Sonntag, 31. Oktober 2010

Zeitumstellung – total

Gestern abend hat mich einer unserer Gottesdienstbeauftragten an die Zeitumstellung erinnert, und er tat gut daran, ich hatte sie nämlich völlig verdrängt. Letzte Woche wußte ich noch davon. Dabei ist mir wieder eingefallen, wie ich im Herbst einmal sonntag morgens zur Kirche kam und dachte „Also wo bleiben die denn?“ Eine zusätzliche Stunde fürs innere Gebet hat mir aber nicht geschadet.

Todmüde habe ich abends noch den Wecker um eine Stunde zurückgestellt und mir den Rest für heute morgen aufgehoben. Heute morgen nun in meiner Wohnung hat sich offenbar jede Uhr spontan für eine andere Zeit entschieden. Um 10:03 Uhr bürgerlicher Zeit bot sich folgendes Bild:

* Wecker: 10:35 Uhr

* Uhr der Gastherme (zugegebenermaßen schaue ich mir die eher selten an): 11:36 Uhr

* Computer (die sollte sich eigentlich automatisch umstellen): 09:03 Uhr

* Wanduhr in der Küche: ist in der Nacht zum Sonntag um halb zwölf stehengeblieben, weshalb ich jetzt eben beinahe zum obigen weißen Kaninchen mutiert wäre

* Uhr in der Stereoanlage: blinkt mit „00:00 Uhr“ vor sich hin, seit zuletzt eine Sicherung rausgeflogen ist. Die Uhr widersteht jedem Versuch, sie ohne ein vorheriges Informatikstudium zu stellen. Auch gut, blink halt weiter…

Ich möchte sowieso mal wissen, wozu diese ganze Zeitumstellerei überhaupt gut sein soll, indes ist nicht die Zeit (ha ha!) für eine Jeremiade.

Viele Grüße aus dem Haushalt, der Verrückte macht

Freitag, 29. Oktober 2010

And the winner is…



Die Ergebnisse sind raus, und ich darf mich, das heißt, dieses Blog mit gleich zwei silbernen Robusten (Robustae?) in den Kategorien Spiritualität und Augenhonig schmücken. Dem Initiator Alipius sei herzlich für die Mühe gedankt, die er sich gemacht hat und weiterhin noch macht, denn er bastelt schon die Plaketten. – Allen, die ihre Stimme gegeben haben, ein herzliches Vergelts Gott! (Bin ich froh, daß ich jetzt keine Dankesrede im Abendkleid halten muß. Isch 'abe gar kein Abendkleid.) Herzliche Glückwünsche auch an alle anderen Preisträger!

Hier sind die Ergebnisse zur Robusta noch mal im Detail.

Ach ja, ich schreibe übrigens wie Georg Trakl. Jetzt staunt ihr wohl, wie?

Rat mal, wer zur Vesper kommt…

Kurzfristig hatte ich gestern eine Küstervertretung. Eigentlich hätte es heißen sollen „Rat mal, wer zur Messe kommt?“, denn angesagt waren lauter hochwürdige Herren, die laut Niederschrift noch eine Heilige Messe hätten feiern wollen oder sollen. Es wurde dann eine Vesper, die Heilige Messe doch lieber am Morgen. Macht nichts, habe ich mich mit höchstem Wohlwollen halt hingesetzt und mit einem Rudel Kleriker die Vesper gesungen. Besonders nett war dabei Herr Erzbischof Marx, der vor der Vesper noch kompetent und blitzschnell die Funktionen verteilte. „Wer singt vor? Ihr? Prima!“ An mich erging der Wunsch, doch bitte recht laut mitzusingen und anderntags nochmal wiederzukommen. Auch schön! :)

Donnerstag, 28. Oktober 2010

Hl. Judas Thaddäus, Apostel


So spricht der Herr,
Wer mich liebt, wird mein Wort festhalten,
mein Vater wird ihn lieben
und wir werden zu ihm kommen und bei ihm wohnen (Kommunionvers). 


Die heilige Schrift nennt den heiligen Judas schlicht „den Sohn des Jakobus“. In zwei der Evangelien wird ihm der Beiname Thaddäus gegeben, um ihn vom anderen Judas in der Jüngerschar zu unterscheiden. Johannes dagegen versieht in seiner Beschreibung des letzten Abendmahls des letzten Abendmahls einfach mit dem Zusatz „nicht der Judas Ischariot“:
Wer meine Gebote hat und sie hält, der ist es. der mich liebt; wer mich aber liebt, wird von meinem Vater geliebt werden und auch ich werde ihn lieben und mich ihm offenbaren. Judas – nicht der Judas Ischariot – fragte ihn: Herr, warum willst du dich nur uns offenbaren und nicht der Welt?

Als einer der zwölf Apostel verbreitete Judas das Evangelium von Jesus, dem Christus in Galiläa, Samaria und Judäa. Der Überlieferung zufolge ging er um das Jahr 37 von dort nach Mesopotamien und bereiste als Bischof zusammen mit dem hl. Simon auch Libyen, Persien und Armenien. Dem heiligen Judas wurde auch ein um das Jahr 60 entstandenes Evangelium zugeschrieben, in dem er sich tröstend an die Christen wendet, und sie ermuntert, auch unter schwierigen Umständen nicht zu verzagen. So wurde der hl. Judas zum Schutzpatron für besonders schwierig Nöte und aussichtslos erscheinende Anliegen.

Daß man ihn ikonographisch außer mit der Flamme des Pfingstereignisses über dem Haupt auch mit einem Bild Christi darstellt, das er auf der Brust oder in Händen trägt, liegt an einer legendarischen Überlieferung, derzufolge der König Abgar von Edessa (im Süden der heutigen Türkei) einst Jesus einen Brief schrieb, denn der König war von Aussatz befallen. Der König schrieb, er habe gehört, daß der bloße Anblick Jesu Kranke heilen könne und sandte einen Maler, um ein Bild Jesu für ihn anzufertigen. Beeindruckt von dem Glauben des Königs schickte Jesus ihm stattdessen ein Stück Tuch, in das er sein Antlitz gedrückt hatte. Als Überbringer dieses Tuches wählte er Judas, den Sohn des Jakobus. Der König wurde vom Aussatz geheilt und wurde Christ, ebenso viele an seinem Hof.

