Donnerstag, 29. April 2010

Hl. Katharina von Siena – Jungfrau, Kirchenlehrerin


Selten nur könnt ihr die wirkliche Zelle genießen, aber die innere Zelle, die Zelle des Herzens, sollt ihr stets mit euch tragen. (Hl. Katharina von Siena)

Die heilige Katharina ist eine der größten Heiligen, die die Kirche hervorgebracht hat. Sie wurde 1347 in Siena geboren, als jüngstes von mehr als zwanzig Kindern. Als Kind war sie in der Nachbarschaft wegen ihrer fröhlichen Art bekannt. Im Alter von sechs Jahren hatte sie eine Vision Gottes und seiner Heiligen, die sie schließlich dazu bewog, sich im Alter von 16 Jahren dem dritten Orden des heiligen Dominikus anzuschließen – gegen den Widerstand ihrer Eltern, die sie lieber verheiraten wollten. Zunächst führte ein Leben des intensiven Gebets, kümmerte sich aber auch um Arme und Kranke.

Zu jener Zeit waren die Päpste im Exil in Avignon und das Papsttum hatte sich zu einem hochpolitischen Amt entwickelt. Über 380 Briefe ließ Katharina, die selbst nicht schreiben konnte, an ihre Familie, an Könige und Päpste schreiben.

Am 29. April 1380 starb Katharina, schwer krank, im Alter von nur 33 Jahren in Rom. Wegen ihrer überragenden Liebe zur Kirche, die das Tagesgebet ein loderndes Feuer nennt, erhob Papst Paul VI. die heilige Katharina 1970 zur Kirchenlehrerin. Seit 2000 ist sie auch Mitpatronin Europas.

Das Grab der Heiligen in der Kirche Santa Maria sopra Minerva in Rom.  Es enthält
ihre sterblichen Überreste, mit Ausnahme des Hauptes, das sich in Siena befindet.
An Papst Gregor XI. und an seinen Nachfolger Urban VI. schrieb Katharina Briefe, die von Respekt und Liebe, zugleich aber von ungewöhnlicher Furchtlosigkeit zeugen. 1376 reiste Katharina nach Avignon, um den Papst davon zu überzeugen, nach Rom zurückzukehren.

An Papst Gregor:
…so der herrliche Bannerträger Paulus, der aus einem Wolf ein Lamm und ein Gefäß der Auserwählung wurde. Durch die ganze Welt trug er das Feuer, mit dem Christus ihn angefüllt. Die Christen bekehrte er von ihren Lastern zur Tugend, die Heiden befreite er von ihrem Irr- und Unglauben und schenkte ihnen das Licht des heiligen Glaubens. So will und befiehlt auch Ihnen die ewige Wahrheit: Was Sie geschenkt bekommen haben, sollen Sie auch wieder verschenken! Frieden, Frieden, Frieden, mein bester Vater, nicht mehr Krieg! Laßt uns gegen unsere Feinde ziehen mit der Waffe des heiligen Kreuzes, mit dem Schwert des süßen, heiligen Gotteswortes! … Keine Bitterkeit, die niederbeugt, sondern Bitterkeit, die uns aufrüttelt, das heißt die Bitterkeit, die wir ob der dem Namen Gottes angetanen Schmach empfinden … Der Schmerz und die Liebe, die mich für die Ehre Gottes und die Erhöhung der heiligen Kirche erfüllen, mögen mich Ihrer Güte empfehlen. Lieber würde ich es Ihnen mündlich sagen als schriftlich. Denn ich glaube dann meinen Gefühlen freieren Lauf lassen zu können.
an Papst Urban:
Bester Vater, die Welt kann nicht mehr weiter. So sehr haben sich die Laster gehäuft, besonders bei jenen, die im Garten der heiligen Kirche als duftende Blumen gepflanzt worden sind, um den Duft ihrer Tugenden auszuatmen. Stattdessen müssen wir sehen, wie sie angefüllt sind mit elenden und ruchlosen Lastern, mit denen sie die ganze Welt verpesten. Ach, wo bei ihnen ist noch Reinheit des Herzens und vollendete Ehrenhaftigkeit zu finden?

Die mystische Vermählung der hl. Katharina

Am 13. April 1375 empfing Katharina, vor einem Kreuz kniend, Stigmata in Form der Dornenkrone Christi, weshalb sie auch mit einer Dornenkrone dargestellt wird. Diese Stigmata waren zunächst sichtbar, Katharina betete aber aus Demut darum, sie möchten unsichtbar werden, woraufhin sie verschwanden.

Nach der Rückkehr der Päpste nach Rom und dem daraus folgenden Schisma begab sich Katharina auf Wunsch des Papstes Urban nach Rom. An ihn schrieb sie:
Ich werde nie aufhören, solange ich lebe, Sie schriftlich und mündlich mit Bitten aufzustacheln, bis ich in Ihnen und in der heiligen Kirche das sehe, wonach meine Sehnsucht steht. Dafür möchte ich mein Leben hingeben.
Katharina hat sich nicht enttäuscht oder angeekelt von der Kirche abgewendet. Sie ergab sich nicht der Bitternis und Frustration oder einem Gefühl, nicht genügend gewürdigt zu werden: Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten. Sie tat das, worin sie ihre Berufung sah, an den Orten, wohin Gott sie rief. In der ersten Lesung zu ihrem heutigen Fest heißt es: Gott ist Licht, und keine Finsternis ist in ihm. (1 Joh 1, 6)

Mittwoch, 28. April 2010

Für seinen Namen Schmach erleiden


Elsa und in der Folge auch Alipius berichten über Anfeindungen in der Öffentlichkeit gegenüber Menschen, die durch ihre Kleidung als gottgeweihte Personen erkennbar sind, vor allem Priester. So etwas tut mir wirklich im Herzen weh. Mir selbst hat es von jeher besonderes Zutrauen eingeflößt, wenn einer als katholischer Priester erkennbar ist.

In unserem Bistum tragen die Priester erfreulicherweise Priesterkleidung, was ich auch ganz wichtig finde. Ich hoffe wirklich, daß es ihnen dabei nicht so ergeht wie in einigen der beschriebenen Fälle.

Wie es mit den Ordensfrauen ist, kann ich nicht so genau sagen. Kommentare wie der in der U-Bahn-Linie 7 – „Guck mal, Pinguine!“ –, als ich einmal mit einem Rudel anläßlich einer Obsternteaktion exklaustrierter Karmelitinnen unterwegs war, sind ja eher unfreiwillig komisch (als wir uns auch noch verfuhren, weil der Ortkundigen unter uns, die die Welt schon vor einiger Zeit zum letzten Mal gesehen hatte, zwischenzeitlich entfallen war, daß Bus und Bahn jeweils in zwei Richtungen fahren und wir grade in die falsche unterwegs waren, worauf sich der halbe Bus über die weltfremden Nonnen kaputtlachte, war endgültig Albernheit angesagt).

In meinem „Outfit“ hatte ich bisher fast nur positive Reaktionen. Selten bin ich angepöbelt worden und nur eine einzige unter meinen Nachbarn mußte mir im Hausflur eröffnen, daß sie Kirche „voll Sch***ße“ finde, allerdings lag in allen diesen Situationen der Verdacht nahe, daß sich diejenigen einfach an sich gern danebenbenehmen. Einmal allerdings hat mich eine junge Frau getreten, und hier glaube ich, war es wirklich wegen meines Schleiers, denn die Reaktion auf meinen unwillkürlichen Schmerzenslaut wegen eines soliden Tritts mit einem Winterstiefel gegen den bestrumpften Knöchel war keine Entschuldigung, sondern ein zufriedenes Lächeln, für das wirklich nur der Ausdruck „maliziös“ paßt. Der Freund der jungen Frau, der ob dieser Reaktion eine rote Rübe bekommen hat, hat sich dann für sie entschuldigt. In einem solchen Fall kann man eigentlich nur an die Apostel denken:

Sie aber gingen weg vom Hohen Rat und freuten sich, daß sie gewürdigt worden waren, für seinen Namen Schmach zu erleiden. (Apg 5, 41)

Dienstag, 27. April 2010

Spring has sprung!

So sieht es draußen aus…
…derweil bei mir zu Haus…

Montag, 26. April 2010

Das Lamm wird sie weiden

Ein Bild aus der zweiten Lesung, das der Zelebrant in seiner Sonntagspredigt als logisch etwas widersinnig bezeichnet hat:

Denn das Lamm in der Mitte vor dem Thron wird sie weiden und zu den Quellen führen, aus denen das Wasser des Lebens strömt.

Mir erschien dieses Bild des Johannes eigentlich nie seltsam: Jesus Christus ist für uns Mensch geworden, in allem uns gleich, außer der Sünde. Wahrer Mensch und wahrer Gott. Wenn er unsere Gestalt angenommen hat, sollte er da nicht auch als Lamm unter den Schafen trotzdem der gute Hirt sein können, der uns zur Weide führt? Wahres Lamm und wahrer Hirt?


Über dem Bett meiner Oma hing übrigens dieses Bild des guten Hirten, eines dieser schräg aufgehängten Schlafzimmerbilder im Goldrahmen, die Jesus in einer italienischen Landschaft der Renaissance zeigen. Künstlerisch vielleicht für manchen ein Graus, mir gefiel aber als Kind die liebevolle Art, wie Jesus eines der Lämmchen auf dem Arm trug und die anderen Schafe vertrauensvoll zu ihm aufsahen. Jetzt hängt das Bild in meiner Küche, und es ist mir immer noch lieb.

Sonntag, 25. April 2010

Sind das nicht alles Gallier, die da reden?

