Dienstag, 31. August 2010

Was bedeutet es, in der Welt zu leben?

Der Kirchenvater Hieronymus unterrichtet
die geweihte Jungfrau Eustochium
und ihre Mutter, die Witwe Paula)
Der vorliegende Beitrag ist (m)eine Übersetzung eines Beitrags der amerikanischen Mitschwester Sponsa Christi. (Nur im Falle sich außer einer armen Mitschwester noch jemand sich bis ans Ende durcharbeitet, um dann zu erkennen, daß er den Inhalt schon kennt :P).

Wie regelmäßige Leser meines Blogs wahrscheinlich mittlerweile erfaßt haben, bin ich der festen Überzeugung, daß, im Lichte unserer konkreten Alltagserfahrungen, geweihte Jungfrauen danach streben sollten, ein Leben zu führen, daß tatsächlich und offensichtlich als gottgeweihtes Leben erkennbar ist. Meiner Ansicht nach sollten geweihte Jungfrauen ihre bräutliche Beziehung mit Christus durch eine augenfälligere Hinwendung zum Gebet, Dienst und zur Einfachheit des Lebensstils zum Ausdruck bringen.

Mit anderen Worten: ich glaube, daß geweihte Jungfrauen zu einer Christusbeziehung berufen sind, deren Intensität über das hinausgeht, was für eine gläubige katholische Lain angemessen erscheint. Dies steht im Widerspruch zu der gängigen Auffassung, daß geweihte Jungfrauen dazu berufen seien, eher „verborgene“ Zeugen innerhalb eines säkularen Umfeldes zu sein.

Die Vorstellung, daß Frauen, die nach Can. 604 dem jungfräulichen Leben geweiht sind, gewöhnlich dazu berufen seien, mit den gläubigen Laien zu „verschmelzen“, ohne irgendeinen deutlich erkennbaren Ausdruck ihrer Weihe und – bis auf die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen – ohne irgendwelche das Leben verändernde Verpflichtungen einzugehen, läßt sich darauf zurückführen, daß geweihte Jungfrauen im Ritus der Jungfrauenweihe als solche beschrieben werden, „die in der Welt leben“.

Nachdem ich jedoch einige Zeit daüber nachgedacht habe, bin ich zu der Auffassung gekommen, daß diese Begründung nicht ganz richtig sein könnte und sich möglicherweise auf einige unbestätigte theologische oder kanonische Vermutungen stützt. Vor allem die Auffassung, geweihte Jungfräulichkeit gewöhnlich als etwas zu betrachten, daß einen mehr oder weniger „laienhaften“ Lebensstil nach sich zieht, würde bedeuten, dem Begriff „in der Welt leben“, ein Gewicht und eine Nebenbedeutung zuzumessen, die die Kirche diesem offenbar nicht zuschreibt.

In diesem Zusammenhang ist es wichtig, darauf hinzuweisen, daß in den kirchlichen Lehrschreiben der Ausdruck „in der Welt“ wie der Ausdruck „weltlich“ nicht immer in derselben Weise verwendet wird. Das heißt, diese Ausdrücke können in unterschiedlichen Zusammenhängen verschiedenes bedeuten (im Gegensatz zu Begriffen wie etwa „Koadjutor“ oder „päpstliche Klausur“, die sich, unabhängig vom jeweiligen Kontext auf etwas ganz Bestimmtes beziehen).

In einigen Fällen sollen die Worte „weltlich“ oder „in der Welt“ so verstanden werden, daß sie das völlige Aufgehen oder die enge Verbindug mit den zeitlichen Dingen bedeuten. So werden diese beiden Begriffe sicherlich umgangssprachlich verwendet. In einem alltäglichen Gespräch etwa reden wir von „weltlichen“ Dingen im Gegensatz zu solchen, die als „heilig“ ganz Gott geweiht sind. Manchmal beziehen sich auch Ordensschwestern auf ihr früheres Leben in dieser Weise, wenn sie sagen, „Als ich noch in der Welt war…“

Außerdem gibt es einige offizielle, förmliche Zusammenhänge, in denen die Kirche die Begriffe „weltlich“ und „in der Welt“ in dieser buchstäblichen Weise benutzt. Im Konzilsdokument Lumen Gentium des zweiten vatikanischen Konzils beschreibt die Kirche damit die Aufgabe und Identität der christgläubigen Laien (die hier als solche beschrieben werden, die weder die heiligen Weihen empfangen haben noch öffentlich in den Stand des geweihten Lebens eingetreten sind):
Den Laien ist der Weltcharakter in besonderer Weise eigen. … Sache der Laien ist es, kraft der ihnen eigenen Berufung in der Verwaltung und gottgemäßen Regelung der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen. Sie leben in der Welt, das heißt in all den einzelnen irdischen Aufgaben und Werken und den normalen Verhältnissen des Familien- und Gesellschaftslebens, aus denen ihre Existenz gleichsam zusammengewoben ist. (LG, 31)
Hier macht der Zusammenhang deutlich, daß, wo es sich auf die Laien bezieht, „in der Welt“ und „weltlich“ buchstäblich zu verstehen ist oder sozusagen für bare Münze genommen werden soll.

Ebenso führt das kirchliche Recht aus, daß, angewandt auf die besondere Berufung der Mitglieder eines Säkularinstituts, „in der Welt“ und „weltlich“ ebenfalls in dieser Weise zu verstehen ist.

So heißt es zum Beispiel in Can. 710:
Ein Säkularinstitut ist ein Institut des geweihten Lebens, in welchem in der Welt lebende Gläubige nach Vollkommenheit der Liebe streben und sich bemühen, zur Heiligung der Welt, vor allem von innen her, beizutragen.
In Can. 713:
§ 1. Die Mitglieder dieser Institute bringen die eigene Lebensweihe in der apostolischen Tätigkeit zum Ausdruck und zur Ausübung und sind bestrebt, wie ein Sauerteig alles mit dem Geist des Evangeliums zu durchdringen zur Stärkung und zum Wachstum des Leibes Christi.

§ 2. Die Laienmitglieder haben in der Welt und aus der Welt heraus Anteil am Verkündigungsdienst der Kirche sowohl durch das Zeugnis eines christlichen Lebens und der Treue zu ihrer Weihe als auch dadurch, daß sie dazu beitragen, die zeitlichen Dinge gottgemäß zu ordnen und die Welt in der Kraft des Evangeliums zu gestalten. Entsprechend dem ihrer Lebensausrichtung eigenen Weltcharakter bieten sie auch ihre Mitarbeit zum Dienst für die kirchliche Gemeinschaft an.
Und in Can. 714 lesen wir:
Die Mitglieder haben ein Leben unter den gewöhnlichen Bedingungen der Welt zu führen, und zwar gemäß den Konstitutionen entweder allein oder jeder in seiner Familie oder in einer Gruppe brüderlichen Lebens.
Es gibt jedoch auch eine enger umgrenzte Bedeutung der Begriffe „weltlich“ und „in der Welt“.

Gelegentlich, unter bestimmten Umständen, werden diese Begriffe einfach benutzt, um auszudrücken, daß bestimmte Menschen nicht Mitglieder einer geistlichen Gemeinschaft sind, obwohl eben diese Menschen eine Stellung in der Kirche haben, die mehr mit der einer Person des geweihten Lebens gemein hat als mit den Laien.

Zum Beispiel wird oft im Zusammenhang mit den Diözesanpriestern gesagt, daß sie „in der Welt“ leben, und das kanonische Recht bezeichnet sie als „Weltkleriker“. Gleichzeitig würde keiner mit dem rechten Verständnis des Priestertums der katholischen Kirche ins Feld führen, daß die Kleriker in einer Weise leben sollten, die man im wahrsten Sinne des Wortes „weltlich“ nennen würde. (Tatsächlich kann „Weltpriester“ ein verwirrender Begriff sein, da er sich wie ein Oxymoron anhört!)

Selbst wenn wir die verschiedenen theologischen Ausführungen über die Priesterschaft als berufene und für den Dienst an Gott ausgesonderte Männer beiseite lassen, ist es möglich, allein anhand des kirchlichen Rechtes herzuleiten, daß die Kirche eindeutig vorsieht, daß Diözesanpriester ein ausdrücklich „geweihtes“ Leben führen sollen.

Diözesanpiester verpflichten sich feierlich zu einem Leben im Zölibat (Can. 277), zum Gehorsam gegenüber ihrem Bischof (Can. 273) und zum Halten des Stundengebet (Can. 276). Wiewohl alle Christen, einschließlich der Laien, zu der ihrem jeweiligen Stand entsprechenden Keuschheit und zum Gehorsam berufen sind, sind Weltpriester aufgefordert, diese in einer Radikalität zu leben, die den meisten Christen „in der Welt“ nicht angemessen wäre.

Das kirchliche Recht führt oft an, daß Weltpriester sich dem kirchlichen Dienst (Can. 281) widmen sollen, bis hin zu der Aussage, daß nichts die gewissenhafte Erfüllung ihrer Aufgabe hemmen solle. (Can. 278, §3). Darüber hinaus sollen Weltpriester sich von politische, militärischen oder öffentlichen Angelegenheiten fernhalten, (Can. 285-289). Diese Berufung unterscheidet sich sehr von derer in Säkularinstituten oder der der Laien, die in besonderer Weise und eigens berufen sind, im Bereich der zeitlichen Dinge das Reich Gottes zu suchen. Wenn darüber hinaus Can. 284 die Priester auffordert, kirchliche Kleidung zu tragen, bedeutet dies offensichtlich, daß die Kirche möchte, daß ihre Priester als öffentliche Vetreter der Kirche erkennbar sind.

