Donnerstag, 31. Dezember 2009

Album 2009

Ein Rückblick auf vieles, wofür ich 2009 sehr dankbar bin – etwa die vielen Begegnungen mit Menschen im Rahmen oder am Rande der Liturgien: unter den Segensspendungen besonders den Segen zum silbernen Ehejubiläum für ein ganz rührendes portugiesisches Ehepaar, bei dem ich auch dolmetschen durfte. Das Gespräch mit dem werdenden Vater aus Indien, der am Aschermittwoch etwas Asche für seine Frau erbeten hat, und mit der Schwester eines Mannes, der vor einigen Jahren in der Kathedrale verstorben ist. Die Feier einer Erwachsenentaufe, Firmungen und Requien, die Bezeugung einer Wiederaufnahme in die Kirche. Und natürlich meinen eigenen Weihetag!

Aktionstage zum Kirchenschmuck

Das Tragen von Kerzen liturgisch…

…und nachliturgisch
das Bistumsfoto des Jahres –
Weihbischof em. Wolfgang Weider und der ernannte Weihbischof Matthias Heinrich
In den Fürbitten zur sakramentalen Aussetzung bei der Jahresschlußandacht wies der Herr Weihbischof darauf hin, wie gut und tröstlich es sei, daß Jesus Christus unseren Kalender für das neue Jahr schon geordnet habe und wie gut, das alte Jahr in seine Hände zurücklegen zu dürfen.


Jesus Christus ist derselbe,
gestern, heute und in Ewigkeit!

Mittwoch, 30. Dezember 2009

5 (und mehr) Gründe, nicht geweihte Jungfrau zu werden

Begegnungen unterm Jahr führten zwischendurch dazu, daß ich mir Gedanken über einige gelegentlich anzutreffende Mißverständnisse im Zusammenhang mit der Berufung zur geweihten Jungfrau gemacht habe bzw. auch darüber, daß es im Einzelfall auch wenig sinnvoll erscheinen kann, den Weg als gottgeweihte Jungfrau in der Welt gehen zu wollen. Dabei fiel mir eine Zusammenstellung an Gründen, aus denen heraus man nicht Virgo consecrata werden sollte, von Sponsa Christi ein, die ich der Einfachheit halber übersetzt habe. Sponsas Liste ließe sich gewiß noch manches hinzufügen.

Um etwa einem weitverbreiteten Irrtum zu begegnen: geweihte Jungfrauen geloben nicht Armut, ehelose Keuschheit und Gehorsam, sondern Christus im Stand der Jungfräulichkeit nachzufolgen. Die dem Bischof unmittelbar vor der Weihe gegebenen Versprechen, sein Leben in der Nachfolge Christi als ein Zeugnis der Liebe zu leben, als ein Zeichen des kommenden Reiches Gottes und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen, umfassen jedoch implizit evangelische Armut und Gehorsam.

1. Du bist nicht bereit, all die Opfer zu bringen, die das Leben einer Religiosen mit sich bringt –
Liebe und Opfer sind untrennbar miteinander verbunden. Um es ganz klar zu sagen: Du kannst dich nicht selbst vollständig hingeben, ohne dich selbst in einem buchstäblichen Sinn zu verlieren. Über die erste großherzige Wahl eines Lebensstandes hinaus zeigt sich die Verbindung zwischen Liebe und Opfer auch in zahllosen und allgegenwärtigen, gewöhnlichen Dingen.

Ohne die Bereitschaft, Opfer zu bringen, kann keine Berufung wirklich gelebt werden. Dies trifft in jedem Fall auf die Ehe zu; besonders aber auf das geweihte Leben, dessen innersten Kern die engere Nachfolge Christi darstellt, der uns gelehrt hat: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, er nehme sein Kreuz auf sich…

Ich glaube sagen zu können, daß die Liebe zum Kreuz für eine gottgeweihte Jungfrau für eine geweihte Jungfrau noch wichtiger ist als für eine Ordensfrau. Freude an der Entsagung ist gleichermaßen wichtig für das geweihte Leben wie es dem natürlichen Streben zuwiderläuft. Ordensfrauen erfahren hierbei die Unterstützung und Ordnung ihrer Gemeinschaft, aber – um den Hl. Johannes vom Kreuz zu zitieren – die geweihte Jungfrau hat in ihrem alltäglichen Leben kein anderes Licht, um sie zu leiten als jenes, das in ihrem Herzen brennt.