Nach Abgars Tod fiel sein Nachfolger Sanatruk wieder vom Glauben ab und ließ alle Christen im Lande verfolgen. Um das Jahr 64 erlitt der heilige Judas Thaddäus in Syrien das Martyrium. Da man ihn erschlug, wird er manchmal auch mit einer Axt oder einer Keule dargestellt.

Wegen der Namensgleichheit mit Judas Ischariot geriet der Heilige zeitweilig fast in Vergessenheit. Seine Verehrung lebte aber Anfang des letzten Jahrhunderts wieder auf, als sich viele Auswanderer in ihrer oft schwierigen Lage an den Patron für aussichtlose Angelegenheiten wandten. In den darauf folgenden Zeiten der Depression und der Weltkrieges wurden dem heiligen Judas besonders in Nordamerika viele Kirchen geweiht.

Die Novene zum hl. Judas Thaddäus in aussichtlosen Angelegenheiten habe ich bisher noch nicht ausprobiert, ich spare sie mir sozusagen als Trumpfkarte auf.

Wer sich wundert, daß der hl. Simon hier quasi hinten runterfiel: nächstes Jahr schreibe ich dann zu diesem Heiligenfest über Simon den Eiferer, versprochen!

Mittwoch, 27. Oktober 2010

vor Allerseelen


Hätte er nicht erwartet, daß die Gefallenen auferstehen werden, wäre es nämlich überflüssig und sinnlos gewesen, für die Toten zu beten. Auch hielt er sich den herrlichen Lohn vor Augen, der für die hinterlegt ist, die in Frömmigkeit sterben. Ein heiliger und frommer Gedanke! Darum ließ er die Toten entsühnen, damit sie von der Sünde befreit werden. (2 Makk 44-45)

Immer wieder in der Liturgie rühren mich Fürbitten wie diese besonders an: Erbarme dich aller Verstorbenen, an die niemand mehr denkt. Oder: Erbarme dich derer, um deren Namen niemand weiß als du allein.

Letztes Jahr um Allerseelen herum habe ich mir vorgenommen, auf die Gräber von Toten, an die wirklich niemand mehr zu denken scheint, ein ewiges Licht zu stellen. Wenn nun jeder von uns – gesetzt den Fall, es ist ihm nicht auch schon diese Idee gekommen – auch ein paar anderen, verlassenen Gräbern ein Licht mitbringt (und vielleicht einen Ablaß für die armen Seelen erwirkt), könnte der Friedhof zu Allerseelen immer mehr so aussehen. Nur so als Gedanke.

Dienstag, 26. Oktober 2010

Einkleidung von Zelatus (Vol. 2)





Die (wirklich wunderschönen) Bilder von der Einkleidung am vergangenen Samstag in Lindau sind jetzt online. Ich habe tatsächlich auch Bilder gefunden, auf denen Zelatus zu sehen ist. Hier einige zum Staunen, viel mehr hier, auf der Homepage der Petrusbrüder.

Eine der schönsten Erinnerungen an Zelatus am hiesigen Gotteshaus, über die ein Küster und ich gestern nochmal gelacht haben, war, als er sich von seinen außerordentlich dicken, langen Haar und dem Bart getrennt hatte und so eines Tages in die Sakristei kam. Ich weiß nicht mehr, ob der Küster ihn nach seinem Begehr gefragt hat, jedenfalls haben wir ihn nicht erkannt, bis er den Mund auftat.

Kürbisse!




Über das jährliche Auftauchen von Kürbissen en masse kann ich mich nicht aufregen, eigentlich finde ich Kürbisse nett und lege mir sogar eine Miniausgabe des klassischen Jack-o-Lantern ins Büro. Auch kann ich mich gut erinnern, daß wir als Kinder, fernab jedes Umtriebs von Trick or treat, aus Futterrüben „Goitschle“ geschnitten und von einer Kerze illuminiert ins Fenster gestellt haben. (In der Kirche nach St. Halloween zu fragen, hieße allerdings, den Bogen vielleicht etwas zu überspannen).

Mir ist es ehrlich gesagt völlig wumpe, wer da von wem welches Fest geklaut haben soll. Page not found faßt meine Meinung dazu recht gut zusammen. Mein Vorschlag: die Kürbisse müssen integriert werden!

Ein nettes Beispiel, wie man Halloween wieder zu einem All Hallows Even machen könnte, habe ich neulich bei Preiset den Herrn gesehen (das nette Bild ist von dort).

Montag, 25. Oktober 2010

Weia…

Das wirklich Schreckliche ;P an solchen Beiträgen – und den Reaktionen darauf – ist, daß man Tage später am Rechner sitzt und sich auf einmal vor sich hinträllern hört: "Kumbayah, my Lord…". Wuaah, selber, ich bin infiziert!

Die Qual der Wahl

hat man immer noch beim Herrn Alipius, auf dessen besonderen Wunsch noch einmal der dringende Aufruf erfolgt, zu den Wahlurnen zu eilen.

Zur Abstimmung bitte hier entlang (dort sind auch alle Kategorien noch einmal erläutert) oder einfach auf den Marginalien auf das Robusta-Bild rechts in der Menüleiste klicken. Braut des Lammes wurde netterweise für die Kategorien Spiritualität* und Augenhonig nominiert. Abstimmen kann jeder Leser des Blogs, nicht etwa nur solche, die ein eigenes Blog haben.

* (also so spirituell komme ich mir irgendwie gar nicht vor)

Freitag, 22. Oktober 2010

Morgen ist wieder Nightfever!

Wer mag – morgen ist wieder Nightfever: am Samstag, den 23. Oktober, ist ab 21 Uhr Nightfever in St. Bonifatius in der Yorckstraße. Warme Kleidung nicht vergessen (siehe hier)!

