogen hat. Diese Szene hat seinerzeit eine Schwester des Karmels so sprechend auf einer Kerze festgehalten (die Aua-meine-Pfote-Geste des Wolfs war so drollig), daß mir die Geschichte nicht nur gefällt, weil ich Wölfe sehr gern mag.

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