Obwohl hier Weltpriester in der angemessenen Weise als „weltlich“ betrachtet werden – Kleriker, die „in der Welt leben“ –, ist sehr klar, daß diese Ausführungen nicht bedeuten, daß sie zu einem Leben ähnlich dem eines christgläubigen Laien berufen sind.

Wenn wir nun davon ausgehen, daß es mehr als eine mögliche Interpretation dessen gibt, was es bedeutet, „weltlich“ oder „in der Welt“ zu leben, stellt sich die Frage, wie diese Begriffe im Hinblick auf die geweihten Jungfrauen zu verstehen sind?

Meiner Ansicht nach sind geweihte Jungfrauen, die in der Welt leben, nur einem eng umgrenzten, technischen Sinn, „in der Welt“. Das heißt, daß geweihte Jungfrauen, wie Weltpriester nur insofern „in der Welt“ sind, als sie nicht Mitglieder einer Ordensgemeinschaft sind. Das bedeutet, daß sich geweihte Jungfrauen zwar offensichtlich von Ordensschwestern in einigen grundlegenden Dingen unterscheiden (bespielsweise haben sie keine Konstitutionen oder Verpflichtungen zum Gemeinschaftsleben), zugleich aber trotzdem berufen sind, ein Leben zu führen, das erkennbar für Gott allein „ausgesondert“ ist.

Ich glaube, daß dieser Schluß wegen der Art und Weise naheliegt, in der die kirchlichen Lehrschreiben in Bezug auf die geweihten Jungfrauen den Begriff „in der Welt“ verwenden. Wenn sich die Liturgie oder andere kirchliche Dokumente auf die geweihten Jungfrauen „in der Welt“ beziehen, geschieht dies nur, um nach Can. 604 geweihte Jungfrauen von den klausurierten Nonnen mit feierlicher Profeß zu unterscheiden, die die Jungfrauenweihe gemäß einer alten Überlieferung ihres Ordens empfangen.

Darüber hinaus gibt es im Gegensatz zu offiziellen Dokumenten und kirchlichem Recht über Säkularinstitute absolut keine Lehrschreiben, die zum Ausdruck bringen, daß geweihte Jungfrauen ihrer Berufung zu ewiger Jungfräulichkeit in einem Leben folgen sollen, das davon abgesehen in seiner Ausprägung das eines Laien ist.

Die Tatsache, daß die Berufung, alles „unter den normalen Bedingungen der Welt“ mit dem Geist des Evangeliums zu durchdringen, in den kirchlichen Dokumenten so klar herausgestellt wird, beweist, daß die Kirche durchaus in der Lage ist, das Charisma in Worte zu fassen, das darin besteht, nach den evangelischen Räten und gleichzeitig in der Welt, im Bereich der „zeitlichen Dinge“, zu leben.

Aus diesem Grunde sollte das Fehlen einer solchen Ausdrucksweise in Bezug auf die geweihten Jungfrauen eine ziemlich schlagende Argumentation darstellen. Hätten die Konzilsväter des 2. Vatikanums beabsichtigt, daß der wiederhergestellte Ordo Virginum buchstäblich ganz „in der Welt“ leben solle, hätten sie sicher daran gedacht, diesen Punkt in einer Weise herauszuarbeiten, die keine Fehldeutungen zuläßt.

Man könnte vielleicht einwenden, daß, da es ebenso keine autoritative Stellungnahme gibt, die verbietet, daß geweihte Jungfrauen ein Leben in der Art der Säkularinstitute führen, es immer noch begründbar erscheint, daß geweihte Jungfrauen im wahrsten Sinne des Wortes „in der Welt“ leben sollen.

Ich glaube jedoch, daß dies ebenfalls ein Fehlschluß ist. Es ist unbestritten, daß es sich bei den gottgeweihten Jungfrauen um einen öffentlicher Stand des geweihten Lebens handelt. Daher sollten wir, da irgendeine gestaltgebenden Anweisung (beispielsweise eine Stellungnahme, die geweihten Jungfrauen ausdrücklich erlaubt, einen Lebensstil zu wählen, der weltlich geprägt ist und dem der Laien entspricht) fehlt, davon ausgehen, daß geweihte Jungfrauen zu einem Leben berufen sind, das dem der anderen Formen des geweihten Lebens (wie etwa dem Ordensleben) möglichst ähnlich ist.

Man kann feststellen, daß die „Voreinstellungen“ der Kirche für das geweihte Leben wie auch die Standards der Kirche für alle Formen anerkannten Formen des geweihten Lebens ein Leben mit sich bringen, das ausschließlich für Gott und die Kirche in einer radikalen, totalen, offenen, sichtbaren und eindeutig erkennbaren Weise geführt wird. Darum glaube ich, daß die Beweislast jenen zufällt, die glauben, daß gottgeweihte Jungfräulichkeit als öffentlicher, geweihter Stand am besten in einer subtilen Art, „in Teilzeit“ gelebt würde oder daß sie in erster Linie das private, innere Leben einer Person betreffe.

Ginge man davon aus, daß geweihte Jungfrauen zu einem Lebensstil entsprechend dem der Säkularinstitute berufen seien, stellte dies in gleicher Weise ein Mißverständnis über die Entstehung des Ritus der Jungfrauenweihe in der Geschichte dar. Gottgeweihte Jungfräulichkeit ist eine sehr alte Berufung, die mehrere Jahrhunderte älter ist als das Ordensleben. Im Gegensatz dazu sind Säkularinstute eindeutig eine Entwicklung des 20. Jahrhunderts.

Wenn man auch mit Recht sagen könnte, daß den Säkularinstituten in gewisser Weise die zahlreichen Laienbruderschaften des Mittelalters oder die Ursulinen in der Frühzeit des sechzehnten Jahrhunderts vorangingen, erkannte die Kirche Säkularinstitute bis 1947 nicht an. Dementsprechend fand der Gedanke, die evangelischen Räte in unauffälliger Weise zu leben, „verborgen“ in den Angelegenheiten der Welt, mit dem Ziel, diese Angelegenheiten mit christlichen Werten zu durchdringen, bis vor relativ kurzer Zeit keine ernsthafte theologische Erwägung in der Geschichte der Kirche.

Daher ist es meine Ansicht, daß, wir, ginge man davon aus, daß geweihte Jungfrauen gewöhnlich zu Leben und Sendung berufen seien, die dem der Mitglieder der Säkularinstitute entsprechen, einer aus der Zeit der Kirchenväter stammenden Lebensform in unangemessener Weise ein sehr modernes Ideal überstülpen würden.

Quelle: Sponsa Christi, What does it mean to be in the world?, Übertragung mit freundlicher Genehmigung ;)

Samstag, 28. August 2010

Windmühlen


Nach einer längeren Pause bin ich heute wieder einmal zur sakramentalen Aussetzung gegangen. Nicht daß ich zwischenzeitlich nicht die Gelegenheit zur Anbetung gesucht hätte, nur eben nicht am nämlichen Ort – dort ist es im Sommer nämlich noch unruhiger als sonst. Indes fehlten mir die regelmäßigen Stelldicheins am Samstagnachmittag, also dachte ich, versuchs doch wieder. Und – Überraschung! – es ist immer noch dasselbe. Das „Ich lächle dem Herrn zu, und er lächelt mir zu“ wird einem dort irgendwie wirklich nicht leicht gemacht. Die meisten der sonstigen regelmäßigen Beter scheinen ebenfalls die Flucht ergriffen zu haben oder im Urlaub zu sein, ich habe nur ein bekanntes Gesicht gesehen.

Selbst wenn man die Geräusche der unvermeidlichen Touristengruppen in der Oberkirche ausblendet und sich darauf beschränkt, besichtigungswillige Gruppen, die sich anschicken, angesichts von Monstranz, Kerzen und Betern trotzdem unverdrossen zur Krypta hinunterzusteigen, im Flüsterton wieder hinaufzubitten, bleiben die, denen einfach alles egal ist, auch daß sie stören, die mit einem eleganten Hüftschwung am Allerheiligsten vorbeiflanieren, um beim heiligen Antonius etwas einzuwerfen, sich über einem Stadtplan oder einem Brief ausführlich zwanzig Minuten lang austauschen – man hat ja sonst so wenig Gelegenheit dazu – oder eben einfach besichtigen, um jeden Preis. Wir sind doch kein Museum! (Obwohl ich vermute, daß manche Besucher sich dort noch unauffälliger gebärden würden, weil sie Bedenken hätten, einer der allgegenwärtigen Museumswächter setzte sie vor die Tür. In einer Kirche braucht man dergleichen nicht zu fürchten, also kann man sich offenbar genausogut benehmen, wie es einem eben gerade einfällt.) Am liebsten möchte man ihnen manchmal sagen: Es ist der Herr!

Heute kam ca. eine Minute vor dem sakramentalen Segen eine Gruppe die Treppe herunter. Auf Nachfrage wurde erklärt, man sei aus Polen und mit einem Priester da. (Es wurde übrigens keiner gesehen, der Klerikerkleidung trug. Genau genommen habe ich bei der Gruppe nichtmal einen Mann gesehen.) Die Bitte, sich schnell hinzuknien, gleich käme der Priester zum sakramentalen Segen, hielt die Damen nicht davon ab, erst noch ein paar Filmaufnahmen der Kuppel für heimische Archiv (oder YouTube, wer weiß das schon) zu drehen. Zu diesem Behufe drehte man dem lieben Herrgott den Rücken zu, umrundete die Altarinsel und kegelte den einziehenden Weihrauchfaßträger in Gestalt des Küsters aus dem Weg, der stoisch Schlangenlinien gehen mußte. Der Priester wies darauf hin, es gäbe gleich den sakramentalen Segen (wieso kam ich mir dabei eigentlich vor wie in einem Zirkus mit zwei Manegen?). Obwohl das eigens auf Polnisch übersetzt wurde, stiegen die Damen trotzdem weiter auf den Treppen auf und nieder wie die Engel auf der Jakobsleiter – mit dem Unterschied, daß Engel wahrscheinlich bedeutend leiser sind oder wenigstens himmlische Choräle singen. Noch während des unmittelbar anschließenden Angelusgebets waren einige schon wieder weg, die anderen wenig später, unter schallend lautem Geplauder. Ich denke, die Polen sind so katholisch?