Unsere Liebe Frau unter den Huronen

Auf Anregung eines Lesers hier noch ein Link auf das Weihnachtslied Jesous Ahatonhia P. Jean de Brebeufs , das Grundlage dieser Krippenszene war. Es ist das älteste kanadische Weihnachtslied, und P. de Brébeuf hat es in der Sprache der Wendat (Huronen) verfaßt. Bemerkenswert ist auch, daß er Gott dort als Manitu bezeichnet, weshalb dieses Lied große Verbreitung fand.

Das ist übrigens ein neuer Rekord: drei Beiträge zu einem Heiligenfest. Falls es jemand etwa noch nicht gemerkt hat, ich habe eine große Verehrung für diese jesuitischen Märtyrer – und was des Herzens voll ist, geht das Blog über…

Altar und Portal der Kirche Unserer Lieben Frau unter den Huronen


Zu den Tieren, die dort zur Krippe kommen,
gehören offenbar auch solche: ein Streifenhörnchen
in Sainte Marie among the Hurons*

*Zum Thema Streifenhörnchen eine kleine Geschichte am Rande: Ich hatte früher Streifenhörnchen (das war natürlich bevor ich nolens-volens zur Katzenhalterin wurde). Die Hörnchen lebten, solange das Wetter warm genug war, auch draußen in einer Voliere auf dem Balkon. Eines Tages fand eines der Hörnchen von dort einen Weg in die große weite Welt und kletterte – umlaufende Balkone machens möglich – zum Nachbarn links unten und setzte sich dort mitten auf den Rasen, wo es ihm offenbar gut gefiel. Der Nachbar rief beim Tierheim an: „Bei mir auf dem Rasen sitzt ein gestreiftes Tier!“ .oO(Ists ein Tiger?)

Einkleidung von Zelatus


Bitte denkt doch am Wochenende einmal im Gebet an den guten Zelatus, der am Samstag (!) (den 23. Oktober) um 9.30 Uhr in Lindau die Tonsur empfängt und eingekleidet wird. Einen Habit hatte er sich ja sehr gewünscht, jetzt wird es die Soutane. (Zum Bild: der Bart ist ab, der Bart ist ab….) Später gibt es dazu sicher schöne Bilder auf der Wigratzbader Homepage. Also, Gottes Segen!

Donnerstag, 21. Oktober 2010

Hll. Ursula und Gefährtinnen – Jungfrauen, Märtyrinnen



Auctori vite psalmis iubilando
venite
est quia virginei deus ipse corona trophei.

Kommt zum Schöpfer des Lebens und jauchzt ihm mit Psalmen, denn Gott selbst ist die Siegeskrone der Jungfrau.
(Antiphon zum Invitatorium)

Von Ursula und ihren Begleiterinnen wissen wir wenig, im Grunde nur, daß an der Stelle in Köln, an der Jungfrauen das Martyrium erlitten haben (wovon eine Inschrift zeugt) schon in frühester Zeit eine Basilika errichtet wurde, die den heiligen Jungfrauen geweiht ist.

Die heilige Ursula lebte vermutlich im dritten oder vierten Jahrhundert. Sie erlitt das Martyrium zusammen mit anderen Jungfrauen, deren genaue Zahl Anlaß zur Verwirrung gibt – verschiedenen Überlieferungen zufolge zwischen fünf und 11.000 (es ist möglich, daß die Zahl 11.000 aus der Ursula-Legende auf einer mißdeuteten römischen Inschrift beruht, die von 11 jungfräulichen Märtyrinnen berichtet).


Einer der Überlieferungen zufolge war Ursula die schöne Tochter des Königs Dionotus von Cornwall (in wieder einer anderen die Tochter des Königs Maurus aus der Bretagne). Auf Geheiß des Kaises Maximilian wurden sie und viele andere junge Frauen heidnischen Verbündeten in Armorica versprochen. Ursula hatte jedoch ein jungfräuliches Leben um Christi willen gelobt. Um einen Eklat zu vermeiden, ersann sie drei schwierige Bedingungen, unter denen sie einer Hochzeit zustimmen würde: eine dreijährige Frist bis zur Hochzeit, während dieser sie eine Pilgerfahrt zu den heiligen Stätten unternehmen wollte, die Begleitung von 10 anderen Jungfrauen, die ihrerseits von wiederum 1.000 Jungfrauen begleitet werden sollten, außerdem sollte der künftige Bräutigam sich auf die Taufe vorbereiten.


In einem Traum wird Ursula das Martyrium verkündigt

Auf der Rückreise aus Rom trieb ein Sturm die Schiffe ans kölnische Ufer. Die dort lagernden Hunnen wollten die Jungfrauen heiraten, diese aber weigerten sich und wurden von den Hunnen mit Pfeil und Bogen erschossen, als letzte Ursula. In einer weiteren Ausschmückung verbarg sich eine der Jungfrauen, Cordula, zunächst. Am nächsten Tag aber reute sie dies und sie ging hin, um das Schicksal der anderen zu teilen.

Man warf alle Leiber in ein Massengrab, an dessen Stelle später von dem römischen Senator Clematius eine Basilika errichtet wurde, die den Jungfrauen geweiht ist.


Specie tua et pulchritudine tua
intende prospere procede et regna.

In deiner Lieblichkeit und Schönheit mache dich auf,
schreite glücklich voran und regiere. (Versikel)

Von der hohen Verehrung, die die heiligen Jungfrauen genossen, künden auch die liturgischen Gesänge und Texte, die die heilige Hildegard eigens für das Fest der 11 000 Jungfrauen geschaffen hat. Auch die Antiphon zum Invitatorium und der Versikel stammen aus dem Offizium dieses Festes.

Spiritui sancto honor sit
qui in mente Ursule virginis
virginalem turbam velut columbas collegit
unde ipsam patriam suam sicut Abraham reliquit.
Et etiam propter amplexionem agni
desponsationem viri sibi abstraxit.
Nam iste casisstimus
et aureus exercitus
in virgeneo crine mare transivit.
O quis umquam talia audivit?

