Donnerstag, 28. Januar 2010

Zölibatäre – Psalm 1

Über Dialoge wie diesen vor einigen Jahren konnte ich bei bei aller Verblüffung immerhin lachen, war die Situation doch auch von einer gewissen Arg- und Sorglosigkeit geprägt. Irgendwo in meinem alten Katechismus steht, daß man die geweihten Personen stets mit Achtung behandeln soll – nicht um ihrer selbst willen, sondern weil sie Gott geweiht sind. Auch wenn ich deswegen nicht erwarte, daß man mir Rosenblüten streut, macht es mich doch immer mal wieder etwas betroffen, in welcher Weise man zuweilen in unseren katholischen Gemeinden meint, über das vermeintliche Leben der Zölibatären urteilen zu müssen.

Ich anonymisiere etwas: Person E ist seit vielen Jahren glücklich verheiratet, Person P im Stand des geweihten Lebens. Nun fragte man E hintenherum mit Kavaliersmiene, ob er eigentlich was mit P hätte. E war entrüstet und verwies darauf, daß er a) glücklich verheiratet sei und zudem b) P öffentlich die ehelose Keuschheit versprochen habe (beides war dem Frager übrigens bekannt). Die Antwort, die E darauf wurde, war: „Na und?“

Einem Priester, der jemanden aus der Gemeinde im Auto mitgenommen hat, wurde allein aufgrund dieses Vorkommnisses unterstellt, er hätte ein Verhältnis mit selbiger Person. Die bekannte Unterstellung Priester + Haushälterin = Verhältnis gibt es auch in meinem Umfeld – völlig grundlos natürlich, was jedem klar sein müßte, die beiden kennt. Ein anderer läßt die Sakristeitür offen, wenn nicht mehrere Leute anwesend sind. So langsam verstehe ich, was ihn dabei umtreibt.

Man muß solches Gerede nicht zu ernst nehmen und auch nicht in Paranoia verfallen, Wahrscheinlich ist es, wie so oft im Leben so, daß man eigentlich tun oder nicht tun kann, was man will – irgendwer hat immer was zu sagen. (Zumal dürfte es sich beim ersten Beispiel um eine Projektion eigener Wünsche des Fragers handeln.) Dennoch frage ich mich: Wie vorsichtig muß man als Zölibatärer sein? Wie ist eigentlich die Wahrnehmung der Sinnhaftigkeit des ehelosen Lebens um des Himmelreiches willen in unseren Gemeinden? Ist solches Gerede an der Tagesordnung? Läge irgendein Sinn darin, freiweillig und öffentlich Jungfräulichkeit zu geloben, um dann unverzüglich mit E ein Verhältnis im Geheimen zu beginnen? Fragen über Fragen – ich würde wirklich gern Antworten darauf wissen. (Das heißt, auf die letzte Frage kenne ich sie natürlich).

Die Ehelosigkeit als evangelischer Rat ist freiwillig und Nachahmung des jungfräulichen Lebens Christi. Auf dieser Nachahmung der Tradition Christi beruht das Gebot der Enthaltsamkeit und letztendlich auch das heutige Weiheverbot für Verheiratete und das Heiratsverbot für Geweihte. Wer es fassen kann, der fasse es (Mt 19,12). Wer es nicht fassen kann, möge sich doch bitte nicht auf die Bank der Spötter setzen. Auch wenn ich das gut aushalten kann, tut es mir für andere weh.

In der Akademiekirche haben wir am vergangenen Sonntag das Patronat des stummen Ochsen gefeiert – ein schönes, aber anspruchsvolles Vorbild. Der heilige Thomas glaubte auch lieber, daß ein Ochse fliegen könne, als daß einer seiner Mitbrüder absichtlich die Unwahrheit spräche.

Für euren Input wäre ich euch in diesem Fall besonders dankbar.

Verschleiert – unverschleiert

Die heilige Perpetua war wegen ihres christlichen Glaubens zum Tode verurteilt woren und sollte im Zírkus vor den Augen der Volksmenge den wilden Tieren vorgeworfen werden. Als sie die Kampfbahn betrat, wurde sie zuerst von einer wilden Kuh angegriffen und mit den Hörnern zur Seite geschleudert. Bei dem Sturz riß ihr Kleid auf. Da zog sie zuerst ihr Kleid zurecht, um ihre Blöße zu verhüllen, denn sie dachte mehr an ihre Ehrbarkeit als an ihren Schmerz.

Mit diesem beeindruckenden Absatz beginnt im grünen Katechismus das Kapitel über Schamhaftigkeit und Keuschheit.

Die Franzosen streiten über einen Gesetzesentwurf zum Tragen der Burkha in der Öffentlichkeit und wählt dabei teils drastische Worte. So bezeichnete der Bürgermeister von Vénissieux, den Vollschleier als "ambulantes Gefängnis".

Letztendlich sind diejenigen, die Frauen die Verschleierung verbieten wollen, genau das, was sie den Frauen zu sein vorwerfen – selbstgerechte, radikale Eiferer.

Die Sinnhaftigkeit, nach der man offenbar glaubt, ein gewisses Maß an Unbekleidetheit – oder was diejenige als solche empfindet – verlangen zu können, entgeht mir leider.