Panorama der nordwestlichen Landschaft Bosniens (Blick von Brekovica)

Lektorenpannen 2 – Um die Lesung des Pfingsttags ranken sich vielerlei Geschichtchen über Eskapaden des jeweiligen Lektors. Einmal war ich dabei, als Leute aus Prigien und Pampilien bei der Herabkunft des Heiligen Geistes zugegen waren. Im Bekanntenkreis berichtet jemand über solche aus Pamphletien. Wieder ein anderer Lektor soll einst über diesem Teil der Lesung die Nerven verloren und mit …und noch aus vielen anderen Ländern! abgekürzt haben. – Mir selber bereitet diese Lesung keinen Kummer, fast könnte man sie singen.

Unversehens kamen bei mir jedoch in der ersten Lesung der Vorabendmesse vom Sonntag die Apostel Paulus und Barnabas ziemlich weit vom Wege ab: Diese aber schüttelten gegen sie den Staub von ihren Füßen und zogen nach Bosnien (stutz) .oO(olala, wie kommen die denn jetzt nach Bosnien?) …nach Ikonion.

Ich weiß nicht, ob jemand dieses Phänomen kennt: man tut den Mund auf und heraus kommt etwas ganz anderes, da nützt der beste Wille nichts. Vielleicht hätte ich die Apostel einfach in Bosnien lassen sollen?* Gut, daß wir in der Osterzeit sind, ich glaube, ich habe während der zweiten Lesung und dem Evangelium ziemlich heiter ausgesehen.

*Nachtrag: als unser Pfarrer am Tag darauf davon hörte, wies er darauf hin, daß es sich hierbei um das antike Illyrien handelt. So habe ich wenigstens noch etwas gelernt.

Freitag, 23. April 2010

Sel. Kateri Tekakwitha, Jungfrau

Kateri Tekakwitha, die man auch als die Lilie der Mohawks bezeichnet, ist eine selige Jungfrau der Kirche – eine wahre Mitschwester in der Welt. Ihr Gedenktag war am 17. April.

Kateri Tekakwitha wurde im Jahr 1656 in Ossernenon (dem heutigen Bundesstaat New York) als Tochter einer christlichen Algonquin, die bei den Irokesen in Gefangenschaft geraten war, und eines Häuptlings der Mohawk geboren. Als 1660 fast das gesamte Dorf einer Pockenepidemie zum Opfer fiel, wurde Kateri mit vier Jahren Waise und verlor auch ihren Bruder. Durch die Pockennarben stark entstellt und fast erblindet, zog Kateri schließlich mit der Familie ihres Onkels nach Kahnawake, wo sie zum ersten Mal Priester des Jesuitenordens sah, die man spöttisch als Black Robes (Schwarzröcke) bezeichnete.

Nach einiger Zeit wünschte sich Kateri, getauft zu werden. Sie erduldete deshalb viele Quälereien, vor allem durch ihren Onkel, der die Christen haßte und versuchte, sie von ihrem Vorhaben abzubringen. Am Osterfest 1676 wurde Kateri von dem Jesuiten P. Jaques de Lamberville durch die Taufe in die Kirche aufgenommen und empfing zu Weihnachten 1677 die erste heilige Kommunion. In der Folge wurde sie von ihren Leuten geächtet, verspottet und schwer mißhandelt.

Kateri verweigerte die Heirat, da sie sich als Braut Christi fühlte. Viele Stunden verbrachte sie im Gebet, was zu neuerlichen Quälereien führte. Schließlich gelang es ihr, mit Hilfe von Huronen über eine Strecke von 200 Meilen durch unwegsame Wildnis in das christliche Indianerdorf Sault-Sainte-Marie zu fliehen, wo sie am Fest der Verkündigung des Herrn 1679 das Gelübde ewiger Jungfräulichkeit ablegte. Kateri wirkte als Katechetin unter den Kindern der Mission des hl. Franz Xaver und pflegte Kranke und Alte. Frühmorgens oder am Abend ging sie zur heiligen Messe. Neben ihrer Sanftheit, Freundlichkeit und ihrem Humor zeichnete sie sich durch große Verehrung für das Allerheiligste und das heilige Kreuz aus.

Am 17. April 1656 starb Kateri Tekakwitha in Caughnawaga in Kanada im Alter von nur 24 Jahren an den Folgen von Tuberkulose, die sie sich wegen ihrer zahlreichen Entbehrungen zugezogen hatte. An ihrer Grabstätte ereigneten sich zahlreiche Wunder.

1884 eröffnete Leo XIII. das Seligsprechungsverfahren für diese erste amerikanische Ureinwohnerin, die 1943 von Pius XII. zur ehrwürdigen Dienerin Gottes erhoben und 1980 von Johannes Paul II. seliggesprochen wurde. Ihre letzten Worte waren: Jesus, ich liebe dich. Auf ihren Grabstein schrieb man:

Onkwe Onwe-ke Katsitsiio Teiotsitsianekaron
(die schönste Blume, die je unter den Indianern erblühte)

Um Berufungen muß man beten


Ein Fundstück von Bischof Clemens Pickels Blog Katholisch in Südrußland aus Saratow, passend zum Weltgebetstag um geistliche Berufungen. Die kyrillische Bildunterschrift lautet

Als Priester wird keiner geboren, um Berufungen muß man beten.

Bischof Pickel hat uns bei seinem Besuch im letzten Herbst eine sehr schlichte und bewegende Predigt über seine Arbeit in Rußland gehalten, schon deshalb ist sein Blog hier verlinkt.

Donnerstag, 22. April 2010

Quo vadis? – Weltgebetstag für geistliche Berufe


Am kommenden

Sonntag, den 25. April 2009, dem Sonntag vom guten Hirten,
um 15:30 Uhr in der St. Hedwigskathedrale

wird Herr Kardinal Sterzinsky eine Andacht mit sakramentaler Aussetzung zum Weltgebetstag für geistliche Berufe feiern.

Wer am Abend zuvor schon dem Herrn im Allerheiligsten nahe sein und um geistliche Berufe beten möchte: es ist wieder Nightfever in St. Bonifatius in der Yorckstraße, am Samstag von 21 Uhr bis Mitternacht.

Das Evangelium des Sonntags vom guten Hirten (Joh 10, 27-30) ist ganz schlicht und passend:

Meine Schafe hören auf meine Stimme; ich kenne sie, und sie folgen mir.
Ich gebe ihnen ewiges Leben. Sie werden niemals zugrunde gehen, und niemand wird sie meiner Hand entreißen.
Mein Vater, der sie mir gab, ist größer als alle, und niemand kann sie der Hand meines Vaters entreißen.
Ich und der Vater sind eins.

Teresa de Los Andes, Jungfrau

Herr, du hast mich betört und ich ließ mich betören. (Jer 20,7)

Etwas verspätet schreibe ich zum Gedenktag der heiligen Teresa de Los Andes am 12. April. Verspätet, weil ich sie eigentlich unter dem 13. Juli im Gedächtnis habe. Dies ist allerdings ihr Geburtstag, und an diesem Tag feiert sie die chilenische Kirche. Teresa de Los Andes ist die erste Chilenin, die heiliggesprochen wurde, die erste amerikanische Karmelitin und eine von fünf heiligen Karmelitinnen, die den Namen Teresa trugen.

Teresa wurde in Santiago de Chile als Juana (Juanita) Fernandez Solar geboren und ging als junges Mädchen in das Internat der Schwestern vom Heiligsten Herzen. In dieser Zeit las sie die Geschichte einer Seele der kleinen heiligen Therese, hatte aber auch die typische Kindheit einer höheren Tochter: mit Begeisterung ritt sie, spielte Tennis und musizierte. Bei Tanzveranstaltungen umging sie das Tanzen, in dem sie sich anbot, das Klavier oder der Gitarre zu spielen. Die sich anbahnende Freundschaft mit einem Nachbarsjungen beendete sie, in dem sie sich und ihr Leben Christus weihte: Im Alter von 14 Jahren legte sie für die Dauer einer Novene ein Gelübde ab, ihre Jungfräulichkeit zu bewahren, das sie in der Folge täglich erneuerte.

Nach ihrer ersten heiligen Kommunion konnte Juanita eigentlich nur noch an ihre Liebe zu Christus denken. Von einer der Ordenschwestern angeregt, begann sie ein Tagebuch zu führen. Zusätzlich entwarf sie eine feste Ordnung für ihr geistliches Leben, die täglichem Meßbesuch und einer Zeit für das innere Gebet umfaßte.

Am 8. Dezember 1915, dem Hochfest der unbefleckten Empfängnis, gelobte Teresa:
Heute, am 8. Dezember 1915, im Alter von 15 Jahren, verspreche ich, keinen anderen Bräutigam als meinen Herrn Jesus Christus zu kennen, den ich mit meinem ganzen Herzen liebe und dem ich dienen will bis zum letzten Moment meines Lebens.