Ehre sei dem Heiligen Geist,
der im Herzen der Jungfrau Ursula
eine jungfräuliche Schar gleich Tauben um sich versammelte.
Daher hat sie ihr Vaterland verlassen wie Abraham.
Aus Liebe zum Lamm verzichtete sie auf die Hochzeit mit einem Manne.
Denn diese so überaus keusche und goldene Schar überquerte mit jungfräulichem Haar das Meer.
Wer hat je etwas so Großes gehört? (Responsorium)

Mittwoch, 20. Oktober 2010

Kardinal Burke

Auch er ist Kardinal geworden: Erzbischof Raymond Leo Burke von der Apostolischen Signatur, früher Bischof von La Crosse. Bischof Burke hat sich in hervorragender Weise für die Berufung der gottgeweihten Jungfrauen in der Welt eingesetzt, so freut mich gerade diese Ernennung sehr. Das schöne daran, zu einer weltumfassenden Kirche zu gehören: man kann auch weltweit gratulieren. Glückwunsch und Gottes Segen also, Erzbischof Burke!

Vielleicht, vielleicht auch nicht


Der passende Strip zum Wetter.

Dienstag, 19. Oktober 2010

zum Gedenktag der hll. Märtyrer Nordamerikas

Das von den Jesuitenmissionaren errichtete Dorf mit der Kirche St. Marie
among the Hurons (Unsere liebe Frau unter den Huronen). Da die Siedlung
mit der Kirche bei einem Angriff der Irokesen am 16. Juni 1649
niedergebrannt wurde, handelt es sich um einen Wiederaufbau.

Einige Bilder zum vorangegangenen Beitrag über die heiligen Märtyrer Nordamerikas. Pater Jean de Brébeuf, der den Huronen das Evangelium in ihrer eigenen Sprache bringen wollte, übertrug auch die Darstellung der Geburt Christi in ein entsprechendes Bild: das neugeborene Kind ist in Hasenfelle gewickelt und liegt auf Birkenrinde, zur Krippe eilen die Jäger aus dem Wald, und von fern kommen die Häuptlinge herbeigezogen, die ihm Pelze als Geschenke überbringen.

Durch eine glückliche Fügung paßt neben der Tageslesung der Heiligen sogar die heutige Bahnlesung – falls diese genommen wird – zur Mission der Heiligen: Jetzt aber seid ihr, die ihr einst in der Ferne wart, durch Christus Jesus, nämlich durch sein Blut, in die Nähe gekommen.

das Innere eines Langhauses
historische Darstellung der Anreise der Jesuiten auf dem Mississipi
am Huronsee
Krippenszene, wie von P. de Brébeuf beschrieben
filmische Umsetzung der Geschichte der Jesuiten-Missionare in der
Georgsbucht (Black Robe, nach dem Roman von Brian Moore)

Montag, 18. Oktober 2010

Dich preist der Märtyrer leuchtendes Heer – hll. Johannes de Brébeuf, Isaak Jogues und Gefährten

das Martyrium der hll. Jean de Brébeuf und Gabriel Lalemant
 (Ölbild von Joseph Légaré)
Gott hat uns die Hoffnung gegeben, daß er uns wieder auferweckt.
Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. (2 Makk. 7, 14)
Jean de Brébeuf, Isaac Jogues und ihre Gefährten gehörten als Priester und Laien dem Orden der Jesuiten an und erlitten das Martyrium zwischen 1642 und 1649 in den Missionsgebieten unter den Indianerstämmen Nordamerikas. 1930 sprach Papst Pius XI. sie als erste Märtyrer Nordamerikas heilig. Die Kirche gedenkt dieser heiligen Märtyrer, die freiwillig schier unglaubliche Entbehrungen und Torturen auf sich genommen haben, am 19. Oktober.

Als junger Jesuit lehrte P. Isaac Jogues Literatur in Frankreich. Er gab dieses Leben auf, um in der neuen Welt unter den Huronen zu wirken. 1636 kamen er und seine Gefährten unter der Leitung von Jean de Brébeuf in Quebec an.

Die Huronen lagen in beständigen Auseinandersetzungen mit den Irokesen, und einige Jahre später wurde P. Jogues von den Irokesen gefangengenommen und 13 Monate lang festgehalten. Aus seinen Briefen und Aufzeichnungen geht hervor, wie er mit seinen Gefährten von Dorf zu Dorf geschleppt, geschlagen und gefoltert wurde. Auch zwang man sie, die Ermordung von Konvertiten unter den Huronen mitanzusehen.

Unerwartet bot sich P. Jogues die Gelegenheit, freizukommen, als die Holländer ein Lösegeld für ihn zahlten. Gezeichnet durch die Entbehrungen und Folterungen, kehrte er nach Frankreich zurück. Mehrere Finger waren ihm abgeschnitten, abgerissen oder abgebrannt worden. Papst Urban VIII. erteilte ihm eine Dispens, trotz seiner verstümmelten Hände die Heilige Messe feiern zu dürfen: „Es wäre unwürdig, einem Märtyrer für den Herrn nicht zu erlauben, das Blut Christi trinken zu dürfen.“

Nach wenigen Monaten in Frankreich kehrte P. Jogues wieder zu den Missionsstationen der Huronen zurück. Vor seiner Abreise sagte er seinem Oberen: „Ich will, was immer unser Herr will, selbst, wenn es tausend Leben koste.“

1646 zogen er und Jean de Lalande, der den Missionaren seine Dienste angeboten hatte, ins Gebiet der Irokesen. Kurz zuvor war ein Friedensvertrag zwischen den Huronen und den Irokesen geschlossen worden. Die Missionare wurden jedoch von Mohawks gefangengenommen. Am 18. Oktober 1646 wurde P. Jogues mit dem Tomahawk erschlagen und enthauptet, am darauffolgenden Tag erlitt auch Jean de Lalande in Ossernenon das Martyrium. Mit ihm starb P. Gabriel Lalemant, der gelobt hatte, sein Leben der Mission unter den Indianern zu opfern.

