Mittwoch, 30. September 2009

Gepriesen bist Du am Gewölbe des Himmels

Das Fest der hll. Erzengel habe ich in diesem Jahr als besonders innig empfunden, unter anderem, weil im Weihegebet der Consecratio Virginum heißt:

Denen, die noch der Vergänglichkeit unterworfen sind, gewährst du Anteil an einem Leben, das ähnlich ist dem der Engel.

Die Lesung zum Fest der hl. Schutzengel beschreibt den Engel als denjenigen, in dem mein Name (= der Name Gottes) gegenwärtig ist.

Besonders schön finde ich diese Stelle im ersten Hochgebet, vielleicht, weil ich mir das einfach bildlich vorstelle:
Dein heiliger Engel trage diese Opfergabe auf deinen himmlischen Altar vor deine göttliche Herrlichkeit;
und wenn wir durch unsere Teilnahme am Altar
den heiligen Leib und das Blut deines Sohnes empfangen,
erfülle uns mit aller Gnade und allem Segen des Himmels.
Im vierten Hochgebet wird über die Engel gesagt:

Vor dir stehen die Scharen der Engel und schauen dein Angesicht.
Sie dienen dir Tag und Nacht, nie endet ihr Lobgesang.


℣: Gepriesen bist du, Herr, du Gott unserer Väter.
℟: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

℣: Gepriesen bist du im Tempel deiner heiligen Herrlichkeit.
℟: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

℣: Gepriesen bist du, der in die Tiefen schaut und auf Kerubim thront.
℟: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

℣: Gepriesen bist du auf dem Thron deiner Herrschaft.
℟: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

℣: Gepriesen bist du am Gewölbe des Himmels.
℟: Gerühmt und verherrlicht in Ewigkeit.

(Canticum zum Lobgesang der Jünglinge im Feuerofen
(in GL 677, 2)

30. September – Hl. Hieronymus, Kirchenvater

Auf ein interessantes Zitat des Kirchenvaters Hieronymus, der geistlicher Vater vieler geweihter Jungfrauen war – die bekannteste ist womöglich die frühchristliche Jungfrau Eustochium – bin ich gerade gestoßen:

Wenn sie [die Frau] Christus mehr dienen will als der Welt, hört sie auf Weib zu sein und wird Mann genannt.

Auf diesen Gedankengang ist womöglich zurückzuführen, daß der heilige Hieronymus den geweihten Jungfrauen neben Gebet und der Liebe zur Aszese ausdrücklich das ausgiebige Schriftstudium ans Herz gelegt hat.

Daß er der Überlieferung nach einem Löwen einen Dorn aus der Pranke gezogen haben soll und der Löwe ihm fortan Gesellschaft leistete, macht ihn mir als Katzenliebhaberin sympathisch.

Nachtrag: nachdem sich Vox über den „dahergelaufenen Löwen“ mokiert hat ;): so ging die Geschichte weiter mit dem Löwen und dem Kirchenvater.

Dienstag, 29. September 2009

29. September – Hl. Erzengel Michael


Unüberwindlich starker Held, – Sankt Michael.
Komm uns zu Hilf, zieh mit zu Feld.
Hilf uns im Streite, zum Sieg uns leite, Sankt Michael.

Die Kirch dir anbefohlen ist –
du unser Schutz- und Schirmherr bist.

Du bist der himmlisch Bannerherr, –
die Engel sind dein Königsheer.

Den Drachen du ergriffen hast –
und unter deinen Fuß gefaßt.

Beschütz mit deinem Schild und Schwert –
die Kirch, den Hirten und die Herd.

(T: F. von Spee 1601, M, 1614/1623)

Montag, 28. September 2009

Bittet den Herrn der Ernte…


…daß er Arbeiter aussenden möge für seine Ernte. (Mt. 9,38)

Das Bistum Berlin lädt im Rahmen der überdiözesanen Wallfahrt zum 75jährigen Gebetstag für geistliche Berufe, der auf den seligen Dompropst Bernhard Lichtenberg zurückgeht, zu einer Gebetsstunde mit eucharistischer Anbetung in die St. Hedwigskathedrale ein. Es besteht dabei auch die Möglichkeit zum Empfang des Bußsakraments, zum geistlichen Gespräch und natürlich zu einem Besuch des Grabes des seligen Bernhards.

am Samstag, den 3. Oktober 2009
in der St. Hedwigskathedrale um 20 Uhr

Beter, die das obige Wort des Herrn wahrmachen, brauchen wir immer und überall.


Gebet von Papst Benedikt XVI.für geistliche Berufungen zum Priesteramt und für das gottgeweihte Leben anläßlich des Weltgebetstages für geistliche Berufungen am 7. Mai 2006:

O Vater, laß unter den Christen viele
und heilige Berufungen zum Priestertum entstehen,
die den Glauben lebendig halten
und die dankbare Erinnerung an deinen Sohn Jesus bewahren,
durch die Verkündigung seines Wortes
und die Verwaltung der Sakramente,
durch die du deine Gläubigen ständig erneuerst.

Schenke uns heilige Diener deines Altars,
die aufmerksame und eifrige Hüter der Eucharistie sind,
des Sakraments der äußersten Hingabe Christi
für die Erlösung der Welt.

Rufe Diener deiner Barmherzigkeit,
die durch das Sakrament der Versöhnung
die Freude deiner Vergebung verbreiten.

O Vater, laß die Kirche mit Freuden
die zahlreichen Inspirationen des Geistes deines Sohnes aufnehmen
und laß sie - deiner Lehre fügsam -
Sorge tragen für die Berufungen zum priesterlichen Dienst
und zum geweihten Leben.

Unterstütze die Bischöfe, die Priester, die Diakone,
die Menschen des geweihten Lebens und alle in Christus Getauften,
damit sie treu ihre Sendung erfüllen
im Dienst des Evangeliums.

Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

Wähle also das Leben – Schweigemarsch 1000 Kreuze am 26. September





Tiberius bloggt über den Marsch für das Leben und stellte dankenswerterweise auch ein Video ins Netz. Wäre ich nicht selbst mit einer Mitschwester dabeigewesen und sähe mich durchs Bild ziehen – so habe ich es eigentlich nicht erlebt. Höchstwahrscheinlich liegt es daran, daß das Video den Marsch von außen zeigt, wir haben ihn dagegen von innen erlebt.

Beim Marsch zwischen den Blasphemien und unsägliche Blödigkeiten skandierenden „Gegendemonstranten“ hindurch war mir das Kreuz, das ich wie am Karfreitag beim Kreuzweg nach Plötzensee tragen durfte, eine solche Quelle des Kraftes und des Trostes, daß ich womöglich eher heiter ausgesehen habe:
Der Herr ist bei mir, ich fürchte mich nicht. Was können Menschen mir antun?
Der Herr ist bei mir, er ist mein Helfer; ich aber schaue auf meine Hasser herab. (Ps. 118)
Auch das vor der Kathedrale gesungene Te Deum Angesicht in Angesicht mit der Gegendemo hatte für mich etwas Triumphales. Ähnliches schrub auch Phil.

Die lapidare Berichterstattung des rbb war übrigens wiedermal typisch. Keine Bilder, schon weil NPD-Gegendemonstranten und Laubenpieper irgendwoanders einfach viel wichtiger erschienen. In der Kathedrale „kam es zu einem Eierwurf“. Nein, es kam nicht zu einem Eierwurf wie etwa zu einem Auffahrunfall, da hat eine Frau rohe Eier geworfen, ganz aktiv. Allerdings wurde sie einfach stillschweigend von der Polizei weggeführt, während die Teilnehmer am ökumenischen Gottesdienst sich Wichtigerem zuwandten, Gott selbst zum Beispiel.

Und: „zu beiden Demonstrationen versammelten sich mehrere hundert Leute“ ist doch ein wenig zu nivellierend dafür, daß sich ca. 1.300 Leute am Marsch für das Leben beteiligten, während nur ca. 300 versuchten, diesen zu stören. Daß es dabei jemand in seiner unsäglichen Blödigkeit fertiggebracht hat, unweit der verlorenen Bibliothek eine Bibel anzuzünden und dem Herrn Weihbischof Laun vor die Füße zu werfen, kann man eigentlich kaum noch kommentieren, es steht für sich und die Natur des Bösen.
Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen. (Deut 30,19)

Donnerstag, 24. September 2009

Donnerstag der 25. Woche im Jahreskreis


Immer wieder beim Ministrieren fällt mir auf, wie schön die Gebete im Meßbuch sind – womöglich höre ich besser, wenn ich das Meßbuch halte. Das heutige Tagesgebet:
Gott unser Herr,
du verbindest alle, die an dich glauben, zum gemeinsamen Streben.Gib, daß wir lieben, was du befiehlst,
und ersehnen, was du uns verheißen hast,damit in der Unbeständigkeit dieses Lebensunsere Herzen dort verankert seien,wo die wahren Freuden sind.

Wo der Heilige Geist zur Abendmesse kommt


…da hat der Herr Weihbischof em. letzte Woche überraschend eine Einzelfirmung in der Unterkirche angesetzt, da die Firmandin Tage vor dem eigentlichen Termin ihrer Firmgruppe mit ihren Eltern nach Nigeria zurückkehrte. Es wurde dann ein sehr schöner Gottesdienst (wie es bei Weihbischof Weider eigentlich nicht anders sein kann), dem auch der Pfarrer und die ganze Gruppe beiwohnte. Interessanterweise wurde auf englisch gefirmt.

Dienstag, 22. September 2009

To litter or not to litter: that is the question.

whether 'tis nobler in the mind…

Immer wieder einmal gerate ich bei der Arbeit in gelinde Verzweiflung. Man hatte mich ursprünglich einmal auch angestellt, um einer gewissen Form der Unordnung Herr zu werden. Meine Vorgängerin scheint in etlichen Dezennien niemals etwas weggeworfen zu haben, meine Kollegin kann es, so scheints, einfach nicht. GEO-Bildkalender der letzten 10 Jahre, angeknitterte Servietten Marke Bahnhofsimbiß, Fotos von Humphrey Bogart, Reiseandenken „aus Hamburg“, Bierkrüge, Untersetzer und chinesische Bilder des $Numerikers im Stile des Vorsitzenden Mao, ca. 25 Jahre alter Schriftverkehr über die Beschaffung einer Großrechneranlage* HAL 9000 XYZ13hr3R, ein Mobile, gräusliche Holz- und Seidenblumen, Trockenblumen nicht zu vergessen (im Strauß und im Glase liegend), Rechnerplatinen mit Pailletten drauf – wer weiß, vielleicht kann es noch einmal jemand brauchen? .oO(überleg: vielleicht sollte ich den Kram bei Ebay einstellen? Das chinesische Bild ist ziemlich kultig.)

* hier wurde mir ganz melancholisch zumute…

Jedenfalls liebe ich die Ordnung am Arbeitsplatz und könnte auch, wenn man mich nur ließe. Aber ach, man läßt mich oft genug nicht (siehe oben)! Manche Entsorgungsaktion ist überhaupt nur unter dem Siegel striktester Verschwiegenheit und in der Urlaubssaison durchführbar. Kaum habe ich das Innere ganzer Vorratsschränke nach dem Prinzip Asche zu Asche, Staub zu Staub, Kekse zu Keksen angeordnet – wobei sich häufig Benutztes auf Augenhöhe, selten oder nie Verwendetes (wie etwa Weinflaschen) unten oder gleich ganz woanders befindet –, liegt beim gefühlten nächsten Öffnen der Schranktür wieder alles Holterdipolter da.

Müßig zu sagen, daß, wenn von nun an etwas fehlt, klar ist, daß ich es weggeworfen haben muß. Auch wenn ich es sogleich herbeischaffe, weil es genau an dem Ort ist, an den es gehört. Es hätte ja sein können…

Christussymbole (5)

Der Legende nach ist das Einhorn stärker als alle anderen Tiere, von keinem Jäger zu fangen. Nur im Schoß der sanftmütigen Jungfrau bettet es sich – wie Christus, das Kind der reinen Jungfrau, der durch seine Auferstehung unwiderstehlich die Fesseln des Todes zerreißt.