Liebe Damen, nächstens stellen wir bei der Andacht ein durchgestrichenes Foto von eurer Gruppe auf den Treppenabsatz, mit der Aufschrift „Wir müssen leider draußen warten!“

Im Ernst – in die Kirche und zum Herrn kommen der Stille und Einkehr wegen, aber dann ist kein Raum für Stille und Einkehr, weil man irgendwann doch anfängt, sich zu ärgern? (Ich fühle schon, wie ich innerlich zum Polizeihund mutiere.) Zur sakramentalen Aussetzung mit Oropax oder gar Scheuklappen? Anderswohin? Wo ist samstagnachmittags noch Aussetzung? So kann es jedenfalls nicht weitergehen, es hieße, gegen Windmühlen kämpfen.

BdL, die Arie Ich habe geeifert für den Herrn intonierend.

Mittwoch, 25. August 2010

…doch einen Leib hast du mir gegeben


Keiner würde sich über Kreuz und Mühe beklagen, die ihm etwa begegneten, wenn er die Waage erkennen würde, auf der sie den Menschen zugewogen werden. (Rosa von Lima)

In der Predigt zum gestrigen Heiligenfest nannte der Zelebrant die Liebe der hl. Rosa zum Kreuz und zum Leiden „barock“.

In der Tat konnte ich mich in der Auseinandersetzung mit dieser Heiligen der Frage nicht erwehren: Darf man das? Darf man durch Bußübungen und Askese seine Gesundheit dauerhaft schädigen oder sein Leben in Gefahr bringen? Darf man sein Leben mittelbar verkürzen, um auf diese Weise umso schneller mit Christus vereint zu sein?

Vor Jahren ist eine Großstadteremitin in einer Hochhaussiedlung gestorben, vermutlich an den Folgen extremen Fastens (ihr Beichtvater hatte vergebens versucht, sie dazu zu bewegen, mehr zu essen). Ist ihr Schicksal so verschieden von dem der hl. Rosa? Wieviel ist zuviel?

Wiederum ruft die Kirche die geweihten Jungfrauen außer zum Gebet in besonderer Weise zur Buße und zum Fasten auf.

Grundsätzlich kann man sicherlich sagen: wo etwas im Ungehorsam gegen die Oberen geschieht, kann man davon ausgehen, daß es hier nicht der Wille Gottes liegt. Womit ich nicht etwa die hl. Rosa meine. Im Leben der hl. Rosa von Lima von P. Faber konnte ich keinen Hinweis darauf finden, daß ein Oberer versucht hätte, sie davon abzubringen, indes war die Heilige offenbar recht erfinderisch darin, Auswirkungen ihrer Bußübungen zu verbergen. Ihre engsten Verwandten wiederum hatten Bedenken, sie etwa vom Tragen der eisernen Dornenkrone abzubringen (wenn man hier genau hinschaut, sieht man am oberen Rand des Schleiers punktförmige Verletzungen), aus Furcht, sie könnte sich eine andere, noch qualvollere Möglichkeit ausdenken, die Leiden Christi nachzuahmen.

Die heilige Teresa, die immerhin den recht asketisch lebenden Ordenszweig der Unbeschuhten gegründet hat, ist zugleich für Äußerungen bekannt wie: Tue deinem Leib Gutes, damit die Seele Lust hat, darin zu wohnen. Oder auch: Wenn Fasten, dann fasten, wenn Rebhuhn dann Rebhuhn! (Was bedeuten kann, daß man in Demut auch etwas annimmt, was einem „zu gut“ erscheint, weil es das ist, was man gerade bekommen hat und das etwa aufgetischte Rebhuhn nicht mit einem, „Nein danke, ich ernähre mich gerade nur von linksdrehendem Knäckebrot“ zurückweist.) Bei aller Askese enthält dieses Leben auch ein heilsames Korrektiv gegen möglichen Größenwahn: keine Karmelitin stirbt daran.

Ich glaube, daß ein Leben wie das der hl. Rosa heute nicht leicht verstanden wird: Christus in seinem Kreuz und Leiden zu umfangen. (Ganz abgesehen davon, daß darüber hinaus auch die Lebensweise einer geweihten Jungfrau heute nicht leicht verstanden wird. Die schiere Tatsache, daß man niemals ein eigenes, leibliches Kind haben wird, kann übrigens ein tiefer, dauerhafter oder wiederkehrender Schmerz sein. Dennoch würde ich mich unter keinen Umständen „zurückhaben“ wollen.)

Eine Antwort kann lauten: durch die Gnade Gottes kann es gelingen, wenn es die eigene Berufung ist, wenn das eigene Herz dort verankert ist, wo die wahren Freuden sind, wie es im Tagesgebet des letzten Sonntags heißt:
Gott unser Herr, du verbindest alle, die an dich glauben,
zum gemeinsamen Streben. Gib, daß wir lieben, was du befiehlst,
und ersehnen, was du uns verheißen hast, damit in der Unbeständigkeit
dieses Lebens unsere Herzen dort verankert seien, wo die wahren Freuden sind.

Montag, 23. August 2010

Hl. Rosa von Lima – Jungfrau


Stark wie der Tod ist die Liebe. Die Leidenschaft ist hart wie die Unterwelt. Ihre Gluten sind Feuergluten, gewaltige Flammen. Auch mächtige Wasser können die Liebe nicht löschen, auch Ströme schwemmen sie nicht weg. Böte einer für die Liebe den ganzen Reichtum seines Hauses, nur verachten würde man ihn. (Hohelied 8,6-7)

Die heilige Rosa wurde 1586 in Lima, der Hauptstadt Perus als Tochter einer verarmten spanischen Familie geboren. Ihr Taufname lautete Isabella, wegen ihres Aussehens gab man ihr jedoch schon als kleines Kind den Beinamen Rosa.

Schon früh zeigte das freundliche und stille Mädchen eine ungewöhnliche Duldsamkeit im Leiden. Als sie sich beim Schließen einer Truhe den Daumen quetschte, verbarg sie es solange klaglos, bis der Finger sich so entzündet hatte, daß der Arzt gezwungen war, ein Fingerglied zu amputieren. Bei einer anderen Gelegenheit, als sie sich einer sehr schmerzhaften ärztlichen Behandlung unterziehen mußte, gab sie keinen Laut von sich, obwohl sie vor Schmerz zitterte.

Als ihr älterer Bruder einmal beim Spiel eine Bemerkung über langes Haar und Zöpfe hinwarf, die er als "des Teufels Fallstricke für junge Männer" bezeichnete, ärgerte sie sich. Als sie später ewige Jungfräulichkeit gelobte, schnitt sich zum Zeugnis dessen ihr schönes langes Haar ab, da sie es als einen Quell der Eitelkeit betrachtete.

Ihre Mutter war sehr stolz auf Rosas Äußeres und schmückte sie mit Blumen und Bändern, Perlen und Korallenschmuck. Rosa ertrug dies geduldig, verbarg aber heimlich Dornen oder Nadeln unter den Blumenkränzen. Auch verachtete sie die eigene Schönheit, so daß sie einmal sogar Pfeffer auf ihrer Gesichtshaut verrieb.

Als sie ins heiratsfähige Alter kam, wurde Rosa ohne ihr Wissen dem Sohn einer reichen Witwe versprochen. Als sie davon erfuhr, weigerte sie sich unter allen Umständen, auch, als ihre Mutter sie deswegen schlug. Nachdem sie die Schriften der hl. Katharina von Siena gelesen hatte, nahm sie sich diese dominikanische Mystikerin zum Vorbild. Ihre Bußübungen, die sie der Bekehrung ihres Volkes und der Sühne für die Bluttaten der spanischen Eroberer aufopferte, begann Rosa, indem sie an drei Tagen der Woche fastete.

Im Alter von 20 Jahren erhielt sie die Einwilligung, in den dritten Orden des heiligen Dominikus einzutreten. Als Terziarin wohnte sie in einer Hütte im Garten ihrer Eltern. Zu diesem Zeitpunkt intensivierte sie ihre Bußwerke: sie aß sehr wenig, und wenn, dann nur einfachste Nahrungsmittel, schlief auf einem aus groben Brettern, Holzstücken und Tonscherben bestehenden Lager, das den Leib eher quälte als ihm Ruhe verschaffte, sie trug ein härenes Hemd, einen Gürtel und – in Nachahmung der hl. Katharina – eine Dornenkrone aus Eisen. Den Gürtel schloß sie ab und warf den Schlüssel weg, so daß sie ihn auch dann nicht mehr hätte abnehmen können, wenn sie gewollt hätte. Die Wunden, die die Dornenkrone verursachte, verbarg sie mit ihrem Schleier vor den Augen ihrer Mutter. Ihre Lebensordnung sah zehn Stunden Arbeit, zwölf Stunden Gebet und nur zwei Stunden Schlaf vor.