An ihre jüngere Schwester Rebeca, die später selbst Karmelitin in Los Andes werden sollte, schrieb sie kurz darauf:
Wie glücklich bin ich, liebe Schwester! Ich bin gefangen in den liebenden Netzen des heiligen Fischers. Ich wünschte, ich könnte Dir diese Glückseligkeit verständlich machen. Ich kann mit Sicherheit sagen, daß ich seine Erwählte bin und sehr bald mit ihm unsere Hochzeit im Karmel feiern werde. … Am 8. Dezember habe ich mich ihm versprochen. Es ist unmöglich zu sagen, wie sehr ich ihn liebe. Mein Geist ist erfüllt von ihm allein. … Ich sehne mich nach dem Tag, wenn ich in den Karmel eintreten und mich ihm allein hingeben kann, mich vor ihm in Demut niederwerfen und allein sein Leben führen kann: für die Seelen zu lieben und zu leiden. Ja. Ich dürste nach Seelen, weil ich weiß, daß mein Jesus nach ihnen mehr als nach allem anderen verlangt.
Im Alter von 18 Jahren ging dieser glühende Wunsch in Erfüllung: Juana Fernandez Solar trat als Postulantin in das Kloster der Unbeschuhten Karmelitinnen von Los Andes ein und nahm zur Einkleidung am 14. Oktober, dem Vorabend des Hochfests der hl. Teresa von Avila, den Namen Teresa von Jesus an (dies war auch der Ordensname der großen heiligen Teresa).

Ihrem Beichtvater bekannte sie einem Monat vor ihrem Tod, daß Christus sie bei ihrer ersten heiligen Kommunion berufen und ihr dabei auch enthüllt habe, sie werde jung sterben und zu ihm in den Himmel eingehen. Sie nahm diese Vision mit Glück und Freude hin, ihrer Liebe zum Herrn gewiß, und in der freudigen Erwartung, ihm bald zu begegnen.

Im Alter von nur 19 Jahren erkrankte sie an Flecktyphus und starb ein halbes Jahr vor dem Ende ihres Noviziats. Auf diese Weise sollte sich die Vision bei ihrer Erstkommunion erfüllen. Auf dem Totenbett durfte Teresa im Angesicht des Todes die feierlichen Gelübde ablegen.

Das Foto, dem später eine fromme Seele einen Heiligenschein hinzufügte, und das sie in der Tracht einer Karmelitin mit feierlicher Profeß zeigt, entstand bei einem Fotografen in Santiago noch vor ihrem Ordenseintritt.

Im Karmel schrieb sie:
Wie groß ist die Mission, die sich vor mir auftut! Sie ist universal und ich bin derart unfähig, sie zu vollenden. Aber er, mein angebeteter Bräutigam, ist bei mir und wird mir die Kraft geben, mich zu opfern und mein ganzes Herzblut in mystischer Liebe zu verschwenden, denn eine Karmelitin muß bereit sein, jederzeit für ihre eigene Seele und die Seelen aller zu sterben. Welche Reinheit verlangt meine Berufung, stets mit Gott vereint zu sein, mein Leben in einer geheiligten Atmosphäre zu verbringen. Welche Sammlung, welche ununterbrochene Anbetung. Welcher Frieden. Wie entflammt vor Liebe ist die Seele, die dem Gekreuzigten vermählt ist! Welche Armut und Loslösung des Herzens und des Geistes und welcher Gehorsam und Unterwerfung unserer selbst! Karmelitin … Wie wenig in der Lage bin ich, Pater, in den Lebensentwurf zu passen, der mir von meinem heiligen Bräutigam und meiner allerheiligsten Mutter geboten wurde.
Die heilige Teresa zeichnete sich ungeachtet ihrer Jugend durch ihre außergewöhnliche Liebe und Hingabe an den Herrn und ihre Opferbereitschaft aus. Ihr kurzes, sehr heiligmäßiges Leben gemahnt uns daran, wie die gottgeweihten Jungfrauen Christus lieben sollen: für ihn zu leben und zu atmen, für ihn zu opfern, ihn zu lieben, indem wir einander lieben. Teresas außergewöhnliche Tugend bestand darin, ihr Leben ganz für Christus zu leben.

Kurz vor ihrem Tode schrieb sie an ihren Bruder:
Meine Zeit ist nicht meine eigene. Ich habe alles, was ich besaß, hingegeben, sogar meinen eigenen Willen! Ich muß alles tun, was Gott von mir verlangt, Augenblick für Augenblick … welche Freude! Wie glücklich bin ich, indem ich Christus alles hingegeben habe! Es bedeutet überhaupt nichts im Vergleich dazu, wie sich unser Herr von der Krippe zum Kreuz für uns opferte und vom Kreuz bis hin zur Gestalt des Brotes, in der er sich uns hingibt bis ans Ende aller Zeiten. Eine unerkannte Liebe, eine Liebe, die von den meisten Menschen nicht erwidert wird.
Einer säkularisierten Gesellschaft, die Gott den Rücken zugekehrt hat, zeige ich mit einer lebhaften Freude diese junge Chilenin, die ein Modell für die ewige Jugend des Evangeliums ist. Sie trägt das klare Zeugnis einer Existenz, die den Menschen von heute sagt, daß in der Liebe, in der Anbetung und im Gottesdienst Wachstum, Freude und die völlige Verwirklichung des Menschen liegt. Das Leben der seligen Teresa ruft uns auf sanfte Art zu: Gott allein genügt. (Johannes Paul II. in seiner Predigt zur Heiligsprechung)
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Zelle der Heiligen im Karmel von Los Andes: Mein Kloster macht einen armseligen Eindruck. Es hat nicht einmal die Form eines Klosters, denn es ist ein altes, häßliches Haus. Diese Armut hat mich aber tief getroffen und bewegt. (Teresa nach ihrem ersten Besuch im Karmel von Los Andes).
Mehr über Teresa erfährt man in mehreren Sprachen hier

Mittwoch, 21. April 2010

Bethlehemschwestern

Da anscheinend ein großes Interesse an den in der Weise der Kartäuser lebenden Bethlehemschwestern (Monastische Familie von Bethlehem, der Aufnahme Mariens in den Himmel und des heiligen Bruno) besteht: dieser Orden ist noch recht jung. Die Gemeinschaft der Schwestern von Bethlehem, ein Institut päpstlichen Rechts, wurde 1951 in Chamvres gegründet. Ein Jahr zuvor hatte Papst Pius XII. das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel verkündet.

Die Schwestern leben, wie man auch hier gut sehen kann, als Einsiedlerinnen in der Abgeschiedenheit der Klausur; das Kloster liegt naturgemäß in der Einöde bzw. in großer Höhe – eine Lebensweise die mich ungeheuer anzieht, obwohl ich unsicher bin, ob ich die nötige Disziplin und Körperkraft für ein Leben in der Zelle mit unterbrochenem Nachtschlaf aufbrächte. Es käme womöglich auf einen Versuch an.

Unter den 28 Frauenklöstern der Bethlehemschwestern gibt es auch eines in Deutschland. Hier einige Bilder aus dem Kloster Marienheide in Wollstein, das seit 2000 besteht:



Altar und Retabel

Tabernakel und Osterkerze

eine der Schwestern…

…und der ganze Konvent mit Bischof Algermissen bei der Kirchweihe 2008*

Dieses Foto und mehr Informationen darüber findet man hier bei Orden online. Zum entsprechenden Eintrag im Ordenslexikon gehts es hier entlang.
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* eine Anmerkung: Wer sich auf dem unteren Bild über „das blaue“ unter den Kapuzen wundert – das sind die trotz Kapuze am Habit doch vorhandenen Schleier der Schwestern.

zum Fest der Hl. Bernadette am 16. April

Ich preise dich, Vater, Herr des Himmels und der Erde, weil du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast. (Mt 11,25)

Ein Gedanke, der mich am Fest der heiligen Bernadette den ganzen Tag nicht verlassen hat: die heilige Bernadette wurde nicht wegen ihrer Visionen heiliggesprochen (sie selbst bezeichnete die Geschaute bis ans Lebensende einfach als „die Dame“), sondern wegen der schlichten Demut und des gläubigen Vertrauens, mit dem sie ihr ganzes Leben annahm.

Ihr Vermächtnis lebt weiter, und Millionen von Pilgern kommen jedes Jahr nach Lourdes, um den Ort der Erscheinungen zu sehen. Wenn man das Leben der Heiligen betrachtet, erscheint es nicht überraschend, daß sie ausersehen wurde – schlichte Liebe zu Gott und Hingabe, Glaube, Demut, die Bereitschaft für andere Opfer zu bringen und zu leiden, machen aus Bernadette ein Musterbild christlicher Tugenden.

Als sie erkrankte, machte sie ihre Krankheit zu ihrer Arbeit und nannte das Krankenbett, in dem sie mehrere Jahre verbrachte, ihre „weiße Kapelle“. Fragte man sie, was sie tue, antwortete sie: „Ich mache mit meiner Arbeit weiter!“ – „Welche Arbeit?“ – „Krank sein!“

Dienstag, 20. April 2010

Stundengebet


Das Stundengebet ist nach alter christlicher Überlieferung so aufgebaut, daß der gesamte Ablauf des Tages und der Nacht durch Gotteslob geweiht wird. Wenn nun die Priester und andere kraft kirchlicher Ordnung Beauftragte oder die Christgläubigen, die zusammen mit dem Priester in einer approbierten Form beten, diesen wunderbaren Lobgesang recht vollziehen, dann ist dies wahrhaft die Stimme der Braut, die zum Bräutigam spricht, ja es ist das Gebet, das Christus vereint mit seinem Leibe an seinen Vater richtet. (Sacrosanctum Concilium)

Gelegentlich wird die Ansicht vertreten, die Verpflichtung der geweihten Jungfrau zum Stundengebet im Namen der Kirche umfasse, ähnlich wie bei den ständigen Diakonen, ausschließlich das tägliche Gebet von Laudes und Vesper.

Eine solche Auslegung hielte ich für eine fehlerhafte Interpretation bzw. es hängt natürlich ganz entscheidend davon ab, was zuvor mit dem Bischof besprochen worden ist, da es dem Diözesanbischof zusteht, festzulegen, auf welche Weise die Virgines in der Welt ihr Leben führen sollen.

