Donnerstag, 20. November 2008

Wo ist eigentlich…?


...der Ministrant hin, der früher so häufig werktags gedient hat, der hübsche?"
wurde ich neulich unversehens auf dem U-Bahnhof gefragt. Auf die schlichte, freudige Auskunft hin "Oh, er ist ins Kloster eingetreten und so Gott will, wird er Priester!" wurden mir in etwa dieselben Anzeichen von Bestürzung präsentiert, als hätte ich gesagt, "Oh, er er hat sich am Amazonas angesiedelt und macht dort Schrumpfköpfe!"

Übrigens hätte ich auch gleich eine Anzeige ins Bistumsblatt setzen können, wenn *die* Frau das weiß, weiß es auch noch der letzte. Macht nichts, sollen sie, umso besser. :P

Zum entsprechenden Blog gehts hier! lang...

Dienstag, 18. November 2008

Montag der 33. Woche im Jahreskreis

Manchmal packt es einen als Lektor ja wirklich. Zum Beispiel gestern, am Montag der 33. Woche im Jahreskreis. Da steht man am Ambo und trägt aus der Offenbarung vor:
Selig, wer diese prophetischen Worte vorliest,
und wer sie hört

und wer sich an das hält, was geschrieben ist; denn die Zeit ist nahe.
Das ist schon etwas Großes, wenn das ein Sterblicher (in dem Fall ist Johannes gemeint) dem anderen zuruft.

Montag, 10. November 2008

Laß herein, die draußen sind...

Freitagabend: 17:10 Uhr, irgendwo mitten in Deutschland:
Das bei der Aktion hier eingebaute Schloß versagt den Dienst endgültig, indem es sich sich einfach nicht mehr öffnen läßt, egal was man tut. Hatte ich schon erwähnt, daß es Freitag abends ist, kurz vor 18 Uhr?

Nach diversen Versuchen unter Beistand freiwilliger oder zwangsrekrutierter Nachbarn, bei denen so unvergeßliche Aussprüche fielen wie: "Sie sind doch ein Mann! Kennen Sie sich mit Schlössern aus?!" (Ich nehme an, $Betreffender klingelt nächstens und bittet um das fachgerechte Stopfen seiner Socken...) rufe ich einen Schlosser zur Hülfe.

Der, der das Schloß eingebaut hat, will nicht kommen, also wird einer herbeigebeten, den die freundliche Hausverwaltung empfiehlt. Im späteren Verlauf bin ich noch froh, daß ich ersteren nicht ein weiteres Mal geholt habe. Es stellte sich heraus, daß er beim Einbau des Schlosses eine viel zu kurze Schraube genommen hat. So kann man ein Schloß offenbar abschließen, ohne es ohne weiteres wieder aufzubekommen. Bis zum Eintreffen des Schlossers hatte ich übrigens das komplette Schloß in der Hand, ohne jedoch die Tür aufzubekommen. („Du schließest, und niemand kann wieder öffnen...“).

Zwischendrin kommen, wie schon beim letzten Mal, liebe Nachbarinnen vorbei, und trösten einen ganz reizend: "Oooch, hast du dich ausgeschlossen....? Magst du eine Tasse Tee?" Das ändert zwar nichts am wirklich unbeschreiblichen Gefühl, einfach nicht in seine Wohnung zu kommen, aber an sich kann alles nicht so schlimm sein, wenn es noch so reizende Nachbarn gibt.

Zelebrant und Küster haben in der Abendmesse, in der ich nicht ministrierte, an mich gedacht.

Ich wiederum denke auch an ein Regreßverfahren gegen den massiven Schlosser mit der zu kurzen Schraube und dem ausgeprägten Pfandbewußtsein.

Samstag, 1. November 2008

Allerseelen


Selten einmal fällt, wie in diesem Jahr, der Gedenktag Allerseelen auf einen Sonntag. Da dieser Tag in der liturgischen Rangordnung gleich neben den Hochfesten des Herrn steht, verdrängt er den gewöhnlichen Sonntag im Jahreskreis. An Allerseelen gedenken wir aller Verstorbenen, vor allem der armen Seelen im Fegefeuer. Im zur Stimmung des Tages mit seinen würdevollen schwarzen Paramenten passenden lateinischen Hochamt hat uns der Zelebrant mit dem In paradisum aus den Exsequien wirklich erfreut. An den Gottesdienst zu Allerseelen schließt sich immer noch die Segnung der Gräber in der Unterkirche an.
Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...