2. Du möchtest eine gottgeweihte Person sein, aber niemandem darüber Rechenschaft ablegen, was du mit deinem Leben anfängst. –
Es stimmt, daß eine geweihte Jungfrau kein öffentliches Gelübde des Gehorsams ablegt. Dies bedeutet, daß sie große Freiheit bei der konkreten Gestaltung ihres geweihten Lebens hat. Über den Gehorsam hinaus, zu dem alle getauften Katholiken ihrem Bischof gegenüber verpflichtet sind, sind jedoch die geweihten Jungfrauen ausdrücklich zum Dienst Christi und der Kirche bestimmt. [1]

Meiner Ansicht nach führt nichts daran vorbei, daß dies, wenn man es ernst nimmt, die ganze Lebensführung bestimmen muß. Jede bedeutende Entscheidung gilt es im Hinblick auf diesen Aspekt der Berufung zu treffen. Das eigene Leben mit Blick auf diese Verpflichtung zu ordnen ist – oder sollte es zumindest sein – weit entfernt von tun, wonach immer einem der Sinn steht.

3. Du wärst gern Ordensfrau geworden, aber man hat dich nicht genommen. –
Zunächst einige Anforderungen: Ich glaube, daß es möglich ist, daß eine Frau auch dann eine echte Berufung zur gottgeweihten Jungfräulichkeit haben kann, wenn es Hindernisse gibt (wie etwa bestimmte gesundheitliche Gründe), die ihr den Ordenseintritt für gewöhnlich verunmöglicht hätten. Ich glaube auch, daß es theoretisch möglich ist, daß Gottes vorausschauende Führung eine Frau, die mit der Erprobung einer Berufung zum Ordensleben gescheitert ist, als Konsequenz daraus zu der Erkenntnis führen kann, daß ihre wahre Berufung in einem Leben als gottgeweihte Jungfrau in der Welt liegt.

Der Ruf zu einem Leben als gottgeweihte Jungfrau muß jedoch viel mehr als das Ergebnis eines kirchlichen Ausschlußverfahrens sein. Ich bin der festen Überzeugung, daß man sich auf eine positive Weise zu dieser Form des Lebens hingezogen fühlen muß, da sie eine ganz eigene Berufung darstellt. Wenn eine Frau diese Berufung freudig und erfüllt leben will, muß sie das ganz eigene Charisma der geweihten Jungfräulichkeit wirklich verstehen und wertschätzen.

Darüber hinaus gibt es viele Umstände, die eine Frau am Ordenseintritt hindern, die aber auch das Leben als geweihte Jungfrau sehr schwierig oder gar unmöglich machen können. Zum Beispiel würde die Unfähigkeit, gut mit anderen Menschen auszukommen, sich zerstörerisch auf das Leben in einer Ordensgemeinschaft auswirken. Jedoch würde es ebenfalls die Haltung unterminieren, ein Leben im Geiste des Evangeliums und als ein Zeugnis der Liebe zu führen, in der die geweihte Jungfrau in der Welt lebt.

Schlechte Gesundheit oder die Verpflichtung, für Familienmitglieder zu sorgen, können ein Hindernis für das intensive Gebetsleben darstellen, das für Leben einer geweihten Jungfrau wesenhaft ist. Und da alle Formen des geweihten Lebens große Änderungen der eigenen Sichtweisen und Identität voraussetzen, mögen ältere Frauen, die ein gewöhnliches, weltliches (jedoch nicht notwendigerweise sündhaftes) Leben geführt haben, mit der Verinnerlichung der Askese und Loslösung, die diese Lebensform mit sich bringt, zu kämpfen haben.

Grundsätzlich sollten wir uns vergegenwärtigen, daß die Berufung zur geweihten Jungfrau in gleicher Weise eine wirkliche und ganzheitliche Berufung darstellt wie die zur Ordensfrau – also sollte diese Berufung nicht als Auffangbecken angesehen werden, falls alles andere nicht geklappt hat!

4. Du möchtest nicht heiraten –
Die Berufung zur Ehe ist die ursprünglich menschliche, wie sogar der Ritus der Jungfrauenweihe im Weihegebet selbst zum Ausdruck bringt. Es muß daher bei der Prüfung der Berufung ein fester, dauerhaft tragender Grund vorhanden sein, warum jemand ein zölibäres Leben umfängt, wenn diese Berufung in ihrer ganzen Fülle gelebt werden soll. Die alte Maxime, daß die Gnade die Natur vervollkommnet, erweist sie hier wieder einmal als richtig.