Als Folge dieser extrem asketischen Lebensweise litt sie oft unter großen Schmerzen und auch geistlicher Trockenheit, in denen sie daran zweifelte, daß sie eine unsterbliche Seele besäße. Zu anderen Zeiten sah sie sich zur Hölle verdammt, so daß sie ausrief: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Jeden Samstag schmückte sie den Altar einer Rosenkranzkapelle mit Blumen, die sie eigens für diesen Zweck gepflanzt hatte. Sie hatte es ebenso unternommen, dort ein Bildnis der Gottesmutter, für das sie eine große Verehrung hegte, zu schmücken, und für dieses ein "geistliches Kleid" aus Gebet und Fasten anzufertigen. Zu dieser Andachtsübung schrieb sie nieder:

Jesus, Maria,
das geistliche Kleid, das ich Sr. Rosa von der hl. Maria, unwürdige Dienerin der Engelskönigin mit ihrer Hilfe der allerseligsten Jungfrau und Gottesmutter bereite:
1. Ihre Tunika soll aus sechshundert Ave Marias, ebensovielen Salve Reginas und fünfzehn Fasttagen bestehen, zur Ehre der geistigen Freude, die sie empfand, als der Erzengel ihr die Menschwerdung des Wortes in ihrem keuschen Leib ankündigte.
2. Das Material für ihr dieses geheimnisvolles Kleid sollen aus sechshundert Ave Marias, fünfzehn Rosenkränze und 15 Fasttagen bestehen, zur Ehren der Freude, die sie empfand, als sie ihre Cousine Elisabeth besuchte.
3. Ich will es mit sechshundert Ave Marias, genausovielen Salve Reginas, fünfzehn Rosenkränzen und fünfzehn Fasttagen säumen, zur Ehre der Freude, die ihr Herz erfüllte, als der Sohn Gottes in die Welt kam.
4. Die Verschlüsse sollen aus sechshundert Ave Marias, sechshundert Salve Reginas und fünfzehn Fasttagen sein, zur Ehre ihrer Freude bei der Darstellung ihres Sohnes Jesus Christus im Tempel.
5. Ihr Halsband soll aus sechshundert Ave Marias, ebensovielen Salve Reginas, fünfzehn Fasttagen und fünfzehn Rosenkränzen bestehen, zur Ehre der Freude, als sie ihren Sohn im Tempel wiederfand. Das Zepter soll aus 33 Vaterunsern, 33 Rosenkränzen, 33 Gloria Patris und 33 Salve Reginas bestehen, zur Ehre der 33 Jahre, die Jesus Christus, wahrer Mensch und Gott, zu unserer Erlösung auf Erden verbrachte.

Etwas kleiner schrieb sie darunter:
Gott sei auf ewig verherrlicht und seine allerreinste Mutter, die Jungfrau Maria, verehrt von aller Kreatur. Ich habe dieses geistliche Kleid angefertigt und mich diesem Werk mit der Hilfe Gottes hingegeben, der meine Unvollkommenheit ergänzt hat.

Im Alter von 31 Jahre erkrankte Sr. Rosa, die sich sehr danach sehnte, auf immer mit Christus vereint zu sein, schwer. Am ganzen Körper gelähmt und fieberkrank, war sie dennoch bei klarem Bewußtsein und konnte ein letztes Mal die hl. Kommunion empfangen. Mit den Worten "Jesus, bleib bei mir" starb sie am 24. August 1617. Im Tode zeigte ihr Gesicht ein süßes Lächeln.

Sonntag, 22. August 2010

Maria Königin


Ave Regina coelorum,
ave Domina Angelorum
Save radix, salve porta,
ex qua mundo lux est orta.
Gaude Virgo gloriosa,
super omnes speciosa:
Vale o valde decora,
et pro nobis, Christum exora.


Meinst du nicht, daß Maria die mit der Sonne umgebene Frau ist? Gewiß verweist der Zusammenhang der prophetischen Sicht, dies von der gegenwärtigen Kirche zu verstehen; aber man kann dies auch zutreffend von Maria sagen: denn sie hat sich gleichsam mit einer anderen Sonne umgeben. Wie die geschaffene Sonne in gleicher Weise über Gute und Böse aufgeht, so sieht auch sie nicht auf frühere Verdienste, sondern erweist sich gegen alle einsichtsvoll, überaus gütig, und hat in weitherziger Liebe Erbarmen mit den Nöten aller. Sie ist über alle Mängel erhaben, und was immer gebrechlich oder verdorben ist, überragt sie einzigartig in hervorragendster Erhabenheit und übertrifft alle Kreatur, sodaß mit Recht gesagt wird, daß unter ihren Füßen der Mond sei . Andererseits würden wir nichts Besonderes gesagt haben, wäre bloß der geschaffene Mond unter ihren Füßen, die ohne jedweden Zweifel über alle Chöre der Engel, über Kerubim und Seraphim erhöht ist.

Der Mond bezeichnet gewöhnlich nicht bloß den Fehler der Verdorbenheit, sondern ebenso der törichten Gesinnung und bisweilen auch die Kirche dieser Zeit; ersteres wegen seiner Veränderlichkeit, letzteres jedenfalls wegen des anderswoher entlehnten Glanzes! In jedem Sinn aber wird sozusagen der Mond überaus passend zu Füßen Mariens verstanden, wenn auch auf verschiedene Weise, denn „ein heiliger Mensch bleibt in der Weisheit wie die Sonne, aber ein Tor ist veränderlich wie der Mond“. In der Sonne ist nämlich sowohl die Glut als der Glanz beständig, im Mond ist nur der Glanz, und auch dieser ist unentwegt veränderlich und unsicher, weil er niemals im gleichen Zustand bleibt. Mit Recht wird daher Maria als mit der Sonne umgeben dargestellt, da sie die gewaltige, unermeßliche Tiefe der göttlichen Weisheit weiter durchdrungen hat, als man zu glauben vermag; sodaß sie soweit dies die Natur des Geschöpfes ohne persönliche Vereinigung zuläßt in jenes unzugängliche Licht eingetaucht erscheint. Mit diesem Feuer wurden zwar die Lippen des Propheten gereinigt, von diesem Feuer sind auch die Seraphim entflammt; aber weit anders verdiente Maria, nicht bloß kurz davon berührt, sondern vielmehr davon bedeckt und umflossen, ja gleichsam vom Feuer selbst eingeschlossen zu werden. Höchst rein, fürwahr, aber auch ganz glühend ist das Kleid dieser Frau, an der alles so herrlich strahlt, daß man an ihr ich will nur sagen nichts Finsteres oder auch nur etwas ein wenig Dunkles oder minder Lichtes, ja nicht einmal etwas Laues oder nicht ganz Glühendes annehmen darf.
(aus dem Sermo des hl. Bernhard von Clairvaux zum Oktavtag von Mariä Himmelfahrt)

Der Gedenktag Maria Königin ist Patrozinium im hiesigen Karmel Regina Martyrum und der Gedenkkirche Maria Regina Martyrum (Maria, Königin der Märtyrer) und daher dort ein Hochfest. Briefe an den Konvent unterm Jahr, die etwa an „Frau Regina Martyrum“ adressiert sind, schaffen es für ein kurzes Gaudium ans Schwarze Brett des Klosters.

Mittwoch, 18. August 2010

Mariä Himmelfahrt und Sommerfrische


Wie sich beim Kräutersammeln – was ich noch bei wunderbar trockenem Wetter erledigen konnte, bevor dann der Regen kam – gezeigt hat, bereitet es überhaupt keine Schwierigkeiten, auch in der Großstadt größere Sträuße zusammenzustellen. Für einen kleinen bis mittleren reichen schon die Erträge einer einzigen Stadtbrache. Ein vager Duft nach Lavendel, Wacholder und Küchenkräutern hängt in der Kammer (wo ich die Kräuter- und Blumenernte vor den Katzen verstecken mußte) immer noch in der Luft. Da ich einen Korb mit mehreren Kräuterbuschen hatte, hat der Herr Pfarrer meinen Einkaufskorb übrigens mitgesegnet. :)

In der nächsten Zeit wird es hier vielleicht ein wenig ruhiger: ich habe Urlaub (endlich!). Urlaub bedeutet zwar nicht wegfahren, aber ein Mehr an vielen Dingen, die mir Freude machen – mehr Zeit fürs Gebet, zum Nachdenken, in der Stille und in der Natur sein, ausreichend Schlaf. Bloggen ist zwar möglich, nicht aber kommentieren und neue Blogs oder Banner verlinken, also wundert euch bitte nicht. Wer sich über das Bild wundert, es zeigt eine Blauflügel-Prachtlibelle, lateinisch Colapteryx virgo.

Sonntag, 15. August 2010

Mariä Aufnahme in den Himmel


Wie schimmernde Morgenröte,
strahlend wie die Sonne, im lieblichen Glanze des Mondes
steigt Maria empor zum höchsten Himmel.
Heute besteigt die Königin der Welt den Thron der Herrlichkeit,
sie, die den gebar, der vor dem Morgenstern ist.
Aufgenommen über die Engel, erhebt sie sich auch über die Erzengel.
Alle Verdienste der Heiligen läßt sie hinter sich.
Den sie einst an ihre Brust gedrückt, den sie in die Krippe gebettet,
sieht sie jetzt als König über alles in der Herrlichkeit des Vaters.
Für uns flehe deinen Sohn an, o Jungfrau der Jungfrauen,
durch die Er unsere Natur angenommen und uns die seinige anbietet.
Dir sei Lob, Allerhöchster, der Du aus der Jungfrau geboren bist:
Ehre sei auch dem unaussprechlichen Vater und dem Heiligen Geiste.
Amen.

(Hl. Petrus Damiani)

Samstag, 14. August 2010

Hl. Maximilian Maria Kolbe – Ordensmann, Märtyrer

Niemand hat größere Liebe als der, der sein Leben hingibt für seine Freunde. (Joh 15, 12-13)

Vor einigen Jahren wurde am hiesigen Gotteshaus beschlossen, die Abendmesse am Tag vor Hochfesten nunmehr immer als Vorabendmesse zu feiern. So kam der heilige Maximilian zwar um eine Abendmesse an seinem Gedenktag, eigentlich aber besteht aber gerade zwischen diesem Heiligen und der Gottesmutter eine besonders enge Verbindung.