Das Einhorn ist auch Sinnbild der Reinheit und Keuschheit, der Abwehr alles Bösen und Symbol selbstloser Hingabe.

Dem Horn des Einhorns wird die Kraft nachgesagt, vom Gift der Schlange heilen zu können, weshalb das Horn in den Schriften mancher Kirchenväter wiederum zum Symbol des Kreuzes Christi wurde.
Du König der Herrlichkeit, Christus.
Du bist des Vaters allewiger Sohn.
Du hast der Jungfrau Schoß nicht verschmäht, bist Mensch geworden, den Menschen zu befreien.
Du hast bezwungen des Todes Stachel und denen, die glauben, die Reiche der Himmel aufgetan.
Du sitzest zur Rechten Gottes in deines Vaters Herrlichkeit.
Als Richter, so glauben wir, kehrst du einst wieder.
Dich bitten wir denn, komm deinen Dienern zu Hilfe, die du erlöst mit kostbarem Blut.
In der ewigen Herrlichkeit zähle uns deinen Heiligen zu.  (aus dem Te Deum)

Montag, 21. September 2009

Das Sonntagsbild



Die vereinten liturgischen Dienste versuchten gestern, dem Herrn Pfarrer nahezubringen, wie schön so ein Erntedankgottesdienst wäre. Leider vergebens (schluchz!)

In der Folge entstanden einige nette Ideen, wo man am entsprechenden Sonntag unauffällig einen Zierkürbis unterbringen könnte, um es ein wenig "festlicher" zu machen…*

Versuchung #2

*Disclaimer: Nein, das tun wir natürlich NiCHT…

Samstag, 19. September 2009

Lektorenpannen

Einen interessanten Moment gab es heute bei einer Heiligen Messe für ehrenamtliche Mitarbeiter:
Die Lektorin (eine Ordensfrau) tritt zu
r ersten Lesung an den Ambo:

„Lesung aus dem Buch der Weichheit“
Aus der Ecke der Zelebranten kommt es:
„Weisheit“
„Was?!“
(etwas lauter:) „WEiSheit!!!“
Lektorin: „Nü ja!?!“
Die Ordensschwester breitet nunmehr ein Blatt aus:
„Lesung aus dem Buch Ezechiel“

???  – daß in der anschließenden Predigt der Zelebrant sein Herz in Düsseldorf anstatt in Heidelberg („Wie komm ich denn jetzt auf Düsseldorf?“) verloren hatte, war dann das Tüpfelchen auf dem i.

Donnerstag, 17. September 2009

Christussymbole (4)


In dieser gesegneten Nacht, heiliger Vater, nimm an das Abendopfer unseres Lobes, nimm diese Kerze entgegen als unsere festliche Gabe! Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet, wird sie dir dargebracht von deiner heiligen Kirche durch die Hand ihrer Diener

So besingt das Exsultet die Osterkerze, die Symbol ist für den auferstandenen Christus. Die Kerze aus teurem, gebleichtem Bienenwachs ist zugleich auch Sinnbild für die menschliche Natur Christi und für seinen verklärten Leib nach der Auferstehung, die Flamme gilt als Zeichen seiner göttlichen Natur. Die fleißigen Bienen aus dem Osterlob sind dabei wiederum selbst unter anderem ein Christussymbol.

Bei der Bereitung der Osterkerze spricht der Priester feierlich:

Christus, gestern und heute
Anfang und Ende
Alpha
und Omega
Sein ist die Zeit
und die Ewigkeit
Sein ist die Macht und die Herrlichkeit
in alle Ewigkeit. Amen.

In das womöglich mit einem Griffel eingeritzte Kreuz oder in die vorgesehenen Stellen kann der Priester fünf Weihrauchkörner bzw. fünf Wundnägel aus Wachs einfügen:

Durch seine heiligen Wunden
die leuchten in Herrlichkeit
behüte uns
und bewahre uns
Christus, der Herr. Amen.

Der Priester entzündet die Osterkerze am Feuer und spricht dabei:

Christus ist glorreich auferstanden vom Tod.
Sein Licht vertreibe das Dunkel der Herzen.


Eine andere „fleißige Biene“: Sr. Mirjam Fuchs OCD
in der Kerzenwerkstatt des Karmels Regina Martyrum

Dies ist die Nacht, von der geschrieben steht: „Die Nacht wird hell wie der Tag, wie strahlendes Licht wird die Nacht mich umgeben.“ Der Glanz dieser heiligen Nacht nimmt den Frevel hinweg, reinigt von Schuld, gibt den Sündern die Unschuld, den Trauernden Freude. Weit vertreibt sie den Hass, sie einigt die Herzen und beugt die Gewalten.
In dieser gesegneten Nacht, heiliger Vater, nimm an das Abendopfer unseres Lobes, nimm diese Kerze entgegen als unsere fest liche Gabe! Aus dem köstlichen Wachs der Bienen bereitet, wird sie dir dargebracht von deiner heiligen Kirche durch die Hand ihrer Diener. So ist nun das Lob dieser kostbaren Kerze erklungen, die entzündet wurde am lodernden Feuer zum Ruhme des Höchsten.
Wenn auch ihr Licht sich in die Runde verteilt hat, so verlor es doch nichts von der Kraft seines Glanzes. Denn die Flamme wird genährt vom schmelzenden Wachs, das der Fleiß der Bienen für diese Kerze bereitet hat.
O wahrhaft selige Nacht, die Himmel und Erde versöhnt, die Gott und Menschen verbindet! (aus dem Exsultet)

Aufenthalt mit uns und Sie werden es genießen! (2)

Bei einem meiner gelegentlichen Besuche der Homepage des Ordo Virginum in den Vereinigten Staaten – der trotz seiner Klicketibunti-Oberfläche viele nützliche Materialien anbietet –, entschloß ich mich spontan einmal zum Klick auf die deutsche Flagge unten. Hätte ich das nur gelassen! Das Ergebnis:


Da ich mir den englischen Text vorher nicht eingehend durchgeschaut hatte, habe ich mich wirklich gefragt: Wer zum Geier ist Erzbischof Vertuscht?