Um es ganz klar zu sagen: eine Aversion gegen die Ehe kann auf ein schwerwiegendes Problem des Gefühlslebens oder der persönlichen Reife hindeuten – augenscheinlich kein fester Grund, auf den ein ernste Verpflichtung für das ganze Leben gebaut werden kann. Darüber hinaus kommt im Ritus der Jungfrauenweihe an mehreren Stellen zum Ausdruck, daß die geweihten Jungfrauen auf das Glück der Ehe verzichten. Dies wirft ein Licht auf den Verzicht als einen zentralen Aspekt dieser Berufung.

Auf das Glück einer Ehe verzichten bedeutet nun nicht, daß eine Frau scharenweise anbetende Bewerber abweisen oder in der Nacht vor der Hochzeit weglaufen müßte. Eher ist es für viele Frauen, die sich längere Zeit mit der Berufung zum geweihten Leben beschäftigt haben, wahrscheinlich, daß einfach ein weltlicher Bräutigam nicht ins Bild zu passen scheint.

Selbst wenn jedoch eine Ehe nicht unmittelbar in Frage zu kommen scheint, muß sie zumindest vorstellbar sein. Bei der gottgeweihten Jungfräulichkeit geht es darum, die Fähigkeit zur Hingabe an eine andere Person in Liebe - das heißt, die Fähigkeit zum Eheleben – ganz Gott zuzuwenden. Wo diese Fähigkeit zur Selbsthingabe gar nicht vorhanden ist, kann sie auch nicht Gott zugewandt werden.

5. Du findest die Vorstellung, ein Hochzeitskleid zu tragen, wundervoll, und eine Braut Christi zu werden klingt so romantisch. –
Zugegebenermaßen finde ich, daß das Tragen eines Hochzeitskleides bei der Weihe ein schöner Brauch ist und wenn ich nicht aus ganzem Herzen an die bräutliche Dimension dieser Berufung glauben würde, hätte ich es nicht so genannt.

Und obwohl es wesentlich ist, daß eine Frau, die das Leben einer geweihten Jungfrau anstrebt, sich grundsätzlich zum Leben einer weltlichen Ehe hingezogen fühlt, ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, daß diese beiden Berufungen trotzdem sehr sehr verschieden sind. Aus einer Vielzahl von Gründen erscheint es mir sehr gefährlich, sie durcheinanderzubringen.

In einer guten Ehe bringt man ein gutes Teil an persönlichen Opfern. Da es sich jedoch die gewöhnliche menschliche Berufung handelt, ist die Ehe gewöhnlich auf die Erfüllung sinnlicher Begierden gerichtet, um die in uns verwurzelten Bedürfnisse nach Liebe und Partnerschaft zu erfüllen. Demgegenüber gibt es im Leben einer gottgeweihten Jungfrau KEiNE Erfüllung gefühlsmäßiger oder sexueller Bedürfnisse. Dieses Leben ist viel eher ein Ruf, mit Hilfe der Gnade Gottes darüber hinauszustreben.

Dies ist nicht meine persönliche Art, zum Ausdruck zu bringen, daß gottgeweihte Jungfräulichkeit eine völlig unerfüllende, freudlose Berufung sei. Im Gegenteil ist sie etwas sehr Freudiges, man muß jedoch verstehen, daß diese Freude von Gott allein kommt. Der Trick ist, irdische Freuden (wie die romantischen Freuden der menschlichen Liebe) nicht mit geistlicher Erfüllung zu verwechseln. Zuweilen können die größten Gnaden, die Gott einem erweist, im Lichte unserer irdischen Ansichten wie eine Strafe erscheinen. Wir sehen dies in den Seligpreisungen, wo Christus sich auf die Seligen als arm im Geiste, sanftmütig, trauernd, hungrig und verfolgt bezieht.

Eine Frau, die glaubt, aus der Weihe Tröstungen ähnlich denen einer weltlichen Ehe ziehen zu können, wird bitter enttäuscht werden. Nur durch das Umfangen des enormen Mangels kann eine geweihte Jungfrau ihre Berufung als irdische Erwartung der himmlischer Liebe leben.