In der allgemeinen Einführung etwa heißt es über die Jungfrauen (Hervorhebung von mir):
Es wird ihnen dringend geraten, ihre Gebetspflicht dadurch zu erfüllen, daß sie täglich das kirchliche Stundengebet, vor allem Laudes und Vesper, beten. So vereinen sie ihre Stimme mit dem Hohenpriester Christus und der heiligen Kirche; sie preisen den himmlischen Vater ohne Unterlaß und treten ein für das Heil der ganzen Welt.
Ich interpretiere „vor allem“ hier nicht etwa im Sinne von nur Laudes und Vesper, sondern im Sinne von: wenn – etwa wegen besonderer beruflicher Anspannung – überhaupt gar nichts mehr geht, dann auf jeden Fall noch Laudes und Vesper. Für Krankheit gilt natürlich: wenn man im Fieberrausch buntkarierte Flecken sieht, ist wohl der Zeitpunkt gekommen, sich zu dispensieren.

Mit meinem Bischof sind fünf von sieben (Matutin, Laudes, eine der kleinen Horen, Vesper und Komplet) Tagzeiten vereinbart. Von anderen Diözesen weiß ich, daß dies dort ebenfalls so ist. Eine geweihte Jungfrau, die ein eremitisches Leben führt oder eine, die nicht mehr berufstätig ist, könnte dagegen ohne weiteres alle Tagzeiten beten.

Bei der Weihe spricht der Bischof bei der Übergabe des Stundenbuchs:
Empfange das Stundenbuch der Kirche. Das Lob Gottes und das Gebet für das Heil aller Menschen sei allezeit dein Dienst.
Das heißt, dies ist der einzige Dienst, zu dem die Jungfrau bei der Weihe konkret verpflichtet wird – insofern, wenn es einen schon nicht aus Liebe zum Gebet zieht, ist dies eine Verpflichtung, die möglichst ernstzunehmen ist und an der sich Treue und Durchtragen beweisen kann.

Schon der syrische Bischof Rabbula von Edessa schreibt: Die Kleriker sollen die Psalmen auswendig lernen, die gottgeweihten Jungfrauen außerdem noch Hymnen. Ich singe soviele Teile des Stundengebets wie es irgend geht und wann immer es möglich ist.

Zuhause habe ich meine Gebetsecke mit Kniebänkchen und trage beim Gebet den Schleier, wenn ich tagsüber unterwegs bin, habe ich mein Stundenbuch eigentlich immer dabei. Da es hier mehrere kontemplative Orden gibt, habe ich auch die Möglichkeit, am Chorgebet der Schwestern teilzunehmen.

Montag, 19. April 2010

Kommt, laßt uns niederfallen, uns vor ihm verneigen


In seinem Beitrag Macht Euch klein! schreibt Deus, tu conversus vivificabis nos:
Die Gemeinde andererseits ist zu einem guten Teil großbürgerlich, akademisch und voller Selbstvertrauen. Eine Klientel, die partout nicht knien will, auch nicht vor dem Heiland. So geht also eine Minderheit von vielleicht einem Viertel der Gemeinde nach dem Sanctus noch in die Knie. Wir sehen dann allerdings nicht mehr den Altar, nicht mehr den Priester, nicht mehr den Leib des Herrn und auch nicht mehr den Kelch mit seinem Blut. Wir sehen nur noch die Hinterteile unserer stehenden Mitchristen.

Brüder und Schwestern im Glauben, wenn ihr schon nicht in Ehrfurcht knien wollt, dann tut es doch ganz praktisch-christlich aus Nächstenliebe, aus Rücksicht! Sonst könnten Außenstehende noch glauben, wir Knienden würden eure Hintern anbeten, die aber so schön in der Regel dann doch nicht nicht sind.
Recht hat er, nicht nur mit der Schönheit der Rückfronten. Selbst wenn sie schön wären, was hülfe es dem Menschen…?

Als Meßdienerin und ansonsten chronische Erste-Bank-Sitzerin genieße ich zwar den unverstellten Anblick auf den Altar, komme aber auch bei meist niedergeschlagenem Blick in einer runden Kirche nicht umhin, zu bemerken, wenn man gegenüber – obwohl bei sichtlich guter Gesundheit – nicht kniet, und manchmal streift mich der Gedanke, warum jemand so handelt oder handeln mag, wenn meine Gedanken eigentlich nur bei der Heiligen Messe sein sollten.

Warum bleibt jemand auch dann sogar bei den Einsetzungsworten stehen, wenn alles außer den Zelebranten auf den Knien liegt? Und das, obwohl die AEM über die Gläubigen sagt:
Wenn nicht gesundheitliche Gründe, beengte Platzverhältnisse, eine große Teilnehmerzahl oder andere vernünftige Gründe entgegenstehen, soll man während der Konsekration knien. Wer aber zur Konsekration nicht kniet, soll eine tiefe Verneigung machen, wenn der Priester nach der Konsekration eine Kniebeuge macht. [Anm.: Auch diese tiefe Verneigung sieht man übrigens fast nie]
Und an anderer Stelle
Wo der Brauch besteht, daß die Gemeinde nach dem Sanctus bis zum Ende des eucharistischen Hochgebets und vor der Kommunion, wenn der Priester das Seht das Lamm Gottes spricht, knien bleibt, wird er lobenswerterweise beibehalten.
Warum entschließt sich also einer, sich den örtlichen Gegebenheiten durchaus nicht anpassen zu wollen? Warum bleibt jemand stehen, wenn das Allerheiligste in Prozession vorbeigetragen wird, und steckt dabei beide Hände in die Hosentaschen? Und wenn er das unbedingt tun muß, warum bleibt er nicht in der letzten Reihe als Leuchtturm stehen, sondern in der ersten? Wir wissen es nicht und wollen es in diesem Falle auch nicht wissen.

Was nimmt es mir von meiner Würde, wenn ich knie? Nichts. (Und wenn, was läge daran? Auch nichts. Nicht uns, o Herr, sondern deinem Namen gib die Ehre!) Gott ist für uns Mensch geworden und hat sich am Kreuz für die Sünden aller erniedrigt. Und da sollten wir vor ihm nicht knien wollen?

Beim Stundengebet nehmen wir im Invitatorium der Matutin den Vers des Psalmes 95 wörtlich, in dem es heißt:
Kommt, laßt uns niederfallen, uns vor ihm verneigen, laßt uns niederknien vor dem Herrn unserm Schöpfer! Denn er ist unser Gott, wir sind das Volk seiner Weide, die Herde, von seiner Hand geführt.
Besser kann man einen Tag nicht beginnen.

Sonntag, 18. April 2010

Pontifikalrequiem für die Opfer des Flugzeugabsturzes in Smolensk

Am Freitag, den 23. April 2010, um 18 Uhr

findet in der Hedwigskathedrale ein Requiem für die Opfer des Flugzeugabsturz in Smolensk. Georg Kardinal Sterzinsky und Vertreter der polnischen Mission feiern dieses Requiem für die polnische Delegation, darunter auch Priester, die auf dem Weg nach Katyn war.

Herr, gib ihnen die ewige Ruhe, und das ewige Licht leuchte ihnen.
Laß sie ruhen in Frieden. Amen.

Freitag, 16. April 2010

Hl. Bernadette Soubirous

Am 11. Februar 1858 sammelten drei Mädchen Feuerholz nahe an dem Bach Gave in Südfrankreich, als eine von ihnen eine schöne junge Frau in einer Felsennische am Berghang stehen sah. Diese junge Frau, die Rosen an den Füßen trug, forderte die junge Bernadette Soubirous in der Folge auf, fünfzehn Tage nacheinander wiederzukommen.

Das Foto zeigt Bernadette Jahre nach den Erscheinungen an der Grotte, als sie im Begriff stand, in das Kloster der Schwestern von Sainte Gildarde einzutreten, wo sie endlich ein weitgehend vor den Augen der Öffentlichkeit verborgenes Leben führen konnte. Sie arbeitete in der Küche und Sakristei des Klosters, stickte Paramente und pflegte Kranke, bis sie diesen Dienst nicht mehr verrichten konnte, weil sie selbst schwer krank war.

Im Alter von nur 35 Jahren, schwer an Knochentuberkulose erkrankt, die ihr qualvolle Schmerzen bereitete, schöpfte sie in der „dunklen Nacht“ der Anfechtung all ihre Kraft aus dem Kreuz Christi und dessen ausgebreiteten Armen. Am 16. April 1879, unmittelbar vor dem heiligen Triduum des Jahres, gab sie auf der Krankenstation Sainte-Croix ihre Seele Gott zurück, unserem Vater, der für uns eine unendliche Zärtlichkeit hat.

Papst Benedikt bezeichnete Bernadette bei seinem Besuch in Lourdes 2008 als ein Licht der Hoffnung, das bei der Begegnung mit ihm die Kraft hat, ein Leben zu verändern.

Alles Gute zum Geburtstag, Heiliger Vater!


Wie ein Hirt sich um die Tiere seiner Herde kümmert an dem Tag, an dem er mitten unter den Schafen ist, die sich verirrt haben, so kümmere ich mich um meine Schafe und hole sie zurück von all den Orten, wohin sie sich am dunklen, düsteren Tag zerstreut haben. Ich führe sie aus den Völkern heraus, ich hole sie aus den Ländern zusammen und bringe sie in ihr Land. Ich führe sie in den Bergen Israels auf die Weide, in den Tälern und an allen bewohnten Orten des Landes.

Auf gute Weide will ich sie führen, im Bergland Israels werden ihre Weideplätze sein. Dort sollen sie auf guten Weideplätzen lagern, auf den Bergen Israels sollen sie fette Weide finden.