Kryptisches zum Thema und zum Spaß mit Übersetzungsmaschinen hatte ich schon mal hier. Einer der besten Texte ist leider in den Wirren der diversen Rechner verlorengegangen.

Immerhin, der deutsche Ordo Virginum hat gar keine Homepage – dabei gibt es tolle Seiten in Spanien und Italien. Die Öllampe unten ist mangels heimischem Angebot zum OVC in Österreich verlinkt. Leider traue ich mir technisch nicht zu, selbst eine Seite zu stricken – das Ergebnis würde wahrscheinlich wie bei Kain und Abel (… aber auf Kain und sein Opfer schaute er nicht.)

Mittwoch, 16. September 2009

Ein etwas älteres Berufungsvideo…






Da es derzeit Berufungsvideos ja nur so hagelt, mal eine Frage: wieviele junge Mädchen und Frauen hat der Film Geschichte einer Nonne wohl veranlaßt, vom Leben als Ordensfrau zu träumen? Ich jedenfalls wollte auf der Stelle irgendwo eintreten, wo man so singt und eine solche Tracht trägt.

Zum Thema Habit wollte ich eigentlich einmal etwas schreiben, sehe aber, daß Lumen de Lumine das vor Jahren viel besser getan hat. Marcelle Bernstein wußte übrigens schon 1977 zu berichten:
Statistiken zeigen, daß die Zahl der Berufungen abrupt zurückging, als die Orden ihre würdige lange Tracht abschnitten und ein scheußliches Zwitterding daraus machten.[1]
Obwohl der Film an einigen Stellen meiner Ansicht nach wesentlich verschärft oder erfindet, was im Buch so gar nicht vorkommt[2] hat mich hier Würde und Schönheit der katholischen Liturgie auf immer in ihren Bann geschlagen. Nach all den Jahren bin ich auch immer wieder etwas enttäuscht, wenn Gabrielle am Ende durch den Seitenausgang in weltlicher Kleidung das Kloster verläßt und „ins Ungewisse“ geht.

_____
[1] Später am Tag reiche ich das Zitat im Ganzen nach. Es ist leider nur allzu wahr.

[2| Etwa die Szene im Krankensaal, wo die Postulantin eine Patientin lieber dürsten lassen soll, weil es gerade zum Gebet geläutet hat (als Tugendbraten im Vergleich dazu werden die beiden Mitpostulantinnen geboten, die folgsam Eimer und Besen in die Ecke stellen). Auch das geradezu verbissene Streben nach „Vollkommenheit oder gar nichts“ und scheune Vokabeln wie „ausmerzen“ finden sich im Buch so nicht.

Dienstag, 15. September 2009

Kreuzerhöhung – einmal anders

Der Dompropst ist toll. Er erscheint, wie er ist und ist, wie er erscheint. Seine Predigten erinnern mich – neben dem theologischen Gehalt – zuweilen an eine Kreuzung aus Die Sendung mit der Maus und Es war einmal…. Zu gern möchte man sich manches Mal vorher etwas wünschen: "Erzähl uns nochmal die Geschichte mit dem Salzmännlein – oder mit der Palme, die ein Stein drückt!"

Zum gestrigen Fest der Kreuzerhöhung gab es eine neue Geschichte: der Kardinal feierte einen Gottesdienst mit fremdsprachlichen Priestern und hatte sein Brustkreuz vergessen. Er borgte sich ein kleines, bescheidenes von einem Priester aus dem Kongo, den diese Geste tief bewegte. (Man merkt schon, ich kann das nicht so schön erzählen wie der Dompropst).

Sonntag, 13. September 2009

14. September – Kreuzerhöhung


Des Königs Fahne schwebt empor, im Glanze geht das Kreuz hervor,
daran der Herr des Lebens starb, als er das Leben uns erwarb.

Es öffnet durch den Lanzenstich die Seite des Erlösers sich, und uns zu
waschen rann ein Quell von Blut und Wasser klar und hell.

Da ward erfüllet der Gesang, der einst von Davids Lippen klang:
Vom Holz herab als seinem Thron regiert Gott alle Nation.

O schöner Baum, es glänzt an dir des Purpurs königliche Zier;
von allen auswählter Stamm, du trägst das reine Gotteslamm.

An dir als einer Waage schwebt der Preis, der unsere Schuld aufhebt:
des Herren Leib, das Lösegeld für die vom Tod erkaufte Welt.

Dein Kreuz o Christe grüßen wir; all unsre Hoffnung steht zu dir.
Gib den Gerechten neue Huld, den Sündern Nachlaß ihrer Schuld.

Der heiligsten Dreieinigkeit sei Lob und Preis in Ewigkeit, die durch
des heil'gen Kreuzes Kraft uns Tugend und Belohnung schafft.
(Hymnus Vexilla Regis des Venantius Fortunatus in der Übertragung des GL Nr. 820)

Christussymbole (3)



Wie der Pelikan sich in der Mythologie die Brust aufreißt, um mit seinem Blut seine Jungen zu füttern und dabei sein Leben hingibt, so gibt Christus sein Blut für das Heil der Menschen.

Kann ich nicht wie Thomas schaun die Wunden rot,
bet ich dennoch gläubig: „Du mein Herr und Gott!“
Tief und tiefer werde dieser Glaube mein,
fester laß die Hoffnung, treu die Liebe sein.

Denkmal, das uns mahnet an des Herren Tod!
Du gibst uns das Leben, o lebendig Brot.
Werde gnädig Nahrung meinem Geiste du,
daß er deine Wonnen koste immerzu.

Gleich dem Pelikane starbst du, Jesu mein;
wasch in deinem Blute mich von Sünden rein.
Schon ein kleiner Tropfen sühnet alle Schuld,
bringt der ganzen Erde Gottes Heil und Huld.
(Adoro te devote, Thomas von Aquin)

Samstag, 12. September 2009

Könnt ihr nicht eine Stunde mit mir wachen?