____
[1] siehe auch Canon 923 des KKK und canon 604 im Codex Iuris Canonici

Dienstag, 29. Dezember 2009

Unschuldige Kinder


Erbarme dich aller Kinder, die man mißbraucht und ermordet.
(Fürbitte zum Fest der unschuldigen Kinder)

Zum Gedenken des Leidens und Sterbens aller unschuldigen Kinder, überall auf der Welt und auch in unserer Zeit, rief die gestrige Predigt auf. Er, der gesagt hat, "Lasset die Kinder zu mir kommen" erbarmt sich der Kinder, für die nirgendwo ein Platz war und schafft ihnen einen Platz bei Gott.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Der Wein erfreut des Menschen Herz

Die erste Johannisweinsegnung, die ich seit wirklich geraumer Zeit erlebt habe, gabs unverhofft heute in der Akademiekirche. Der Zelebrant zuvor: "… Liebe Gemeinde, so wollen wir den Wein segnen, den Sie vielleicht mitgebracht haben. Ich hab jedenfalls eine Flasche dabei."

Fest der Heiligen Familie


Herr, unser Gott,
in der Heiligen Familie
hast du uns ein leuchtendes Vorbild geschenkt.
Gib unseren Familien die Gnade,
dass auch sie in Frömmigkeit und Eintracht leben
und einander in der Liebe verbunden bleiben.
Führe uns alle
zur ewigen Gemeinschaft in deinem Vaterhaus.

Samstag, 26. Dezember 2009

Hl. Stephanus – Diakon und erster Märtyrer


Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist. (GL 203,1) – jedes Jahr finde ich mich bei diesem Kehrvers unversehens gefühlsmäßig mitten in der Karfreitagsliturgie.
Ich denke, der Stephanustag sollte ganz bewußt auch als ein solcher begangen werden. Die Verbindung zum Weihnachtsfest ist zufälliger Natur und dennoch ergibt sich eine innerlich bedeutsame Verschränkung, die dem schlichten Umstand geschuldet ist, daß jeder heilige Mensch eben nur durch die Gnade Gottes ein solcher sein kann – und die Erscheinung der Gnade Gottes in unserem Fleisch feiern wir ja an Weihnachten.

Wenn also hier eine gewisse Nähe zu dem festzustellen ist, was wir an Weihnachten feiern, dann müßte auch an einm heiligen Menschen etwas zu sehen sein, was auf Christus verweist. …

Wenn etwas wirklich immer wieder Neues angestoßen werden soll durch das Weihachtsgeheimnis, dann ist es vielleicht die Vergebung gegen unsere Feinde, die Bescheidenheit und die Sanftmut. Diese Haltung lernen wir von der Krippe, und das sind auch die Haltungen des Stephanus. Dieser ist ein Märtyrer, der mit Kraft die Wahrheit bezeugt, seine Position verteidigt und denoch nicht boshaft oder zynisch wird. Den Haß seiner Gegner erwidert er nicht.

Es kommt eben nicht darauf an, daß man in großer Pose den Heldentod erringt, sondern daß der Märtyerer den Haß der Gegner nicht mit Gegenhaß beantwortet, sondern in Liebe zu überwinden bzw. dann lieber überwunden zu werden. Das ist eigentlich fast unmöglich. Manchmal werden wir aber selbst Augenzeugen solcher Menschen. Und die gibt es, weil sie von Gott ergriffen worden sind, weil sie genau die Haltungen dessen nachahmen, sich diesem Geist öfnen, von ihm formen lassen – der gerade gestern geboren ist. (aus einer Predigt Pfr. Karlsons zum Stephanustag)

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Wo man das schwere Meßbuch stemmt (Vol. 3)

– Das Weihrauchfaß, der Angstgegner –

Die Zeiten, in denen mir leicht vor dem Meßbuch graute, sind Gottseidank Jahre her – mittlerweile ist mir der Buchdienst einer der liebsten und das Meßbuch nicht mehr schwer (ist es zu schwer, bist du zu schwach :P), so daß ich schon mehrmals auch in der Heiligen Woche den Buchdienst recht ordentlich versehen habe.

