Montag, 18. Oktober 2010

Dich preist der Märtyrer leuchtendes Heer – hll. Johannes de Brébeuf, Isaak Jogues und Gefährten

das Martyrium der hll. Jean de Brébeuf und Gabriel Lalemant
 (Ölbild von Joseph Légaré)
Gott hat uns die Hoffnung gegeben, daß er uns wieder auferweckt.
Darauf warten wir gern, wenn wir von Menschenhand sterben. (2 Makk. 7, 14)
Jean de Brébeuf, Isaac Jogues und ihre Gefährten gehörten als Priester und Laien dem Orden der Jesuiten an und erlitten das Martyrium zwischen 1642 und 1649 in den Missionsgebieten unter den Indianerstämmen Nordamerikas. 1930 sprach Papst Pius XI. sie als erste Märtyrer Nordamerikas heilig. Die Kirche gedenkt dieser heiligen Märtyrer, die freiwillig schier unglaubliche Entbehrungen und Torturen auf sich genommen haben, am 19. Oktober.

Als junger Jesuit lehrte P. Isaac Jogues Literatur in Frankreich. Er gab dieses Leben auf, um in der neuen Welt unter den Huronen zu wirken. 1636 kamen er und seine Gefährten unter der Leitung von Jean de Brébeuf in Quebec an.

Die Huronen lagen in beständigen Auseinandersetzungen mit den Irokesen, und einige Jahre später wurde P. Jogues von den Irokesen gefangengenommen und 13 Monate lang festgehalten. Aus seinen Briefen und Aufzeichnungen geht hervor, wie er mit seinen Gefährten von Dorf zu Dorf geschleppt, geschlagen und gefoltert wurde. Auch zwang man sie, die Ermordung von Konvertiten unter den Huronen mitanzusehen.

Unerwartet bot sich P. Jogues die Gelegenheit, freizukommen, als die Holländer ein Lösegeld für ihn zahlten. Gezeichnet durch die Entbehrungen und Folterungen, kehrte er nach Frankreich zurück. Mehrere Finger waren ihm abgeschnitten, abgerissen oder abgebrannt worden. Papst Urban VIII. erteilte ihm eine Dispens, trotz seiner verstümmelten Hände die Heilige Messe feiern zu dürfen: „Es wäre unwürdig, einem Märtyrer für den Herrn nicht zu erlauben, das Blut Christi trinken zu dürfen.“

Nach wenigen Monaten in Frankreich kehrte P. Jogues wieder zu den Missionsstationen der Huronen zurück. Vor seiner Abreise sagte er seinem Oberen: „Ich will, was immer unser Herr will, selbst, wenn es tausend Leben koste.“

1646 zogen er und Jean de Lalande, der den Missionaren seine Dienste angeboten hatte, ins Gebiet der Irokesen. Kurz zuvor war ein Friedensvertrag zwischen den Huronen und den Irokesen geschlossen worden. Die Missionare wurden jedoch von Mohawks gefangengenommen. Am 18. Oktober 1646 wurde P. Jogues mit dem Tomahawk erschlagen und enthauptet, am darauffolgenden Tag erlitt auch Jean de Lalande in Ossernenon das Martyrium. Mit ihm starb P. Gabriel Lalemant, der gelobt hatte, sein Leben der Mission unter den Indianern zu opfern.

René Goupil war wie Jean de Lalande ein Oblate des Ordens und diente den Missionaren als Chirurg. Er wurde zusammen mit Isaac Jogues gefangengehalten und gefoltert. In der Gefangenschaft bat er P. de Brébeuf, ihn in den Orden aufzunehmen und legte in dessen Hände die Gelübde ab. Als er Kinder mit dem Kreuz bezeichnete, erschlug man ihn 1642.

P. Jean de Brébeuf kam im Alter von 32 Jahren nach Kanada und wirkte dort 24 Jahre am Huronsee. In dieser Zeit übersetzte er unter anderem den Katechismus in die Sprache der Huronen, stellte ein umfangreiches Wörterbuch zusammen und taufte über 7000 Katechumenen. Als Quebec in die Hände der Engländer geriet, kehrte er nach Frankreich zurück, kehrte aber vier Jahre später in die Mission zurück. Obwohl man den Missionaren die Schuld an einer Blatternepidemie gab, blieb P. de Brébeuf. 1640 verbot der Rat der Huronen den Jesuiten jedes Wirken. Nachdem P. de Brébeuf in die Gefangenschaft der Irokesen geraten war, erlitt er 1649 nach mehrstündigen Torturen am Marterpfahl das Martyrium durch Verbrennen bei lebendigem Leibe. Dabei zeigte P. de Brébeuf so wenig Furcht, daß die Irokesen ihm das Herz herausschnitten und es aßen, in der Hoffnung, so seinen Mut zu gewinnen.

P. Anthony Daniel arbeitete unter den Katechumenen bei den Huronen. 1648 wurde er erschossen. Seinen Körper warf man in die Kapelle der Missionsstation und brannte die Kirche nieder.

P. Charles Garnier wurde 1649 bei einem Angriff der Irokesen erschossen, als er bei den Huronen Katechumenen taufte.

P. Noël Chabanell hatte große Schwierigkeiten, sich dem äußerst entbehrungsreichen Leben in den Missionen anzupassen; auch erlernte er die Sprache nicht und litt während seiner gesamten Zeit in der Mission unter großer geistlicher Trockenheit. Dennoch legte er das Gelübde ab, bis zu seinem Tod in der Mission zu bleiben. Der Orden rief ihn nach Frankreich zurück. Bevor er diesem Ruf folgen konnte, wurde er 1649 von einem abgefallenen Bekehrten ermordet, als er bei Ste. Marie einen reißenden Fluß überqueren wollte.



Im Te Deum singt die ganze Kirche:
Dich preist der glorreiche Chor der Apostel,
dich der Propheten lobwürdige Zahl,
dich der Märtyrer leuchtendes Herr,
dich preist über das Erdenrund, die heilige Kirche…

Rette dein Volk, o Herr und segne dein Erbe,
und führe sie und erhebe sie bis in Ewigkeit.
An jedem Tag benedeien wir dich
und loben in Ewigkeit deinen Namen,
ja in der ewigen Ewigkeit,
In Gnaden wollest du Herr,
an diesem Tag uns ohne Schuld bewahren.

Erbarme dich unser, o Herr, erbarme dich unser.
Laß über uns dein Erbarmen geschehen,
wie wir gehofft auf dich.
Auf dich, o Herr, habe ich meine Hoffnung gesetzt.
In Ewigkeit werde ich nicht zuschanden.

Kommentare:

Karl hat gesagt…

Also diese Details zu den Kanadischen Märtyrern sind ganz großartig. Vor allem die Nachrichten über die weniger bekannten haben mich sehr bewegt - und wie immer so schöne Bilder. Habe gleich beim Robusta-Preisschießen für diesen Blog gevotet! Sieht auch gar nicht so schlecht aus!

Braut des Lammes hat gesagt…

Vielen Dank für das nette Lob, das mich sehr freut, und willkommen auf diesem Blog! :)

Zu dem Weihnachtslied, ich hatte noch einen Beitrag über "Unsere Liebe Frau unter den Huronen" in der Pipeline. Dazu paßt natürlich auch das Weihnachtslied.

Ossérnon, der Ort, an dem einige der Märtyrer starben, ist interessanterweise auch der Geburtsort einer anderen Heiligen, KaterI Tekakwithas.

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