Vorher konnte man die umgekehrte Situation erleben: Ausländische Touristen, die die Abendmesse am 14. August besuchten, in der Hoffnung, eine Vorabendmesse zu Mariä Himmelfahrt zu erleben, waren verwundert, uns in roten Paramenten feiern zu sehen. Mehr als einmal befragte man mich nach der Messe: „But who was Maximilian Kolbe?“

Ja, wer war Maximilian Kolbe? Die Antwort ist: einer, der sein Leben hingab für seine Freunde. Im Todesblock 11 des Konzentrationslagers Auschwitz nahm er freiwillig den Hungertod auf sich, um einem Familienvater das Leben zu retten.

Raimund Kolbe wurde 1894 in Polen geboren und trat unter dem Eindruck der franziskanischen Mission als junger Mann bei den Franziskaner-Minoriten ein. Im Alter von nur 20 Jahren legte er dort die feierliche Profeß ab und fügte zur Priesterweihe seinem Ordensnamen Maximilian den der Gottesmutter hinzu.

Noch in der Zeit seiner Vorbereitung auf die Priesterweihe gründete er 1917 in Rom die Militia Immaculatae (Kreuzzug der Unbefleckten Jungfrau), um kirchenfeindlichen Bestrebungen die Kraft des Gebets entgegenzusetzen, sein Anliegen war: allen Sündern … überhaupt allen Menschen die Hand zu reichen, sie zu Gott zurückzuführen und zu heiligen. Dieser Militia Immaculatae, zu deren Verbreitung Pater Kolbe später auch die Monatsschrift „Ritter der Unbefleckten Jungfrau“ herausgab, traten in kurzer Zeit über 800 Männer bei.

P. Kolbe wurde nach Japan und Indien entsandt, wo er beim Aufbau von Klöstern und der Verbreitung der Militia Immaculatae im Ausland mithalf. 1936 mußte er wegen schlechter Gesundheit – die Folge einer früheren Tuberkuloseerkrankung – nach Polen zurückkehren. Dort setzte er sich weiterhin eifrig für sein Missionswerk ein, Nach dem Einfall der Nationalsozialisten 1939 wurde P. Kolbe verhaftet und eingesperrt, dann aber wieder freigelassen. 1941 verhaftete man ihn wiederum, weil er Tausenden von Flüchtlingen, darunter auch Juden, Zuflucht gewährt hatte, und deportierte ihn ins Konzentrationslager Auschwitz. Sein Werk, die „Stadt der Unbefleckten Gottesmutter“, in der die Franziskaner das wenige, was sie besaßen, mit den Flüchtlingen geteilt hatten, wurde geschlossen.

Am 31. Juli 1941 wurden bei einer Strafaktion nach der Flucht eines Gefangenen aus P. Kolbes Block zehn Männer ausgewählt und zum Hungertod verurteilt. An der Stelle eines jungen Familienvaters bot Pater Kolbe sich selbst an. In der Erwartung des Todes fand Pater Kolbe noch die Kraft, die Mitverurteilten durch gemeinsames Gebet und Gesang zu stärken. Als er nach zwei Wochen im sogenannten Hungerbunker noch lebte, gab man ihm eine Giftspritze.

Pater Kolbes Überreste wurden am Tag des Hochfests der Aufnahme Mariens in den Himmel verbrannt. Einige Jahre zuvor hatte er gesagt: Gern würde ich für die Sache der Unbefleckten Gottesmutter zu Asche verbrennen. Möge sie sich über die ganze Welt verteilen und nichts davon zurückbleiben.

Donnerstag, 12. August 2010

Legt euren Gürtel nicht ab und laßt eure Lampen brennen!

Zum Gedenktag der heiligen Klara[1] ist mir gestern noch ein Gedanke von Mother Mary Francis im Kopf herumgegangen: sie vertritt die Ansicht, daß es kein Zufall war, daß der heilige Franziskus als seinen zweiten Orden einen Orden klausurierter Nonnen gründete.

Manch einer mag einwenden, für Frauen hätte es damals eben keine andere Möglichkeit gegeben, ein geistliches Leben zu führen. Dagegen wendet sie zu Recht ein, daß der heilige Franz gerade der rechte gewesen wäre, das zu ändern, wenn er es für denn sinnvoll gehalten hätte. Offensichtlich aber wollte aber Franziskus einen Orden gründen, dessen Schwestern die Minderbrüder durch ihr Gebet stärken und für das Heil der ganzen Welt beten sollten.

In der Tat stehen die Klarissen nachts zum Gebet der Matutin vor dem ausgesetzten Allerheiligsten auf. Der Gedanke, daß daß jemand in der Nacht wacht und für die Welt, in der viele Menschen zur selben Zeit leiden, krank sind, sich von Sorgen oder Schmerzen bedrängt, schlaflos herumwälzen, oder vielleicht im Begriff sind, eine schwere Sünde zu begehen, finde ich immer wieder ergreifend. Ich habe versucht, davon soviel in mein Leben zu übernehmen, daß ich, wenn ich nachts nicht schlafen kann, die Zeit zum Gebet nutze.

Mir fiel während des Evangeliums des letzten Sonntags ein, wie sehr dieses Evangelium Sinn und Streben des gottgeweihten Lebens zusammenfaßt und welch hohem Maße die Heiligen, die wir in dieser Woche feiern, dem entsprochen haben, wie sehr ihr Leben von dem Licht Christi durchdrungen war: der heilige Laurentius, von dem ein Kirchenvater schrieb, daß ihm das Feuer, das in ihm brannte, die Kraft gab, sein Martyrium zu bestehen, die heilige Klara, die ein Licht genannt wurde, das die Welt erleuchtet, Edith Stein und Maximilian Kolbe, die in der Dunkelheit und Verzweilfung des Konzentrationslagers anderen Licht und Rettung sein konnten.
Verkauft eure Habe, und gebt den Erlös den Armen! Macht euch Geldbeutel, die nicht zerreißen. Verschafft euch einen Schatz, der nicht abnimmt, droben im Himmel, wo kein Dieb ihn findet und keine Motte ihn frißt. Denn wo euer Schatz ist, da ist auch euer Herz. Legt euren Gürtel nicht ab, und laßt eure Lampen brennen!  Seid wie Menschen, die auf die Rückkehr ihres Herrn warten, der auf einer Hochzeit ist, und die ihm öffnen, sobald er kommt und anklopft. Selig die Knechte, die der Herr wach findet, wenn er kommt! Amen, ich sage euch: Er wird sich gürten, sie am Tisch Platz nehmen lassen und sie der Reihe nach bedienen. Und kommt er erst in der zweiten oder dritten Nachtwache und findet sie wach – selig sind sie. Bedenkt: Wenn der Herr des Hauses wüßte, in welcher Stunde der Dieb kommt, so würde er verhindern, daß man in sein Haus einbricht. Haltet auch ihr euch bereit! Denn der Menschensohn kommt zu einer Stunde, in der ihr es nicht erwartet. (Lk 12, 33-40)
Wie wäre das, habe ich mir noch gedacht, wenn er heute abend wiederkäme? Wäre ich bereit?

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[1] Daß der Priester sich zur Feier des Tages in den diversen Heiligenvitae verirrt hatte, war ein wenig schade. Zwar brachte er richtigerweise die heilige Klara in Verbindung mit dem hl. Franziskus (dafür gibt es zwei Gummipunkte!), der Rest der Predigt beschrieb dann aber leider das Leben der hl. Teresa von Avila und bog bei „jeder von uns muß seinen eigenen Weg durchs Leben finden“ ganz plötzlich in Richtung Deepak Chopra ab.

Mittwoch, 11. August 2010

Hl. Klara – Jungfrau


Herr, sei gelobt, weil du mich erschaffen hast. (Hl. Klara)

Es ist zweifelhaft, ob auch nur einer von den Gepäckträgern, die an diesem Abend auf dem Bahnhof Dearborn umherwanderten, die Lebensgeschichte der Frau kannten, von der die Stimme Gottes erklärt hatte, sie werde „ein Licht" sein, „das die ganze Welt erleuchtet. Mehr als siebenhundert Jahre hat dieses ungetrübte Licht der hl. Klara nun die Welt erleuchtet, aber die Welt als solche weiß es nicht. Wenn wir im Sonnenlicht arbeiten, studieren oder schreiben, denken wir nicht weiter darüber nach, daß alle diese Beschäftigungen ohne die Sonne unmöglich wären. Wir stellen keine langen Berechnungen über die Zahl der künstlichen Lichter an, die wir den ganzen Tag brennen lassen müßten, um uns einen traurigen Ersatz für das Sonnenlicht zu verschaffen. Und wenn die Sonne an manchen Tagen nicht scheint, machen wir uns auch darüber keine Gedanken, nur ein unbestimmtes Gefühl von Mißmut befällt uns beim Schein elektrischer Lampen, und wir warten mit einiger Ungeduld auf die baldige Wiederkehr der Sonne. (Mary Francis Aschmann PCC)

Chiara Offreduccio wurde im Jahre 1194 als älteste Tochter einer einflußreichen italienischen Familie geboren. Man erzählte sich, daß ihrer Mutter während der Schwangerschaft ein Engel erschienen sei, der gesagt habe: Dein Kind wird ein Licht sein, das die Welt erleuchtet! Aus diesem Grund nannte ihre Mutter sie Klara, was „Licht“ bedeutet.