Blieb immer noch das Weihrauchfaß mitsamt seinen Ketten und Kohlen. Zwar liebe ich Weihrauch in der Liturgie und bin auch gern Schiffchenträger – dem Dienst als Thuriferar habe ich mich aber bisher so weit wie möglich entzogen. Schrittweise kamen das Weihrauchfaß und ich uns näher bei der Vesper, bei Segnungen und schließlich bei der sakramentalen Aussetzung. Voran gingen Erklärungen liebens- und altehrwürdiger Küster und eine Trockenübung der Priesterinzens an einem solchen.

Bleibt immer noch die heilige Messe als leckerer Bissen. Zum lateinischen Hochamt am zweiten Adventssonntag wäre es schon einmal fast soweit gewesen, Kohle hatte ich schon angezündet, da tauchte im letzten Moment doch noch ein potentieller Thuriferar auf und wurde rekrutiert (halb zog sie ihn, halb sank er hin…).

Andererseits muß man sich zumindest gelegentlich auch mal seinen Ängsten stellen, besonders, wenn sie so infantil sind. Auch ist der Zelebrant kein Menschenfresser, sondern wirklich sehr nett.

Heute führt nun kein Weg mehr daran vorbei, heute erscheint uns der Heiland, und der Rector ecclesiae möchte durchgängig Weihrauch, da bereitet er sich noch lieber den Kelch und das Lavabo selbst. Beim gestrigen Kirchenschmücken wurde es offenbar.* Also, betet, Brüder und Schwestern…

* solche Kirchenschmückaktionen, die Küsterin und mich dann den größten Teil des Tages ausfüllen, gehören übrigens zu den besten Tagen des Kirchenjahres und bereiten einen zusammen mit der Beichte erst wirklich für die großen Feste.

Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus

Im Jahr 5199 seit Erschaffung der Welt,
da Gott im Anfang Himmel und Erde schuf,
im Jahr 2957 seit der Sintflut, im Jahr 2015 seit Abrahams Geburt,
im Jahr 1510 seit Mose und dem Auszug des Volkes Israels aus Ägypten,
im Jahr 1032 seit der Salbung Davids zum König,
in der 65. Jahreswoche nach der Weissagung Daniels,
in der 194. Olympiade, im Jahr 752 seit der Gründung Roms,
im 42. Jahr der Regierung des Oktavianus Augustus,
da auf der ganzen Erde Friede war, im 6. Weltzeitalter
wollte Jesus Christus, ewiger Gott und Sohn des ewigen Vaters, die Welt durch seine gnadenvolle Ankunft heiligen.




Empfangen vom Heiligen Geist, neun Monate nach der Empfängnis,
wurde er als Mensch zu Bethlehem in Juda aus Maria der Jungfrau geboren:
Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus dem Fleische nach.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

O Immanuel



O Immanuel,
unser König und Lehrer,
du Hoffnung und Heiland der Völker:
o komm, eile und schaffe uns Hilfe, du unser Herr und unser Gott!

Dienstag, 22. Dezember 2009

O König aller Völker


O König aller Völker,
ihre Erwartung und Sehnsucht;
Schlußstein, der den Bau zusammenhält:
o komm und errette den Menschen, den du aus Erde gebildet!

Montag, 21. Dezember 2009

Mitternachtsmesse der Akademie


Falls jemand noch auf der Suche nach einer sehr würdig gefeierten Christmette ist, die wirklich um Mitternacht beginnt (der Pfarrer gestern: „Sie müssen selbst singen, es gibt keinen Chor – für manche ist das auch eine Erlösung…!“ ;P) –

24 Uhr – Mitternachtsmesse der Akademie
Katholische Akademie in Berlin
Hannoversche Straße 5
10115 Berlin-Mitte

O Morgenstern


O Morgenstern,
Glanz des unversehrten Lichtes, der Gerechtigkeit strahlende Sonne:
o komm und erleuchte, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes!

Sonntag, 20. Dezember 2009

O Schlüssel Davids


O Schlüssel Davids,
und Zepter des Hauses Israel –
Du öffnest, und niemand kann schließen.
Du schließest, und keine Macht vermag wieder zu öffnen:
o komm und öffne den Kerker der Finsternis und die Fessel des Todes!

Samstag, 19. Dezember 2009

O Wurzel Jesse


O Sproß aus Isais Wurzel,
gesetzt zum Zeichen für die Völker –
vor dir verstummen die Herrscher der Erde, dich flehen an die Völker:
o komm und errette uns, erhebe dich, säume nicht länger!