Ich störe mich nicht an Schleiern, Tüchern und Mänteln, ihre Trägerinnen beleidigen wenigstens das Auge nicht. (Von der Logik her eher etwas suspekt sind mir Frauen, die knallenge Kleidung, die ihre Trägerin dem Michelinmännchen gleichen läßt, mit einem Glitzer„türban“ krönen. Soll das keusch wirken? Vielleicht ist das aber auch eine ironische Geste der jeweiligen Trägerin.)

Man kann meines Erachtens anderen nicht vorschreiben, wie ver- bzw. enthüllt sie an die Öffentlichkeit zu gehen haben und was sie für sich selbst für schicklich erachten sollen. Ob ich einen Schleier oder meinethalben im Schwimmbad einen Modest bathingsuit oder einen Burkini trage, sollte ausschließlich meine Angelegenheit sein.[1]

Was kommt als nächstes – schreibt man den Mennonitinnen die Höhe ihrer Rocksäume vor? Nein, naheliegender: man zielt wahrscheinlich in absehbarer Zeit darauf hin, jegliche aus religiösen Gründen getragene Kleidung – als da wären etwa Schleier, Kopftuch, Kippa, Diakonissenhaube oder Prayer cap – oder auch Symbole, die denjenigen als Angehörigen einer Religion ausweisen, in der Öffentlichkeit zu verbieten. Das endlich wäre die wahrhafte Radikalisierung der – die einer Art 1984 in traurigen grauen Einheitstrainingsanzügen. [2]

Das Tragen eines Schleiers hat im Abend- wie im Morgenland alte Tradition: So war der Schleier das altrömische Zeichen der endgültigen Bindung einer Frau durch Ehe oder Gelübde, Zeichen, dass sie ihrem Mann oder Bräutigam treu und keusch angehörte. Zugleich hatte er auch die Bedeutung des Schutzes und der Abwehr.

Beim obigen Vorstoß geht es zwar um Schleier anderer Symbolik und einer anderen Religion. Man sollte aber hier, in Anlehnung an ein berühmtes Wort Martin Niemöllers nicht schweigen. Wer sich verschleiern möchte, sollte dies tun dürfen. Wer dies verbieten lassen möchte, greift in die freiheitlichen Grundrechte anderer ein.

[1] und ebenso, ganz nebenbei bemerkt, ob ich mich am Flughafen in einen sogenannten Nacktscanner stelle oder doch lieber die Personenkontrolle durch eine Person des gleichen Geschlechts bevorzuge. Auch wenn der Scanner eine virtuelle Projektion der Körperformen zeigt, halte ich das Teil für entwürdigend und die guten Sitten verletzend.
[2] Wer Sarkasmus findet, darf ihn behalten.

Mittwoch, 27. Januar 2010

Eis und Kälte – preiset den Herrn!


Er spendet Schnee wie Wolle, *
streut den Reif aus wie Asche.
Eis wirft er herab in Brocken, *
vor seiner Kälte erstarren die Wasser.
Er sendet sein Wort aus, und sie schmelzen, *
er läßt den Wind wehen, dann rieseln die Wasser.

Ein Bild aus dem winterlichen Berlin (die St. Michaelkirche in Ostberlin).

Mittlerweile bin mit der winterlichen Vermummung gegen die Kälte bei zwei Wollpullovern übereinander, einer wollenen Jacke, einem Schal, einem Wolltuch und der Kapuze darüber angelangt. Wenn ich dazu einen Rock und vielleicht noch einen Einkaufskorb trage, sehe ich aus wie Rotkäppchen in Trauer. Jedenfalls gefällt mir das Wetter, ich hab lieber große Kälte als große Hitze. Bei einem Spaziergang im Schnee ist mir allerdings neulich ein gutes Paar Schuhe abhandengekommen, wie, ist nicht wirklich erklärlich. Also, wenn jemand in Mitte ein Paar herrenlose schwarze Camperschuhe findet – es sind meine Ministrantenschuhe…

Dienstag, 26. Januar 2010

Die schönen goldenen Sachen – Kelche, Patenen und Altarschellen

Eine kleine Katechismusstunde in englischer Sprache gab es nach dem letzten Pontifikalamt, als sich in der Sakristei noch einige kleine Haitianer aufhielten, die zum Gedenkgottesdienst gekommen waren.

Kinder sind von den liturgischen Gefäßen und Geräten oft sehr fasziniert, so auch hier. Der schön verzierte goldene Kelch erregte besondere Bewunderung, verbunden mit der Frage, was ich ich damit mache? (Antwort: ich säubere und poliere ihn). Wozu der Kelch und Kännchen gut sind? (Der Kelch wird mit Wein und Wasser bereitet, die bei der Wandlung zum Blut unseres Herrn Jesus Christus werden. Die Mutter steuerte hier sehr schön noch ein "kostbar" bei.) Wer aus dem Kelch trinkt? (Der Priester bei der Heiligen Messe). Ob ich Priester sei? (Nein, nur Männer werden Priester. Mädchen können aber Nonnen werden – und natürlich auch Meßdiener). Die Kinder zogen an dieser Stelle beglückt von dannen.

Neulich habe ich mit einem kleinen Jungen eine längere und ernsthafte Unterhaltung vor der Krippe gehabt, der ebenfalls viele Fragen hatte: wozu wir liturgische Gewänder tragen? Warum wir jeden Sonntag kollektieren (dies, weil das Kollektenkörbchen zu Füßen des Jesuskindes stand). Was wir mit der Kollekte machen? (Der Pfarrer später: "Das frage ich mich oft auch!" :P)

Das Weihrauchfaß und die sehr schöne Schelle habe ich am nämlichen Ort schon öfter Kindern vorgeführt – ich hoffe, sie werden alle Meßdiener.