Ich werde meine Schafe auf die Weide führen, ich werde sie ruhen lassen – Spruch Gottes, des Herrn.
Die verloren gegangenen Tiere will ich suchen, die vertriebenen zurückbringen, die verletzten verbinden, die schwachen kräftigen, die fetten und starken behüten. Ich will ihr Hirt sein und für sie sorgen, wie es recht ist. (Ez 34, 12-14)

Das ist so recht Ihre Art, lieber Heiliger Vater, und ich hoffe, Sie tun es noch viele weitere Jahre. Gottes Segen!

Donnerstag, 15. April 2010

Mein Bräutigam, dir habe ich mich bewahrt



Mein Bräutigam, dir habe ich mich bewahrt, dir eile ich entgegen mit brennender Lampe.(1. Antiphon der zweiten Vesper im Commune Virginum)

Der Unverheiratete sorgt sich um die Sache des Herrn, er will dem Herrn gefallen. Der Verheiratete sorgt sich um die Dinge der Welt, er will seiner Frau gefallen. So ist er geteilt. Die unverheiratete Frau aber und die Jungfrau, sorgen sich um die Sache des Herrn, um heilig zu sein an Leib und Geist … Das sage ich zu eurem Nutzen, nicht um euch eine Fessel anzulegen, vielmehr damit ihr in rechter Weise und ungestört immer dem Herrn dienen könnt. (1 Kor 7,32-35)

Der heilige Ignatius bezeichnet die Haltung derer, die die Jungfräulichkeit rühmen und schätzen, als ein Zeichen des Fühlens mit der Kirche, auch wenn sie selbst von Gott nicht berufen wurden, ihm in diesem Stand zu dienen (Die geistlichen Übungen, 4. Regel zum Fühlen mit der Kirche).

Da gerade dies manchmal nicht verstanden wird (was ist so besonders daran, öffentlich die Nachfolge Christi im Stand der Jungfräulichkeit[1] zu versprechen?) sei mir die Anmerkung gestattet: es geht hier um reine Gnade.

Die Kandidatin legt an diesem Tag das Geschenk der Jungfräulichkeit und ihr ganzes Leben in Gottes Hand zurück, daß er es heilige und annehme zu seinem Dienst. Die Kandidatin wird vom Bischof dem Dienst der Kirche geweiht, sie weiht sich aber auch selbst mit allen Kräften und Sinnen dem Dienst Gottes. Ich wage zu behaupten, für die Jungfrauen trifft das Wort Verherrlicht Gott in eurem Leib (1 Kor 6,20) in ganz besonderer Weise zu. An anderer Stelle sagt der Apostel Brand- und Sündopfer forderst du nicht, doch einen Leib hast du mir gegeben (Heb 10,5).

Seit den frühesten Tagen der Kirche hat Gott immer wieder Frauen in eine Beziehung zu Christus berufen, die in vollkommener Weise die Beziehung zwischen Christus und seiner Kirche widerspiegelt, da die Kirche Braut Christi ist. Als Abbild der Kirche[2] ist die gottgeweihte Jungfrau sichtbares Zeichen dessen, wie die Kirche eigentlich sein soll: heilig, makellos, völlig der Sache Christi hingegeben, freudevoll und bereit, alles zu vollbringen, was erforderlich ist, bis zur Hingabe des eigenen Lebens.

Viele frühchristliche Jungfrauen werden im ersten Hochgebet genannt – Agatha, Lucia, Agnes, Cäcilia, Anastasia. Sie und viele andere feiern wir an den Gedenktagen der Heiligen. Das Meß- und des Stundenbuch haben eigene Gebete für die Heiligen, die dem Stand der Jungfrauen angehören. Die Wertschätzung dieser Jungfrauen kam in der alten Kirche gleich nach dem der Märtyrer; in der Tat waren viele dieser Jungfrauen auch Märtyrinnen.

Durch die Jahrhunderte haben viele dem Ruf gehört, dem Lamm zu folgen, wohin es geht und Zeugnis für es abzulegen.

Dies ist die Berufung in einen eigenen Stand der Kirche, den Stand der Jungfrauen, und zu unterscheiden von der Berufung zum Leben in einem Orden. Sie wird gewährt durch die Gnade Gottes und kann nur von und mit dieser getragen werden. Sie gehört zu den frühesten Formen gottgeweihten Lebens in der Kirche.

Die ersten Frauenklöster haben sich aus Zusammenschlüssen geweihter Jungfrauen entwickelt. Im Altertum war die Kirche reich an Berufungen von Frauen jeden Alters, die sich Christus durch das Gelübde ewiger Jungfräulichkeit für immer verbanden. Mit dem Niedergang des römischen Reiches schlossen diese sich zu in der Sicherheit der Klausur lebenden Konventen zusammen, einige Jungfrauen wählten auch das Eremitentum in der Einsamkeit der Wüste. In den Jahrhunderten zwischen 500 und 900 wurde die Jungfrauenweihe weiterhin klausurierten Nonnen gespendet, während es ab etwa 800 für Frauen in der Welt fast unmöglich war, die Jungfrauenweihe zu empfangen. [3]

1970 schließlich stellte Papst Paul VI. den Ritus für in der Welt lebende Frauen wieder her. Durch den Ritus, der vom Aufbau her dem der Ordination ähnelt, und das Weihegebet der Kirche wird die Jungfrau Christus und dem Dienst der Kirche geweiht.

Ihr Dienst ist vor allem anderen, das Brevier im Namen und Auftrag der Kirche zu beten, wie die Kleriker und Ordensleute. So ist sie zugleich Abbild der Braut des Lammes aus der Offenbarung, die mit dem Geist ruft Komm, Herr Jesus!

In der Einführung des Pontifikales heißt es:
Die gottgeweihten Jungfrauen legen auf Eingebung des Heiligen Geistes das Gelübde eheloser Keuschheit ab, weil sie Christus entschiedener lieben und ihren Brüdern und Schwestern ungehindert dienen wollen.

Die Christus geweihten Jungfrauen sollen sich, je nach ihren Verhältnissen und Gnadengaben, der Buße, den Werken der Barmherzigkeit, dem Apostolat und dem Gebet widmen.

Es wird ihnen dringend geraten, ihre Gebetspflicht dadurch zu erfüllen, daß sie täglich das kirchliche Stundengebet, vor allem Laudes und Vesper, beten. So vereinen sie ihre Stimme mit dem Hohenpriester Christus und der heiligen Kirche; sie preisen den himmlischen Vater ohne Unterlaß und treten ein für das Heil der ganzen Welt.
Eine geweihte Jungfrau in der Welt ist weitgehend frei in der Wahl ihres Apostolats und Berufs. Ihr Lebensstil muß einfach und würdig sein und in Einklang stehen mit der Lebensform, zu der sie berufen ist, Sie kann Pflegerin oder Katechetin sein, als Verwaltungsangestellte bei einer Versicherung oder bei VW am Fließband arbeiten. Sie verdient ihren Lebensunterhalt selbst. Dabei kann sie allein wohnen oder, wie Can. 604 § 2 des kirchlichen Rechts vorsieht, zusammen mit anderen Jungfrauen. In all dem untersteht sie ihrem Bischof, dem es zusteht, festzulegen, auf welche Weise die geweihten Jungfrauen seiner Diözese ihre Berufung leben sollen.

––––
[1]Bei der Weihe antwortet die Consecranda auf die Fragen des Bischofs:
Bist du bereit, bis an dein Lebensende am Vorsatz der heiligen Jungfräulichkeit festzuhalten und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen?
Bist du bereit, dein Leben in der Nachfolge Christi, zu der das Evangelium aufruft, als ein Zeugnis der Liebe zu leben und als ein Zeichen des kommenden Reiches Gottes?
Bist du bereit, dich durch die Jungfrauenweihe unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes, auf immer zu verbinden?


[2] aus diesem Grund kann Männern die Jungfrauenweihe nicht gespendet werden. Männer wie Frauen können ein privates Gelübde ablegen. Idealerweise bespricht man das mit einem Priester.


[3] Es gibt jedoch in der Geschichte immer wieder Beispiele, daß es einigen in der Welt lebenden Frauen doch möglich gewesen ist, die Weihe im Geheimen zu empfangen.

Boy

Im folgenden ein Kapitel aus dem Buch, das ich gerade lese. Da ich das Buch vom Grabbeltisch des Bücherschranks eines Kollegen bekommen habe, ist der Bezug zu der aktuellen Debatte um Mißhandlungen durch Priester und Ordensleute pure Koinzidenz.

The Headmaster, while I was at Repton struck me as being a rather shoddy bandy-legged little fellow with a big bald head and lots of energy, but not much charm. Mind you, I never did know him well because in all those months and years, I was at the school, I doubt whether he addressed more than six sentences to me altogether. So perhaps it was wrong of me to form a judgement like that. What is so interesting about this Headmaster is that he became famous person later on. At the end of my third year, he was suddenly appointed Bishop of Chester and off he went to live in a palace by the River Dee. I remember at the time trying to puzzle out how on earth a person could suddenly leap from being a school master to becoming a Bishop all in one jump but there were bigger puzzles to come.

From Chester, he was soon promoted again to become Bishop of London, and from there, after not all that many years, he bounced up the ladder once more to get the top job of them all, Archbishop of Canterbury! And not long after that it was he himself who had the task of crowning our present Queen in Westerminster Abbey with half of the world watching him on television. Well, well, well. And this was the man who used to deliver the most vicious beatings to the boys under his care!