Wo einem die Haare nach hinten fliegen und das Trommelfell sich sanft nach innen wölbt, da ist eine Demo mit ohrenbetäubender Musik ziemlich weit vom Weg abgekommen. Liebe Piraten, vielen Dank, daß ich das erleben durfte – Samstag nachmittag, eucharistische Anbetungsstunde, und man versteht in der Kathedrale ca. 45 Minuten sein eigenes Wort nicht.

Irgendwie wars von Anfang an etwas seltsam: Der aussetzende Priester, ein zunehmend eigenartiger, kam genau zur für die Aussetzung festgesetzten Minute an, wehrte Weihrauch, Schiffchen, Gesang, Chorhemd, Talar und überhaupt jegliches Gewese vehement ab, schmiß sich in eine Stola und setzte aus. Punkt. Hauptsache, die Vorstellung fängt pünktlich an. Ein Marienlied zum Angelus wegen des Festes Mariä Namen wollte er nach der Aussetzung übrigens nicht singen lassen, dazu hätte er keine Genehmigung. Na dann… :|

Ein Tausendfüßler von ca. 30 Touristen klapperte die Treppe herunter und scharte sich in einer Seitenkapelle zusammen. Vorsichtig im Flüsterton angesprochen, wurde vom Leiter der Gruppe nach dem Motto "Nun hab dich mal nicht so!" auf "But you're disturbing the prayer!" unverhohlen aggressiv erwidert "We're just staying a minute!!!" Ouh, na, wenn Sie uns zweimal in einer Minute stören, dann macht uns das natürlich nichts aus! Dem Küster aber schon, und so setzte er sie vor die Tür.

Dann kamen oben Beschriebenen und demonstrierten, daß die Wände wackelten.

Lieber Herr Jesus, diese Anbetungsstunde habe ich wirklich nur im Gedanken an deine obige Frage durchgehalten.

12. September – Mariä Namen



"Ave Maria, gratia plena."
So grüßet der Engel die Jungfrau Maria,
da er von dem Herrn die Botschaft bracht.

Siehe, du sollst einen Sohn empfangen,
danach trägt Himmel und Erde Verlangen
daß du die Mutter des Herrn sollst sein.

"Engel sag an, wie soll das nur werden,
da ich kein'n Mann erkenne auf Erden
in dieser Welt so weit und breit?"

"Der Heilge Geist wird über dich kommen,
gleichwie der Tau kommt über die Blumen,
also will Gott geboren sein."

Maria hört' des Höchsten Begehren.
Sie sprach: Ich bin die Magd des Herren,
nach deinem Wort geschehe mir.

Nun wollen wir danken, preisen und loben
den Herrn im Himmel so hoch da droben.
daß er uns all erlöset hat.

Christussymbole (2)


Der Hahn – Symbol der Wachsamkeit und Bote des wahren Lichtes. So wie der Hahn mit seinem Ruf das Ende der Nacht und den Beginn des Tages verkündet und die Schlafenden aufweckt, so besiegt Christus die Nacht der Sünde und des Todes und erweckt den Menschen zum christlichen Glauben und zum ewigen Leben.

Gleich darauf krähte der Hahn zum zweiten Mal, und Petrus erinnerte sich, daß Jesus zu ihm gesagt hatte: Ehe der Hahn zweimal kräht, wirst du mich dreimal verleugnen. Und er begann zu weinen. (Mk 14,72)


Der Fels der Kirche, Petrus, weint,
bereut die Schuld beim Hahnenschrei.

So stehet rasch vom Schlafe auf
Der Hahn bedrängt, die säumig sind.
Hoffnung erwacht beim Hahnenschrei.
Gefallene vertrauen neu.
Herr, wenn wir fallen,
sieh uns an und heile uns durch deinen Blick.
(Hymnus des Ambrosius aus dem Stundenbuch)

Freitag, 11. September 2009

Christussymbole


Neulich kam ich im Gespräch mit einem Priester auf Christussymbole – dieser erwähnte das wenig bekannte Symbol des Schmetterlings. Daher die Idee, möglichst viele davon blogweise in Form einer kleinen Reihe zusammenzutragen.

Als Tierliebhaberin und bei dem Blognamen fange ich einfach mal mit dem Lamm Gottes an. Das Buch mit den sieben Siegeln gehört nicht notwendigerweise zum Bild, immer aber meines Erachtens die Siegesfahne als Zeichen der Auferstehung.

Für kommende Ostern schwebt uns übrigens schon vor, zu dem schönen alten Brauch, Osterlämmer zu backen und zu verschenken, zurückzukehren.

Die Rosenkranzandacht (und ich)

Auf die Gefahr hin, nun mit Schwung aus einigen Blogrolls zu fliegen:

Zu fast allen Formen der Andacht, die man in der katholischen Kirche pflegt[1], habe ich einen guten Zugang. Zum Rosenkranz bisher eher wenig. Meine Schwierigkeit dabei: entweder ich bete ein Ave Maria oder ich meditiere ein Glaubensgeheimnis – aber nicht beides zugleich. Außerdem geht wegen meiner Gewöhnung an das Angelusgebet meine ganze Konzentration dafür drauf, die jeweilige Clausula nicht zu vergessen.

Nachdem ich vorletzten Jahr bei den abendlichen Andachten im Rosenkranzmonat Oktober aushilfsweise ein- zweimal eingesprungen bin, habe ich letztes Jahr im aufgrund irgendeines Phänomens – feste Termine und kurzfristige Einspringerei – auf einmal bei den meisten Rosenkranzandachten vorgebetet (die kurze Variante). Da mir ein Gesätz mit Liedern so ganz alleine „etwas wenig“ erschien und zudem an mehreren Tagen der Organist bei der Andacht seines Waltes einfach nicht amtete, habe ich die jeweils mit einem meditativen Impuls – eine Meditation vom sel. Johannes XXIII. oder eine Lesung aus dem Stundenbuch[2] – verbunden. Und siehe da, es wurde besser! Die Gleichzeitigkeit ist zwar immer noch nicht gegeben, vielleicht muß man aber auch nicht um jeden Preis danach streben.