An solche Begegnungen mit Kindern muß ich denken, wenn ich hin und wieder mit innerlichem Grausen liturgische Designergefäße sehe, die aus dem Apothekerbedarf stammen könnten oder von Gottesdiensten höre, die als Kinderevent "gestaltet" sind. Ich bin kein Pädagoge, aber wieso muß man Kinder als Menschenfischer aus einem Aquarium Fische angeln lassen oder im Erstkommunionsunterricht Fladenbrot backen und eine Synagoge besuchen, wenn die meisten von ihnen viel eher wissen wollen, ob man Hostien essen kann und wozu wir in der Heiligen Messe einen Kelch brauchen? Ganz einfache Fragen nach Leib und Blut Christi, der Eucharistie, Quell und Mitte unseres Lebens.

Mittwoch, 20. Januar 2010

Hl. Agnes – Jungfrau und Märtyrin

Seht auf eure Berufung, Brüder!
Da sind nicht viele Weise im irdischen Sinn,
nicht viele Mächtige, nicht viele Vornehme,
sondern das Törichte in der Welt hat Gott erwählt,
um die Weisen zuschanden zu machen
und das Schwache in der Welt hat Gott erwählt,
um das Starke zuschanden zu machen
Und das Niedrige in der Welt und das Verachtete hat Gott erwählt,
das was nichts ist, um das was etwas ist, zu vernichten, damit kein
Mensch sich rühmen kann vor Gott. (1. Kor. 21-29)


Über das Leben der heiligen Agnes, deren Verehrung bis ins 4. Jahrhundert zurückreicht, ist wenig bekannt. Sie erlitt das Martyrium schon im Alter von 12 oder 13 Jahren, vermutlich zwischen 258 und 304. Ihren Gedenktag feiert die Kirche morgen.

Zusammen mit Agatha, Lucia und Cäcilia wird die Hl. Agnes als jungfräuliche Märtyrin im ersten Kanon namentlich genannt. Als Jungfrau und Märtyrin errang sie eine zweifache Krone. Vermutlich starb sie durch das Schwert "wie man Lämmer tötet" (Agnus = das Lamm), auch bedeutet der Name Agnes "die Reine". Sie wird deshalb oft mit einem Lamm im Arm dargestellt, selten jedoch als das zarte junge Mädchen, das sie doch eigentlich war.

Bei Ausgrabungen im Jahre 1901 in Rom wurde der silberne Sarkophag wiederentdeckt, den Papst Pius V. für die Hll. Agnes und Emerentiana hatte anfertigen lassen. Der Sarg enthielt den kopflosen Körper eines jungen Mädchens. In allen Überlieferungen zum Martyrium der Heiligen wird die Furchtlosigkeit hervorgehoben, mit der das junge Mädchen ihren Peinigern gegenübertrat.

Papst Pius XII. befaßt sich in seiner Enzyklika Sacra virginitas ausführlich mit der gottgeweihten Jungfräulichkeit, die "wenn nötig, auch zum Martyrium anzuspornen vermag."

Gregor der Große lehrt darüber hinaus, die vollkommene Keuschheit ersetze das Martyrium: "Denn, wenn es auch keine Verfolgung gibt, so hat doch unsere friedliche Zeit ihr Martyrium, da wir ja, wenn wir auch unseren Hals nicht dem Schwert des Henkers ausliefern, in unserem Herzen mit dem geistigen Messer unsere fleischlichen Begierden töten" Darum verlangt die gottgeweihte Keuschheit tapfere und vornehme Seelen, die "des Himmelreiches wegen" zu kämpfen und zu siegen bereit sind."

Bevor Wir nun aber, ehrwürdige Brüder, zum Ende Unseres Rundschreibens kommen, möchten Wir Unsere ganze Aufmerksamkeit in besonderer Weise den Männern und Frauen zuwenden, die, dem Dienste Gottes geweiht, in nicht wenigen Ländern harte und unheilvolle Verfolgungen erdulden. Sie sollen sich die gottgeweihten Jungfrauen der Urkirche zum Beispiel nehmen, die für ihre Jungfräulichkeit starkmütig und unbesiegt ins Martyrium gingen.

Sie alle sollen in ihrem einmal gefaßten heiligen Entschluß, Christus zu dienen, tapferen Herzens "bis zum Tode" ausharren und sich vor Augen halten, daß ihre Ängste, Drangsale und Gebete überaus wertvoll sind vor Gott, um sein Reich in ihrer Heimat und in der gesamten Kirche aufzurichten; ebenso sollen sie gewiß sein, daß die, welche "dem Lamme folgen, wohin es geht" in Ewigkeit ein "neues Lied" singen werden, das kein anderer singen kann. (Sacra Virginitas).
Die Antiphonen und Gebete aus dem Offizium zum Gedenktag der Heiligen gehören zu den schönsten im Stundenbuch:

Mit seinem Ring hat mich Christus, mein Herr zur Treue verpflichtet und mich als Braut geschmückt mit einem Kranz.

Ich bin mit dem vermählt, dem die Engel dienen und dessen Schönheit Sonne und Mond bewundern.

