Donnerstag, 31. Dezember 2009

Album 2009

Ein Rückblick auf vieles, wofür ich 2009 sehr dankbar bin – etwa die vielen Begegnungen mit Menschen im Rahmen oder am Rande der Liturgien: unter den Segensspendungen besonders den Segen zum silbernen Ehejubiläum für ein ganz rührendes portugiesisches Ehepaar, bei dem ich auch dolmetschen durfte. Das Gespräch mit dem werdenden Vater aus Indien, der am Aschermittwoch etwas Asche für seine Frau erbeten hat, und mit der Schwester eines Mannes, der vor einigen Jahren in der Kathedrale verstorben ist. Die Feier einer Erwachsenentaufe, Firmungen und Requien, die Bezeugung einer Wiederaufnahme in die Kirche. Und natürlich meinen eigenen Weihetag!

Aktionstage zum Kirchenschmuck

Das Tragen von Kerzen liturgisch…

…und nachliturgisch
das Bistumsfoto des Jahres –
Weihbischof em. Wolfgang Weider und der ernannte Weihbischof Matthias Heinrich
In den Fürbitten zur sakramentalen Aussetzung bei der Jahresschlußandacht wies der Herr Weihbischof darauf hin, wie gut und tröstlich es sei, daß Jesus Christus unseren Kalender für das neue Jahr schon geordnet habe und wie gut, das alte Jahr in seine Hände zurücklegen zu dürfen.


Jesus Christus ist derselbe,
gestern, heute und in Ewigkeit!

Mittwoch, 30. Dezember 2009

5 (und mehr) Gründe, nicht geweihte Jungfrau zu werden

Begegnungen unterm Jahr führten zwischendurch dazu, daß ich mir Gedanken über einige gelegentlich anzutreffende Mißverständnisse im Zusammenhang mit der Berufung zur geweihten Jungfrau gemacht habe bzw. auch darüber, daß es im Einzelfall auch wenig sinnvoll erscheinen kann, den Weg als gottgeweihte Jungfrau in der Welt gehen zu wollen. Dabei fiel mir eine Zusammenstellung an Gründen, aus denen heraus man nicht Virgo consecrata werden sollte, von Sponsa Christi ein, die ich der Einfachheit halber übersetzt habe. Sponsas Liste ließe sich gewiß noch manches hinzufügen.

Um etwa einem weitverbreiteten Irrtum zu begegnen: geweihte Jungfrauen geloben nicht Armut, ehelose Keuschheit und Gehorsam, sondern Christus im Stand der Jungfräulichkeit nachzufolgen. Die dem Bischof unmittelbar vor der Weihe gegebenen Versprechen, sein Leben in der Nachfolge Christi als ein Zeugnis der Liebe zu leben, als ein Zeichen des kommenden Reiches Gottes und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen, umfassen jedoch implizit evangelische Armut und Gehorsam.

1. Du bist nicht bereit, all die Opfer zu bringen, die das Leben einer Religiosen mit sich bringt –
Liebe und Opfer sind untrennbar miteinander verbunden. Um es ganz klar zu sagen: Du kannst dich nicht selbst vollständig hingeben, ohne dich selbst in einem buchstäblichen Sinn zu verlieren. Über die erste großherzige Wahl eines Lebensstandes hinaus zeigt sich die Verbindung zwischen Liebe und Opfer auch in zahllosen und allgegenwärtigen, gewöhnlichen Dingen.

Ohne die Bereitschaft, Opfer zu bringen, kann keine Berufung wirklich gelebt werden. Dies trifft in jedem Fall auf die Ehe zu; besonders aber auf das geweihte Leben, dessen innersten Kern die engere Nachfolge Christi darstellt, der uns gelehrt hat: Wer mir nachfolgen will, der verleugne sich selbst, er nehme sein Kreuz auf sich…

Ich glaube sagen zu können, daß die Liebe zum Kreuz für eine gottgeweihte Jungfrau für eine geweihte Jungfrau noch wichtiger ist als für eine Ordensfrau. Freude an der Entsagung ist gleichermaßen wichtig für das geweihte Leben wie es dem natürlichen Streben zuwiderläuft. Ordensfrauen erfahren hierbei die Unterstützung und Ordnung ihrer Gemeinschaft, aber – um den Hl. Johannes vom Kreuz zu zitieren – die geweihte Jungfrau hat in ihrem alltäglichen Leben kein anderes Licht, um sie zu leiten als jenes, das in ihrem Herzen brennt.

2. Du möchtest eine gottgeweihte Person sein, aber niemandem darüber Rechenschaft ablegen, was du mit deinem Leben anfängst. –
Es stimmt, daß eine geweihte Jungfrau kein öffentliches Gelübde des Gehorsams ablegt. Dies bedeutet, daß sie große Freiheit bei der konkreten Gestaltung ihres geweihten Lebens hat. Über den Gehorsam hinaus, zu dem alle getauften Katholiken ihrem Bischof gegenüber verpflichtet sind, sind jedoch die geweihten Jungfrauen ausdrücklich zum Dienst Christi und der Kirche bestimmt. [1]

Meiner Ansicht nach führt nichts daran vorbei, daß dies, wenn man es ernst nimmt, die ganze Lebensführung bestimmen muß. Jede bedeutende Entscheidung gilt es im Hinblick auf diesen Aspekt der Berufung zu treffen. Das eigene Leben mit Blick auf diese Verpflichtung zu ordnen ist – oder sollte es zumindest sein – weit entfernt von tun, wonach immer einem der Sinn steht.

3. Du wärst gern Ordensfrau geworden, aber man hat dich nicht genommen. –
Zunächst einige Anforderungen: Ich glaube, daß es möglich ist, daß eine Frau auch dann eine echte Berufung zur gottgeweihten Jungfräulichkeit haben kann, wenn es Hindernisse gibt (wie etwa bestimmte gesundheitliche Gründe), die ihr den Ordenseintritt für gewöhnlich verunmöglicht hätten. Ich glaube auch, daß es theoretisch möglich ist, daß Gottes vorausschauende Führung eine Frau, die mit der Erprobung einer Berufung zum Ordensleben gescheitert ist, als Konsequenz daraus zu der Erkenntnis führen kann, daß ihre wahre Berufung in einem Leben als gottgeweihte Jungfrau in der Welt liegt.

Der Ruf zu einem Leben als gottgeweihte Jungfrau muß jedoch viel mehr als das Ergebnis eines kirchlichen Ausschlußverfahrens sein. Ich bin der festen Überzeugung, daß man sich auf eine positive Weise zu dieser Form des Lebens hingezogen fühlen muß, da sie eine ganz eigene Berufung darstellt. Wenn eine Frau diese Berufung freudig und erfüllt leben will, muß sie das ganz eigene Charisma der geweihten Jungfräulichkeit wirklich verstehen und wertschätzen.

Darüber hinaus gibt es viele Umstände, die eine Frau am Ordenseintritt hindern, die aber auch das Leben als geweihte Jungfrau sehr schwierig oder gar unmöglich machen können. Zum Beispiel würde die Unfähigkeit, gut mit anderen Menschen auszukommen, sich zerstörerisch auf das Leben in einer Ordensgemeinschaft auswirken. Jedoch würde es ebenfalls die Haltung unterminieren, ein Leben im Geiste des Evangeliums und als ein Zeugnis der Liebe zu führen, in der die geweihte Jungfrau in der Welt lebt.

Schlechte Gesundheit oder die Verpflichtung, für Familienmitglieder zu sorgen, können ein Hindernis für das intensive Gebetsleben darstellen, das für Leben einer geweihten Jungfrau wesenhaft ist. Und da alle Formen des geweihten Lebens große Änderungen der eigenen Sichtweisen und Identität voraussetzen, mögen ältere Frauen, die ein gewöhnliches, weltliches (jedoch nicht notwendigerweise sündhaftes) Leben geführt haben, mit der Verinnerlichung der Askese und Loslösung, die diese Lebensform mit sich bringt, zu kämpfen haben.

Grundsätzlich sollten wir uns vergegenwärtigen, daß die Berufung zur geweihten Jungfrau in gleicher Weise eine wirkliche und ganzheitliche Berufung darstellt wie die zur Ordensfrau – also sollte diese Berufung nicht als Auffangbecken angesehen werden, falls alles andere nicht geklappt hat!

4. Du möchtest nicht heiraten –
Die Berufung zur Ehe ist die ursprünglich menschliche, wie sogar der Ritus der Jungfrauenweihe im Weihegebet selbst zum Ausdruck bringt. Es muß daher bei der Prüfung der Berufung ein fester, dauerhaft tragender Grund vorhanden sein, warum jemand ein zölibäres Leben umfängt, wenn diese Berufung in ihrer ganzen Fülle gelebt werden soll. Die alte Maxime, daß die Gnade die Natur vervollkommnet, erweist sie hier wieder einmal als richtig.

Um es ganz klar zu sagen: eine Aversion gegen die Ehe kann auf ein schwerwiegendes Problem des Gefühlslebens oder der persönlichen Reife hindeuten – augenscheinlich kein fester Grund, auf den ein ernste Verpflichtung für das ganze Leben gebaut werden kann. Darüber hinaus kommt im Ritus der Jungfrauenweihe an mehreren Stellen zum Ausdruck, daß die geweihten Jungfrauen auf das Glück der Ehe verzichten. Dies wirft ein Licht auf den Verzicht als einen zentralen Aspekt dieser Berufung.