Freitag, 18. Dezember 2009

O Adonai



O Adonai,
Herr und Führer des Hauses Israel –
im flammenden Dornbusch bist Du dem Mose erschienen
und hast ihm auf dem Berg das Gesetz gegeben:
o komm und befreie uns mit deinem starken Arm!

Donnerstag, 17. Dezember 2009

O Weisheit



O Weisheit,
O Weisheit, hervorgegangen aus dem Munde des Höchsten –
die Welt umspannst du von einem Ende zum anderen,
in Kraft und Milde ordnest du alles:
o komm und offenbare uns den Weg der Weisheit und Einsicht!

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Komm, o Herr, und säume nicht!


Thomas Merton schrieb in seinem Zeichen des Jona über ein Häuschen im Stile eines Adventskalenders: man öffnet jeden Tag ein Türchen und die entsprechende Antiphon zur Vesper wird sichtbar. Gebastelt habe ich zwar dieses Jahr (noch) nicht, aber virtuell wird es hier ab morgen ein solches O-Antiphon-Häuschen geben.

Die O-Antiphonen oder großen Antiphonen gehen auf älteste Zeit (mindestens auf das 7. Jahrhundert) zurück. Christus wird unter sieben Titeln angerufen, die dem Messias im Alten Bund gegeben werden. Dann schließt sich jeweils eine flehentliche Bitte um sein Kommen an. Veni Domine noli tardere – komm, o Herr, und säume nicht!

Montag, 14. Dezember 2009

Alle Jahre wieder – United Loonies

Advent, wie er (leider) auch ist:

In der ersten Vesper von Gaudete lief der derzeit nervigste unter den Kirchenstörern und eigenartigen Gestalten vom Dienst (vergleiche auch hier, hier und hier) beflügelt vom (Wein)geist der umliegenden Weihnachtsmärkte zu neuer Hochform auf, was dazu führte, daß er irgendwann zum Magnificat still von zwei grün gekleideten Menschen hinausgeleitet wurde. Lange Jahre ist er uns treu gewesen – in Zukunft muß er jedenfalls draußen bleiben. Jauchzet, frohlocket!

Auf die Ansage, daß vor allem die Unterkirche und deren Beichtkapellen während der sakramentalen Aussetzung und zu gut frequentierten Beichtzeiten nicht besichtigt werden können, erhält man auch in Chorgewandung immer öfter ein „Warum?“ zur Antwort. Ich bin geneigt, solches nächstens mit „Weil ich es sage!“ zu beantworten.

Gestern abend: während der vorbereitenden Gebete auf die heilige Kommunion – einem der heiligsten und stillsten Momente – gackert direkt hinter mir jemand laut los. Ich frage mich, warum manche Leute ausgerechnet die erste Bank einer Kirche als den geeigneten Ort empfinden, um zu dokumentieren, daß sie überhaupt keinen Anstand haben. Die Geschichte eines Priesters, in der sich zwei Frauen beim Kommuniongang gegenseitig die Handtaschen übergezogen haben, erspare ich euch jetzt mal.

Samstag, 12. Dezember 2009

Gaudete in Domino semper!


Gaudete in Domino semper

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!
Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe.
Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!
Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren. (Phil 4,4-7)

Freitag, 11. Dezember 2009

zum Luciafest am 13. Dezember

traditionelles Luciafest mit vielen kleinen Lucias
in einer schwedischen Kirche
Lussekatt – Gebäck, das zum Frühstück gebracht wird.
Die Form soll die Augen symbolisieren, die der Heiligen bei ihrem
Martyrium ausgerissen wurden.
Wie ich das Luciafest bei mir zuhause gerne hätte…
…und wie es wohl eher wird (auch gemütlich…)
für Spielkälber: ein Ausschneidebogen

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Hl. Lucia – Jungfrau und Märtyrin

Wir preisen Dich, himmlischer Vater, weil Du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

Der Sonntag Gaudete fällt in diesem Jahr mit dem Gedächtnis der heiligen Lucia von Syracus zusammen, die zu den Jungfrauen und Märtyrinnen gehört, die im ersten Kanon namentlich genannt werden.