By now I am sure you will be wondering why I lay so much emphasis upon school beatings in these pages. The answer is that I cannot help it. All through my school life I was appalled by the fact that masters and senior boys were allowed literally to wound other boys, and sometimes quite severely. I couldn't get over it. I never have got over it. It would, of course, be unfair to suggest that all masters were constantly beating the daylights out of all boys in those days. They weren't. Only a few did so, but that was quite enough to leave a lasting impression of horror upon me. It left another more physical impression upon me as well. Even today, whenever I have to sit for any length of time on a hard bench or chair I begin to feel my heart beating along the old lines that the cane made on my bottom some sixty-five years ago.

There is nothing wrong with a few quick sharp tickles on the rump. They probably do a naughty boy a lot of good. But this Headmaster were talking about wasn't just tickling you when he took out his cane to deliver a flogging. He never flogged me, thank goodness, but I was given a vivid description of one of these ceremonies by my best friend at Repton, whose name was Michael.

Michael was ordered to take down his trousers and kneel on the Headmaster's sofa, with the top half of his body hanging over one bend of the sofa. The great man then gave him one terrific crack. After that, there was a pause. The cane was put down and the Headmaster began filling his pipe from a tin of tobacco. He also started to lecture the kneeling boy about sin and wrongdoing. Soon, the cane was picked up again and a second tremendous crack was administered upon the trembling buttocks. Then the pipe-filling business and the lecture went on for maybe another thirty seconds. Then came the third crack of the cane. Then the instrument of torture was put once more upon the table and a box of matches was produced. A match was struck and applied to the pipe.

The pipe failed to light properly. A forth strike was delivered, with the lecture continuing. This slow and fearsome process went on until ten terrible strokes hat been delivered, and all the time, over the pipe-lighting and the match-striking, the lecture on evil and wrongdoing and sinning and misdeeds and malpractice went on without a stop. It even wet on as the strokes were being administered. At the end of this all, a basing, a sponge and a small clean towel were produced by the Headmaster, and the victim was told to wash away the blood before pulling up his trousers.

Do you wonder then that this man's behaviour used to puzzle me tremendously? He was an ordinary clergyman at that time as well as being Headmaster, and I would sit in the dim light of the school chapel and listen to him preaching about the Lamb of God and about Mercy and Forgiveness an all the rest of it and my young mind would become totally confused. I knew very well that only the night before this preacher had shown neither Forgiveness nor Mercy in flogging some small boy who had broken the rules.

So what was it all about? I used to ask myself
Did they preach one thing and practise another, these men of God?

And if someone had told me at the time that this flogging clergyman, was one day to become the Archbishop of Canterbury, I would never have believed it. It was all this, I think, that made me begin to have doubts about religion and even about God. If this person, I kept telling myself, was one of God's chosen salesmen on earth, then there must be something very wrong about the whole business. (Roald Dahl, Boy – tales of childhood)

Da ich das nicht alles übersetzen will und ich keine deutsche Ausgabe habe, eine kurze Zusammenfassung: Dahl beschreibt eine von vielen Prügelstrafen in englischen Internatschulen, die bis in die jüngere Zeit hinein offenbar an der Tagesordnung waren, durch den Rektor der Schule, den späteren Erzbischof of Canterbury. Dahl schließt mit den Worten:

Können Sie sich vorstellen, daß das Verhalten dieses Mannes mich ungemein verwirrte? Er war ein einfacher Kleriker, der zu dieser Zeit gleichzeitig Schulvorsteher war. Ich pflegte im dämmrigen Licht der Schulkapelle zu sitzen und ihm zuzuhören, wenn er über das Lamm Gottes, über Gnade und Vergebung und so weiter und so fort predigte, und mein kindliches Gemüt verwirrte sich darüber ganz und gar. Ich wußte sehr gut, daß der Prediger erst am Vorabend weder Vergebung noch Gnade gezeigt hatte, als er kleine Jungen verprügelte, die gegen die Regeln verstoßen hatten.

Worum ging es dann eigentlich, fragte ich mich?
Predigten sie das eine und taten das andere, diese Gottesmänner?

Und wenn mir jemand zu dieser Zeit erzählt hätte, daß dieser prügelnde Kleriker eines Tages Erzbischof von Canterbury werden würde, hätte ich das nie geglaubt. Es war dies, glaube ich, was mir Zweifel über die Religion und sogar über Gott selbst einflößte. Wenn dieser Mensch, so sagte ich mir, einer von Gottes auserwählten Vertretern Gottes auf Erden war, mußte an der ganzen Sache etwas schrecklich Unrechtes sein.
Es verdeutlicht, wieso die derzeit oft zu hörende Erklärung, Prügelstrafen wären seinerzeit (Dahl spricht von den dreißiger Jahren) als Erziehungsmittel eben an der Tagesordnung gewesen, eine unglückliche ist. Körperstrafen durch Kleriker oder Personen des gottgeweihten Lebens verletzen nicht nur die Menschenwürde, übrigens auch die des Strafenden, und können in schweren Fällen eine Seele für immer schädigen – sie lassen die Kinder an Christus und an seiner Kirche irre werden.

Dienstag, 13. April 2010

Von der schweren Kunst, Nein zu sagen

Wohl jeder kennt das Gefühl, wenn man sich an ein permanentes Mißbehagen oder einen Schmerz gewöhnt hat – und an die plötzliche Erlösung, wenn es auf einmal verschwunden ist. So geht es mir gerade.

Seit längerer Zeit möchte ich einen bestimmten Dienst nicht mehr verrichten (ich habs getragen sieben Jahr, ich kanns nicht tragen länger mehr). Nun habe ich die entsprechende Konsequenz gezogen, mit schlechtem Gewissen, denn es kommt zu Lasten einer $Aufsichtsperson, die nichts dafür kann. Andererseits läßt die Tatsache, daß man buchstäblich über Jahre keinen anderen finden konnte, der das machen will, tief blicken.

Im geistlichen Leben ist es manchmal besonders schwer, auch einmal Nein zu sagen (ich kann es ohnehin nicht gut), zumal wenn man um der Kirche willen von Christus in Dienst genommen[1] ist. Dennoch muß man es um des eigenen Seelenheils zuweilen tun.

Jedenfalls habe ich mich am Samstag gefühlt, als hätte ich schulfrei. Ich bin dann tatsächlich schwimmen gegangen.

___
[1] aus dem Ritus der Jungfrauenweihe, bei der Übergabe des Schleiers

Montag, 12. April 2010

Weißer Sonntag – Quasimodogeniti

Eine leicht nostalgische Reminiszenz an meine Konfirmandenzeit hatte ich gestern, als der Pfarrer in der Predigt den Sonntag Quasimodogeniti erwähnte.

Seinerzeit hatte ich im Konfirmationsunterricht eine Stempelkarte, auf der für jeden Sonntag des Kirchenjahres ein Feld zum Abstempeln vorgesehen war (allein schon die endlose Folge der "Sonntage nach Trinitatis" reicht aus, um einen Menschen in die Arme der katholischen Kirche zu treiben…). Wer am Ende zu wenig Stempel vorweisen konnte, wurde nicht konfirmiert. Die lateinischen Sonntage waren auf dieser Karte faszinierenderweise in aller Unschuld – die Konfirmanden ja oft abgeht – zum Teil abgekürzt. So wurde aus Septuagesima Sept. und aus Sexagesima Sex., was wir natürlich außerordentlich witzig fanden. Sancta simplicitas! Der mich am meisten faszinierende Name Quasimodogeniti war zwar nicht mit Quasimodo abgekürzt, hat mich aber natürlich doch an jenen (in Gestalt von Antony Quinn) erinnert – völlig zu Recht, wie ich erst viele Jahre später, als mich der Name des Sonntags immer noch faszinierte, herausfand. Der Sonntag hat seinen Namen von den ersten Worten des lateinischen Introitus aus 1 Petr 2,2:

Quasi modo geniti infantes, Halleluja, rationabile, sine dolo lac concupiscite.
(Wie die neugeborenen Kindlein seid begierig nach der vernünftigen, lauteren Milch.)

Bei Quasimodo wollte Victor Hugo sicher auch darauf hinaus, daß sein Gemüt war wie das eines neugeborenen Kindes. Ein ganz süßes solches wurde gestern getauft. Der Oktavtag von Ostern ist sicher einer der schönsten Tauftermine. In der frühen Kirche war es Brauch, daß die Neugetauften – damals vor allem Erwachsene – ihre weißen Taufgewänder in der ganzen Osteroktav trugen, wovon sich wahrscheinlich die Bezeichnung Weißer Sonntag (Dominica in albis) ableitet.

Der kleine Täufling hat einige von uns beim Schlußgesang dadurch erheitert, daß er mit einem Liedblatt quasi im Takt wedelte.

Samstag, 10. April 2010

Die geweihten Jungfrauen in der (virtuellen) Welt

923 Es gibt den „Stand der Jungfrauen, die zum Ausdruck ihres heiligen Vorhabens, Christus in besonders enger Weise nachzufolgen, vom Diözesanbischof nach anerkanntem liturgischem Ritus Gott geweiht, Christus, dem Sohn Gottes, mystisch anverlobt und für den Dienst der Kirche bestimmt werden" (CIC, can. 604, § 1). Durch diesen feierlichen Ritus der Jungfrauenweihe wird „die Jungfrau zu einer gottgeweihten Person, zu einem Zeichen, das auf die Liebe der Kirche zu Christus hinweist, und zu einem Bild für die endzeitliche himmlische Braut und für das künftige Leben" (OCV prænotanda 1).