Auf das Glück einer Ehe verzichten bedeutet nun nicht, daß eine Frau scharenweise anbetende Bewerber abweisen oder in der Nacht vor der Hochzeit weglaufen müßte. Eher ist es für viele Frauen, die sich längere Zeit mit der Berufung zum geweihten Leben beschäftigt haben, wahrscheinlich, daß einfach ein weltlicher Bräutigam nicht ins Bild zu passen scheint.

Selbst wenn jedoch eine Ehe nicht unmittelbar in Frage zu kommen scheint, muß sie zumindest vorstellbar sein. Bei der gottgeweihten Jungfräulichkeit geht es darum, die Fähigkeit zur Hingabe an eine andere Person in Liebe - das heißt, die Fähigkeit zum Eheleben – ganz Gott zuzuwenden. Wo diese Fähigkeit zur Selbsthingabe gar nicht vorhanden ist, kann sie auch nicht Gott zugewandt werden.

5. Du findest die Vorstellung, ein Hochzeitskleid zu tragen, wundervoll, und eine Braut Christi zu werden klingt so romantisch. –
Zugegebenermaßen finde ich, daß das Tragen eines Hochzeitskleides bei der Weihe ein schöner Brauch ist und wenn ich nicht aus ganzem Herzen an die bräutliche Dimension dieser Berufung glauben würde, hätte ich es nicht so genannt.

Und obwohl es wesentlich ist, daß eine Frau, die das Leben einer geweihten Jungfrau anstrebt, sich grundsätzlich zum Leben einer weltlichen Ehe hingezogen fühlt, ist es wichtig, sich zu vergegenwärtigen, daß diese beiden Berufungen trotzdem sehr sehr verschieden sind. Aus einer Vielzahl von Gründen erscheint es mir sehr gefährlich, sie durcheinanderzubringen.

In einer guten Ehe bringt man ein gutes Teil an persönlichen Opfern. Da es sich jedoch die gewöhnliche menschliche Berufung handelt, ist die Ehe gewöhnlich auf die Erfüllung sinnlicher Begierden gerichtet, um die in uns verwurzelten Bedürfnisse nach Liebe und Partnerschaft zu erfüllen. Demgegenüber gibt es im Leben einer gottgeweihten Jungfrau KEiNE Erfüllung gefühlsmäßiger oder sexueller Bedürfnisse. Dieses Leben ist viel eher ein Ruf, mit Hilfe der Gnade Gottes darüber hinauszustreben.

Dies ist nicht meine persönliche Art, zum Ausdruck zu bringen, daß gottgeweihte Jungfräulichkeit eine völlig unerfüllende, freudlose Berufung sei. Im Gegenteil ist sie etwas sehr Freudiges, man muß jedoch verstehen, daß diese Freude von Gott allein kommt. Der Trick ist, irdische Freuden (wie die romantischen Freuden der menschlichen Liebe) nicht mit geistlicher Erfüllung zu verwechseln. Zuweilen können die größten Gnaden, die Gott einem erweist, im Lichte unserer irdischen Ansichten wie eine Strafe erscheinen. Wir sehen dies in den Seligpreisungen, wo Christus sich auf die Seligen als arm im Geiste, sanftmütig, trauernd, hungrig und verfolgt bezieht.

Eine Frau, die glaubt, aus der Weihe Tröstungen ähnlich denen einer weltlichen Ehe ziehen zu können, wird bitter enttäuscht werden. Nur durch das Umfangen des enormen Mangels kann eine geweihte Jungfrau ihre Berufung als irdische Erwartung der himmlischer Liebe leben.

____
[1] siehe auch Canon 923 des KKK und canon 604 im Codex Iuris Canonici

Dienstag, 29. Dezember 2009

Unschuldige Kinder


Erbarme dich aller Kinder, die man mißbraucht und ermordet.
(Fürbitte zum Fest der unschuldigen Kinder)

Zum Gedenken des Leidens und Sterbens aller unschuldigen Kinder, überall auf der Welt und auch in unserer Zeit, rief die gestrige Predigt auf. Er, der gesagt hat, "Lasset die Kinder zu mir kommen" erbarmt sich der Kinder, für die nirgendwo ein Platz war und schafft ihnen einen Platz bei Gott.

Sonntag, 27. Dezember 2009

Der Wein erfreut des Menschen Herz

Die erste Johannisweinsegnung, die ich seit wirklich geraumer Zeit erlebt habe, gabs unverhofft heute in der Akademiekirche. Der Zelebrant zuvor: "… Liebe Gemeinde, so wollen wir den Wein segnen, den Sie vielleicht mitgebracht haben. Ich hab jedenfalls eine Flasche dabei."

Fest der Heiligen Familie


Herr, unser Gott,
in der Heiligen Familie
hast du uns ein leuchtendes Vorbild geschenkt.
Gib unseren Familien die Gnade,
dass auch sie in Frömmigkeit und Eintracht leben
und einander in der Liebe verbunden bleiben.
Führe uns alle
zur ewigen Gemeinschaft in deinem Vaterhaus.

Samstag, 26. Dezember 2009

Hl. Stephanus – Diakon und erster Märtyrer


Vater, in deine Hände empfehle ich meinen Geist. (GL 203,1) – jedes Jahr finde ich mich bei diesem Kehrvers unversehens gefühlsmäßig mitten in der Karfreitagsliturgie.
Ich denke, der Stephanustag sollte ganz bewußt auch als ein solcher begangen werden. Die Verbindung zum Weihnachtsfest ist zufälliger Natur und dennoch ergibt sich eine innerlich bedeutsame Verschränkung, die dem schlichten Umstand geschuldet ist, daß jeder heilige Mensch eben nur durch die Gnade Gottes ein solcher sein kann – und die Erscheinung der Gnade Gottes in unserem Fleisch feiern wir ja an Weihnachten.

Wenn also hier eine gewisse Nähe zu dem festzustellen ist, was wir an Weihnachten feiern, dann müßte auch an einm heiligen Menschen etwas zu sehen sein, was auf Christus verweist. …

Wenn etwas wirklich immer wieder Neues angestoßen werden soll durch das Weihachtsgeheimnis, dann ist es vielleicht die Vergebung gegen unsere Feinde, die Bescheidenheit und die Sanftmut. Diese Haltung lernen wir von der Krippe, und das sind auch die Haltungen des Stephanus. Dieser ist ein Märtyrer, der mit Kraft die Wahrheit bezeugt, seine Position verteidigt und denoch nicht boshaft oder zynisch wird. Den Haß seiner Gegner erwidert er nicht.

Es kommt eben nicht darauf an, daß man in großer Pose den Heldentod erringt, sondern daß der Märtyerer den Haß der Gegner nicht mit Gegenhaß beantwortet, sondern in Liebe zu überwinden bzw. dann lieber überwunden zu werden. Das ist eigentlich fast unmöglich. Manchmal werden wir aber selbst Augenzeugen solcher Menschen. Und die gibt es, weil sie von Gott ergriffen worden sind, weil sie genau die Haltungen dessen nachahmen, sich diesem Geist öfnen, von ihm formen lassen – der gerade gestern geboren ist. (aus einer Predigt Pfr. Karlsons zum Stephanustag)

Donnerstag, 24. Dezember 2009

Wo man das schwere Meßbuch stemmt (Vol. 3)

– Das Weihrauchfaß, der Angstgegner –

Die Zeiten, in denen mir leicht vor dem Meßbuch graute, sind Gottseidank Jahre her – mittlerweile ist mir der Buchdienst einer der liebsten und das Meßbuch nicht mehr schwer (ist es zu schwer, bist du zu schwach :P), so daß ich schon mehrmals auch in der Heiligen Woche den Buchdienst recht ordentlich versehen habe.

Blieb immer noch das Weihrauchfaß mitsamt seinen Ketten und Kohlen. Zwar liebe ich Weihrauch in der Liturgie und bin auch gern Schiffchenträger – dem Dienst als Thuriferar habe ich mich aber bisher so weit wie möglich entzogen. Schrittweise kamen das Weihrauchfaß und ich uns näher bei der Vesper, bei Segnungen und schließlich bei der sakramentalen Aussetzung. Voran gingen Erklärungen liebens- und altehrwürdiger Küster und eine Trockenübung der Priesterinzens an einem solchen.

Bleibt immer noch die heilige Messe als leckerer Bissen. Zum lateinischen Hochamt am zweiten Adventssonntag wäre es schon einmal fast soweit gewesen, Kohle hatte ich schon angezündet, da tauchte im letzten Moment doch noch ein potentieller Thuriferar auf und wurde rekrutiert (halb zog sie ihn, halb sank er hin…).

Andererseits muß man sich zumindest gelegentlich auch mal seinen Ängsten stellen, besonders, wenn sie so infantil sind. Auch ist der Zelebrant kein Menschenfresser, sondern wirklich sehr nett.

Heute führt nun kein Weg mehr daran vorbei, heute erscheint uns der Heiland, und der Rector ecclesiae möchte durchgängig Weihrauch, da bereitet er sich noch lieber den Kelch und das Lavabo selbst. Beim gestrigen Kirchenschmücken wurde es offenbar.* Also, betet, Brüder und Schwestern…

* solche Kirchenschmückaktionen, die Küsterin und mich dann den größten Teil des Tages ausfüllen, gehören übrigens zu den besten Tagen des Kirchenjahres und bereiten einen zusammen mit der Beichte erst wirklich für die großen Feste.

Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus

Im Jahr 5199 seit Erschaffung der Welt,
da Gott im Anfang Himmel und Erde schuf,
im Jahr 2957 seit der Sintflut, im Jahr 2015 seit Abrahams Geburt,
im Jahr 1510 seit Mose und dem Auszug des Volkes Israels aus Ägypten,
im Jahr 1032 seit der Salbung Davids zum König,
in der 65. Jahreswoche nach der Weissagung Daniels,
in der 194. Olympiade, im Jahr 752 seit der Gründung Roms,
im 42. Jahr der Regierung des Oktavianus Augustus,
da auf der ganzen Erde Friede war, im 6. Weltzeitalter
wollte Jesus Christus, ewiger Gott und Sohn des ewigen Vaters, die Welt durch seine gnadenvolle Ankunft heiligen.




Empfangen vom Heiligen Geist, neun Monate nach der Empfängnis,
wurde er als Mensch zu Bethlehem in Juda aus Maria der Jungfrau geboren:
Die Geburt unseres Herrn Jesus Christus dem Fleische nach.

Mittwoch, 23. Dezember 2009

O Immanuel



O Immanuel,
unser König und Lehrer,
du Hoffnung und Heiland der Völker:
o komm, eile und schaffe uns Hilfe, du unser Herr und unser Gott!

Dienstag, 22. Dezember 2009

O König aller Völker


O König aller Völker,
ihre Erwartung und Sehnsucht;
Schlußstein, der den Bau zusammenhält:
o komm und errette den Menschen, den du aus Erde gebildet!

Montag, 21. Dezember 2009

Mitternachtsmesse der Akademie


Falls jemand noch auf der Suche nach einer sehr würdig gefeierten Christmette ist, die wirklich um Mitternacht beginnt (der Pfarrer gestern: „Sie müssen selbst singen, es gibt keinen Chor – für manche ist das auch eine Erlösung…!“ ;P) –

24 Uhr – Mitternachtsmesse der Akademie
Katholische Akademie in Berlin
Hannoversche Straße 5
10115 Berlin-Mitte

O Morgenstern


O Morgenstern,
Glanz des unversehrten Lichtes, der Gerechtigkeit strahlende Sonne:
o komm und erleuchte, die da sitzen in Finsternis und im Schatten des Todes!

Sonntag, 20. Dezember 2009

O Schlüssel Davids


O Schlüssel Davids,
und Zepter des Hauses Israel –
Du öffnest, und niemand kann schließen.
Du schließest, und keine Macht vermag wieder zu öffnen:
o komm und öffne den Kerker der Finsternis und die Fessel des Todes!

Samstag, 19. Dezember 2009

O Wurzel Jesse


O Sproß aus Isais Wurzel,
gesetzt zum Zeichen für die Völker –
vor dir verstummen die Herrscher der Erde, dich flehen an die Völker:
o komm und errette uns, erhebe dich, säume nicht länger!

Freitag, 18. Dezember 2009

O Adonai



O Adonai,
Herr und Führer des Hauses Israel –
im flammenden Dornbusch bist Du dem Mose erschienen
und hast ihm auf dem Berg das Gesetz gegeben:
o komm und befreie uns mit deinem starken Arm!

Donnerstag, 17. Dezember 2009

O Weisheit



O Weisheit,
O Weisheit, hervorgegangen aus dem Munde des Höchsten –
die Welt umspannst du von einem Ende zum anderen,
in Kraft und Milde ordnest du alles:
o komm und offenbare uns den Weg der Weisheit und Einsicht!

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Komm, o Herr, und säume nicht!


Thomas Merton schrieb in seinem Zeichen des Jona über ein Häuschen im Stile eines Adventskalenders: man öffnet jeden Tag ein Türchen und die entsprechende Antiphon zur Vesper wird sichtbar. Gebastelt habe ich zwar dieses Jahr (noch) nicht, aber virtuell wird es hier ab morgen ein solches O-Antiphon-Häuschen geben.

Die O-Antiphonen oder großen Antiphonen gehen auf älteste Zeit (mindestens auf das 7. Jahrhundert) zurück. Christus wird unter sieben Titeln angerufen, die dem Messias im Alten Bund gegeben werden. Dann schließt sich jeweils eine flehentliche Bitte um sein Kommen an. Veni Domine noli tardere – komm, o Herr, und säume nicht!

Montag, 14. Dezember 2009

Alle Jahre wieder – United Loonies

Advent, wie er (leider) auch ist:

In der ersten Vesper von Gaudete lief der derzeit nervigste unter den Kirchenstörern und eigenartigen Gestalten vom Dienst (vergleiche auch hier, hier und hier) beflügelt vom (Wein)geist der umliegenden Weihnachtsmärkte zu neuer Hochform auf, was dazu führte, daß er irgendwann zum Magnificat still von zwei grün gekleideten Menschen hinausgeleitet wurde. Lange Jahre ist er uns treu gewesen – in Zukunft muß er jedenfalls draußen bleiben. Jauchzet, frohlocket!

Auf die Ansage, daß vor allem die Unterkirche und deren Beichtkapellen während der sakramentalen Aussetzung und zu gut frequentierten Beichtzeiten nicht besichtigt werden können, erhält man auch in Chorgewandung immer öfter ein „Warum?“ zur Antwort. Ich bin geneigt, solches nächstens mit „Weil ich es sage!“ zu beantworten.

Gestern abend: während der vorbereitenden Gebete auf die heilige Kommunion – einem der heiligsten und stillsten Momente – gackert direkt hinter mir jemand laut los. Ich frage mich, warum manche Leute ausgerechnet die erste Bank einer Kirche als den geeigneten Ort empfinden, um zu dokumentieren, daß sie überhaupt keinen Anstand haben. Die Geschichte eines Priesters, in der sich zwei Frauen beim Kommuniongang gegenseitig die Handtaschen übergezogen haben, erspare ich euch jetzt mal.

Samstag, 12. Dezember 2009

Gaudete in Domino semper!


Gaudete in Domino semper

Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!
Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe.
Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!
Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren. (Phil 4,4-7)

Freitag, 11. Dezember 2009

zum Luciafest am 13. Dezember

traditionelles Luciafest mit vielen kleinen Lucias
in einer schwedischen Kirche
Lussekatt – Gebäck, das zum Frühstück gebracht wird.
Die Form soll die Augen symbolisieren, die der Heiligen bei ihrem
Martyrium ausgerissen wurden.
Wie ich das Luciafest bei mir zuhause gerne hätte…
…und wie es wohl eher wird (auch gemütlich…)
für Spielkälber: ein Ausschneidebogen

Donnerstag, 10. Dezember 2009

Hl. Lucia – Jungfrau und Märtyrin

Wir preisen Dich, himmlischer Vater, weil Du all das den Weisen und Klugen verborgen, den Unmündigen aber offenbart hast.

Der Sonntag Gaudete fällt in diesem Jahr mit dem Gedächtnis der heiligen Lucia von Syracus zusammen, die zu den Jungfrauen und Märtyrinnen gehört, die im ersten Kanon namentlich genannt werden.

Die heilige Lucia gelobte schon in sehr jungen Jahren, vom Beispiel der heiligen Agatha von Catania ergriffen, in ihrem Herzen die Jungfräulichkeit um des Himmelreiches willen. Ihre Mutter, die davon nichts wußte, wollte sie mit einem vornehmen und wohlhabenden Heiden verloben, wohl auch in der Absicht, ihn für Christus zu gewinnen. Als Lucia von der beabsichtigten Verlobung erfuhr, erschrak sie sehr. Eutychia erkrankte in der Folge am Blutfluß. Nach vierjährigen Leiden wallfahrteten die beiden zum Grab der heiligen Agatha, wo Eutychia nach einer Meßfeier am Grab der Heiligen auf wundersame Weise geheilt wurde. Lucia offenbarte, daß sie sich dem Herrn versprochen hatte und veranlaßte ihre Mutter dazu, ihre Mitgift und schließlich das ganze Vermögen in so großzügiger Weise auf die Fürsorge der Armen zu verwenden, daß von ihr gesagt wurde: Mit vollen Händen spendet die liebe Lucia den Armen Christi, wie der hl. Diakon Laurentius.

Der abgewiesene Verehrer denunzierte Lucia als Christin vor dem Statthalter, der Lucia daraufhin zu sich bestellte und ihr befahl, vor seinen Augen den Götzen zu opfern. Als sie sich weigerte, um Gott nicht zu beleidigen, erlitt sie schließlich an diesem 13. Dezember 304 das Martyrium durch einen Stich in den Hals. Sie lebte sie aber noch einige Stunden, so daß ihr ein Priester die Wegzehrung reichen konnte.

Die heilige Lucia hätte ihr Leben retten können, wenn sie nicht den über alles geliebt hätte, der uns zuerst geliebt hat. Sie hat uns vorgelebt, was wir sein wollen und sollen, Zeichen des kommenden Himmelreiches. So ist die Heilige Lucia eine machtvolle Flamme der Liebe, ein Licht in der Dunkelheit, ein Licht, das uns den Weg weist.

Du hast dem Herrn Jesus durch das Gelübde der Jungfräulichkeit eine
bräutliche Wohnung in deinem Herzen bereitet.
(St. Agatha in einem Traum zu St. Lucia)

Dienstag, 8. Dezember 2009

Immaculata


O Maria, sei gegrüßt,
die du voller Gnade bist;
sei gegrüßt, du höchste Zier:
Gott der Herr ist selbst mit dir.