Schon schaue ich, wonach ich mich sehnte, schon besitze ich, was ich erhoffte. Den ich auf Erden von Herzen geliebt, mit dem bin ich im Himmel vereint. (Antiphon zum Benedictus)

Ihm allein bewahre ich die Treue, ihm weihe ich mich von ganzem Herzen.

Die heilige Agnes breitete die Hände aus und betete: Heiliger Vater, dich rufe ich an. Siehe, ich komme zu dir, den ich geliebt und gesucht, nach dem ich mich allezeit gesehnt. (Antiphon zum Magnificat).


Und für die Lateiner der Hymnus

Igne divini radians amoris
corporis sexum superavit Agnes,
et super carnem potuere carnis
claustra pudicae.

Spiritum celsae capiunt cohortes
candidum, caeli super astra tollunt;
iungitur Sponsi thalamis pudica
sponsa beatis.

Virgo, nunc nostrae miserere sortis
et, tuum quisquis celebrat tropaeum,
impetret sibi veniam reatus
atque salutem.

Laudibus mitem celebremus Agnum,
casta quem sponsum sibi legit Agnes,
astra qui caeli moderatur atque
cuncta gubernat.

Einige dieser Antiphonen haben wegen ihrer Schönheit und tiefen Bedeutsamkeit Eingang ins Pontifikale zur Jungfrauenweihe gefunden. Direkt nach der Übergabe von Schleier, Ring und Stundenbuch singt die Consecranda die wunderschöne Antiphon Ich bin mit dem vermählt, dem die Engel dienen.

Am Gedenktag der heiligen Agnes segnet der Papst Lämmer, deren Wolle zum Weben der erzbischöflichen Pallien verwendet wird – ein sehr schöner Brauch, wie ich finde, bringt er doch die enge Verbundenheit zwischen Hirten und Herde bildlich zum Ausdruck.

Dienstag, 19. Januar 2010

Gedenkgottesdienst am 22. Januar

Da in der Abendmesse auch der Weihbischof em. darum gebeten hat, diese Nachricht noch möglichst weiterzuverbreiten –

Am Freitag, den 22. Januar 2010, um 18 Uhr

findet in der Hedwigskathedrale ein Gedenkgottesdienst für die Opfer des Erdbebens auf Haiti statt. Weihbischof Heinrich und der apostolische Nuntius Erzbischof Périsset feiern das Pontifikalamt in deutscher und französischer Sprache. Die Kollekte, wie auch die Kollekten aller Gottesdienste des kommenden Wochenendes im Bistum, ist für die Arbeit der Caritas und die Erdbebenopfer auf Haiti.

Wer kann, komme, bete mit uns, lege Fürbitte ein und gebe etwas von dem,was er zu geben hat, denen, die soviel verloren haben.

Montag, 18. Januar 2010

Verlorene Bibliothek – verlorene Pietät?


Just als ich beschloß und sicherheitshalber auch ankündigte, diesmal wirklich die Mühe nicht zu scheuen und einen 3F-Brief (fristlos, formlos, fruchtlos…) an das Bezirksamt von Mitte zu schreiben, sehe ich, daß andere sich dankenswerterweise gerade genau dieser Unsäglichkeit angenommen haben.

Zur Erklärung: auf dem Platz vor der Kathedrale befindet sich das schlichte Mahnmahl für den Ort der Bücherverbrennung der Nationalsozialisten, die sogenannte verlorene Bibliothek – auch manche Berliner wissen das nicht. Durch die Glasscheibe blickt man hinunter in einen Raum voller leerer weißer Bücherregale.

Ein Straßencafé durfte aus diesem Grund auf dem Platz nicht

eingerichtet werden. An Fronleichnam muß für die zentrale Prozession jeweils entsprechend aufgebaut werden, um das Mahnmal nicht zu verdecken – zu Recht, wie ich finde. Die einzigen, die seit Jahren zweimal im Jahr keinen Deut um das Mahnmal geben müssen, sind die Aufgebrezelten von der "Fashion Week", deren Zeltstadt am Bebelplatz jedesmal noch ein wenig monumentaler, schriller und lauter wurde.

Eine Bürgerinitiative hat sich nun des Mahnmals am Bebelplatz angenommen. Mit überraschend schnellem Erfolg, wie ich gerade sehe: die Fashion Week denkt darüber nach, den Bebelplatz zu verlassen. Vielen Dank dafür. Eigentlich schade, daß man sowas dem Bezirksamt Mitte noch verklickern muß. Als es vor Jahren um die Sanierung der Außenfassade der Kathedrale ging, zeigte sich dieses sehr bräsig und wegen der Plakatierung "um das Ansehen des Platzes besorgt". Es kommt halt immer drauf an, wer fragt – honi soit qui mal y pense.

Donnerstag, 14. Januar 2010

Vita consecrata – kostbares Salböl

Die einfachen Dinge sind immer die besten und grundlegendsten. 10 ganz schlichte Nöglichkeiten, die Zunahme an Berufungen zum geistlichen Leben zu fördern, hat die amerikanische Bischofskonferenz gerade veröffentlicht.

1 bis 3 kann jeder von uns tun, die Punkte 4 und 5 richten sich an Brüder und Schwestern im geistlichen Leben, 6 bis 10 an jene, die sich mit dem Gedanken an ein Leben in der besonderen Nachfolge beschäftigen:

1. Betet um Berufungen zum Priestertum und zum geweihten Leben.
2. Lehrt die jungen Leute das Gebet.
3. Ermutigt die jungen Menschen in euren Gemeinden zum Priestertum oder zum geweihten Leben.
4. Laßt das religiöse Leben anziehend erscheinen.
5. Predigt darüber!
6. Lebt euren Glauben.
7. Sucht die Stille.
8. Bemüht euch darum, gute Jünger zu sein.
9. Fragt Gott, was er von euch will.
10. Tut es einfach.