924 Der Stand der Jungfrauen steht den anderen Formen des geweihten Lebens nahe. Er verpflichtet die in der Welt lebende Frau (oder die Nonne) nach ihrem Stand und den ihr geschenkten Charismen zum Gebet, zur Buße, zum Dienst an ihren Brüdern und Schwestern und zur apostolischen Arbeit [Vgl. OCV prænotanda 2]. Um ihr Vorhaben treuer zu halten und den in ihrem eigenen Stande entsprechenden Dienst für die Kirche durch die gegenseitige Unterstützung zu steigern, können die Jungfrauen Vereinigungen bilden. (CIC, can. 604, § 2). (KKK)

Seit kurzem gibt es nun eine Homepage des Ordo virginum in Deutschland, derzeit allerdings noch eine Baustelle. Die Struktur ist schon erkennbar, die entsprechenden Inhalte folgen sicherlich. In deutscher Sprache informieren kann man sich auch auf den Seiten des Ordo virginum in Österreich (diese Website ist inhaltlich leider recht statisch).

Eine Fülle an Material, inklusive eines kompletten Information packets für Interessentinnen, bietet dagegen die amerikanische Vereinigung der geweihten Jungfrauen USAVC, die auch einen etwa vierteljährlich erscheinenden Rundbrief herausgibt, The Lamp.

An dieser Stelle sei auf die kommende Tagung

Geweihte Jungfräulichkeit, gelebt in der Welt, gefeiert in der Liturgie, verkündet durch das Sein

vom 3. bis 6. Juni (Hochfest des Leibes und Blutes Christi) hingewiesen, zu der unter anderem Erzbischof Raymond Leo Burke von der apostolischen Signatur erwartet wird. Erzbischof Burke hat sich als Bischof der Diözese La Crosse sehr für die geweihten Jungfrauen eingesetzt und wir verdanken ihm viele Predigten und Betrachtungen über die gottgeweihte Jungfräulichkeit.

In einem Interview im vergangenen Jahr sagte Erzbischof Burke:
Die geweihten Jungfrauen geben ein starkes Zeugnis der Reinheit und der Selbstlosigkeit, mit der wir alle einander lieben sollten, besonders die Brüder und Schwestern, die dessen am meisten bedürfen. Die geweihte Jungfrau bietet ihre Jungfräulichkeit dem Herrn zur Weihe dar und gibt damit öffentlich Zeugnis der Liebe Christi zu allen Menschen, grenzenlos und ohne Ende. Eine zunehmend säkularisierte Gesellschaft braucht dringend das Leben und das Zeugnis der geweihten Jungfrauen, die ihre Brüder und Schwestern dazu aufrufen, zu lieben, wie Christus geliebt hat, zum Heil aller Menschen.

Freitag, 9. April 2010

Hat sich ihr Licht auch in die Runde verteilt – die Osterkerze

die Osterkerze in St. Thomas von Aquin
mit Taufbrunnen, Altar und Vortragekreuz
Die Bienen bauen Waben, die Gerechten arbeiten an der Kirche.
(Hl. Augustinus)


Der liebste Moment in der Osternacht ist mir das Exsultet – unser Pfarrer singt es wirklich wunderbar (dieses Jahr hatte ich einen der Leuchter und somit einen wirklich guten Ort). In jedem Jahr freue ich dabei auch an der Stelle über die Bienen:
In dieser gesegneten Nacht, heiliger Vater, nimm an das Abendopfer unseres Lobes, nimm diese Kerze entgegen als unsere festliche Gabe! Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet, wird sie dir dargebracht von deiner heiligen Kirche durch die Hand ihrer Diener. So ist nun das Lob dieser kostbaren Kerze erklungen, die entzündet wurde am lodernden Feuer zum Ruhme des Höchsten.

Wenn auch ihr Licht sich in die Runde verteilt hat, so verlor es doch nichts von der Kraft seines Glanzes. Denn die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs, das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat.

O wahrhaft selige Nacht, die Himmel und Erde versöhnt, die Gott und Menschen verbindet! Darum bitten wir Dich, o Herr: geweiht zum Ruhm Deines Namens, leuchte die Kerze fort, um in dieser Nacht das Dunkel zu vertreiben. Nimm sie an als lieblich duftendes Opfer, vermähle ihr Licht mit den Lichtem am Himmel. Sie leuchte, bis der Morgenstern erscheint, jener wahre Morgenstern, der in Ewigkeit nicht untergeht: Dein Sohn, unser Herr Jesus Christus, der von den Toten erstand, der den Menschen erstrahlt im österlichen Licht; der mit Dir lebt und herrscht in Ewigkeit.

Osterkerzenleuchter mit der Osterkerze

Die Kerze aus teurem, gebleichtem Bienenwachs ist zugleich auch Sinnbild für die menschliche Natur Christi und seinen verklärten Leib nach der Auferstehung, die Flamme gilt als Zeichen seiner göttlichen Natur. Die fleißigen Bienen aus dem Osterlob sind dabei wiederum selbst unter anderem ein Christussymbol, denn wenn die Biene der Wabe entschlüpft, ist damit die alles überschreitende Auferstehung des gekreuzigten Herrn Jesus Christus angedeutet.

Das Ostertier schlechthin ist also nicht etwa der Hase, sondern die Biene. In einer hymnischen Beschreibung findet sich das sogenannte Bienenlob:
Die Biene überragt alle übrigen Lebewesen, die dem Menschen unterworfen sind. Obwohl sie winzig ist in ihres Körpers Kleinheit, gewaltige geistige Kräfte wälzt sie in ihrer engen Brust, an Körperlichkeit schwach, aber stark an geistiger Fähigkeit. Nachdem sie erkundet der Jahreszeiten Wechsel, sobald sein weißes Aussehen der reifbedeckte Winter abgelegt und das altgewordene Eis des Frühlings laue Lüfte aufgeleckt haben, folgt sogleich der Drang, hinauszugehen zur Arbeit, und verstreut über die Fluren lassen sie sich, nachdem sie die Flügel noch ein wenig geschwungen haben, mit lockeren Beinen nieder, um mit dem Rüssel zu sammeln den Blütenstaub.

Beladen mit ihrer Nahrung kehren sie zum Lager zurück und dort errichten die einen mit unschätzbarer Kunst kleine Gehäuse mit zäh haftendem Leim, andere pressen den flüssigen Honig zusammen, andere wandeln den Blütenstaub in Wachs, andere formen mit dem Rüssel die Brut, wieder andere schließen den von den Blättern gesammelten Nektar ein. O wahrhaft glückliche und wunderbare Biene.
Die Fruchtbarkeit und Arbeitsfreude der Biene dient in Bezug auf die Osterkerze dem vornehmsten Zweck, auf den alle Schöpfung hindeutet – dem Lob und der Verehrung Gottes.

Und wie die Osterkerze mit dem Leib Christi und dessen menschlicher Natur verglichen wird, die sich für uns verzehrt, so wird das Licht, das sich in die Runde verteilt hat, verglichen mit der einzelnen Seele, die sich Gott geweiht hat und deren Licht nichts von der Kraft des Glanzes Christi verloren hat.

Der Hl. Ambrosius vergleicht darüber hinaus die gottgeweihte Jungfräulichkeit mit der Jungfräulichkeit der Bienen, ihrem Fleiß, ihrer Bescheidenheit, ihrer keuschen Enthaltsamkeit:
Seht zu, daß eure Arbeit der eines Bienenstocks ähnelt, denn eure Reinheit und eure Keuschheit sollen mit den arbeitsamen, bescheidenen und enthaltsamen Bienen verglichen werden. Die Biene ernährt sich von Tau, kennt keine sinnlichen Laster und bringt kostbaren Honig hervor. Der Tau einer Jungfrau ist das Wort Gottes selbst; er sinkt wie der Tau der Bienen wohltätig und rein vom Himmel herab.
Bild auf einer Exsultetrolle –  die reine, jungfräuliche Biene sammelt
 Nektar von weißen Lilien (einem  weiteren Symbol der Jungfräulichkeit),
die aus einem Blumenteppich hervorsprießen

Donnerstag, 8. April 2010

Hausprälaten

Ich habe irgendwie die Neigung, Geistliche mal eben im Vorübergehen zum Prälaten zu erheben. Weihbischof Heinrich hatte ich diesen Titel, bevor er Weihbischof wurde, eigentlich permanent verliehen. Vorhin habe ich nun den jungen Kooperator P. aus der Diözese F. zum Abschied als "Herr Prälat" angesprochen. :D – Na ja, besser als einen Prälaten zum "Herrn Kaplan" zu machen, ist es natürlich. Und was nicht ist, kann ja noch werden.

BTW: die englische Version dieser Anrede, die mir bei der Übersetzung der Vermeldungen öfter unter die Finger kam, irritiert mich latent: Prelate – ist der nun früh oder spät dran?

Mittwoch, 7. April 2010

(M)eine kleine Nachlese der Heiligen Woche


(M)eine kleine Nachlese der Heiligen Woche (Leider habe ich mir pünktlich zur Heiligen Woche eine Schlafstörung zugelegt. Wahrscheinlich wars von allem ein bißchen: die Zeitumstellung, der Vollmond und das viele Adrenalin. Irgendwie bin ich innerlich dieses Jahr manchesmal nicht so richtig dem äußerlichen Verlauf der Feiern hinterhergekommen.):

Die von uns für den Palmsonntag gebundenen Palmsträußchen sind sehr schön geworden und haben diesmal auch gereicht. Trotz schlechter Wettervorhersagen kam kurz vor der Palmweihe die Sonne heraus, so daß die Weihe doch im Hof stattfinden konnte. Als ich zur Segnung der Palmzweige neben dem für unseren Pfarrer bestimmten Palmbuschen auch die für die Ministranten aus dem Fach unter dem Ambo aus dem Hof nehmen wollte, stellte sich heraus, daß offenbar ein Teilnehmer einer früheren Liturgie sich nicht entblödet hat, diese zu stibitzen, unter Hinterlassung eines recht struppigen Buchsbaumzweiges.* Ist so etwas zu fassen? Man kann immerhin noch froh sein, daß er uns den Buschen des Zelebranten gelassen hat. Der Pfarrer hatte übrigens später eine kindliche Freude an seinem Palmstrauß und den gelben Blümchen drin.