Du bist nun gebenedeit
vor den Frauen allezeit.
Lob dem, der dich heimgesucht,
Jesus, deines Leibes Frucht.

Mutter Gottes, liebe Frau,
auf uns arme Sünder schau;
bitt für uns bei deinem Sohn,
daß er uns im Tod verschon.

Meinst du nicht, daß Maria die mit der Sonne umgebene Frau ist? Gewiss verweist der Zusammenhang der prophetischen Sicht, dies von der gegenwärtigen Kirche zu verstehen; aber man kann dies auch zutreffend von Maria sagen: denn sie hat sich gleichsam mit einer anderen Sonne umgeben. Wie die geschaffene Sonne in gleicher Weise über Gute und Böse aufgeht, so sieht auch sie nicht auf frühere Verdienste, sondern erweist sich gegen alle einsichtsvoll, überaus gütig, und hat in weitherziger Liebe Erbarmen mit den Nöten aller. Sie ist über alle Mängel erhaben, und was immer gebrechlich oder verdorben ist, überragt sie einzigartig in hervorragendster Erhabenheit und übertrifft alle Kreatur, sodaß mit Recht gesagt wird, daß unter ihren Füßen der Mond sei. Andererseits würden wir nichts Besonderes gesagt haben, wäre bloß der geschaffene Mond unter ihren Füßen, die ohne jedweden Zweifel über alle Chöre der Engel, über Kerubim und Seraphim erhöht ist.
Der Mond bezeichnet gewöhnlich nicht bloß den Fehler der Verdorbenheit, sondern ebenso der törichten Gesinnung und bisweilen auch die Kirche dieser Zeit; ersteres wegen seiner Veränderlichkeit, letzteres jedenfalls wegen des anderswoher entlehnten Glanzes! In jedem Sinn aber wird sozusagen der Mond überaus passend zu Füßen Mariens verstanden, wenn auch auf verschiedene Weise, denn „ein heiliger Mensch bleibt in der Weisheit wie die Sonne, aber ein Tor ist veränderlich wie der Mond“. In der Sonne ist nämlich sowohl die Glut als der Glanz beständig, im Mond ist nur der Glanz, und auch dieser ist unentwegt veränderlich und unsicher, weil er niemals im gleichen Zustand bleibt. Mit Recht wird daher Maria als mit der Sonne umgeben dargestellt, da sie die gewaltige, unermeßliche Tiefe der göttlichen Weisheit weiter durchdrungen hat, als man zu glauben vermag; sodaß sie – soweit dies die Natur des Geschöpfes ohne persönliche Vereinigung zuläßt – in jenes unzugängliche Licht eingetaucht erscheint. Mit diesem Feuer wurden zwar die Lippen des Propheten gereinigt, von diesem Feuer sind auch die Seraphim entflammt; aber weit anders verdiente Maria, nicht bloß kurz davon berührt, sondern vielmehr davon bedeckt und umflossen, ja gleichsam vom Feuer selbst eingeschlossen zu werden. Höchst rein, fürwahr, aber auch ganz glühend ist das Kleid dieser Frau, an der alles so herrlich strahlt, daß man an ihr - ich will nur sagen - nichts Finsteres oder auch nur etwas ein wenig Dunkles oder minder Lichtes, ja nicht einmal etwas Laues oder nicht ganz Glühendes annehmen darf. (aus einem Sermo des hl. Bernhard von Clairvaux)

Montag, 7. Dezember 2009

Saint Ambrose in a nutshell


„Ist einer im Reden behutsam, so wird er milde, sanft und bescheiden. Wenn er nämlich den Mund hält und seine Zunge beherrscht und nicht redet, bevor er seine Worte geprüft und abgewogen hat und überlegt hat, ob dies zu sagen sei, ob es diesem Menschen gegenüber zu sagen sei, so übt er in der Tat Bescheidenheit, Sanftmut und Geduld.“

Samstag, 5. Dezember 2009

Macht niedrig, was hoch stehet

…was krumm ist, macht gerad.

Dieses prophetische Wort hat sich insofern erfüllet, als grad am Schreibtisch mein Holzstuhl unter mir zusammengebrochen ist. :D

(Disclaimer: nein, das lag nicht an meinem Gewicht, höchstens an dem meiner zentnerschweren Katze, die mir auf dem Schoß zu liegen pflegt).

Im Ernst, diesen Stuhl hat vor 10 Jahren jemand auf dem Sperrmüll ausgesetzt, und die Katze und ich sind eigentlich Leichtgewichte. Ich hab grad herzlich gelacht.

Donnerstag, 3. Dezember 2009

Hl. Barbara – Jungfrau, Märtyrin

Ist Gott für uns, wer ist dann gegen uns?
Er hat seinen eigenen Sohn nicht verschont, sondern ihn für uns alle hingegeben - wie sollte er uns mit ihm nicht alles schenken?
Wer kann die Auserwählten Gottes anklagen? Gott ist es, der gerecht macht.
Wer kann sie verurteilen? Christus Jesus, der gestorben ist, mehr noch: der auferweckt worden ist, sitzt zur Rechten Gottes und tritt für uns ein.
Was kann uns scheiden von der Liebe Christi? Bedrängnis oder Not oder Verfolgung, Hunger oder Kälte, Gefahr oder Schwert?
In der Schrift steht: Um deinetwillen sind wir den ganzen Tag dem Tod ausgesetzt; wir werden behandelt wie Schafe, die man zum Schlachten bestimmt hat.
Doch all das überwinden wir durch den, der uns geliebt hat.
Denn ich bin gewiss: Weder Tod noch Leben, weder Engel noch Mächte, weder Gegenwärtiges noch Zukünftiges, weder Gewalten
der Höhe oder Tiefe noch irgendeine andere Kreatur können uns scheiden von der Liebe Gottes, die in Christus Jesus ist, unserem Herrn.

Von all den Überlieferungen um die Heilige Barbara finde ich die am anrührendsten, in der bei ihrem Martyrium ein Engel erscheint und sie in ein schneweißes Gewand hüllt.

Zum morgigen Barbaratag nicht vergessen: Barbarazweige schneiden (es hat heuer schon gefroren, also klappt es)! Nach altem Brauch, dem im Süden übrigens auch die Pietisten frönen, schneidet man am Barbaratag Zweige von Obstbäumen oder auch Sträuchern wie Forsythien und stellt sie ins Wasser. Zum Heiligen Abend blühen sie dann.

Dienstag, 1. Dezember 2009

Hl. Andreas

Am Tag darauf stand Johannes wieder dort und zwei seiner Jünger standen bei ihm. Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes! Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus. Jesus aber wandte sich um, und als er sah, daß sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi – das heißt übersetzt: Meister –, wo wohnst du? Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde. Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren. Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte (Christus). Er führte ihn zu Jesus.

Ein schöner Gedanke, den der Zelebrant der gestrigen Abendmesse bei der Predigt ausführte: er führte ihn zu Jesus. Dieses Hinführen des anderen zu Jesus ist allen Christen ans Herz gelegt und dem hl. Andreas gebührt schon darum besondere Verehrung.

Und noch ein virtueller Adventskalender


…der des Erzbistums Berlin. Das Foto der verschneiten Kathedrale mag ich sehr gern. Der Inhalt des ersten Türchens ist zwar nicht so mein Geschmack, aber wer bin ich schon?

Ebenfalls würdig, recht, billig und heilsam ist die Nachricht, daß das BVG auf die Klage der katholischen und der evangelischen Kirche hin entschieden hat, daß die unsägliche Praxis, die Läden an allen vier Adventssonntagen zu öffnen, gegen den Schutz des Sonntags verstößt. Warum ein Untersagen dieser Praxis nicht unverzüglich in Kraft tritt, verstehe ich allerdings nicht, aber diese Stärkung des Schutzes der Sonntagsruhe freut mich schon sehr.

Montag, 30. November 2009

Macht hoch die Tür…

Den absolut wunderbarsten Adventskalender in meinem Leben habe ich genau zur ersten Vesper des ersten Adventssonntags geschenkt bekommen. Er hat Türchen bis zum Fest der Erscheinung des Herrn und zusätzlich auch eigene Türchen für die Adventssonntage, so daß ich gestern schon das erste Türchen öffnen konnte – drin war der Einzug des Herrn in Jerusalem.