René Goupil war wie Jean de Lalande ein Oblate des Ordens und diente den Missionaren als Chirurg. Er wurde zusammen mit Isaac Jogues gefangengehalten und gefoltert. In der Gefangenschaft bat er P. de Brébeuf, ihn in den Orden aufzunehmen und legte in dessen Hände die Gelübde ab. Als er Kinder mit dem Kreuz bezeichnete, erschlug man ihn 1642.

P. Jean de Brébeuf kam im Alter von 32 Jahren nach Kanada und wirkte dort 24 Jahre am Huronsee. In dieser Zeit übersetzte er unter anderem den Katechismus in die Sprache der Huronen, stellte ein umfangreiches Wörterbuch zusammen und taufte über 7000 Katechumenen. Als Quebec in die Hände der Engländer geriet, kehrte er nach Frankreich zurück, kehrte aber vier Jahre später in die Mission zurück. Obwohl man den Missionaren die Schuld an einer Blatternepidemie gab, blieb P. de Brébeuf. 1640 verbot der Rat der Huronen den Jesuiten jedes Wirken. Nachdem P. de Brébeuf in die Gefangenschaft der Irokesen geraten war, erlitt er 1649 nach mehrstündigen Torturen am Marterpfahl das Martyrium durch Verbrennen bei lebendigem Leibe. Dabei zeigte P. de Brébeuf so wenig Furcht, daß die Irokesen ihm das Herz herausschnitten und es aßen, in der Hoffnung, so seinen Mut zu gewinnen.

P. Anthony Daniel arbeitete unter den Katechumenen bei den Huronen. 1648 wurde er erschossen. Seinen Körper warf man in die Kapelle der Missionsstation und brannte die Kirche nieder.

P. Charles Garnier wurde 1649 bei einem Angriff der Irokesen erschossen, als er bei den Huronen Katechumenen taufte.

P. Noël Chabanell hatte große Schwierigkeiten, sich dem äußerst entbehrungsreichen Leben in den Missionen anzupassen; auch erlernte er die Sprache nicht und litt während seiner gesamten Zeit in der Mission unter großer geistlicher Trockenheit. Dennoch legte er das Gelübde ab, bis zu seinem Tod in der Mission zu bleiben. Der Orden rief ihn nach Frankreich zurück. Bevor er diesem Ruf folgen konnte, wurde er 1649 von einem abgefallenen Bekehrten ermordet, als er bei Ste. Marie einen reißenden Fluß überqueren wollte.



Im Te Deum singt die ganze Kirche:
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel,
dich der Propheten lobwürdige Zahl,
dich der Märtyrer leuchtendes Herr,
dich preist über das Erdenrund, die heilige Kirche…

Rette dein Volk, o Herr und segne dein Erbe,
und führe sie und erhebe sie bis in Ewigkeit.
An jedem Tag benedeien wir dich
und loben in Ewigkeit deinen Namen,
ja in der ewigen Ewigkeit,
In Gnaden wollest du Herr,
an diesem Tag uns ohne Schuld bewahren.

Erbarme dich unser, o Herr, erbarme dich unser.
Laß über uns dein Erbarmen geschehen,
wie wir gehofft auf dich.
Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt.
In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.

Tage wie dieser…

<- nein, das ist nicht meine, aber sie benimmt sich genauso.

Am Freitagnachmittag bin ich mit meiner Lesebrille noch schnell zum Optiker meines Leistungsvermögens (finanziell gesehen). Dort ist man zwar wirklich total nett, aber es dauert halt.

Durch irgendeine nicht nachvollziehbare Einwirkung auf die Brille hatte sich das Scharnier des linken Bügels völlig verbogen. Zwar habe ich auch schon beim Heiligen Vater gesehen, daß seine Brille völlig verbogen war – was ihn sehr sympathisch machte – indes bin ich nicht der Heilige Vater.

Dem Optiker gelang es jedenfalls, die Brille wieder zu richten und nach nur kurzer Operation wurde der Patient wieder entlassen. Am Samstag nun mußte ich erkältungsbedingt heftig niesen, dabei verabschiedete sich die Brille nach unten. Beim nächsten Hatschi!!! bin ich dann unwillkürlich draufgetreten. Ich kann noch froh sein, daß dabei keine größeren Verheerungen angerichtet wurden, jedenfalls ist jetzt der andere Bügel völlig verbogen. Wenn ich da heute wieder hinkomme, die erklären mich doch für bekloppt mit dieser Hatschi-Geschichte…

Sonntag, 17. Oktober 2010

Hl. Hedwig – Witwe

Linker und rechter Flügel eines Hedwigsaltars in Breslau
(entstanden um 1430). Der Altar zeigt Szenen aus dem
Leben der Heiligen. Das Mittelstück des Altars ging im
 zweiten Weltkrieg verloren; ursprünglich hatte der Altar 32 Felder.

Einen ausführlichen Beitrag zur heiligen Hedwig gibt es bei Donec venias. – Der Gedenktag ist im Bistum ein Fest, in der Kathedrale natürlich ein Hochfest, das allerdings auf den folgenden oder vorhergehenden Sonntag verlegt wird. So haben wir vorhin die Vorabendmesse des Hochfests gefeiert und eine reizende Mitministrantin hat Hedwigssohlen gebacken – dem Küster ist sogar eine vom Teller stiebitzt worden.

Freitag, 15. Oktober 2010

Hl. Theresia von Jesus (von Avila) – der Weg zur Vollkommenheit






Glasfensterzyklus über das Leben der Heiligen im Convento de Sta. Teresa in Avila

Teresa von Avila (Teresa von Jesus) geboren 1515, gestorben 1582, wird auch die große heilige Theresia genannt. 1562 gründete sie, die siebenundzwanzig Jahre zuvor in den Karmel von der Menschwerdung in Avila eingetreten war, das erste Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen. In der Folge gründete sie noch sechzehn weitere Klöster für Karmelitinnen und zwei für Brüder, worüber sie im Buch der Klostergründungen schreibt. Teresas Reformen betonten stark das innere Gebet und dessen Vorrang, das eremitische Leben im Schweigen, zu dem aber das Leben in einer Gemeinschaft von nicht mehr als 21 Schwestern, die gemeinsamen Mahlzeiten und die zweimalige tägliche Rekreation ein Gegengewicht bilden. Im fürbittenden Gebet bringen die Karmelitinnen die Sorgen, Ängste, Nöte und Leiden vor Gott.