Die heilige Lucia gelobte schon in sehr jungen Jahren, vom Beispiel der heiligen Agatha von Catania ergriffen, in ihrem Herzen die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen. Ihre Mutter, die davon nichts wußte, wollte sie mit einem vornehmen und wohlhabenden Heiden verloben, wohl auch in der Absicht, ihn für Christus zu gewinnen. Als Lucia von der beabsichtigten Verlobung erfuhr, erschrak sie sehr. Eutychia erkrankte in der Folge am Blutfluß. Nach vierjährigen Leiden wallfahrteten die beiden zum Grab der heiligen Agatha, wo Eutychia nach einer Meßfeier am Grab der Heiligen auf wundersame Weise geheilt wurde. Lucia offenbarte, daß sie sich dem Herrn versprochen hatte und veranlaßte ihre Mutter dazu, ihre Mitgift und schließlich das ganze Vermögen in so großzügiger Weise auf die Fürsorge der Armen zu verwenden, daß von ihr gesagt wurde: Mit vollen Händen spendet die liebe Lucia den Armen Christi, wie der hl. Diakon Laurentius.

Der abgewiesene Verehrer denunzierte Lucia als Christin vor dem Statthalter, der Lucia daraufhin zu sich bestellte und ihr befahl, vor seinen Augen den Götzen zu opfern. Als sie sich weigerte, um Gott nicht zu beleidigen, erlitt sie schließlich an diesem 13. Dezember 304 das Martyrium durch einen Stich in den Hals. Sie lebte sie aber noch einige Stunden, so daß ihr ein Priester die Wegzehrung reichen konnte.

Die heilige Lucia hätte ihr Leben retten können, wenn sie nicht den über alles geliebt hätte, der uns zuerst geliebt hat. Sie hat uns vorgelebt, was wir sein wollen und sollen, Zeichen des kommenden Himmelreiches. So ist die Heilige Lucia eine machtvolle Flamme der Liebe, ein Licht in der Dunkelheit, ein Licht, das uns den Weg weist.

Du hast dem Herrn Jesus durch das Gelübde der Jungfräulichkeit eine
bräutliche Wohnung in deinem Herzen bereitet.
(St. Agatha in einem Traum zu St. Lucia)

Dienstag, 8. Dezember 2009

Immaculata


O Maria, sei gegrüßt,
die du voller Gnade bist;
sei gegrüßt, du höchste Zier:
Gott der Herr ist selbst mit dir.

Du bist nun gebenedeit
vor den Frauen allezeit.
Lob dem, der dich heimgesucht,
Jesus, deines Leibes Frucht.

Mutter Gottes, liebe Frau,
auf uns arme Sünder schau;
bitt für uns bei deinem Sohn,
daß er uns im Tod verschon.

Meinst du nicht, daß Maria die mit der Sonne umgebene Frau ist? Gewiss verweist der Zusammenhang der prophetischen Sicht, dies von der gegenwärtigen Kirche zu verstehen; aber man kann dies auch zutreffend von Maria sagen: denn sie hat sich gleichsam mit einer anderen Sonne umgeben. Wie die geschaffene Sonne in gleicher Weise über Gute und Böse aufgeht, so sieht auch sie nicht auf frühere Verdienste, sondern erweist sich gegen alle einsichtsvoll, überaus gütig, und hat in weitherziger Liebe Erbarmen mit den Nöten aller. Sie ist über alle Mängel erhaben, und was immer gebrechlich oder verdorben ist, überragt sie einzigartig in hervorragendster Erhabenheit und übertrifft alle Kreatur, sodaß mit Recht gesagt wird, daß unter ihren Füßen der Mond sei. Andererseits würden wir nichts Besonderes gesagt haben, wäre bloß der geschaffene Mond unter ihren Füßen, die ohne jedweden Zweifel über alle Chöre der Engel, über Kerubim und Seraphim erhöht ist.
Der Mond bezeichnet gewöhnlich nicht bloß den Fehler der Verdorbenheit, sondern ebenso der törichten Gesinnung und bisweilen auch die Kirche dieser Zeit; ersteres wegen seiner Veränderlichkeit, letzteres jedenfalls wegen des anderswoher entlehnten Glanzes! In jedem Sinn aber wird sozusagen der Mond überaus passend zu Füßen Mariens verstanden, wenn auch auf verschiedene Weise, denn „ein heiliger Mensch bleibt in der Weisheit wie die Sonne, aber ein Tor ist veränderlich wie der Mond“. In der Sonne ist nämlich sowohl die Glut als der Glanz beständig, im Mond ist nur der Glanz, und auch dieser ist unentwegt veränderlich und unsicher, weil er niemals im gleichen Zustand bleibt. Mit Recht wird daher Maria als mit der Sonne umgeben dargestellt, da sie die gewaltige, unermeßliche Tiefe der göttlichen Weisheit weiter durchdrungen hat, als man zu glauben vermag; sodaß sie – soweit dies die Natur des Geschöpfes ohne persönliche Vereinigung zuläßt – in jenes unzugängliche Licht eingetaucht erscheint. Mit diesem Feuer wurden zwar die Lippen des Propheten gereinigt, von diesem Feuer sind auch die Seraphim entflammt; aber weit anders verdiente Maria, nicht bloß kurz davon berührt, sondern vielmehr davon bedeckt und umflossen, ja gleichsam vom Feuer selbst eingeschlossen zu werden. Höchst rein, fürwahr, aber auch ganz glühend ist das Kleid dieser Frau, an der alles so herrlich strahlt, daß man an ihr - ich will nur sagen - nichts Finsteres oder auch nur etwas ein wenig Dunkles oder minder Lichtes, ja nicht einmal etwas Laues oder nicht ganz Glühendes annehmen darf. (aus einem Sermo des hl. Bernhard von Clairvaux)