„Da nahm Maria ein Pfund echtes, kostbares Nardenöl, salbte Jesus die Füße und trocknete sie mit ihrem Haar. Das Haus wurde vom Duft des Öls erfüllt“ (Joh 12,3). Als Judas unter dem Vorwand der Not der Armen diese Verschwendung beklagte, antwortete ihm Jesus: „Laß sie gewähren!“ (Joh,12,7).

Das ist die noch immer gültige Antwort auf die Frage, die sich, und sei es auch in gutem Glauben, so viele in Bezug auf die Aktualität des geweihten Lebens stellen: Könnte man nicht sein Leben wirksamer und rationeller für die Verbesserung der Gesellschaft einsetzen? Darauf lautet die Antwort Jesu: „Laß sie gewähren“.

Wem das unschätzbare Geschenk gewährt wird, dem Herrn Jesus mehr aus der Nähe zu folgen, dem erscheint es klar, daß er mit ungeteiltem Herzen geliebt werden kann und muß, daß man ihm das ganze Leben und nicht nur einige Gesten, einige Momente oder einige Aktivitäten widmen kann. Das kostbare Salböl, das als reiner Akt von Liebe und daher fern jeder „utilitaristischen“ Überlegung vergossen wurde, ist Zeichen von Übermaß an Unentgeltlichkeit, wie es in einem Leben zum Ausdruck kommt, das hingegeben wird, um den Herrn zu lieben und ihm zu dienen, um sich seiner Person und seinem mystischen Leib zu widmen. Aber von diesem „verschwendeten“ Leben verbreitet sich ein Duft, der das ganze Haus erfüllt. Das Haus Gottes, die Kirche, ist durch das Vorhandensein des geweihten Lebens heute nicht weniger geschmückt und bereichert als gestern.

Was in den Augen der Menschen als Verschwendung erscheinen mag, ist für den in seinem innersten Herzen von der Schönheit und der Güte des Herrn angezogenen Menschen eine klare Antwort der Liebe und eine überschwengliche Dankbarkeit dafür, auf ganz besondere Weise zum Kennenlernen des Sohnes und zur Teilhabe an seiner göttlichen Sendung in der Welt zugelassen worden zu sein.
(Vita consecrata, 104)

Mittwoch, 13. Januar 2010

The return of the Weihwasser

(…and the Friedensgrußmonster…)

Sang- und klanglos in der Versenkung verschwunden sind übrigens – wo man ihnen denn überhaupt Beachtung schenkte – schon vor dem Fest der Taufe des Herrn die Umsetzungen der hygienischen "Vorsichtsmaßnahmen" wegen der Schweinegrippe.

Selbige wurden seinerzeit mit den Vermeldungen vor der Heiligen Messe verlesen. Ich weiß ja nicht, ob die Empfehlungen der Bischofskonferenz ursprünglich auch in einem so fürchterlich polizeilich gefärbten Tonfall abgefaßt waren ("Ist zu bevorzugen" "hat zu…") – man kann schon etwas freundlicher sein. "Bei Zuwiderhandlung ist ein Beitrag von 20 Euro an die Türkollekte zu entrichten!" hätte noch gefehlt. Anlaß für mich, gleich ein paar Blümchen um diese Sprechblase zu machen und das Elaborat wenigstens mit mehreren höflichen "Bitte" zu versehen. Vergebens übrigens, denn es hing später draußen im Schaukasten, gnädigerweise nur auf Deutsch, weshalb sich am Weihwasserbecken immer wieder im Flüsterton und polyglott geführte Erwägungen ob der Sinnhaftigkeit des Fehlens von Weihwasser ergaben. Ich habe jeden, der sein Mißfallen bekundete, ermutigt, dies doch bitte subito dem Herrn Dompfarrer zu schreiben.

Daß meine Hand sich beim Eintritt automatisch zum Weihwasserbecken hin ausstreckte bzw. ein gewisses allgemeines Gefühl der Desorientierung beim Betreten der Oberkirche hat mich übrigens die ganze weihwasserlose Zeit nicht verlassen.

Während Mundkommunikanten sich im zivilen "Ungehorsam" übten (obwohl klar war, daß diese Form der Kommunionspendung dem Kommunikanten stets zu gewähren ist) wurden auch kreative Lösungen wie Weihwasser aus dem Spender in Gebrauch genommen. Der Friedensgruß war ohnehin nicht totzukriegen und die Schalen zum Vorlegen der Hostien und die Bücherständer mit den zerfledderten Leihgottesloben waren wahrscheinlich "aus pastoralen Gründen" von den Ermahnungen ausgenommen :P.

Nun ist alles wieder beim alten. Anderswo hatte man die Verlautbarungen pragmatischerweise eigentlich føllich ignoriert. Deo gratias – oft freuen einen gerade die kleinen Dinge im Leben.