In der Nacht des Palmsonntags 1212 verließ Klara mitten in der Nacht heimlich ihr Elternhaus, um sich dem jungen Franziskus von Assisi anzuschließen, der keine Vorstellung davon hatte, wo und wie er sie unterbringen sollte, ihr aber dessen ungeachtet die langen blonden Haare abschnitt – die noch heute erhalten sind –, ihr einen groben graubraunen Habit mit Schleier übergab und sie „die erste meiner armen Frauen.“ nannte. Bis er die verfallene Kirche von San Damiano wiederaufgebaut hatte, brachte er Klara bei den Benediktinerinnen unter. Später schlossen sich Klara ihre jüngere Schwester Agnes sowie viele Verwandte und Freundinnen an und die Gemeinschaft ließ sich in San Damiano nieder. So entstand der zweite Orden des heiligen Franziskus, der man auch den seraphischen Orden nennt.

Die Regel der heiligen Klara, für deren Anerkennung sie bis zu ihrem Tod zweiundvierzig Jahre später eintreten mußte, ist im Grunde sehr einfach und fordert zugleich alles. Sie besteht darin, einfach das Evangelium unseres Herrn Jesus Christus zu beachten.

Klara lebte in der Klausur von St. Damiano das einfache Leben nach dem Evangelium, das sie sich gewünscht hatte. Ihre Ordensregel – die erste, die von einer Frau verfaßt wurde – erhielt die päpstliche Anerkennung erst zwei Tage vor Klaras Tod am 11. August 1253. Zu dieser Zeit gab es bereits 125 Klarissenklöster, heute gehören die Klarissen zu den beiden größten beschaulichen Frauenorden.

Im Februar 2006 starb die Klarissin Mother Mary Francis Aschmann PCC, von die Zeilen oben stammen. Ihre Werke – Stücke, Betrachtungen und Bücher über das kontemplative Leben in einfacher, poetischer Sprache und zugleich voller Humor – haben vielen Menschen Freude bereitet. Ihr bekanntestes ist sicher das Buch A right to be merry (Das Recht, fröhlich zu sein) über Übersprung und Leben der Armen Klarissen. Ähnlich wie bei Thomas Merton, dessen Berg der sieben Stufen viele junge Männer dazu hinführte, ihre Berufung bei den Trappisten zu erproben, ist es nicht möglich, zu sagen, wieviele Frauen bei den Klarissen eintraten, weil ihnen dieses Buch in die Hände kam.


Alberta Aschmann [1] wurde 1921 in St. Louis geboren und war sich schon in jungen Jahren ihrer Berufung sicher. Mit 16 trat sie als Kandidatin bei den Schulschwestern von Notre Dame ein und studierte in der Folge an der Universität von St. Louis, mit dem Ziel, Lehrerin an einer der Schulen des Ordens zu werden. Dieses Leben liebte sie sehr; sie wurde sich jedoch darüber klar, daß Gott sie in einen kontemplativen Orden rief. 1942 trat sie in das Kloster der Armen Klarissen in Chicago ein und wurde am 26. Juni 1043 als Sr. Mary Francis von Unserer Lieben Frau eingekleidet.

Ihre Äbtissin erlaubte ihr, ihr Talent zum Schreiben weiterzuentwickeln – das erste Werk erschien noch während ihres Noviziates und erregte in der literarischen Welt soviel Aufsehen, daß sie in der Folge immer wieder von bedeutenden Schriftstellern am Klausurgitter besucht wurde.

1948, ein Jahr nach ihrer feierlichen Profeß, wurden einige Schwestern, unter ihnen Sr. Mary Francis, nach Roswell in New Mexico gesandt, um dort die Neugründung des Klosters Unserer Lieben Frau von Guadalupe vorzunehmen.[2] Einige Jahre später nahm Sr. Mary Francis auf Geheiß ihrer Äbtissin an einem literarischen Wettbewerb teil, da der Konvent Geld brauchte, um das Dach des Klosters reparieren zu lassen. So schrieb Sr. Mary Francis ein Buch über das Leben der Armen Klarissen in Roswell, das 1956 erschien. – An dem Preisausschreiben nahm sie übrigens dann doch nicht teil, das Dach wurde aber trotzdem repariert. (Und unser himmlischer Vater ernährt sie doch!)

1964 wählte der Konvent von Roswell Sr. Mary Francis zur neuen Äbtissin, was sie bis kurz vor ihrem Tode, 41 Jahre lang, blieb. In dem sehr schönen Kapitel Türen schrieb sie 1956:
Ich schaue gedankenvoll auf die zwei unteren Flügel[3], die ich nur einmal geöffnet sah: als am Tage der Einweihung der Kapelle und des Klosters Erzbischof Byrne und sein Gefolge den Chor betraten. Eines Tages werden sie für mich geöffnet sein. An jenem Tage wird mein Sarg vor dem Gitter stehen, und die Leute werden vorbeigehen, um mein Gesicht zu sehen. Ich hoffe, daß sie dazu sagen werden, was die Leute immer sagen, wenn sie eine Arme Klarissin erblicken: „Wie glücklich sie dreinschaut, wie friedlich.“ Nach dem Requiem werden die franziskanischen Mönche durch diese beiden Türen kommen und mich zu dem kleinen Friedhof im Klostergarten geleiten. Meine Schwestern werden singen „Mögen die Engel dich ins Paradies geleiten“. Und nachher werden sie zu meiner Ehre ein Festessen haben, und es wird den ganzen Nachmittag Rekreation sein – weil ich mein Ziel erreicht und meinen Lauf vollendet habe. Ich hoffe, ich werde ihnen ein bißchen fehlen; ich weiß, sie werden mich beneiden. Und ich werde in den kleinen Friedhof schlafen, wohin meine Schwestern nach dem Beten des Kreuzwegs unter den Bäumen kommen werden, um mich zu besuchen.
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[1] auf dem Foto links bei der feierlichen Profeß einer ihrer Schwestern

[2] Eine Tochtergründung dieses Ordenszweigs kam wieder nach Europa zurück: die Armen Klarissen in Eindhoven

[3] des Holzladens am Chorgitter

Dienstag, 10. August 2010

Kräuterweihe am Fest Mariä Himmelfahrt

Als der Herr Pfarrer am letzten Sonntag vor dem Segen kurz erwähnte, daß die zu Mariä Himmelfahrt vielerorts traditionell gesegneten Kräuter später auch ans Vieh verfüttert wurden, hatte ich einen heiteren Moment (just call me Kichererbse!), weil ich mir in diesem Moment lebhaft vorstellen konnte, wie das Viehzeug aussieht, das bei mir vor oder nach der Kräuterweihe die gesammelten Kräuter unbedingt verzehren will.[1]

Bei der Kräuterweihe handelt es sich jedenfalls um einen alten Brauch, den es in der katholischen Kirche etwa seit dem 10. Jahrhundert gibt. In den Tagen vor Mariä Himmelfahrt werden Kräuter gesammelt – naturgemäß meist von Frauen –, gebunden und vom Priester bei oder nach der Heiligen Messe zum Festtag gesegnet. Danach kann man Tee daraus bereiten, sie an das Vieh (siehe oben) verfüttern oder sich einfach selbst an ihnen erfreuen.

Die Kräuterweihe hat ihren Ursprung in der Überlieferung, dass bei der Öffnung des Grabes Mariens ein aromatischer Duft von Blumen und Kräutern ausströmte.

Welche Kräuter und oder Blumen gesammelt werden, ist ganz unterschiedlich, ebenso, wieviele davon man zu einem solchen Buschen zusammenstellt. Man bindet sie zu Sträußchen oder ausgewachsenen Kräuterbuschen, die man mit den Blättern des Rohrkolbens einfassen kann. Die Mitte kann ein Apfel (wie beim Palmstock), die Dolde einer Königskerze, eine Rose oder eine Lilie bilden. In einen Kräuterbuschen kann alles gebunden werden, was in der heimischen Natur an Heilpflanzen, Kräutern oder Blumen im August wächst – giftige Pflanzen sollen es allerdings nicht sein. Besonders bieten sich die Pflanzen an, die einen direkten Bezug zur Gottesmutter haben, die wir als Heil der Kranken, geheimnisvolle Rose und Jungfrau über allen Jungfrauen anrufen.

Zahlensymboliken bei der Anzahl von Kräutern kann man, braucht man aber nicht beachten. Ein Buschen mit 72 oder 99 Kräutern bleibt in der Großstadt wahrscheinlich ein Traum – oder man tut wochenlang nichts anderes (Indiana Jones und die Jagd nach dem verlorenen Kraut)[2]. Hier findet man eine kräuterkundliche Erläuterung zur Zusammenstellung eines Buschens in Niederösterreich. Die auf das Fest Mariä Himmelfahrt folgende Zeit bis zum Fest Mariä Namen am 12. September eignet sich zum Kräutersammeln besonders gut und hat daher im Volksmund den Namen Frauendreißiger.

Der Priester segnet die Kräuter und Blumen und besprengt sie mit Weihwasser:
Herr, unser Gott, du hast Maria über alle Geschöpfe erhoben und sie in den Himmel aufgenommen. An ihrem Fest danken wir dir für alle Wunder deiner Schöpfung. Durch die Heilkräuter und Blumen schenkst du uns Gesundheit und Freude.

Segne diese Kräuter und Blumen. Sie erinnern uns an deine Herrlichkeit und an den Reichtum deines Lebens. Schenke uns auf die Fürsprache Mariens dein Heil. Laß uns zur ewigen Gemeinschaft mit dir gelangen und dereinst einstimmen in das Lob der ganzen Schöpfung, die dich preist durch deinen Sohn Jesus Christus in alle Ewigkeit.

Zum Fest Mariä Himmelfahrt wird es bei uns also eine Kräuterweihe[3] geben, wenn Kräuter mitgebracht werden. (ich mache mich jedenfalls ans Werk).