Nochmals vielen Dank an die Geberin! :)

Samstag, 28. November 2009

Zum Beginn des neuen Kirchenjahres


Bildner der Schöpfung,
der du die Zeiten der Jahre und der Welt
in der dir eigenen Vollkommenheit festgesetzt hast,
segne den Zeitenkranz in Deiner Güte!
Bewahre dein Volk und dein Land
auf die Fürbitten der Gottesgebärerin
und errette uns.
(Gebet der orthodoxe Kirche zum Beginn des neuen Kirchenjahres)

Dienstag, 24. November 2009

Nun danket alle Gott


Gabrielle ließ ihre Vergangenheit im Geiste an sich vorüberziehen. Sie dachte an ihre Kindheit, an die Köchin Françoise, die nie Brot angeschnitten hatte, ohne zuerst mit dem Messer über den großen runden Laib das Kreuzzeichen zu machen. Das Kind, das diesen Ritus des Brotschneides mit anschaute, pflegte jeden Tag mit der Köchin in die Frühmesse zu gehen, nicht, weil es etwas von der Bedeutung der Messe verstand, sondern, weil es alles so wunderbar und geheimnisvoll fand: die Kerzen, den Gesang vor Sonnenaufgang und den Anblick so vieler Erwachsener, die kein Frühstick zu sich nahmen, ehe nicht eine kleine weiße Oblate auf hre Zunge gelegt worden war. … Welch altmodische, fromme Kindheit, dachte sie. Gott schien zur Familie zu gehören. und das ist es auch vor allem. weshalb ich hier bin. Ich lernte, Ihn zu lieben, als ich noch ganz klein war. (Kathryn Hulme, Geschichte einer Nonne)
„Ich bin nichts, und meine Kinder sind auch nichts!“ – Dieser Einwurf einer hinzukommenden Kollegin fiel anläßlich eines kurzen Austauschs in der Teeküche mit einer anderen Kollegin (Muslima, in Tunesien an einer katholischen Schule erzogen) über Buß- und Bettag, die Haddsch und ähnliches.

Die Einwerferin selbst ist anscheinend evangelisch (so ganz sicher war sie sich dabei aber auch schon nicht). Ihre Kinder hat sie nicht taufen lassen (das alte Lied – später könnten sie sich ja immer noch dafür entscheiden). Ich mußte an Boys' Town denken (Mickey Rooney kommt an eine katholische Schule, die von Pater Flanaghan alias Spencer Tracy geleitet wird. Auf die Einführung beim Tischgebet, an der Schule wären auch Protestanten und Juden und jeder könne auf seine Weise zu Gott beten, verkündet er: „Ich bin gar nichts!“) und war versucht, wie Rooneys Gegenüber im Film zu erwidern: „Du kannst ruhig weiter nichts sein, das macht uns nichts aus“, wurde aber dann doch etwas traurig:

Eine solch altmodische, fromme Kindheit hatte ich auch. In unserer pietistischen Gegend mit Kinderkirche, Sonntagsschule und später wöchentlicher Christenlehre. Erntedank, Adventssternbasteln im Pfarrhaus, Krippenspiele. Zur Konfirmation war es Brauch, daß die Konfirmanden die Tannengirlanden und die roten und weißen Papierrosen für die Kirche selbst banden (die Jungen waren fürs Birkenschlagen und -aufstellen zuständig) und die Kirche festlich schmückten. Im Handarbeitsunterricht sangen die Mädchen fromme Lieder, in den Unterrichtspausen trafen sich die, die wollten, zum Schülergebetskreis. Eingeschult wurde ich auf einer Zwergschule. Der Dorfschullehrer pflegte vor jeder Stunde beten zu lassen, am Beginn eines Unterrichtstages sangen wir Jesu, geh voran.

Starb einer, kam das ganze Dorf zur Aufbahrung, zur Totenwache und zum Begräbnis. Eine meiner prägendsten Kindheitserinnerungen ist, als es einmal nachts auf einem Gehöft brannte. In solchen Fällen kamen wiederum die Dörfler zum Brandort und halfen, die Tiere aus dem Stall zu führen, Mobiliar und Hausrat ins Freie zu tragen, um sie vor dem Brand zu retten. Wie durch ein Wunder drehte sich bei diesem Feuer der Wind, weshalb das Haupthaus nicht von den Flammen erfaßt wurde. Angesichts dessen sang die Dorfgemeinschaft „Nun danket alle Gott, mit Herzen, Mund und Händen!"

Jedenfalls war dies – neben dem Gebet für eine Erziehung der Kinder im christlichen Glauben – ein weiteres Mal Anlaß dafür, Gott für die vielen Gnaden zu danken, die er mir im Leben erwiesen hat. Oft denke ich daran, wenn die Gemeinde das Lobet den Herren singt oder der Priester den ersten Satz der Präfation spricht:

In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, allmächtiger, ewiger Gott, immer und überall zu danken durch unseren Herrn Jesus Christus.

Montag, 23. November 2009

O Herz des Königs aller Welt


O Herz des Königs aller Welt, des Herrschers in dem Himmelszelt, dich grüßt mein Herz in Freuden. Du Träger aller Bürd und Last, du aller Müden Ruh und Rast, du Trost in allen Leiden!

Ach, wie bezwang und drang dich doch dein edle Lieb, ins bittre Joch der Schmerzen dich zu geben, da du dich neigtest in den Tod, zu retten aus der Todesnot mich und mein armes Leben.

Laß deine Flamm und starke Glut durch all mein Herze, Geist und Mut mit allen Kräften dringen. Laß deine Lieb und Freundlichkeit zur Gegenlieb und Dankbarkeit mich armen Sünder bringen.

Christkönig war dieses Jahr wirklich ein wunderschönes Fest. Am Samstag vormittag bereits feierte der Alte Domfriedhof in der Liesenstraße einen Festgottesdienst anläßlich seines 175-jährigen Bestehens.

Am Festtag Christkönig hatten wir dann ein wunderschönes Hochamt, bei dem der Zelebrant uns durch den Gesang des Antwortspsalms und seine Predigt gleichermaßen erfreut und innerlich (auf)erbaut hat. In der Predigt* sprach er unter anderem über die Poesie der Präfation, bei der man manchmal auch ein wenig traurig wird, weil man sie erst in einem Jahr wieder hören wird. Ja, das stimmt und geht mir gelegentlich auch so, wenn ich da knie und die Worte des Hochgebets "in meinem Herzen bewege". Singt der Priester Präfation und Hochgebet – und dann auch noch schön – freue ich mich aber vor allem, daß ich sie überhaupt hören darf.
In Wahrheit ist es würdig und recht, dir, Herr, heiliger Vater, immer und überall zu danken. Du hast deinen eingeborenen Sohn, unseren Herrn Jesus Christus, mit dem Öl der Freude gesalbt zum ewigen Priester und zum König der ganzen Schöpfung. Als makelloses Lamm und friedenstiftendes Opfer hat er sich dargebracht auf dem Altar des Kreuzes, um das Werk der Erlösung zu vollziehen. Wenn einst die ganze Schöpfung seiner Herrschaft unterworfen ist, wird er dir, seinem Vater, das ewige, alles umfassende Reich übergeben: das Reich der Wahrheit und des Lebens, das Reich der Heiligkeit und der Gnade, das Reich der Gerechtigkeit, der Liebe und des Friedens.
Bei der Spendung des Friedensgrußes gingen die Ministranten mit gutem Beispiel in Form einer Verneigung voran. So könnte es meinethalben bleiben… ;) Als sinnliche Freuden am Rande gab es Weihrauch und vor allem Weihwasser. Jubilate! (Das Wort des gestrigen Tages übrigens: Pfefferkuchenwahn…)

Abends bin ich dann noch durch Zufall – ich wollte eigentlich zur Vesper der Karmelitinnen – in die Nacht der Lichter geraten. Die Oberkirche von Regina Martyrum war sehr gut gefüllt mit Betern. Ein schöner Abschluß des Festes. So rundet sich ein Fest, so rundet sich auch ein Kirchenjahr.

Christus gestern, heute und in Ewigkeit.

Samstag, 21. November 2009

Christkönig


Des Königs Fahne schwebt empor,
im Glanze geht das Kreuz hervor,
daran der Herr des Lebens starb,
als er das Leben uns erwarb.

Es öffnet durch den Lanzenstich
die Seite des Erlösers sich,
und uns zu waschen rann ein Quell
von Blut und Wasser klar und hell.

Da ward erfüllet der Gesang,
der einst von Davids Lippen klang:
Vom Holz herab als seinem Thron
regiert Gott alle Nation.
(Hymnus Vexilla regis des Venantius Fortunatus in der Übertragung des GL Nr. 820)

Wäre das Kreuz nicht, dann wäre Christus nicht gekreuzigt. Gäbe es das Kreuz nicht, dann wäre das Leben nicht ans Kreuz geheftet worden. Wäre das Leben nicht ans Kreuz geheftet worden, dann hätten die Quellen der Unsterblichkeit nicht aus der Seite des Gekreuzigten Blut und Wasser fließen lassen, durch welche die Welt gereinigt wird. Der Schuldschein der Sünde wäre nicht zerrissen worden, wir hätten die Freiheit nicht erhalten, wir hätten nicht vom Baum des Lebens gekostet, und das Paradies wäre nicht geöffnet worden. Wenn das Kreuz nicht wäre, wäre der Tod nicht besiegt und das Reich des Todes nicht seiner Macht beraubt worden.

Darum ist das Kreuz groß und kostbar. Groß ist es, weil es so viel Gutes geschaffen hat, um so mehr deswegen, weil die Wunder und Leiden Christi im Vollsinn der Ruhm des Kreuzes sind. Kostbar ist das Kreuz, weil es das Denkmal der Leiden Gottes ist, des freiwilligen Todesleidens, das Christus an ihm erlitt. Denkmal des Sieges, weil an ihm der Teufel verwundet und mit ihm der Tod besiegt wurde. Zerschmettert wurden die Riegel der Unterwelt und das Kreuz aufgerichtet zum Heil der ganzen Welt." (Andreas von Kreta)

Donnerstag, 19. November 2009

Tragt Schleier und Ring als Zeichen

Im Gespräch mit Mitschwestern ist eine Variation des uralten Themas „Was zieh ich an?" naturgemäß manchmal ein Gespräch über den Schleier. Da geweihte Jungfrauen in sehr unterschiedlichen Umständen und Umfeldern, in katholischen Ländern wie in nicht-christlichen leben, ist auch die äußere Gestaltung dieser Lebensform höchst individuell und darf es explizit auch sein. Eigene Beobachtungen und Gespräche im vergangenen Jahr haben gezeigt, daß dies auch für den Schleier, sein Aussehen bzw. das Tragen desselben gilt.