Sonntag, 10. Januar 2010

Nun freut euch, ihr Christen…

…die Meßdienerin hat zwei verschiedene Strümpfe an. :o

Daß es sich dabei, liturgisch-farblich passend, um einen schwarzen und einen weißen gehandelt hat, war noch reine Gnade, wenn auch etwas ins Auge fallend. Ich weiß nicht, ob es außer denjenigen, von denen ich kurz vor der Heiigen Messe noch verzweifelt Ersatz zu borgen suchte, überhaupt jemand registriert hat [1], mir selbst fiel es allerdings zeitweise schwer, das Gefühl loszuwerden, daß alle dauernd auf meine Füße gucken.

Der Organist riet mir hinterher, es auf Nachfrage als Designerobjekt zu verkaufen. – Während "meiner" Lesung fing mittendrin plötzlich ein Hund an zu heulen. Ich dachte, entweder hat der jetzt auch meine unterschiedlichen Strümpfe gesehen oder es heult jemand wie ein Hund .oO(Nichts ist unmöööglich…). Insgesamt war dieser Gottesdienst leicht surreal.

Schräge Erlebnisse im Schleier in der Weihnachtszeit:

• Genau vor der Kathedrale habe ich mich bei Glatteis unterm Schnee mit Schleier und Schwung auf meine Kehrseite gesetzt, in der Manier, die man im Slapstick immer gerne sieht: huuiiii! - wumpp!!!.
Es kamen von allen Seiten Leute herbei: "Schwester, Schwester...?!?"

• Silvester in der U-Bahn. Ein junger Türke bietet mir einen Schluck aus seiner Jägermeisterflasche an. Ich danke ernst, aber nicht unfreundlich. Derjenige wird anschließend von seinen zahlreichen Begleitern mit Vorhaltungen überhäuft, was ihm einfiele(!), einer Nonne (!!) Alkohol(!!!) anzubieten. (In diesem Fall habe ich darauf verzichtet, den Unterschied klarzustellen, es hätte sie endgültig verwirrt.) Was "Nonnen" an Sylvester so treiben, hat sie übrigens brennend interessiert.


[1] Andererseits – dem Pfarrer entgeht eigentlich so leicht nichts… Im Falle eines Falles hat er jedenfalls sehr taktvoll darüer geschwiegen. :blush:

Samstag, 9. Januar 2010

Ins Paradies mögen Engel dich geleiten – Kasualien bei -8 Grad

Ins Paradies mögen Engel dich geleiten,
und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem.
Die Chöre der Engel mögen dich empfangen. Und mit Lazarus, dem einst Armen, sollst ewige Ruhe du haben.


Umständehalber ministriere ich eher selten bei Kasualien – gestern das erste Mal bei einer kirchlichen Begräbnisfeier, die kein Pontifikalrequiem war. Der Zelebrant, ein alter Pfarrer im Ruhestand, hat die Feier sehr würdig vollzogen und war zugleich angenehm deutlich bei seinen vorherigen Anweisungen (immer eine schöne Eigenschaft bei einem Zelebranten). Die Kohle hat kooperativerweise gleich gezündet und trotz eisiger Kälte bis zum Ende der Feier durchgehalten. Es ist auch frosterstarrten Fingern möglich, mit Weihwasserkessel, Schiffchen und Faß gleichzeitig zu agieren (der Kreuzträger war zugleich auch Psalmist), allerdings hätte ich bei den herrschenden Temperaturen schon in der unbeheizten Friedhofskapelle sehr gern einen Muff und dann draußen noch viel lieber meinen Schleier gehabt. Immerhin hatte der für die Nacht angekündigte Schneesturm die Freundlichkeit, noch ein wenig zu warten.

Der Witterung ungeachtet ist es eine Freude und Ehre, Verstorbenen diesen letzten Dienst erweisen zu können. Die Angehörigen wiederum waren rührend dankbar für die würdige Feier. Viel später kam mir in den Sinn: Ich glaub, denen war es, wie auch dem Zelebranten, wirklich einerlei, ob der Thuriferar nun männlich oder weiblich ist. Oder wie es ein anderer Priester einmal formulierte: „Ich freue mich über jeden, der kommt.“

(Daß der Zelebrant mir mit den Worten „Der Arbeiter ist seines Lohnes wert!“ anschließend noch ein verspätetes Mittagessen spendierte, ist ein feiner Zug.)

Von Menschen und Ministranten

Manch einer entrüstet sich am Mittagstisch darüber, daß Pfarrer X der Gemeinde Y bei der letzten Fußwaschung „nur acht Apostel“ gehabt hätte, davon „auch noch drei Frauen“.

Lassen wir einmal die Schwierigkeiten vieler Pfarrer und Kirchenrektoren, überhaupt zwölf Leute für das Mandatum zu finden, beiseite – mir sind dabei einmal die Füße gewaschen worden, als Gast im Kloster und von einer Äbtissin, die ich nicht näher kannte. Fragte mich unser Pfarrer, läge mir wohl auch eher ein „Nie sollst du mir die Füße waschen!“ auf der Zunge[1]. – Doch das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Andere – offenbar von der allgemeinen Heiligkeit ihres Geschlechtes überzeugt – beklagen larmoyant, daß ihre Sternsinger Sternsingerinnen geworden seien (die offenbar doch vorhandenen Jungen wurden diesen glatt zugeschlagen).

Nun sind Teilnehmer am Mandatum keine Apostel (und auch keine Nachfolger derselben), Sternsinger keine Könige und Ministranten kein Ersatz für nicht anwesende Kleriker. Eben weil es um den Geist der Anbetung und nicht um die reine Darstellung geht, sollte man das Sternsingen und Ministrieren nicht mit den Oberammergauer Passionsspielen verwechseln.