Die Gottesbeziehung der hl. Teresa ist stark vom Gefühl der Freundschaftlichkeit geprägt – wir sollen oft zu Gott sprechen, vertrauensvoll wie mit einem Freund. Der Weg zur Vollkommenheit heißt eines ihrer bedeutendsten Werke, und doch ist sie sich ihrer eigenen Unvollkommenheit oft schmerzlich bewußt. Sie weiß aber, wie sie schreibt, keinen anderen Weg, die Tugend zu erlangen, als es immer weiter zu versuchen:

Ich habe geradezu Angst, mein Herr, und zwar aus vielerlei Gründen, daß du mich erneut verlassen könntest, denn ich weiß sehr gut, wie weit meine Kraft und geringe Tugend reichen, wenn du mir sie nicht immer wieder gibst und mir hilfst, dich nicht zu verlassen. Ich weiß nicht, wie wir überhaupt noch leben wollen, da doch alles so unsicher ist. Dabei schien es mir schon unmöglich, mein Herr, dich gänzlich aufgeben zu können; da ich dich aber schon so oft verließ, kann ich nicht aufhören zu fürchten, daß ich sofort wieder zu Boden stürzen würde, wenn du dich auch nur ein bißchen entferntest. Gepriesen bist du für immer, da du mich niemals ganz und gar verlassen hast, so daß ich mich nicht wieder hätte erheben können, obwohl ich mich von dir abwendete. Immer hast du mir deine Hand entgegengestreckt, ich aber, mein Herr, habe sie oftmals noch nicht einmal gewollt, noch wollte ich verstehen, wie du mich immer wieder von Neuem gerufen hast.


Unser tägliches Brot gib uns heute!

Die Bitte um tägliches Brot heißt, wie es scheint, so viel, als: für immer! Ich habe darüber nachgedacht, weshalb der Herr, nachdem er gesagt: täglich, noch einmal sagt: heute. Ich will euch meinen ungeschickten Einfall vortragen. Wenn es ein bloßer Einfall ist, so mag er es bleiben; wie es ohnehin eine große Torheit ist, daß ich mich auf solche Dinge einlasse. Täglich ist, meines Erachtens, deshalb gesagt, weil wir nicht nur hier auf Erden besitzen, sondern auch im Himmel besitzen werden, wenn wir uns hier die Teilnahme daran zu Nutzen machen. Denn er blieb aus keinem andern Grunde bei uns, als um uns zu helfen, uns zu ermutigen und uns zu unterstützen, auf daß der Wille, von dem wir gesagt haben, an uns zum Vollzuge gebracht werde.

Die Seele wird, wie sie nur immer zu essen begehrt, im allerheiligsten Sakramente Erquickung und Trost finden. Es gibt keine Not, keine Trübsal, keine Verfolgung, die nicht leicht zu ertragen ist, wenn wir einmal an seinem Leiden einen Geschmack finden.

Bittet, meine Töchter, vereint mit diesem Herrn den Vater, daß er euch heute den Bräutigam lasse, damit ihr in dieser Welt nicht ohne denselben seid. Zur Mäßigung einer so großen Freude bleibt er in die äußern Gestalten des Brotes und Weines verkleidet was eine genugsame Qual für den ist, der sonst Nichts hat, was er liebe oder was ihn in dieser Welt tröste. Aber bittet ihn, daß er euch nicht im Stiche lasse und euch zubereite, ihn würdig zu empfangen. Ihr, die ihr euch wahrhaft in den Willen Gottes ergeben habt, dürftet für anderes Brot nicht sorgen;

So, meine Schwestern, mag Jeder, der da will, Sorge tragen, um das tägliche Brot zu erbitten; wir aber wollen den ewigen Vater bitten, daß wir würdig werden, um unser himmlisches Brot zu bitten. Können auch unsere leiblichen Augen sich nicht daran erfreuen, dasselbe zu schauen, weil er noch verhüllt ist, so mag es sich doch dem Blicke der Seele zeigen und sich als die himmlische Nahrung voll Freude, Süßigkeit und Kraft zur Erhaltung des Lebens uns erweisen.

Glaubt ihr nicht, daß diese heilige Speise auch Nahrung für diesen Leib ist, und eine wirksame Arznei auch gegen leibliche Krankheiten? …

Da er noch auf Erden wandelte, heilte die bloße Berührung seiner Kleider die Kranken. Darf man nun zweifeln, daß er auch bei seiner Gegenwart in uns Wunder tun werde, wenn wir je einen lebendigen Glauben haben? Gewiß gibt er uns bei seiner Einkehr in unser Haus, um was wir bitten werden. Seine Majestät kann die Herberge nicht schlecht belohnen, wenn man ihn wohl bewirtet hat. Wenn es euch weh tut, ihn nicht mit den leiblichen Augen zu sehen, so bedenket, daß uns dies nicht zuträglich ist; denn es ist etwas Anderes, ihn in seiner Herrlichkeit, als in seinem Erdenwandel zu schauen. Es würde niemand im Stande sein, jenes Schauen bei unserer schwachen Natur zu ertragen; wäre es aber möglich, dann gäbe es keine Welt und niemanden mehr, der in ihr bleiben möchte; denn das Schauen der ewigen Wahrheit würde deutlich zeigen, daß alles, was wir hienieden hochachten, Lüge und Täuschung ist. Wie sollte nun aber eine arme Sünderin wie ich, welche ihn so sehr beleidigt hat, den Anblick einer so großen Majestät in der Nähe ertragen? Unter der Gestalt des Brotes aber läßt sich mit ihm verkehren; denn wenn ein König sich verkleidet, so haben wir, wie es scheint, das Recht, mit ihm ohne viele Umstände und Rücksichten zu verkehren; wir dürfen glauben, er sei verpflichtet, manches zu leiden, da er sich eben verkleidet hat. Wer würde es sonst wagen, bei solcher Lauheit, so unwürdig und bei so vielen Unvollkommenheiten ihm zu nahen? Da wir nicht wissen, was wir begehren (wenn wir ihn sehen wollen), so hat seine Weisheit besser auf uns Rücksicht genommen; denn wo er sieht, daß es zum Heile gereicht, da offenbart er sich den Seelen; und wenn sie ihn auch mit den leiblichen Augen nicht sehen, so hat er noch vielerlei Weisen, sich ihnen zu offenbaren durch große innere Empfindungen, aber auf verschiedenen Wegen.