Ebenfalls im letzten Jahr schlug mir einer der Gottesdienstbeauftragten vor, dieses Jahr könnte ich ja dann gleich von vornherein eine der „großen“ Rosenkranzandachten übernehmen. (Ein Schmankerl am Rande: im letzten Jahr haben wir auf einmal festgestellt, daß der hauseigene Rosenkranz im letzten Gesätz nur noch neun Perlen hat. Wir wissen nicht, wie und wann es dazu kam. Räusper.) Eigentlich glaube nicht, daß es zum Äußersten kommt, denn – wie ich zu meiner Verwunderung mitbekommen habe: so manches Ämtchen und manche Bürde Würde ist eine Erbdynastie. Zu meinen besten Eigenschaften gehört ein gewisser Grad an Naivität: ich dachte, es ginge darum, die Menschen nach ihren Gaben einzusetzen. Aber nein: Wer bei der Messe für die Mitglieder des Sowiesowerkes ministrieren darf, wer in der Kapitelsvesper die Lesung liest und Palmsonntagabend die Passion – das alles ist kein Zufall. Sehen und vor allem gesehen werden, das ist hier die Frage.

So darf ein Gottesdienstbeauftragter, der das wirklich gut könnte, beim Kreuzweg nicht vorbeten, weil andere das „schon immer“ gemacht haben. Und die sonstigen Personen in der Passion werden von der Ehefrau eines Lektors gelesen – nicht, weil sie es könnte, sondern weil sie mit einem Lektor verheiratet ist (das muß so sein wie in der Zahnpastawerbung mit der Frau des Zahnarztes). Doch halt, das ist eine andere Geschichte und soll ein andermal erzählt werden.

Bei einer kleinen Rosenkranzandacht wird man jedenfalls kaum gesehen, auch ist die Anreise aus der eigenen Datsche nur zu diesem Behufe offenbar nicht lohnend genug, und so soll darf ich ran. Käme es jedenfalls jetzt doch zum Undenkbaren, müßte ich erst noch üben. Ich habe zeitlebens noch keinen Rosenkranz am Stück gebetet, geschweige denn vor.

So, jetzt wißt ihr's.

______
[1] Siehe dazu auch Elsas Markt der Möglichkeiten

[2] Wie die Rezeption war, weiß ich nicht. Schlesische Marienlieder, die ich sämtlich nicht kann, kommen, glaub ich, besser.

Donnerstag, 10. September 2009

Der Berg der Vollkommenheit

A life is either all spiritual or not spiritual at all. No man can serve two masters. Your life is shaped by the end you live for. You are made in the image of what you desire.


Ein Zitat des von mir Vielbewunderten (fast hätte ich als Label noch "Leben der Heiligen" vergeben, ach was, warum eigentlich nicht?) – vor allem an seinen frühen Schriften wie dem Berg der sieben Stufen oder dem Zeichen des Jona kann ich mich immer wieder erfreuen. Unten sein wirklich überaus schlichte Grab in der Abtei Gethesemani in Kentucky.

Dienstag, 8. September 2009

8. September – Mariä Geburt


Barmherziger Gott, öffne deinen Gläubigen die Schätze der himmlischen Gnade. Die Geburt des Erlösers aus Maria war für uns der Anfang des Heiles; das Geburtsfest seiner allzeit jungfräulichen Mutter festige und mehre den Frieden auf Erden.



Ave virgo consecrata
verbo patris confirmata
super seraphim locata.

Aus einem Sermo zum Lobe der jungfräulichen Gottesmutter Maria des Hl. Bernhard von Clairvaux

Maria wird passend mit einem Stern verglichen; wie nämlich ohne eigene Verletzung das Gestirn seinen Lichtstrahl aussendet, so gebiert die Jungfrau ohne eigene Verletzung den Sohn Gottes, und wie der Strahl dem Gestirne nichts von seinem Glanz nimmt, ebenso wenig nimmt der Jungfrau der Sohn ihre Unversehrtheit. Sie ist also jener edle Stern, der aus Jakob aufgegangen ist, dessen Licht den ganzen Erdkreis erleuchtet, dessen Glanz im Himmel alles übertrifft und in das Reich des Todes dringt; der über die ganze Erde leuchtet und mehr den Geist als den Leib erfreut, der die guten Kräfte fördert, die Leidenschaften beseitigt. Sie, sage ich, ist jener hell leuchtende und erhabene Stern, der über diesem großen und weiten Meer der Welt sich notwendig erhebt, durch Verdienste glänzend, ein leuchtendes Vorbild.

Wann immer du erkennst, dass du unter Stürmen und Unwettern eher in den Fluten dieser Welt hin und hergerissen wirst, als auf festem Boden zu wandeln, wende deine Augen nicht ab vom Glanz dieses Gestirns, willst du von den Stürmen nicht erschellt werden! Erheben sich die Stürme der Versuchungen, befindest du dich inmitten von Klippen der Trübsal, blicke auf zum Stern, rufe Maria! Wirst du auf den Wogen des Hochmuts, des Ehrgeizes, der Verleumdung, des Neides hin und hergeschleudert, blicke auf zum Stern, rufe Maria! Erschüttert der Zorn, die Habsucht, die Fleischeslust das Schifflein deiner Seele, blicke auf zu Maria! Bist du über die Abscheulichkeit deiner Laster bestürzt, über den elenden Zustand deiner Seele beschämt, von Schrecken erfaßt bei dem Gedanken an das Gericht, beginnst du immer tiefer in den Abgrund der Trostlosigkeit und der Verzweiflung zu sinken, denke an Maria! Mitten in Gefahren, Nöten und Unsicherheiten denke an Maria, rufe Maria an! Ihre Anrufung, der Gedanke an sie möge nie von deinen Lippen und aus deinem Herzen weichen. Um so sicherer durch ihre Fürbitte Hilfe zu erlangen, versäume nicht, ihre guten Beispiele nachzuahmen. Folgst du ihr nach, so wirst du dich nicht verirren; rufst du sie an, so kannst du nicht verzweifeln; denkst du an sie, bleibst du dem falschen Weg fern. Solange sie dich an der Hand hält, kannst du nicht fallen. Unter ihrem Schutz hast du nichts zu fürchten. Führt sie dich, ermüdest du nicht. Durch ihre Gunst kommst du sicher ans Ziel.