Es gibt Virgines, die auf die Überreichung des Schleiers bei der Weihe verzichtet haben, solche, die ihn zu bestimmten Anlässen tragen und solche, die ihn – zuweilen auch zusammen mit der aus altkirchlichen Zeiten überlieferten „ärmlichen Tunika" – anscheinend immer aufhaben. Wie sich das Tragen bei bestimmten Anlässen gestaltet, ist offenbar auch wieder unterschiedlich: in einigen Ländern haben Jungfrauen beim Gottesdienst eigene Plätze und sind an Schleier und weißem Mantel äußerlich kenntlich. Andere Jungfrauen wiederum tragen ihren Schleier beim Stundengebet, wenn sie es allein vollziehen, wieder andere tragen ihn auch zum Gottesdienst und bei „frommen Übungen" wie etwa zu Prozessionen.

Etwas erstaunt hat mich dazu eine Äußerung in den letzten Tagen, derzufolge diejenige den Schleier quasi als eine Art liturgisches Kleidungsstück sieht und demzufolge auch nur für die Dauer der Liturgie tragen würde. Daraus ergab sich die Erwägung so staatstragender Fragen wie „Muß der Schleier zwingend weiß sein oder ginge auch ein schwarzer?*" und „Kann man im Schleier U-Bahn fahren"? Meine Antwort: warum eigentlich nicht? Nicht nur die Vorstellung, mir in der Vorhalle der Kirche ggf. noch schnell das Haar so aufzustecken, daß es auch wirklich oben bleibt – gar nicht so einfach – und den Schleier aufzusetzen, widerstrebt mir, sondern auch die geäußerte Meinung, der Schleier wäre quasi mit Talar und Chorhemd zu vergleichen. Stimmt, in Talar und Chorhemd würde ich nicht U-Bahn fahren (allerdings ziehe ich sie auch nicht in der Vorhalle an). Daß wir einmal in dieser Kluft im Parkhaus herumgerannt sind, ist eine andere Geschichte und von Zelatus schon erzählt worden).

* meines unmaßgeblichen Erachtens: nein. Ich räume aber gern ein, daß es sich hierbei um eine reine Antwort aus dem Bauch handelt, der bisher eine wirklich stichhaltige Begründung fehlt. Wohl ist der Schleier bräutliches Zeichen, allerdings ist das auch der schwarze einer Ordensschwester mit ewiger Profeß. Ideas, anyone?


Historisch stammt der Schleier aus altrömischer Zeit und symbolisierte die endgültige Bindung einer Frau durch Ehe oder Gelübde, ein Zeichen, daß sie ihrem Mann oder Bräutigam treu und keusch angehörte. Die Schleierübergabe der Alten Kirche hing mit der Öffentlichkeit des Gelübdes und der Aufnahme in einen Stand zusammen, der für die Virgo eine Eheschließung verhinderte. Dem Pontificale Romano-Germanicum zufolge wurde der Schleier auch als Symbol für den Schutz Gottes gesehen.

Aus ungeklärten Gründen ist es im 1970 wiederhergestellten Ritus möglich, auf die Überreichung des Schleiers bei der Weihe zu verzichten. Marianne Schlosser bemerkt hierzu in ihrem Exkurs zum Zeichen des Schleiers:
Die Überreichung des Schleiers – und noch mehr das Tragen desselben – könnte verschiedene Fragen aufwerfen. Ist dieses Zeichen für den heutigen Menschen noch sinngefüllt, oder gibt es eher zu Mißverständnissen Anlass? Ist es sinnvoll, ein Zeichen zu übergeben, das im späteren Leben evtl. gar nicht verwendet bzw. getragen wird? Wie steht es mit der späteren Verwendung überhaupt? Wie sollte so ein Schleier aussehen, damit er auch zu einem zivilen Kleid getragen werden kann und nicht sonderbar wirkt? Man muss hier m. E. grundsätzliche Bedenken von praktischen Fragen unterscheiden.
Festzuhalten ist zunächst, daß die liturgische Ordnung die Überreichung des Schleiers primo loco vorsieht (OCV n.25) und auch von den meisten Autoren ohne jedes Bedenken diese Überreichung vorausgesetzt wird. Jedoch folgt in den Rubriken eine Alternative (n.26): „Wenn kein Schleier übergeben wird...", spricht der Bischof sofort die Formel für den Ring. Eine Begründung für das Unterlassen erfolgt in den Rubriken hier nicht. Es wird nicht auf die lokale Gewohnheit verwiesen, wie bei der Festlegung des Ortes für die Feier, dem Brauch der Prostration oder der Geste der Handlegung.

Jedenfalls kann man mit Fug und Recht darüber zumindest erstaunt sein, daß das älteste Zeichen, welches dem Ritus lange Zeit den Namen gab: „velatio virginum", ohne nähere Begründung der Beliebigkeit anheimgestellt wird.
Besonders deutlich erscheint der Zusammenhang zwischen der Bindung an Christus und an die Kirche in der Übergabe von Ring und Schleier. Der Ring ist unmittelbar verständliches Zeichen für die Bindung an Christus unter dem Gesichtspunkt der desponsatio, der Schleier für die Bindung an ihn und an die Kirche unter der Hinsicht des „servitium", Zeichen, daß die „Braut" immer auch „Magd“ ist. Das dazu gesprochene Deutewort enthält, wie A. Nocent es ausdrückt, die Theologie des ganzen Ritus in nuce: „Empfangt, liebe Töchter, Schleier und Ring, die Zeichen Eurer Weihe an Gott. Bewahrt Eurem Bräutigam unverbrüchlich die Treue und vergeßt nicht, daß ihr in Dienst genommen seid für Christus und seinen Leib, welcher die Kirche ist" (übers. nach OCV 25). Das gilt auch für die Alternativ-Formel, in der Ring und Schleier getrennt übergeben werden: „Empfange den Ring der heiligen Vermählung mit Christus, bewahre deinem Bräutigam die Treue unversehrt, damit du zur Hochzeit in der ewigen Freude gelangst" (nach OCV 152). „Empfange den Schleier, denn man soll erkennen, daß du zum Dienst Christi bestimmt bist und zum Dienst an seinem Leib, der die Kirche ist" (nach OCV 151).

Seitdem der Ring die Funktion des Treuezeichens übernimmt; ist die „Velatio" Sinnbild des Gott-geweiht-Seins (consecrata, dicata) - ähnlich wie der Habit einer Ordensfrau „signum consecrationis" ist (PC 17, c. 669 § 1) - und zwar, wie sich aus dem Deutewort ergibt, unter der Hinsicht des In-Dienst-genommen-Seins.

Und darum geht es eigentlich bzw. daher kommt das Widerstreben: der Schleier ist kein liturgisches Kleidungsstück und auch nicht damit verwandt. In der Tat ist der Schleier, zu dem in manchen Zeiten bei der Feier der Weihe auch noch die Krone kam – eine Insigne, ein Standeszeichen dessen, was wir sind und wofür wir leben: wir sind in Dienst genommen von Christus und der Kirche.

Neben allem anderen käme ich mir, offen gestanden, auch komisch vor, bei derart vielen (fast ausschließlich nicht-christlichen) Schleiern um mich rum, den meinen in der Vorhalle aus dem Rucksack zu ziehen und direkt nach dem Gottesdienst wieder darin verschwinden zu lassen.

M. Schlosser merkt an anderer Stelle an:
Keineswegs muß also die Schleierübergabe an sich und notwendig die Assoziation der Zugehörigkeit zu einem Orden hervorrufen. Freilich ist nicht mehr im Bewußtsein, daß die Ordensfrauen den Schleier von den Virgines der Alten Kirche übernommen haben – und daher die heute lebenden Virgines keineswegs ein Zeichen des Ordenslebens für sich reklamieren. So kann es eine gewisse Zeit dauern, bis gewohnte Gedankenbahnen Ungewohntes einlassen: Der Schleier für eine Frau, die keine Ordensfrau ist, aber so lebt, die nicht in einen Orden als Gemeinschaft eintritt, wohl aber in einen „Ordo" der Kirche, manifestiert das noch Ungewohnte eines solchen Lebens, das erst ins Verständnis Eingang finden muß.
So „brautig" wie in dem obigen Bild sieht mein Schleier übrigens nicht aus, aber wie auch immer, falls man nicht das Leben in der Verborgenheit gewählt hat – warum sollte man nicht zum Ausdruck bringen, was einen im wesentlichen und Innersten ausmacht? Der Geliebte ist mein und ich bin sein. (Hohelied 2,16)

Montag, 16. November 2009

Licht im Dunkel – ich mag den November

Die Seelen der Gerechten sind in Gottes Hand, und keine Qual kann sie berühren. In den Augen der Toren sind sie gestorben, ihr Heimgang gilt als Unglück, ihr Scheiden von uns als Vernichtung; sie aber sind in Frieden. In den Augen der Menschen wurden sie gestraft; doch ihre Hoffnung ist voll Unsterblichkeit.