Umständehalber habe ich am Palmsonntag andernorts mehrmals die Passion mitgelesen (jeweils als Evangelista). Fürs nächste Jahr merken: das mache ich bestimmt nicht noch einmal. Daß in einem Fall statt des verinnerlichten Zelebranten, der eigentlich erwartet wurde, ein anderer kam, der die Passion las wie in der Bütt und zum Auszug, bei dem traditionell alle Strophen von Des Königs Banner schwebt empor gesungen werden, nicht schnell genug wegkommen konnte – weshalb er uns noch komisch kam – konnte vorher keiner wissen. Ich muß sowas allerdings an einem Feiertag wirklich nicht haben.

* Ich hoffe, er wird damit selig, zumal sein eigener Buchsbaumzweig wohl geweiht war, unsere Sträuße zum Zeitpunkt des Entwendens dagegen noch nicht.



Die Ölweihe am Dienstag der Karwoche war schön, Es ist wunderbar, so viele Priester an einem Ort versammelt zu sehen, wenn auch alle Priester, die ich gerne hätte vorbeiziehen sehen, auf der anderen Seite vorbeigezogen sind. Nun ja, man kann nicht alles haben. Merke: nächstes Jahr unbedingt einen Platz in der ersten Reihe anstreben. Was manche Leute immer ausgerechnet gerade während der Heiligen Messe ausführlich besprechen müssen, werde ich nie verstehen. Auch scheine ich eine magische Anziehungskraft auf Menschen auszuüben, die keinen Ton richtig singen können. Ein Geisterfahrer? Hunderte! Vor und links neben mir brummt man herum, ins rechte Ohr schreit solang von hinten eine andere hinein, leider auch falsch. Herr, schenk mir ein nachsichtigeres Gemüt! Nach der Messe gab es eine nette Begegnung mit einer anderen Schleierträgerin, die keine Ordensfrau ist, und Segenswünsche nachträglich zum Weihetag von der guten Frau neben mir. Ihre (unverdiente) Begeisterung über meine gewählte Lebensform hat mich sehr gerührt.

In der Akademiegemeinde gab es am Gründonnerstag keine eigene Feier vom letzten Abendmahl. Auch weil mir unmittelbar vorher auf einmal alle fehlgeschlagenen Experimente früherer Zeiten an den Kartagen wieder eingefallen sind, entschloß ich mich, bevor ich irgendwelche Grottigkeiten erdulde, in die Kathedrale zu gehen. Liturgischen Unfug gab es dort auch wirklich keinen, außerdem schöne Kirchenmusik. Zur Kommunionspendung unter beiderlei Gestalt wurde allerdings zwischen den „Herren Priesteramtskandidaten“ [sic!], den „Aposteln“ der Fußwaschung mit ihren Frauen und dem Rest der Welt dergestalt getrennt, daß erstere die Kommunion kniend an den Altarstufen empfangen durften und „das gemeine Volk“ genötigt wurde, sich in der Nähe der Treppe zur Unterkirche in eine Stehschlange einzureihen, Kommunion „nur“ unter einer Gestalt. Ich habe ernsthaft einen Moment in Erwägung gezogen, unter solchen Bedingungen nicht zu kommunizieren – aber grade am Gründonnerstag! Wieso mir der Ausdruck „die Herren Priesteramtskandidaten“ etwas affig vorkam, kann ich nicht so genau sagen – das bedürfte wahrscheinlich einer längeren Analyse – bei der aufgenötigten Stehkommunion weiß ich hingegen genau, warum mich die gegen den Strich gebürstet hat.

Nach der Sakramentsprozession habe ich mich, wie ja zuvor schon geschrieben, sehr auf die Anbetung in der Unterkirche gefreut. Zwar wurde die Zeit dafür in den letzten Jahren immer mehr verkürzt, man konnte aber immerhin bis gegen 23 Uhr beim Herrn sein – manchmal war außer dem Weihbischof em. und mir nur noch ein anderer Beter da. In diesem Jahr dagegen kam – kaum daß das Gepolter des ausziehenden Chores in der Oberkirche etwas nachgelassen hatte – ca. 25 Minuten nach Beginn der Anbetung ein Geistlicher und trug das Allerheiligste hinweg. Die zu diesem Zeitpunkt noch zahlreich anwesenden Beter waren derart getollschockt, daß wir noch eine Zeitlang den leeren Tabernakel angeschaut haben. Auf diese Weise konnten wir nicht einmal die sprichwörtliche Stunde mit dem Herrn wachen.



Bei wunderbarem Wetter gingen wir am Karfreitag in größerer Zahl den Kreuzweg nach Plötzensee. Da die Stadt um diese Zeit noch still ist, begegnet man dabei nur vereinzelten Joggern und Radlern. Von der ersten zur zweiten Station durfte ich das Kreuz tragen. Irgendwann ist mir zwischen zwei Stationen ein Stück Rollsplitt in den Schuh geraten. Obwohl ich nicht soweit gehen würde, mir bei der Wallfahrt Erbsen in die Schuhe zu legen, habe ich es erstmal dringelassen, bei der nächsten Station mußte es dann aber doch heraus. Nicht einmal einen so vergleichsweise kleinen Schmerz habe ich längere Zeit aushalten können, Christus dagegen hat für uns bereitwillig das Kreuz auf sich genommen.

Die Liturgie vom Leiden und Sterben Christi am Nachmittag in der Akademie war sehr würdig, bei der elften Fürbitte (bei uns an zehnter Stelle) gab es leider ein wenig Gefummel mit dem Meßbuch, da man(n) dazu unbedingt das kleine grüne haben wollte. Dieses Jahr hatten wir auch wieder eine Kommunionfeier.


Der Karsamstagmittag war schon ganz geprägt von den Vorbereitungen für die Osternacht: Kirche, Sakristei und liturgische Geräte herrichten, putzen, schmücken, ein kleines Osterfeuer aufbauen, das später hoffentlich gut und lang genug brennen wird (es hat dann ganz vorzüglich gebrannt).

Im vergangenen Jahr haben wir in der katholischen Akademie damit schon morgens angefangen und erstmal die gefühlten ca. 23 Kreuze weggeräumt, die die Künstlerseelsorge für ihre Karfreitagsliturgie verwendet hat. (Wieviele Kreuze braucht man denn bei der Kreuzverehrung?) In diesem Jahr haben die Künstler vorbildlich aufgeräumt, dafür war der für das hohe Fest extra bei der Floristin bestellte Blumen- und Kranzschmuck leider teilweise Murks, weshalb wir nacharbeiten mußten. So waren wir erst gegen 18 Uhr fertig, und ich war kurz vor der Osternacht so müde, daß ich im Stehen hätte einschlafen können. Rechtzeitig zur Liturgie war ich dann aber wieder ganz frisch. Wer könnte sich auch schlapp fühlen, wenn direkt neben einem – ich hatte einen der Leuchter – ein junger Zelebrant in wunderbarer Weise das Exsultet singt und darum bittet, man möge mit ihm zum allmächtigen Vater rufen, daß er, der mich ohne mein Verdienst, aus reiner Gnade, in die Schar der Leviten berufen hat, mich erleuchte mit dem Glanz seines Lichtes**.

**(diese Worte sind mir in diesem Jahr besonders aufgefallen).

In der Osternacht wurde die junge Frau getauft, deren Stationen des Katechumenats ich zuvor in der Fastenzeit jeweils miterleben durfte. Sie sagte uns Ministranten nach der Taufe, sie habe sich von uns umsorgt gefühlt. Wenn die Kirche nun täglich für die Neugetauften betet, haben wir gleich konkret jemanden vor Augen.


Am Ostersonntag stehe ich jedes Jahr körperlich ziemlich neben mir (wie mag das erst dem Pfarrer gehen?). Dieses Jahr mehr als im letzten, obwohl ich letztes Jahr auch dergestalt ein Faktotum darstellte, als ich Meßdienerin, Küsterin und Lektorin in Personalunion war. Bei der Besprengung zum Taufgedächtnis am Ostersonntag geht wegen der Übermüdung immer irgendwas quer, diesmal habe ich das Meßbuch gebracht, obwohl es gar keine Oration vor der Besprengung gibt. Grummel. Jedenfalls habe ich mich damit getröstet, daß sich die Jünger am Ostersonntagmorgen bestimmt auch nicht so strahlend gefühlt haben. Zur Vesper am Ostersonntag gab es in der Sakristei der Kathedrale Schokoladenlämmchen (ich habe es leider nicht geschafft, noch Osterlämmer zu backen). Daß es für den Weihbischof em. ein schwarzes Lämmchen gab, hat er mit gutem Humor getragen. :)

Am Ostermontag gab es nochmal eine Taufe, ein süßer achtmonatiger Junge, der die Gelegenheit beim Effata genutzt hat, um dem Herrn Pfarrer einmal probeweise in die Hand zu beißen – glücklicherweise waren noch kaum Zähne da ;) Bei der Taufe durfte ich unter anderem den Kopf des Kindes abtupfen – das ist wirklich ein denkbar schöner Dienst.
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