Sonntag, 15. August, 12 Uhr
Hl. Messe zum Fest Mariä Himmelfahrt
Katholische Akademie in Berlin
Hannoversche Straße 5, Berlin-Mitte

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[1] Auch träumte einer Kollegin vor Jahren, ich hätte mir jetzt eine Milchkuh angeschafft und hielte sie in meiner Wohnung. (Hint: das war ein Alptraum…)

[2] In diesem Zusammenhang auch zur Lektüre geeignet: Der Zwerg Nase von Wilhelm Hauff.

[3] Das Auseinanderdividieren der Begriffe Weihe und Segnung erspare ich dem geneigten Leser an dieser Stelle. Traditionell wird es „Weihe“ genannt, ist aber eine Segnung.

Sonntag, 8. August 2010

Teresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein) – Ordensfrau, Märtyrin

Das Wort vom Kreuz ist denen, die verlorengehen, Torheit, uns aber, die gerettet werden, ist es Gottes Kraft. (1 Kor 18)

Die heilige Teresia Benedicta vom Kreuz OCD (Edith Stein) wurde am 12. Oktober 1891, dem Fest Yom Kippur, als jüngstes von elf Kindern einer jüdischen Familie in Breslau geboren. Obwohl ihr Leben in den Gaskammern ausgelöscht wurde, bleibt es ein lebendiges Licht inmitten der Dunkelheit einer Zeit des Bösen und des Leidens.

Während ihres Studiums und der wissenschaftlichen Arbeit auf dem Gebiet der Philosophie war Edith Stein auf der Suche nach Wahrheit und fand sie in der Autobiographie der heiligen Karmelitin Teresa von Avila, die sie in einer einzigen Nacht durchlas.

Tief eingeprägt hatte sich ihr auch die Begebenheit, als sie 1916 einmal im Frankfurter Dom, in den sie jemanden begleitet hatte, eine Frau mit einem Marktkorb im stillen Gebet knien sah: Das war für mich etwas ganz Neues. In die Synagogen und in die protestantischen Kirchen, die ich besucht hatte, ging man nur zum Gottesdienst. Hier aber kam jemand mitten aus den Marktgeschäften in die menschenleere Kirche wie zu einem vertrauten Gespräch. Das habe ich nie vergessen können.

Am 1. Januar 1922 wurde Edith Stein durch die Taufe in die katholische Kirche aufgenommen und am 2. Februar, dem Fest der Darstellung des Herrn, gefirmt. Eigentlich wollte Edith Stein nach ihrer Aufnahme in die Kirche so bald wie möglich in den Karmel eintreten, ihre geistlichen Begleiter wünschten jedoch, daß sie ihre Tätigkeit in der Welt fortsetze. So unterrichtete sie, schrieb und hielt Vorträge, bis dies vom Nationalsozialismus verunmöglicht wurde.

Nicht die menschliche Tätigkeit kann uns helfen, sondern das Leiden Christi. Daran Anteil zu haben ist mein Verlangen. (Edith Stein)

Am 14. Oktober 1933, der ersten Vesper des Hochfests der hl. Teresa von Avila, trat Edith Stein als Postulantin im Alter von 42 Jahren in den Karmel von Köln-Lindenthal ein und erbat sich zur Einkleidung im folgenden April den Ordensnamen Teresia Benedicta a cruce. Der Name bringt ihre enge Verbindung zum Orden des hl. Benedikt in der Vergangenheit zum Ausdruck und bedeutet zugleich; die vom Kreuz Gesegnete.

„Kann sie auch nähen?“ erkundigte sich eine der älteren Mitschwestern über den Neuling. Zeitlebens tat sich Sr. Teresia Benedicta mit Hand- und Hausarbeiten (die kennzeichnend für das stille Leben der Karmelitinnen sind) schwer, jedoch nahm sie dies mit Humor und Demut an. Nach ihrer feierlichen Profeß 1938 erlaubte man ihr, ihre philosophischen Schriften weiterzuführen.

Im Karmel schrieb sie im Rückblick auf ihr Leben:
Was nicht in meinem Plan lag, das hat in Gottes Plan gelegen. Lebendiger wird in mir die Überzeugung, daß es – von Gott her gesehen – keinen Zufall gibt, daß mein ganzes Leben bis in alle Einzelheiten im Plan der göttlichen Vorsehung vorgezeichnet und vor Gottes allsehendem Auge ein vollendeter Sinnzusammenhang ist. Dann beginne ich mich auf das Licht der Glorie zu freuen, in dem auch mir dieser Sinnzusammenhang entschleiert werden soll.
Silvester 1938 siedelte Sr. Teresia Benedicta mit ihrer leiblichen Schwester Rosa, die ebenfalls katholisch geworden war und nun an der Pforte des Karmels lebte, nach Echt in den Niederlanden über, doch auch dort war sie nicht sicher.

Ihr letztes Werk, die Kreuzeswissenschaft über den hl. Johannes vom Kreuz sollte sie nie vollenden können. Am 2. August 1942 wurde Sr. Teresia Benedicta aus der Kapelle des Echter Karmel heraus verhaftet und nach einer Zwischenstation im Lager Amersfort am 7. August nach Auschwitz transportiert, wo sie wahrscheinlich mit ihrer Schwester Rosa und vielen anderen am 9. August den Tod fand.

Ihr Testament, das sie am 26. März 1939 mit Erlaubnis ihrer Priorin (die sie auf der Rückseite einer alten Postkarte erbeten hatte) niederschrieb:
Schon jetzt nehme ich den Tod, den Gott mir zugedacht hat, in vollkommener Unterwerfung unter Seinen heiligsten Willen mit Freuden entgegen. Ich bitte den Herrn, daß Er mein Leben und Sterben annehmen möchte zu seiner Ehre und Verherrlichung, für alle Anliegen der heiligsten Herzen Jesu und Mariä und der Heiligen Kirche, insbesondere für die Erhaltung, Heiligung und Vollendung unseres heiligen Ordens, namentlich des Kölner und Echter Karmels, zur Sühne für den Unglauben des jüdischen Volkes und damit der Herr von den Seinen aufgenommen werde und sein Reich komme in Herrlichkeit, für die Rettung Deutschlands und den Frieden der Welt, schließlich für meine Angehörigen, lebende und tote und alle, die Gott mir gegeben hat: Daß keines von ihnen verlorengehe.

Freitag, 6. August 2010

Gott vergißt unsere Sünden


Bei der Lesung der gestrigen Abendmesse aus dem Buch Jeremia – Ich verzeihe ihnen die Schuld, an ihre Sünde denke ich nicht mehr – kam mir die Predigt unseres Pfarrers zum Sonntag Laetare wieder in den Sinn:
Wenn wir uns Gott vorstellen, als ein höchstes Wesen, als eine schöpferische, intelligente Energie, apersonal, wie einen Überwachungsapparat – allwissend aber steril und kalt, dann werden wir niemals den Mut haben, wirklich neu anzufangen, heimzukehren aus dem Exil, das uns so großartig erschien und das, nichts war als eine große Lüge.

Der indische Jesuit Anthony de Mello, dessen Lehren am Ende mystisch-pantheistisch wurden, hat auch Geschichten notiert, die ganz rechtgläubig scheinen, eine nämlich über eine Frau, die zum Bischof geht, um ihm zu sagen, daß Gott ihr erschienen sei. Der Bischof will das testen und sagt zu ihr: Falls Ihnen Gott wieder einmal erscheint, dann fragen Sie ihn bitte nach der schlimmsten Sünde des Bischofs - und die erzählen Sie mir dann. Die Frau kommt nach ein paar Tagen zurück; der Bischof ist natürlich interessiert: „Was hat Gott gesagt?“ - die Frau antwortet: „Geh zum Bischof und sag ihm: die Sünden des Bischofs? Die habe ich alle vergessen!“

Gott vergißt unsere Sünden vor Freude!

Donnerstag, 5. August 2010

Stundengebet – beten mit der Kirche

Commentarium catholicum commenthiert kommentiert die aktuelle Diskussion auf verschiedenen Blogs (hier, und hier) zum Stundengebet.

Besser hätte ich es auch nicht sagen können. Vorweg, ich bin weder Historiker noch Kirchenrechtler – da gibt es Berufenere, die zu dieser Frage ja auch Aussagen trafen, indem sie Stundenbücher herausgaben und selbige approbierten.

Ein paar kleine Anmerkungen:

Meiner (unmaßgeblichen) Meinung nach hat es in der Kirche schon immer eine gewisse Vielfalt in Form und Art gegeben, wie das Stundengebet gefeiert wurde. Da gab es das Chorgebet der monastischen Orden, das gemeinschaftlich und feierlich vollzogen wurde, in manchen Orden mit vom Nachtoffizium unterbrochener Ruhe. In anderen Orden oder Kongregationen war es möglich, Gebetszeiten außerhalb des Chores zu verrichten, wenn dies die Arbeitszeit erforderte. Es gab Zeiten und Gemeinschaften, in denen die sogenannten Laienschwestern oder -brüder einzelne Gebetszeiten in Vaterunsern beteten (noch Mary Francis Aschmann PCC berichtet dies 1956 in Bezug auf die Torschwestern der Armen Klarissen).

Allen Formen des Stundengebets gemeinsam ist der Wunsch der Kirche, das Lob Gottes rund um den Erdball nicht abreißen zu lassen und den gesamten Tag, alles Tun und Denken vom Gebet durchdringen zu lassen.