Es sei ferne von mir, weitschweifig darauf einzugehen, wieso auch Frauen und Mädchen liturgische Dienste verrichten können und die Blödigkeiten gewisser Exkommunikanten über „spirituelle Unanständigkeit“ ausführlich in das zu zergliedern, was sie letztlich sind: geistlich verbrämtes Gewäsch. Hier kommt der Autoren allgemeine Misogynie ein weiteres Mal im Mäntelchen hehrer Absichten daher und erscheint doch trotzdem kaum verhüllt. Nun ja, dem Unreinen ist eben alles unrein.

Gott hat den Menschen nach seinem Bilde, als Mann und als Frau erschaffen, und alle Getauften haben die Würde des allgemeinen Priestertums inne – Männer wie Frauen, Jungen und Mädchen. Das äußere Zeichen dafür ist das Taufkleid, im Gottesdienst symbolisiert durch Albe oder Chorhemd. Kraft dieser Gnade dürfen alle Gott dienen, Fürbitte vor ihm einlegen, ihn preisen – und kraft dieser Gnaden übernehmen auch einzelne Getaufte liturgische Dienste.

Männer und Frauen sind ohne jeden Zweifel verschieden. Teils sind ihnen deshalb auch verschiedene Dienste in der Kirche anvertraut. Manches können sie aber auch zusammen tun. Nur ein Mann kann Priester, Diakon oder Vater werden. Nur eine Frau kann Braut Christi oder Mutter sein. Männer und Frauen können aber zusammen christliche Eltern und Vorbilder im Glauben werden. Sowohl Männer als auch Frauen können in einen Orden eintreten. Wer weiß, wieviele der kleinen Ministrantinnen künftige Klarissen oder Karmelitinnen sind? Und wer würde zu behaupten wagen, daß die Kirche sie weniger brauche als Priesteramtskandidaten oder den Kartäuser in seiner Zelle?

Geht die Zahl der Ministranten in manchen Pfarren zurück oder wandern die Ministranten anderswohin ab, kann es an der Art, wie diese Gruppen zuweilen geführt oder eben nicht geführt werden, liegen, an der Atmosphäre und Disziplin, die darin herrscht. Ist für die jugendlichen Ministranten ein Kleriker als Ansprechpartner da, der mit Geduld ihre Fragen beanworten, sie anleiten und ihnen Vorbild sein kann? Wertschätzt die Gemeinde den Dienst der Ministranten? Wertschätzt sie der Pfarrer selbst? Wem wesentliche Teile des Hochgebets entbehrlich erscheinen, findet oft nichts dabei, sich auch die Gaben und alles andere selbst zum Altar zu tragen. Weihrauch, Leuchter, Schellen, Buchdienst, Kreuzträger, Sakramentalien – wer braucht sowas?

Manchem Kind, manchem liturgischen Dienst überhaupt, scheint auch nicht ausreichend vermittelt zu werden, wieso man den Dienst einen Dienst und ein Ehrenamt nennt: weil es eine Ehre ist, dienen zu dürfen und weil man es um der höheren Ehre Gottes willen tut. Es gibt nebenbei bemerkt, auch die Sorte Meßdiener, die, auch wenn man sie unbedingt bräuchte, wirklich nur dann ministrieren, wenn sie gerade nichts Besseres zu tun haben. Nr. 14 und 16 der goldenen Regeln für schlechtes Ministrieren lassen grüßen.[2]
Wenn die Ministrantenschar in der Pfarrgemeinde von euch gut geführt und begleitet wird, kann sie einen echten Weg christlichen Wachsens durchlaufen und gewissermaßen eine Art Vorseminar bilden. Erzieht die Pfarrgemeinde, die gleichsam die Familie der Familien ist, dazu, in den Ministranten ihre Kinder zu erblicken, die »wie junge Ölbäume rings um den Tisch« Christi, des Brotes des Lebens, versammelt sind. (der heilige Vater in seinem Schreiben an die Priester vom Gründonnerstag 2004)
Der geistliche Zweck des Ministrantendienstes ist meiner Ansicht nach, die Liebe zu Christus und seiner Kirche und das Bewußtsein für die Berufung eines katholischen Christen zu wecken. Aus einer Gruppe „gemischter“ Ministranten sind in Laufe weniger Jahre hervorgegangen: mehrere Priesteramtskandidaten, mehrere Berufungen zum geweihten Leben, viele Berufungen zu katholischen Eheleuten.

Der Mitwirkung von Mädchen und Frauen bei den liturgischen Diensten den Rückgang der Zahl von Priesteramtskandidaten in die Schuhe schieben zu wollen, ist schlicht unredlich. Die Ursachen dafür sind meines Erachtens andere, sie sind vielfältig und in dem gebotenen Rahmen kaum hinreichend darstellbar.

Als Priester ist der geweihte Mann ein Symbol Christi. Das bedeutet aber nicht, daß alle, die ihn umgeben, ebenfalls solche Symbole sind oder sein müßten. Das heißt, daß der Ministrant kein alter Christus ist und daher auch nicht männlich zu sein braucht.

Was sollten das eigentlich für tragfähige Berufungen sein, die sich angeblich nur entfalten können, wenn im Altarraum nur Männer dienen? Die Priesteramtskandidaten werden in ihrem späteren Leben fast immer auch keinen „frauenfreien Raum“ vorfinden.