Montag, 7. September 2009

If you ever come to St. Hedwig's…

…please do not take THiS way.

(irgendwann letzte Woche in der heiligen Messe. Hmpft!)

Freitag, 4. September 2009

Hilfe, ich bin ein Fossil!

Oder der Verdacht liegt wenigstens nahe. Vor einigen Wochen:

Freitag, nach der Abendmesse. Eine Frau, die jeden Werktag zur heiligen Messe kommt, bietet mir auf dem U-Bahnhof aus ihrer Kollektion der Überbleibsel der Pizzeria am Wege ein Stück Pizza an. Zur Auswahl steht zweimal mit Salami und einmal mit Schinken. Ich entscheide im Stillen, daß die Auslegung des Fastengebots "am fremden Tisch" zumindest auf solche Fälle nicht zutrifft und lehne unter vorsichtigem Verweis auf den Wochentag höflich ab. Basses Erstaunen, was nun wiederum mich baß erstaunt. In der Woche drauf hat sich übrigens genau dieselbe Szene noch einmal abgespielt. Mache ich jetzt die Quasten an meinem Gewand lang, wenn ich in einer solchen Situation schlicht drauf hinweise, daß Freitag ist?

Samstag, bei der eucharistischen Anbetung: der übliche etwas unruhige Hintergrund im Sommer ist diesmal noch etwas unruhiger. Als ich mich nicht entblöde, zwei Frauen, die unter Besichtigung sämtlicher Nebengelasse die Kirche umrunden, dabei aber das Allerheiligste keines Blickes würdigen, darauf aufmerksam zu machen, daß gerade eine Andacht stattfindet, kommt: "Ja, wir wollen zur Beichte!" Sehr schön. Aber etwas unauffälliger und mit einer Kniebeuge versehen… Ein Phänomen, das öfter vorkommt: man will zur Beichte oder kommt von ihr. Das ausgesetzte Allerheiligste und die stillen Beter davor interessieren aber nicht weiter. Dito beim Kommuniongang, wie da zuweilen die Mitkommunikanten weggekegelt werden, ist buchstäblich nicht mehr feierlich.

Wie geht das zusammen? Ein Faszinosum.

Bin ich ein Fossil? Oder hatte ich bisher einfach schieres Glück, daß noch nie ein Beichtvater durch eine Falltür aus dem Beichtstuhl verschwunden ist, während ich noch bei der Kniebeuge war? (Auch ist noch nie der Zelebrant mit der heiligen Kommunion weggerannt, weil ich nicht schnell genug ganz vorn an der Kommunionbank war…)

Donnerstag, 3. September 2009

Ministrieren an St. Murphy's Law

Eine Heilige Messe zum Hochfest St. Murphy's Law durfte ich vor einiger Zeit erleben. Kennzeichend für einen echten Murphy ist schon, daß ausgerechnet dazu eine Rekordzahl von Gottesdienstbesuchern kommt, sich diverse geistliche Würdenträger eingefunden haben und die Messe per Beamer auch anderswohin übertragen wird. Schön wäre es, einen möglichst guten Eindruck zu machen. Womöglich haben wir das, würdig blieben wir auch in größter Bedrängnis. Innerlich hatte jedoch (fast) jeder mindestens einmal ein Schild mit der Aufschrift "Just shoot me!" auf dem Chorhemd oder der Albe.

  • Der Weihrauchfaßträger erscheint einfach überhaupt nicht. Im Falle er doch noch kommen sollte, zünden wir anderen schon einmal die Kohle an. Dabei stürzt sich die erste Kohletablette zu Tode (bröckel, bröckel), die zweite ist so lebensmüde, daß sie nicht mehr zünden mag und, da keine Kohlezange vorhanden ist, macht man sich die Hände dabei möglichst schwarz – zweimal. Kohlezange, Dochte und Streichhölzer – wer braucht sowas?

  • Wenige Minuten vor dem Einzug wird unversehens vom Lektor ein Ersatzthuriferar rekrutiert, der zwar inzensieren kann, aber keine rechte Vorstellung davon hat, wie wir als Prozession ein- oder ausziehen. Auch zündet er nach der Predigt die zweite Kohle zu spät an, weshalb der Zelebrant leicht verzweifelt in der äußerst minimalistischen Glut stochern muß. Ein Leuchterträger, der den Kehrvers beim Antwortpsalm nutzen soll, um im Altarraum möglichst unauffällig die Seite zu wechseln, entschließt sich, dies bei der leisen Orgelintonation vor dem Antwortpsalm zu tun. Dabei machen seine Schuhe klonk, klonk, klonk.

  • Die eigentlich durchaus fähige Buchministrantin (= ich) entschließt sich ausgerechnet heute, da kein Schiffchenträger vorhanden ist, das Meßbuch erst nach der Inzens zur Gabenbereitung auf den Altar stellen zu wollen – und vergißt das natürlich. Bevor der Zelebrant allerdings eine Postkarte auf die Buchseite schickt, bringe ich es ihm netterweise dann doch noch :oops:. Nun ja, der hl. Benedikt fordert uns auf, die Verdemütigungen zu lieben.

  • Die Zelebrationshostie fehlt. Der Zelebrant sucht trotzdem unverdrossen und in gleich zwei Hostienschalen danach. Der Altardienst intoniert währenddessen innerlich das Herr, erbarme Dich! Die $Aufsichtsperson erkennt die Notlage, eilt und fliegt, ich schreite würdig dahin und bringe die Patene mit der ersehnten Hostie.