Seid gerne bei ihm, und versäumt die gute Gelegenheit nicht, wie die Stunde nach der Kommunion ist, um mit ihm zu verkehren. Bedenket, daß dieses ein großer Gewinn für die Seele ist, und der gute Jesus sich dieser Gelegenheit häufig bedient, damit ihr ihm Gesellschaft leistet. Nehmt euch sehr in Acht, meine Töchter, dieselbe nicht zu verlieren, wenn nicht etwa die Pflicht des Gehorsams euch etwas anderes auferlegt; befleißet euch, eure Seele bei dem Herrn zu lassen. Er ist euer Lehrer, und wird nicht aufhören euch zu belehren, wenn ihr ihn auch nicht versteht. Wenn ihr die Gedanken gleich nach andern Seiten richtet und nicht mit Aufmerksamkeit auf den sehet, der in euch ist, dann dürft ihr euch nachher nur über euch selbst beklagen. Diese Zeit (nach der Kommunion) ist sehr passend, um von unserm guten Lehrer unterrichtet zu werden, um ihn zu hören und ihm die Füße dafür zu küssen, weil er uns lehren will, und ihn zu bitten, daß er von uns nimmermehr weiche.

Nachdem ihr den Herrn (in der Kommunion) empfangen, ist er persönlich bei euch. Bemühet euch, nun die Augen des Leibes zu verschließen und die der Seele zu öffnen, und in das Innerste des Herzens hinein zu sehen! Ich sage euch (und sage es euch nochmals und möchte es vielmals sagen), wenn ihr diese Gewohnheit jedes Mal, so oft ihr zur heiligen Kommunion geht, beobachtet, und euch auch bemüht, ein reines Gewissen zu haben, dann werdet ihr dabei den köstlichsten Genuß haben. Der Herr wird sich euch nicht verhüllen; er wird sich euch offenbaren, gemäß euerm Verlangen, ihn zu schauen, auf mancherlei Weise; euer Verlangen kann so groß werden, daß er sich euch völlig enthüllt.

Und so erweist er uns allen eine große Barmherzigkeit; denn seine Majestät will, daß wir begreifen, Er sei es, der im heiligsten Altarsakramente gegenwärtig ist. Enthüllt zeigt er sich und seine Wunder und Schätze nur denen, von denen er weiß, daß sie ein großes Verlangen nach ihm haben; denn diese sind seine wahrhaften Freunde.
(Der Weg der Vollkommenheit, 34. Kapitel)

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Mittwoch, 13. Oktober 2010

Hedwigssohlen

Rechtzeitig vor dem Patrozinium der Kathedrale – 16. Oktober, Hedwig von Andechs (Hedwig von Schlesien) – ein Rezept für sogenannte Hedwigssohlen. Die Hedwigssohlen gehören, wie Agathabrot und Johannismandl zu den sogenannten Gebildenbroten, die früher zu Heiligenfesten an die Armen verteilt wurden.

Daß dieses Gebildenbrot die Form einer Schuhsohle hat, liegt an einer der Geschichten, die von der heiligen Hedwig überliefert sind: sie pflegte sommers wie winters barfuß zu gehen. Als ihr Beichtvater ihr deswegen ins Gewissen redete und sie bat, doch lieber Schuhe zu tragen, trug sie Schuhe – in der Hand. Auf ikonographischen Darstellungen sieht man sie daher außer mit einem Kirchenmodell oder einer Geldbörse auch mit ihren Schuhen.


für den Teig
125 ml lauwarme Milch
4 Eßlöffel Zucker
1 Teelöffel Trockenhefe
1 Zitrone
250 g Mehl
4 Eßlöffel Butter
1/2 Teelöffel Salz
1 Ei


für den Überzug
2 Eßlöffel Sauerrahm
1 Eigelb
Zucker


Die Hälfte der Milch mit einem Teelöffel Zucker und der Hefe vermischen und abwarten, bis die Mischung Blasen wirft. Die Hälfte der Zitronenschale reiben. Alle Zutaten für den Teig dann mit der Hefemischung zu einem geschmeidigen, lockeren Teig verarbeiten; bei Bedarf noch etwas Wasser oder Mehl zugeben. Den Teig eine dreiviertel Stunde an einem warmen Ort gehenlassen. Den Teig in 16 Stücke schneiden und jeweils zu einer Schuhsohle formen (den Teig dafür etwa einen halben Zentimeter dick ausrollen).

Die Sohlen auf ein gebuttertes Blech legen und nochmals 20 Minuten gehen lassen. Sohlen im vorgeheizten Ofen bei 200 °C 20 Minuten backen, bis sie goldgelb sind. Fünf Minuten vor dem Ende der Backzeit die Oberfläche der Sohlen mit der Mischung aus Sauerrahm und Eigelb bestreichen, mit Zucker bestreuen und fertigbacken.

Deo gratias!


Die ersten fünf Bergleute in Chile sind gerettet, Gott sei Dank. Besonders gerührt hat mich gestern, wenige Stunden, bevor die Bergungsaktion begann, die Aussage einer der Angehörigen, an der Stelle des Campo Esperanza solle ein Schrein errichtet werden, um Gott und den lieben Heiligen für die Rettung zu danken.

Dienstag, 12. Oktober 2010

Brüder! (und Schwestern!)