Und wie kann eigentlich ein Meßdiener oder Lektor, sei er nun männlich oder – horribile dictu! – weiblich, dem Priester den Altarraum „streitig“ machen? Auch die letztere Formulierung ist ein schönes Beispiel dafür, wie man die eigenen Geisteshaltungen auf der Kirchbank jeweils denen im Altarraum unterschieben kann, ohne daß diese dessen überhaupt gewahr werden.

Vor einigen Jahren schlug jemand in sarkastischer Höchstform vor, Frauen den Eintritt in die Kirche überhaupt zu verwehren. Und wenn es sich bewährt: reine Männerdiözesen.

Jedem sei natürlich seine persönliche Sicht der Dinge zugestanden (wozu gibt es schließlich Blogs?) – auch wenn man bei manchem denkt, eines Tages mußt du dich doch mal ausgemeckert haben!

Letztlich wünsche ich mir auch mehr Vertrauen in den Geist Gottes selbst. Er weht, wo er will und wird auch künftig unter den Jungen und Männern die berufen, die er als Priester haben möchte. Wer Ohren hat, zu hören, der höre!

[1] In Klöstern werden diejenigen, denen die Füße gewaschen werden, schlichtweg bestimmt und fügen sich im Gehorsam. Manchmal ist der Gehorsam eine praktische Sache. Er entbindet hier den Fußwäscher von der Mühe, aufwendig suchen zu müssen und den „Apostel“ von der Sorge: Geht das? Geht das wirklich? .oO(Muß ich vorher vielleicht noch zur Fußpflege?)

[2]
14. Ministriere nur sonntags, wenn du sowieso gekommen wärst! Werktags ministrieren nur Leute, die Langeweile haben. Schließlich bist du etwas Besonderes und mußt entsprechend behandelt werden. Wenn in der Woche zur Gottesdienstzeit eine wichtige Serie läuft, bist du selbstverständlich verhindert.

16. Ministriere nicht zu großen Festen! Wenn alle außer dir da sind, geht es doch auch noch. Denn die großen Feste kommen immer sehr überraschend und können daher in deine umfangreichen Planungen nicht mehr einfließen. Große Feste kann man auch mit wenigen Ministranten feiern, man muß nur flexibel sein. Sollen sich die anderen doch freuen, daß sie sich nicht mit Kreuz, Leuchter und Weihrauch abmühen müssen, weil sie zu wenig Ministranten sind.

Dienstag, 5. Januar 2010

Wir haben seinen Stern gesehen


Denn Gott, der sprach: Aus Finsternis soll Licht aufleuchten!, er ist in unseren Herzen aufgeleuchtet, damit wir erleuchtet werden zur Erkenntnis des göttlichen Glanzes auf dem Antlitz Christi. (2. Korinther 4, 6)


Dem geweihten Leben ist die Aufgabe anvertraut, den menschgewordenen Sohn Gottes zu zeigen als das eschatologische Ziel, nach dem alles strebt, den strahlenden Glanz, dem gegenüber jedes andere Licht verblaßt, die unermeßliche Schönheit, die allein das Herz des Menschen vollständig zu erfüllen vermag. (Vita consecrata, 16)

Weihnachtszeit in der Akademie

Bevor die heiligen drei Könige ankommen, noch schnell ein paar weihnächtliche Bilder aus unserer Akademiekirche.
(Copyright bei Dr. Dietmar Hiller)


die verschneiten Katholischen Höfe

hat mittlerweile einen Höhenflug angetreten

die Könige sind noch unterwegs…

…aber Opferlichter bei der Gottesmutter anzünden
macht Kindern auch viel Spaß.

Montag, 4. Januar 2010

Jahreswechsel

Die schöne Möglichkeit, genau zum Jahreswechsel bei der Aussetzung den sakramentalen Segen zu empfangen, hatte ich in diesem Jahr (mit anschließendem Blick auf das Feuerwerk vom Kirchturm aus bei Sekt und Krapfen).

Apropos Aussetzung: am Tag zuvor erlitt $Aufsichtsperson eine leichte Nervenzerrüttung – er hatte dem Zelebrans für die Abendmesse zusätzlich eine Zelebrationshostie in der Lunula vorbereitet. Vor dem Herr ich bin nicht würdig entstand eine längere Stille mit undefinierbaren Geräuschen (krinsch! klick!). Anschließend empfing ich zur hl. Kommunion einen Teil des Herrenleibes, der eigentlich für die Jahresschlußandacht bewahrt werden sollte. (Nehmet, und esset alles davon…). Ich konnte nur lächeln, der Herr selbst hat bestimmt auch gelächelt. $Aufsichtsperson raufte sich derweil an unauffälliger Stelle hinterm Altar die Haare. Schade eigentlich, daß es am nächsten Morgen noch eine Frühmesse gab, sonst wäre dies vielleicht der Beginn einer wünschenswerten neuen Tradition geworden, zum Jahresschluß anstelle einer Andacht doch lieber ein Pontifikalamt mit anschließender Aussetzung zu feiern.

Gute Vorsätze? Theresia Benedicta hat einige interessante aufgelistet – mir geht es mit deren oft nur zeitweisen Umsetzung oft leider nicht anders. Lediglich mit "Kartoffelchips nur in den Oktaven von Weihnachten und Ostern essen!" hatte ich unerwarterweise dauerhaft Erfolg.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...