Darauf, daß es dabei immer schon eine große „Uneinheitlichkeit“ wegen eigener Riten und eigener Kalender innerhalb der Weltkirche gab, wurde schon völlig zu recht hingewiesen. In der heutigen Zeit sind mit der Nutzung des Internets und mobiler Geräte Möglichkeiten hinzugekommen, vor denen manchmal selbst Kardinäle staunend stehen. Ich hatte mich zwischendurch schon mal etwas flapsig gefragt, ob bei einer der nächsten Weihen bei der Übergabe des Stundenbuchs der Virgo anstelle des gefühlten Backsteins (= großes Stundenbuch – meine Version) ein mobiles Endgerät übergeben wird. Aber nein! Solange es sich um von der Kirche zugelassene liturgische Texte handelt, ist all diese Vielfalt kein Problem.[1]

In Sacrosantum concilium heißt es[2]:
Das Stundengebet ist nach alter christlicher Überlieferung so aufgebaut, daß der gesamte Ablauf des Tages und der Nacht durch Gotteslob geweiht wird. Wenn nun die Priester und andere kraft kirchlicher Ordnung Beauftragte oder die Christgläubigen, die zusammen mit dem Priester in einer approbierten Form beten, diesen wunderbaren Lobgesang recht vollziehen, dann ist dies wahrhaft die Stimme der Braut, die zum Bräutigam spricht, ja es ist das Gebet, das Christus vereint mit seinem Leibe an seinen Vater richtet. (Sacrosanctum Concilium)
Wir haben heute neben dem monastischen Stundenbuch (etwa der Benediktiner) das römische Stundenbuch, das in einer großen dreibändigen und einer Ausgabe als kleines Stundenbuch mit vier Bänden (Festkreise und ein Band für die Heiligengedenktage extra) herausgeben wurde. Sowohl das große als auch das kleine römische Stundenbuch folgen demselben Zyklus mit vier Lesewochen. Das kleine Stundenbuch ist für all jene gedacht, die nur einige Tagzeiten beten: Laudes, Vesper und die Sonntagskomplet sind mit der kleinen Ausgabe möglich. Wer mehr Tagzeiten betet, braucht das große Stundenbuch, diejenigen, die die Matutin beten, darüber hinaus auch noch die Lektionare (schon bei den Lesungen zur Matutin kann übrigens variiert werden, also auch hier keine Einheitlichkeit).

Seit einigen Jahren kann das alte lateinische Brevier wieder verwendet werden, das meines Wissens allerdings auch zuvor schon von denen weiterverwendet werden durfte, denen man die Umstellung auf das jetzige römische Stundenbuch etwa wegen des Alters nicht mehr zumuten wollte.

Unglücklich ausgedrückt sind in Bezug auf das Stundengebet Formulierungen, die zumindest den Anschein erwecken, es gebe quasi ein unterschiedliches Stundengebet für die Kleriker und die Laien. Kleriker und Laien beten mit dem gleichen Stundenbuch, in derselben Verteilung der Psalmen auf vier Lesewochen. Richtig ist, daß Kleriker und diejenigen im Stand des geweihten Lebens zum Stundengebet verpflichtet sind – wenn man das eine Verpflichtung nennen will. Sie alle vollziehen damit Liturgie im Namen und direkten Auftrag der Kirche.

Mit der Möglichkeit, den Psalter auf vier Lesewochen zu verteilen, wie es im römischen Stundenbuch und dem dazu gehörenden Antiphonale geschehen ist, wollte die Kirche vor allem die Priester entlasten, zum anderen war es ihr ein Anliegen, daß die jeweiligen Tagzeiten möglichst etwa zu der Zeit des Tages gebetet werden, zu der sie auch vorgesehen sind, das heißt, daß nicht ein überbürdeter Gemeindepfarrer mitten in der Nacht „gesammelte Gebetszeiten“ antizipieren oder nachholen muß, damit er überhaupt noch Land sieht.

Und noch etwas: wie sehr manche die Prim, bei der in den Klöstern traditionell das Martyrologium des liturgischen Tages vorgetragen wurde, auch vermissen mögen: die Kirche nennt in ihren Ausführungen über das Stundengebet Laudes und Vesper Angelpunkte dieser Liturgie.[3] Wer die Prim weiterhin beten möchte, mag dies tun – die Kartäuser tun es ja auch. Die Empfehlung eines Gebetbuchs der Piusbruderschaft für Laien, das Prim, Vesper und Komplet enthält, scheint aber schon aus genau dem Grund ungeeignet, der Ausgangspunkt der jeweiligen Exkurse war: die eigene Stimme mit dem Gebet der Kirche zu erheben. Und darum geht es beim Stundengebet.

__
[1] Was auch bedeutet, daß es heute nicht mehr möglich ist, einzelne Tagzeiten in Vaterunsern zu beten.

[2] Hervorhebung von mir.

[3] Vor allem sollen sie jenen Gebetsstunden das gebührende Gewicht beimessen, die gleichsam die Angelpunkte dieser Liturgie sind, nämlich Laudes und Vesper. Sie dürfen diese Gebetsstunden nur aus schwerwiegenden Gründen unterlassen. (Allgemeine Einführung ins Stundenbuch, 29)

Mittwoch, 4. August 2010

…und virtuelle


Nochmal zum Thema Tiger zum Streicheln und aus der Reihe „Geständnisse“: das einzige, was mir bei der Arbeit am Apple wirklich fehlt, ist der Office Assistant „Links“ in Form einer Katze. Nicht, daß ich den Assistenten bräuchte oder gebraucht hätte: ich mochte einfach die Art, wie dieses virtuelle Tierchen auf meinem Bildschirm ein gewisses Maß an Eigenleben führte. Das ging soweit, daß ich zwischendurch mit ihr geredet habe (übrigens ein Phänomen in der gesamten Abteilung, die passenderweise „Corporate Communications“ hieß) oder ich vor dem Urlaub, wenn sie quasi ins Datennirwana sprang, leicht wehmütig wurde. Nun gut, ich hänge auch neben ein Handtuch noch ein zweites, damit das erste da nicht so allein hängen muß…

Dienstag, 3. August 2010

„Katholischer Volksglaube…“


Bisher dachte ich in meiner Eigenschaft als Konvertitin (und Bekloppte?*), beim katholischen Volksglauben handle es sich um so Sachen wie das Aufbewahren der Palmzweige, das Sammeln von Kräuterbuschen vor Mariä Himmelfahrt oder das Backen von Agathabrot – Brauchtum halt.

Wenn ihr mal wissen wollt, was die Süddeutsche unter „katholischem Volksglauben“ versteht, bitte sehr, hier entlang. Katholischer Volksglaube ist demzufolge, wenn ich das richtig verstehe, ein gewisses Einerlei ob der Papst nun ein Papst oder eine Mäpstin Päpstin ist. Aha.

____
*Aber nein! Bekloppt sind immer die anderen…

(Nicht allzuernste) Gründe für die Zelebration versus Deum


Da gerade lustige Listen herumgehen, hier eine Zusammenstellung einiger nicht allzu ernster Gründe für Priester, lieber versus Deum zelebrieren zu wollen – also, falls jemand in Verlegenheit wäre… ;)
(Quelle: Some not very serious reasons for staying in front of the altar)

  • Ich möchte Sie nicht ansehen, weil mir bewußt geworden ist, daß ich extrem häßlich bin und kleine Kinder sich vor mir fürchten, daher…
  • Ein ganz liebes Miezekätzchen hat hinterm Altar Junge bekommen, also bleibe ich auf dieser Seite, um sie nicht zu stören, daher…
  • Wir haben Hausschwamm auf der anderen Seite, es ist baulich nicht sicher, daher…
  • Ich leide neuerdings an Klaustrophobie, daher…
  • Ich halte es einfach nicht aus, wenn man mich dauernd beobachtet, immerzu sehen Sie mich an! – daher…
  • Auf der anderen Seite ist ein großer Engel mit einem feurigen Schwert, sehen Sie den nicht? – daher…
  • Ich bin unglaublich dick geworden und passe nicht mehr hinter den Altar, daher…
  • Eine Dame hat mir ein paar neue Schuhe gespendet. Es wäre eine Schande, Ihnen die Aussicht auf dieses Werk christlicher Nächstenliebe vorzuenthalten, daher…
  • P. X hat gestern Abend die Messe hier gefeiert. Er ist so heiligmäßig, daß ich den Ort, an dem er gestanden hat, als Reliquie bewahren möchte, daher…
  • Frau X in der dritten Reihe ist so heiligmäßig, daß es mich blendet, daher…
  • Eine seltene Fledermausart hat sich hinter dem Altar niedergelassen. Wenn man auch nur auf einen Meter herangeht, wäre das eine Verletzung des europäischen Artenschutzabkommens, Artikel 78973 Unterabschnitt K/17Fledermäuse, worauf 15 Jahre Gefängnis stehen, daher…
  • Ich will da nicht hin! Es ist dunkel und verlassen und außerdem gibts dort Spinnen, daher…

Montag, 2. August 2010

Echte Katzen…

Das ist doch bitte eine Felis gigantis photoshoppis, oder?
Eventuell ging das so
Zumindest die hingegen scheint echt zu sein,
 frißt einem wahrscheinlich aber die Haare vom Kopf

Mein eigener Kater ist zwar ebenfalls reichlich groß geraten, paßt aber immerhin noch ins Flurschränkchen. Übrigens frißt der mir tatsächlich gern einmal die Haare vom Kopf, allerdings buchstäblich. – Da die Katzen und ich nur den Tisch, nicht aber das Bett teilen, schleicht man sich zu diesem Behufe auf der Sofalehne an und fängt an, einmal vorsichtig zu knuspern… Idealerweise merkt es der Besitzer des Kopfes möglichst spät. (Haare der Duftnoten „Gratisprobe irgendeines Edelhaarwaschmittels“ und „Rose“ schmecken offenbar besonders gut. Guten Appetit!)

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