  • Eine der Leuchterkerzen, die zur Begleitung der Kommunionspender dienen sollen, erlischt natürlich genau in dem Augenblick, in dem wir loswollen. Das zuerst hinzugezogene Streichholz gemeinerweise ebenfalls. Außerdem wird offenbar, daß der Windschutz der Leuchter schwärzlich verfärbt und bei einem Leuchter schon zu nichts mehr nutze ist. Der Zelebrant, der von alledem nichts weiß, macht ungeduldige Handzeichen. Ich als Leuchterträgerin habe bei der Begleitung des Allerheiligsten in den großen Saal buchstäblich alle Hände voll damit zu tun, um die Kerze wiederum vor dem Erlöschen zu schützen, während "mein" die Kommunion spendender Priester wie ein junger Hirsch voranspringt.
  • Auf dem Rückweg fällt der ohnehin schon angekokelte Windschutz des anderen Leuchters kurz vor dem Wiedereinzug in die Kirche einfach ab und kollert quer über den Boden. Immerhin war er so freundlich, im Kreuzgang vor der Kirche abzufallen und nicht etwa erst im Mittelgang vor dem Altar. Übrigens kam ich bei dieser Sakramentsprozession mangels freier Hände zu meiner allerersten Mundkommunion, das war wirklich ein Lichtblick.

  • Der Zelebrant hat überraschenderweise währenddessen schon die Gefäße vom Altar geräumt und mit der Purifikation begonnen.

  • Der feierliche Segen soll eigentlich von einem der anwesenden hochwürdigsten Herren gespendet werden, dem ich auch das Buch vorhalte (dem rechten Kleriker zur rechten Zeit, so weit, so gut). Stattdessen spendet aber der Danebenstehende leidenschaftlich und falsch krächzend den gesungenen Segen.
  • Man zieht in Prozessionsform zum Orte, wo Hochwürdigster Herr No. #1 einen Vortrag halten soll. Währenddessen bleibt der Bildkanal aus der Kirche offen und überträgt im Großformat in bunter Folge Standbilder aus der Kirche (in der jemand ab und zu durchs Bild schreitet und schonmal ein wenig aufräumt), diverse Dialogfenster aus Windows, ein oder zwei Bluescreens und den Bildschirmhintergrund eines antiken Windows Vista.
Zum Abschluß schenken sich die Hochwürdigsten Herren gegenseitig Kreuze und alles wird schön.

Führe uns…


(Die 1. und 13. Station des Kreuzwegs des Erzbistums Berlin in der Fastenzeit 2006 auf mehreren zur Kathedrale führenden U-Bahnstationen der Linie 6. Liebes Bistum, das war eine gute Idee!)

Ohne mich am Gotteslob-Bashing (vor allem: was wird nachkommen?) beteiligen zu wollen, manchesmal erscheinen mir die dortigen Texte leicht suspekt. Immer wieder zum Beispiel zum Angelusgebet. Die Oration zum Angelus kenne ich so:

Allmächtiger Gott wir bitten dich, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt. Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch Christus unseren Herrn, Amen.

Im Meßbuch heißt es bei der Oration am Gedenktag unserer Lieben Frau vom Rosenkranz ebenfalls
Höre auf die Fürsprache der seligen Jungfrau Maria und führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung. Darum bitten wir durch ihn, Jesus Christus.

Im Gotteslob dagegen heißt es beim Angelus: „…laß uns durch sein Leiden und Kreuz … gelangen“.

Meinem Empfinden nach ist da doch eine inhaltliche Differenz: es ist ein Unterschied, ob ich, – zum Beispiel in einem dunklen Wald oder auf einer Bergbesteigung, in Not und Gefahr – geführt werde oder ob ich – irgendwie – dorthin- und wieder dorthinaus gelange.

Als du noch jung warst, hast du dich selbst gegürtet und konntest gehen, wohin du wolltest. Wenn du aber alt geworden bist, wirst du deine Hände ausstrecken, und ein anderer wird dich gürten und dich führen, wohin du nichts willst." (Joh 21, 18)

Wo sich Fuchs und Hase gute Nacht sagen…


Hier noch ein Urlaubsbild – das obige ist an diesem Ort tatsächlich der Fall. Einmal hat mich dort auch eine Katze stundenlang unter sich festgeklemmt und wollte (unter Hinterlassung überaus zahlreicher rotbrauner Haare) ausgiebig gestreichelt werden. Hätte ich nicht irgendwann zur Messe müssen, säße ich wohl noch dort.

Mittwoch, 2. September 2009

Memento mori


Ohne Worte. Eigentlich hatte ich dieses Fundstück Andreas Vesalius zugeschrieben, dessen Spezialität verträumt herumstehende Skelette sind, die über den Sinn und Unsinn der Welt nachdenken, aber ich glaub, das ist von jemand anderem.

Dienstag, 1. September 2009

Alle Jahre wieder… wir warten…

Der Urlaub und der Sommer gehen zu Ende, das Licht, die Farben und die nächtlichen Temperaturen kündigen schon den Herbst an. Am Sonntag hat uns der Pfarrer einen guten Wiedereinstieg in den beruflichen Alltag gewünscht. Dem wollte ich mich heute widmen. Da ich schon vor Tau und Tag wachgeworden war, kam ich auch in aller Frühe am Arbeitsplatz an, wo mir – neben Brandalarm – von einzigen sichtbaren Kollegen die Frage wurde:„Heute kommen Sie???“

Der jährliche „Wartungstag“ aller Geräte, Anlagen Maschinen, Kabelnetze et ceteri et cetera ist heuer am 1. September, was zwar im Februar schon mitgeteilt wurde, ich hatte es aber seither erfolgreich verdrängt, so früh im Herbst war er schließlich noch nie, und so kam ich grade zum Abschalten der diversen Netze zurecht – die Mikrowelle und die Kaffeemaschine hätte ich womöglich einstweilig noch benutzen können.

Daraufhin habe beschlossen, nicht auf den eventuell noch im Büro aufschlagenden Numeriker zu warten, der wahrscheinlich auch bei konstantem Brandalarm geniale Formeln auf Karopapier bringen kann (und zu diesem Behuf mit Pfefferminztee und Schokoladenkeksen betankt werden muß), sondern mir selbst noch einen Wartungstag zu gönnen. Juchu! Ich glaub, die Schokokekse findet er eh' viel ungenierter ohne mich. ;)
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...