Montag, 7. Dezember 2009

Saint Ambrose in a nutshell


„Ist einer im Reden behutsam, so wird er milde, sanft und bescheiden. Wenn er nämlich den Mund hält und seine Zunge beherrscht und nicht redet, bevor er seine Worte geprüft und abgewogen hat und überlegt hat, ob dies zu sagen sei, ob es diesem Menschen gegenüber zu sagen sei, so übt er in der Tat Bescheidenheit, Sanftmut und Geduld.“

Samstag, 5. Dezember 2009

Macht niedrig, was hoch stehet

…was krumm ist, macht gerad.

Dieses prophetische Wort hat sich insofern erfüllet, als grad am Schreibtisch mein Holzstuhl unter mir zusammengebrochen ist. :D

(Disclaimer: nein, das lag nicht an meinem Gewicht, höchstens an dem meiner zentnerschweren Katze, die mir auf dem Schoß zu liegen pflegt).

Im Ernst, diesen Stuhl hat vor 10 Jahren jemand auf dem Sperrmüll ausgesetzt, und die Katze und ich sind eigentlich Leichtgewichte. Ich hab grad herzlich gelacht.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Hl. Barbara – Jungfrau, Märtyrin

Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht.
Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?
In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.
Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten
der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Von all den Überlieferungen um die Heilige Barbara finde ich die am anrührendsten, in der bei ihrem Martyrium ein Engel erscheint und sie in ein schneweißes Gewand hüllt.

Zum morgigen Barbaratag nicht vergessen: Barbarazweige schneiden (es hat heuer schon gefroren, also klappt es)! Nach altem Brauch, dem im Süden übrigens auch die Pietisten frönen, schneidet man am Barbaratag Zweige von Obstbäumen oder auch Sträuchern wie Forsythien und stellt sie ins Wasser. Zum Heiligen Abend blühen sie dann.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Hl. Andreas

Am Tag darauf stand Johannes wieder dort und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, daß sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister –, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte (Christus). Er führte ihn zu Jesus.

Ein schöner Gedanke, den der Zelebrant der gestrigen Abendmesse bei der Predigt ausführte: er führte ihn zu Jesus. Dieses Hinführen des anderen zu Jesus ist allen Christen ans Herz gelegt und dem hl. Andreas gebührt schon darum besondere Verehrung.

Und noch ein virtueller Adventskalender


…der des Erzbistums Berlin. Das Foto der verschneiten Kathedrale mag ich sehr gern. Der Inhalt des ersten Türchens ist zwar nicht so mein Geschmack, aber wer bin ich schon?

Ebenfalls würdig, recht, billig und heilsam ist die Nachricht, daß das BVG auf die Klage der katholischen und der evangelischen Kirche hin entschieden hat, daß die unsägliche Praxis, die Läden an allen vier Adventssonntagen zu öffnen, gegen den Schutz des Sonntags verstößt. Warum ein Untersagen dieser Praxis nicht unverzüglich in Kraft tritt, verstehe ich allerdings nicht, aber diese Stärkung des Schutzes der Sonntagsruhe freut mich schon sehr.
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