Der Herr Diakon Alipius rief ja neue „Wochos“ aus. BTW: wie spricht man einen Diakon eigentlich an? So wirklich habe ich es das noch nicht herausgefunden. Ich kann sie doch nicht alle „Herr Diakon“ nennen – obwohl, bei „Herr Pfarrer“ etc. geht das ja auch. Mein Leib-und-Magen-Lektor – so genannt, weil er wirklich gut liest – hat sich angewöhnt, mich „Ehrwürdige Frau“ zu nennen – und nun… bin ich endgültig vom Thema abgekommen.

Das Thema war EC – was hier für „ecclesiastical correctness“ steht. Wie ich schon einmal ausgedrückt habe, gehen mir die ewigen -innen auch in der Liturgie manchmal gehörig auf den Keks. Allerdings oute hier mich hier mal: ich bin kein Bruder und auch kein Sohn oder Vetter (was mich sämtlich nicht hindert, im Stundengebet „Ich bin ja dein Knecht, der Sohn deiner Magd“ zu singen, und nicht etwa „Ich bin ja deine Magd, die Tochter deiner Knechtin“ oder etwas ähnliches).

Auch kann ich nichts Schlimmes dabei finden, wenn die Gemeinde mit „Brüder und Schwestern“ – nicht, wie mir einmal passiert, mit „Brüder oder Schwestern“[1] – angesprochen wird. Man muß keine Obsession oder auch Überkompensation aus der Tatsache machen, daß Herr Dr. Martin Luther das griechische Adelphoi mit „Brüder“ übersetzt hat.

Unfreiwillig komisch wird es immer dann, wenn in einer Lesung eindeutig Männer angesprochen sind – heute abend ist es wieder soweit – und der Lektor unversehens nach der Anrede „Schwestern und Brüder“ bei „Wenn ihr euch beschneiden laßt, wird Christus euch nichts nützen“ herauskommt. Dies mag allerdings dem Umstand geschuldet sein, daß manche Lektoren sich schon fast notorisch davor hüten, sich die Lesung vorher einmal anzuschauen. Erst jüngst wieder erlebt: Lektor einer durchreisenden Gruppe, zum Küster: „Sagen Sie mir einfach, wo es steht!“ (Ahem, das sollltest du eigentlich selbst wissen…) Dementsprechend fiel die Lesung dann auch aus.

Dann gibt es noch die Lieder im GL, bei denen aus den „Brüdern“ „Menschen“ oder „Geschwister“ – oder was beißt mich – geworden sind. Hier ist mir schleierhaft, wieso man sich darüber erregen kann, ich kann es jedenfalls nicht, weder über das eine noch über das andere. Wenn wir keine anderen Sorgen haben… In dem Xangbuch, das ich in der Messe habe, ist übrigens nichts überklebt; es geht damit aber trotzdem ganz gut. Wenn ich gedanklich eher bei einem Dienst anstatt beim Lied bin, singe ich auch schon mal aus Gewohnheit „Laßt uns loben, Brüder, loben“ – macht auch nichts. Diejenigen, die allerdings dieser Stelle absichtlich extralaut „… Brüder, loben!“ brüllen, so daß die Umsitzenden sich erschrecken, sind mir leicht suspekt.

Skurriles am Rande: in einem mir bekannten Kloster, einer Schwesterngemeinschaft, sang man, bevor an dieser Stelle „freudig“ in den Gesangbüchern auftauchte, einfach „Laßt uns loben, Schwestern, loben“, weil es das natürlichste erschien, zumal es Gebetszeiten gab, bei denen kein Mann anwesend war. Prompt hat sich jemand beschwert, eine Frau übrigens.

Und jetzt achten wahrscheinlich alle darauf, wo man sich heute in unseren Gemeinden an die beschnittenen – oder auch unbeschnittenen – Schwestern wendet.

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[1] als der Herr Pfarrer zufällig davon hörte, schlug er mir „Liebe durchgegenderte Gemeinde“ vor. :D

Er, dessen Name nicht genannt wird…


Zur in einem Phorum gewälzten, äußerst eigenartigen Frage „Sind Katzen empfänglich für dämonische Strahlungen?“* hier dieses Bild, das uns an wen erinnert? – Na klar! (Au weia, hoffentlich verliere ich jetzt nicht meine Kategorie…)

Zum Thema Cats that look like you know who (kurz „Kitler“ genannt), gibt es diese drollige amerikanische Website.

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*Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten…

Grün ist sowas von gestern

Montag, 11. Oktober 2010

101010

101010 – Kein Binärcode, sondern der zwölfte Weihetag unseres Pfarrers, Christoph Karlson, den er gestern feiern durfte. Wir haben uns gefreut und hoffen auf viele weitere Jahre.

Als bei einer Hochzeit neulich ein kleiner Ministrant diente, habe ich darüber nachgedacht, wie wichtig es für die Kinder und Jugendlichen ist, daß sie – bei aller Heiligkeit, die von einem alten Priester ausgehen kann – auch jungen Priestern begegnen.

Ran an die Robusta!

Eigentlich wollte ich schon am Wochenende dorthin verlinken, dank Herbstwetter, Arbeit* und Rosenkranzmonat kam es dann nicht soweit, aber es ist ja bekanntlich nie zu spät: Beim Herrn Alipius wird über die Vergabe des goldenen, silbernen und bronzenen Schwester-Robusta-Preises der deutschsprachigen Blogozese (am Bande oder in der Menüleiste zu tragen?) abgestimmt. Dieses unwürdige Blog – ;P – ist in den Kategorien Spiritualität und Augenhonig nominiert. Zur Abstimmung bitte hier entlang oder einfach beim Herrn Alipius auf das Robusta-Bild rechts in der Menüleiste klicken.


* Die Arbeit macht allerdings so richtig Spaß, wenn ich Gelegenheit habe, statt des üblichen Zeugs so schön geschweifte Formulierungen wie etwa „Ich, … durch Gottes Erbarmen und die Gnade des apostolischen Stuhles…“ und „mein lieber Sohn in Christus“ zu übersetzen.
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