Ein wenig nur werden sie gezüchtigt; doch sie empfangen große Wohltat. Denn Gott hat sie geprüft und fand sie seiner würdig. Wie Gold im Schmelzofen hat er sie erprobt und sie angenommen als ein vollgültiges Opfer.

Beim Endgericht werden sie aufleuchten wie Funken, die durch ein Stoppelfeld sprühen. Sie werden Völker richten und über Nationen herrschen, und der Herr wird ihr König sein in Ewigkeit.

Alle, die auf ihn vertrauen, werden die Wahrheit erkennen, und die Treuen werden bei ihm bleiben in Liebe. Denn Gnade und Erbarmen wird seinen Erwählten zuteil. (Weisheit 3,1-9)
Zur Zeit höre ich immer wieder, der November sei „ein furchtbarer Monat“. Ich finde das eigentlich nicht.

Die Feste im November sind so voller Licht im Dunkel: Allerheiligen, der heilige Martin mit seinen Laternenzügen, der Gedenktag des seligen Bernhard Lichtenberg, Kirchweih der Kathedrale (die eigentlich zu Allerheiligen gehört), die Märtyrer des Bistums, das eng mit Kreuzerhöhung verbundene Hochfest Christkönig – und auch Allerseelen, denn letztlich hoffen die armen Seelen im Purgatorium auf den Himmel. Schließlich mündet der November in die Vigil des ersten Adventssonntags mit der Segnung des Adventskranzes und einem Luzernar.

Beim abendlichen Spaziergang gestern – bei dem ich, einer Anregung Davids folgend, den Rosenkranz gebetet habe – sind mir in der einbrechenden Dunkelheit die wirklich sehr vereinzelten Grablichter besonders aufgefallen und haben mich auf die Idee gebracht, dort nächstes Jahr selbst einige Lichter hinzustellen.

Donnerstag, 12. November 2009

And now something completely different

aus der Reihe Mysterien des Lebens – the indefinitely expansible handbag [1]

Eines der unerklärlicheren Phänomene ist, daß (meine) Handtaschen bzw. Rucksäcke im Laufe ihres unnatürlichen Lebens immer schwerer werden. Da ich keine Lust habe, jeden Morgen umzuräumen und das jeweils Benötigte ist dann doch in dem Rucksack, den ich gerade nicht dabei habe, verwende ich meist ein- und denselben. Kaufe ich aus Verschleißgründen einen neuen und packe in diesen meine Grundausstattung, bin ich jedes Mal entzückt, wie leicht er ist. Dann kommt, anscheinend übergangslos, der Tag, an dem mir auf einmal auffällt, wie schwer mein Rucksack auch dann noch ist, wenn ich das Stundenbuch herausnehme.

Was kann das sein? Neben dem unbedingt Notwendigen wie Kalender (ein kleiner, leichter!), Taschentüchern, Händi und Schlüsseln landen auch Inhalator, Streichhölzer, Tabletten, Lesestoff, Strickzeug, Veranstaltungsankündigungen, das Programm der katholischen Akademie und diverses anderes temporär gebrauchtes Zeugs im Rucksack, werden aber – meiner Ansicht nach – später auch einmal wieder herausgenommen. Nun gut, nach meinem Händi hat sich das Deutsche Historische Museum erkundigt. Eventuell finde ich doch noch etwas Leichteres.

Einmal hatte ich sogar eine Zange im Rucksack. Mein Begleiter sprach just da von Wasserrohrzangen und war höchst verblüfft, als ich daraufhin die Zange aus dem Rucksack zog.

Ich nehme an, es sind geheimnisvolle Kräfte im Spiel, wie etwa bei den sockenfressenden Waschmaschinen[2], nur umgekehrt. Jedenfalls ist bald ein neuer Rucksack fällig[3]. Deo gratias!

[1] oder auch nicht, siehe [3]
[2] Im Nutznetz postulierte jemand einst diese aparte These:
In Wirklichkeit sind Socken das Larvenstadium der Drahtkleiderbügel. Sie werfen das Fell ab (das sich dann unter der irreführenden Bezeichnung "Wollmäuse" unter Schränken usw. findet) und verpuppen sich.
[3] Das Stundenbuch war offenbar doch unzumutbar.

Dienstag, 10. November 2009

Jesu Leben einmal anders


Als ich Pange Linguas Der heilige Geist mal anders las und schmunzeln mußte, ist mir eine Firmkatechese vor Jahren wieder eingefallen.

Es begab sich in einer Pfarrei in Westdeutschland: von einem Schwung Eltern, die sämtlich „nichts mit Kirche am Hut“ hatten, deren Sprößlinge nun aber in den Genuß religiösen Lebens kommen sollten, wurden selbige zum Firmunterricht angemeldet. In der ersten Stunde ergab sich, daß das vorhandene Wissen, ähm, interessant war: Die Biographie Jesu wurde so zusammengefaßt: „Der hat erst ein großes Schiff gebaut, mit dem ist er 40 Jahre durch die Wüste gezogen, und zum Schluß ist er gekreuzigt worden.“ Ein Gummipunkt, immerhin das letzte stimmte! (Von der Geschichte der Erschaffung der Welt blieb hingegen, daß es darüber einen Film gegeben habe, in dem „eine geile Gummischlange“ vorkam. Auch nett.)

An den nachfolgenden Krampf Kampf, den Firmanden das nötigste Vorwissen einzubleuen zu vermitteln, kann ich mich nicht mehr so recht erinnern. Nur noch: als es an die Beichte ging und wir Katecheten mit gutem Beispiel voranschritten, hat mich der Beichtiger anfangs für eines der Kinder gehalten. (Ich hatte mich zuvor über den etwas schroffen Tonfall gewundert. Es begann mit: „Näher kommen und leiser sprechen!“) Nachdem ich schließlich seine Frage „Wie alt bist du denn?“ mit einem schlichten „27“ beantwortet hatte, wurde er sehr viel höflicher. Das gab mir seinerzeit zu denken.

Sonntag, 8. November 2009

8. November – alle Märtyrer des Erzbistums

Die Zeit von Ende Oktober bis Mitte Dezember ist reich an Eigenfesten des Erzbistums Berlin. In diesem Jahr leider verdrängt wird der Gedenktag für die Märtyrer des Bistums, in jüngerer Zeit der nationalsozialistischen Christenverfolgung zum Opfer gefallenen Priester und Laien des Erzbistums. Ihrem Gedächtnis dient neben der Krypta der Kathedrale mit dem Grab des seligen Bernhards vor allem auch die Gedenkkirche Maria Regina Martyrum, deren Errichtung die deutschen Katholiken 1958 gelobten. In der Krypta befindet sich eine Grabstätte, die an diese Märtyrer erinnert. Den meisten von ihnen wurde das Grab verweigert, ihre Asche über die Rieselfelder Berlins verstreut.



Pietà in der Krypta von Maria Regina Martyrum.
Allen Blutzeugen, denen das Grab verweigert wurde –
 allen Blutzeugen,  deren Gräber unbekannt sind.
Pater Alfred Delp, geboren 15. September 1909, gestorben 2. Februar 1945;
Dompropst Bernhard Lichtenberg, geboren 3. Dezember 1875, gestorben 5. November 1943;
 Dr. Erich Klausener, geboren 25. Januar 1885, gestorben 30. Juni 1934

Ich glaube, daß alle, die gegen ein Unrechtssystem Widerstand geleistet haben und leisten, einen Traum hatten, eine Vision von einer wiederhergestellten, wiederherzustellenden Ordnung, an die sie geglaubt haben und die ihnen die Kraft gab, gegen den alles beherrschenden Augenschein aufzutreten. Die Menschen, an die wir hier denken, sind Menschen des Aufbruchs aus einer das kritische Denken und das Gewissen abstumpfenden Alltagswirklichkeit, die den Angepaßten allein gelten lässt. Die Menschen, an die wir denken, werden noch heute vielfach als unbequeme, lästige Träumer angesehen. Das verwundert nicht in einer Gesellschaft, die so arm an zukunftsträchtigen Visionen ist, beziehungsweise die sich so schwer damit tut, solche Visionen zuzulassen. Umso mehr sehe ich in dem heutigen Gedenktag einen Anstoß, die berühmte Frage nach Anpassung und Widerstand für sich selber durchzudenken und nach den eigenen Träumen zu fragen, die man sich vielleicht nicht zugestehen möchte. Gott bewahre uns vor einer selbstzufriedenen Gläubigkeit. (aus einer Predigt von Sr. Gemma Hinrichter OCD am 20. Juli 1989 in der Gedenkstätte Plötzensee)

Freitag, 6. November 2009

Wachet und betet

Und nochmal ein kurzer Hinweis vorher: morgen, am 7. November, ist ab 21 Uhr Nightfever in St. Bonifatius in der Yorckstraße. Warme Kleidung nicht vergessen (siehe hier)!

Aus aktuellem Anlaß bitte ich darum, auch mich selbst mit ins Gebet zu nehmen. Ich habe gerade erfahren, daß ich ab Januar nur noch halbtags arbeiten werde, was man unter dem Aspekt evangelischer Armut natürlich auch positiv sehen kann. Dabei habe ich jetzt schon nur einen Mantel und bräuchte eigentlich einen neuen.

6. November – Weihetag der Kathedrale


der Kreuzweg in der Unterkirche der Kathedrale


Der Weihetag der Kathedrale ist in ihr selbst natürlich ein Hochfest, in den anderen Kirchen des Bistums ein Fest.

Erhabener Gott,
du erbaust dir aus lebendigen
und erlesenen Steinen ein ewiges Haus.
Mache die Kirche reich an Früchten des Geistes,
den du ihr geschenkt hast,
und lass alle Gläubigen in der Gnade wachsen,
bis das Volk, das dir gehört,
im himmlischen Jerusalem vollendet wird.

Donnerstag, 5. November 2009

Ikonen

Mit Ikonen sind hier Abbilder von Glaubensgeheimnissen anderer Art gemeint: menschliche Ikonen sozusagen. Wie der Priester eine Ikone Christi ist, so ist die geweihte Jungfrau ein Abbild Marias und damit der betenden und vertrauenden Kirche.

Der Dominikaner P. Benedict Ashley formuliert dazu:
The male ascetic cannot fulfill the symbolic role in the Church that a vowed female virgin can. Just as a woman cannot appropriately symbolize Christ by ordination to the priesthood, a man cannot symbolize Mary, the New Eve, the Mother of God. Nor can a man symbolize the Church as bride. Yet Mary in her contemplative role is superior to the priest in his active, ministerial role. Thus, as a sign, the consecrated virgin is superior to the priest.
Ich würde zwar nicht soweit gehen, mich über einen Priester zu erheben und sei es als Zeichen, nichtsdestotrotz hat Father Ashley meines Erachtens zumindest eingangs recht. Die rechte Einsicht in diese Thematik hülfe, einige Verwirrung, auch über den Dienst des Priesters in der Kirche, aufzulösen.

Bei der Weihe antwortet die Consecranda auf die Fragen des Bischofs

Bist du bereit,
bis an dein Lebensende am Vorsatz der heiligen Jungfräulichkeit festzuhalten
und dem Herrn und seiner Kirche zu dienen?

Bist du bereit,
dein Leben in der Nachfolge Christi,
zu der das Evangelium aufruft,
als ein Zeugnis der Liebe zu leben
und als ein Zeichen des kommenden Reiches Gottes?

Bist du bereit,
dich durch die Jungfrauenweihe unserem Herrn Jesus Christus, dem Sohn Gottes,
auf immer zu verbinden?


mit einem schlichten „Ich bin bereit“. Das Versprechen ist jedoch ist ein so großes, daß ich eigentlich lieber geantwortet hätte: „Im Vertrauen auf die Gnade Gottes, nicht aus eigener Kraft, bin ich dazu bereit“.

Es ist ein großer Irrtum, zu denken, daß der Stand der Gott feierlich gelobten Jungfräulichkeit sich vom Stande unverheirateter Personen in der Welt nicht unterscheide. Die unverheiratete Frau ist frei, ihren Lebensstand zu ändern, wann immer sie es wünscht. Die geweihte Jungfrau hat ihre ganze Zukunft in die Hände Gottes gegeben und ist mit einem unlösbaren Siegel bezeichnet. Der positive Charakter der heiligen Jungfräulichkeit wird allzoft gänzlich ignoriert. Man stellt sich Jungfräulichkeit als bloße Enthaltung vor.
Jungfräulichkeit ist nicht nur ein Geben, sondern auch ein Empfangen. Richtig verstanden, ist sie eine köstliche Bereicherung. Das Wesen einer Frau, die sich wahrhaft geliebt und behütet weiß, wird Vertrauen und Ausgeglichenheit ausdrücken. Das trifft auch auf das geistliche Leben zu. Geweihte Jungfräulichkeit läuft nicht auf Verkümmerung hinaus, sondern vollendet sich in geistlicher Mutterschaft. Die Psalmen, die die Kontemplative liebt, schreiben ihre Geschiche in Worten leuchtender Wahrheit. Die Kinderlose läßt er im Hause wohnen als frohe Mutter vieler Kinder. So viele Seelen es in der Welt gibt, so viele Kinder hat die Beschauliche: Die Berufung zur Kontemplativen bedeutet Berufung zu einer Mutter der Welt. Sie ist ein Abbild der Berufung der Mutter Gottes, deren glorreiche Erhebung ohne Jungfräulichkeit nicht denkbar ist. Ebenso bedeutet diese Berufung die vollste Teilnahme der Frau am Leben der heiligen Kirche, die ja die Braut Christi ist. Die Stärke der Kirche wächst mit dem Opferleben jeder ihrer geweihten Jungfrauen.

Jungfräulichkeit ist die positivste Komponente und – unter einem letzten Aspekt – der Inbegriff der Weihe an Gott. (Mary Francis Aschmann PCC)

Mittwoch, 4. November 2009

5. November – sel. Bernhard Lichtenberg

Das Grab des Seligen in der Krypta der St.-Hedwigs-Kathedrale

Bernhard Lichtenberg wurde am 3. Dezember 1875 im schlesischen Ohlau geboren. Als vorbildlich frommer Priester (Weihe 1899), Dompfarrer (ab 1932) und Dompropst an der Hedwigskathedrale (ab 1938) war er in Berlin unermüdlich und unerschrocken in Seelsorge und Caritas tätig. Wegen öffentlichen Gebets für die verfolgten Juden und Kritik an den "Euthanasie"- Morden wurde er 1941 verhaftet. Nach zweijähriger Haft schwerkrank, starb er auf dem Transport in das Konzentrationslager Dachau am 5. November 1943 in Hof. Johannes Paul II. sprach ihn als Märtyrer am 23. Juni 1996 in Berlin selig.

Am 25. Oktober 1941 gab Dompropst Lichtenberg vor der Gestapo zu Protokoll:
„Meine Einstellung zu dem heute bestehenden nationalsozialistischen Staat richtet sich nach der Einstellung des Apostels Paulus, wie sie im Römerbrief Kapitel 13 zum Ausdruck kommt. Damit will ich gesagt haben, daß ich den Staat als solchen anerkenne. Ich kann aber als katholischer Priester nicht von vornherein zu jeder Verfügung und Maßnahme, die von der Regierung getroffen wird, ja und Amen sagen. Wenn sich die Tendenz derartiger Regierungsverfügungen und Maßnahmen gegen die geoffenbarte Lehre des Christentums und damit gegen mein priesterliches Gewissen richten, werde ich meinem Gewissen folgen und alle Konsequenzen mit in Kauf nehmen, die sich daraus für mich persönlich ergeben. Das ergibt sich auch daraus, daß ich die Evakuierung [der 'Nichtarier'] mit all ihren Begleiterscheinungen innerlich ablehne, weil sie gegen das Hauptgebot des Christentums gerichtet sind: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst, und ich erkenne auch im Juden meinen Nächsten, der eine unsterbliche, nach dem Bild und Gleichnis Gottes geschaffene Seele besitzt.“
Aus seinen Aufzeichungen während der Haft:
Wir sollen alles im Lichte der Ewigkeit ansehen, beurteilen und danach handeln.
Fange also an, meine Seele, am Morgen beim Erwachen langsam und bedächtig zu sagen: Heute will ich alles im Lichte der Ewigkeit ansehen, alles, was mir widerfährt, Freudiges und Schmerzliches, Erhebendes und Niederdrückendes. Vielleicht werde ich schon nach einigen Wochen einen zweiten Vorsatz hinzunehmen, ja hinzunehmen müssen, denn ich bin schon gewahr geworden, was mich hindert: Es ist meine Ungeduld.
 
Also werde ich in Zukunft nach dem ersten Vorsatz langsam und bedächtig sagen: Heute will ich meine Seele besitzen in meiner Geduld: Ich weiß, ich werde tausendmal die Geduld verlieren, aber ich werde immer wieder den Vorsatz der Geduld erneuern. Vielleicht werde ich nach einigen Monaten wissen, warum ich schnell die Geduld verliere. Ich spreche zu schnell, das Herz liegt mir auf der Zunge, ich mache meinem Unwillen zu schnell Luft, und ich werde einen dritten Vorsatz hinzunehmen: Heute will ich in keinem Worte sündigen. Und weil ein Wort immer einen Gedanken voraussetzt, werde ich den dritten Vorsatz so formulieren: Heute will ich in keinem Gedanken und in keinem Worte sündigen. Jetzt scheint der Zirkel geschlossen. jetzt werde ich ein paar Jahre nach diesem Rezepte handeln, und wenn ich merke, daß ich immer noch nicht „amor et deliciae“ (Liebe und Wonne) meiner Umgebung, meiner Familie, meiner Kollegen geworden bin, da werde ich wieder einmal innehalten und der Sache noch tiefer auf den Grund gehen: Wer und was hindert mich? Und ich werde finden: Trotzdem und alledem, mir fehlt die rechte übernatürliche Gesinnung. Ich will mich bloß lieb Kind bei den Menschen machen und nicht beim lieben Gott. Ich möchte gern gelobt und anerkannt werden. Es ärgert mich, wenn ich getadelt, kritisiert, hämisch beurteilt werde, und so werde ich einen vierten Vorsatz hinzunehmen: Heute will alles aus Liebe tun und alles aus Liebe leiden.
Bernhard Lichtenberg sagte von sich selbst, er wolle Priester sein bis zum letzten Atemzug. In der Kathedrale feiert Herr Kardinal Sterzinsky am Gedenktag des Seligen um 18 Uhr ein Pontifikalamt.

Seliger Bernhard, bitte für uns!
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